Schlechtes Gewissen Krankmeldung

Dieses Thema im Forum "Arbeit und Allgemeines" wurde erstellt von Katzenpfote, 30. November 2017.

  1. Katzenpfote

    Katzenpfote Neues Mitglied

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    Hallo :)

    Ich wollte mal ein paar Meinungen von euch hören: wie ist es bei euch wenn ihr Schmerzen habt... meldet ihr euch dann gleich krank von der Arbeit?
    Ich bin zurzeit krank geschrieben seit Montag, bis Freitag...
    Denke aber nicht, dass ich am Montag wieder zur Arbeit gehen kann...
    Nun macht man sich ja Gedanken ... ich bin noch in der Probezeit, bin aber nicht ganz glücklich mit der Stelle. Nun mache ich mir Gedanken, was die Kollegen von mir denken wenn ich am Montag noch ne Krankmeldung rein reiche...
    Also einerseits mache ich mir einen Kopf, was andere von mir denken werden, und habe ein schlechtes Gewissen wegen der AU, andererseits sagt mir auch eine Stimme im Kopf, dass es mein Leben, meine Gesundheit ist. Und das gibt mir keiner wieder, auch die Kollegen nicht..
    Bin halt sehr zwiegespalten...

    Habt ihr auch mal mit solchen Gedanken zu kämpfen? Wie geht ihr damit um?

    LG
     
  2. Mara1963

    Mara1963 Guest

    Ich denke, viele hier werden mit diesen Gedanken zu kämpfen haben.
    Grundsätzlich mache ich das so, wenn es mir wirklich richtig schlecht geht bleibe ich zuhaus. Ansonsten versuche ich zu gehen und dann werde ich sehen was der Tag bringt.
    Muss man halt mit sich selbst ausmachen und wie sehr man auf den Job angewiesen ist.
    In der Probezeit krank zu sein; da brauchen wir uns nichts vormachen, das macht keinen guten Eindruck. Auch wenn du krank bist und ja nichts dafür kannst.
    Du schreibst allerdings, dass dir der Job nicht so recht zusagt. Da kommt dann auch wieder das Abwägen wie sehr du auf diesen Job angewiesen bist, ansonsten würde ich mir was neues suchen. In der Probezeit ist die Gelegenheit günstig, da bist du flexibel und kannst jederzeit gehen.

    Alles Gute dir,
    Mara
     
    KnieFee, O-häsin und Resi Ratlos gefällt das.
  3. Finn89

    Finn89 Registrierter Benutzer

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    Hallo
    Ich kenne diese Gedanken sehr gut. In der Vergangenheit habe ich mich immer zur Arbeit gequält und gedankt hat es mir bis heute niemand. Es nützt nichts sich total krank in die Arbeit zu schleppen denn man verschleppt sich die Dinge und ist nicht gut konzentriert. Gesundheit ist unser höchstes Gut das es zu pflegen gilt.
    Also wenn es dir nicht gut geht dann geh nicht arbeiten. Probezeit hin oder her. Am Ende kommt es sowieso immer anders als man denkt.
     
  4. Tusch

    Tusch Registrierter Benutzer

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    Moin Katzenpfote,
    Ich habe gerade in mich hinein gegrinst. Natürlich nicht wegen dir oder deiner Frage.
    Sondern weil mich das Thema AU seit Beginn des Rheumas immer wieder in genau diesen Zwiespalt befördert.
    Was sagen die Kollegen ? Sie müssen schließlich mein Fehlen auffangen.
    Was sagt der Chef? Denkt er, dass er sich auf mich nicht verlassen kann?
    Verliere ich die Wertschätzung von Chef und Kollegen?
    Usw.
    Auch die Angst vor Kündigung bei häufiger AU hat es mir schwer gemacht. Ich brauche den Job, sonst kommen wir finanziell nicht klar.
    Da es keinen Tag gibt, an dem ich schmerzfrei arbeiten kann, bin ich nur zu Hause geblieben, wenn gar nichts mehr ging. Dementsprechend hoch war mein Schmerzmittel Konsum.
    Gesundheit ist unser höchstes Gut. Stimmt! Aber einen Job den man gerne macht und der finanzielle Sicherheit gibt, ist auch nicht zu unterschätzen.

    Nun war ich dies Jahr länger als sechs Wochen AU und bekam von meinem Arbeitgeber ein BEM Schreiben (betriebliches Wiedereingliederungs Management)
    Das habe ich genutzt. Und jetzt wurde mir eine Minderleistung Maßnahme genehmigt und ich kann meine Arbeitszeit um 8 Stunden kürzen ohne Verdienstausfall. Das Unternehmen bekommt auch einen Ausgleich.

    Wenn man jetzt genau überlegt? Dann war die häufige AU positiv für mich und dem Arbeitgeber
    Ich kann meiner Krankheit entsprechend weniger arbeiten und der Arbeitgeber hat keinen Verlust dadurch. Und wenn es so klappt, wie erwartet, werde ich weniger AU brauchen.

    Mein Fazit: AU immer wenn nötig, denn nur so wird erkennbar, dass wir eine chronische Erkrankung haben, die nicht immer berechenbar ist. Nur so bekommt man Unterstützung und kann im Berufsleben überleben.

    Lieb geknuddelt
    Tusch
     
  5. moi66

    moi66 Registrierter Benutzer

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    Lasst Euch doch mal den Begriff "AU" durch den Kopf gehen - Arbeitsunfähig.
    Wenn ich nicht fähig bin, meine Arbeit zu tun, muss ich zu Hause bleiben - zu meinem eigenen Schutz und zum Schutz meiner Kunden und Kollegen. Wenn ich "unfähig" zur Arbeit erscheine, fällt das auf mich und evtl. auch auf mein Team zurück, weil trotz voller Besetzung keine volle Leistung kommt.
    Was mich "unfähig" macht, ist individuell - ich bin im Beschwerdemanagement den ganzen Tag am Telefon, da macht ein verknackster Knöchel nix - die Kollegen, die draußen körperlich arbeiten, müssten damit passen.
    Blau machen, obwohl man arbeiten könnte machen die Wenigsten, die ernsthafte gesundheitliche Probleme haben (mein subjektiver Eindruck).
    Den Luxus, eine unkündbare Stelle zu haben, hat kaum jemand - die Abwägung zwischen der Gesundheit und der Erhaltung der finanziellen Lebensgrundlage ist extrem schwer.
    In der Probezeit krank zu werden ist natürlich ungünstig. Vielleicht bist Du AUCH (nicht nur!) krank, weil Dich die neue Stelle stresst.
    Das beurteilen kannst aber nur Du selber. Ich drück Dir die Daumen!
     
  6. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    liebe Katzenpfote,
    eine "AU"ist doch eine entscheidung, die man nicht allein,
    sondern beim artz fällt, weil ...aus welchem grund auch
    immer arbeit nicht möglich ist.das ist nichts was du mit
    dir selber ausmachen musst, sondern wie du selber schon
    festgestellt hast, dass es letztenendes "deine gesundheit ist"
    um die es hier geht.
    klar, ist es heute wahnsinnig schwer fuss zu fassen, wenn
    man in einer firma neu ist und probezeit hat. da wird man
    von allen seiten beäugt, da darf man kein fehler machen und
    nach möglichkeit die 6 monate (meist ist es soviel an probezeit)
    durchzuhalten.
    eine krankschrift liegt da meist völlig ausserhalb der betrach-
    tungsweise und bedeutet wohl en steinchen mehr, um viel.
    negative dinge zu sammeln um dann möglichst viel an
    agrumenten zu haben um die 6 monate vorzeitig zu beenden
    lassen.
    aber, das mag gängige praxis sein, sind nicht alles chefs
    so gepolt. wenn die leistung stimmt und man ins gefüge
    passt, ist auch eine notwendige au, kein thema. es arbeiten
    nirgendwo heilige, sondern auch andere menschen werden
    krank.

    natürlich und das wissen halt alle, gehört die au dazu, sich
    eventuell aus dem bestehenden arbeitsgefüge rauszubringen.
    auch das hat gründe. wie mobbing, die chemie stimmt viel.
    von anfang an nicht, das einfügen in die runde der ma klappt
    nicht und und und.....
    da gibt die probezeit natürlich die chance, dass der neuling
    jederzeit sagen kann, es geht nicht mehr. das wird im allge-
    meinen toleriert. denn die fa. können ohne angaben von
    gründen in der probezeit kündigen.

    ich weiss, dass das weh tut. die chance auf einen job ist
    aufeinmal wie eine seifenblase zerplatzt, man hatte ein
    traum.
    nur manchmal ist es so, dass man als neuling das viel.gar
    nicht so merkt, dass die anderen ein problem mit ihm
    haben. das tut noch viel mehr weh, wenn man aufeinmal
    gehen muss.

    ich selber wäre da für offenheit und nicht einem versteckspiel,
    mit hilfe einer au, aber vielen fehlt da einem schlichtweg die
    erfahrung und oft spielt da eine gehörige portion angst mit.
    manchmal weiss man sich nicht anders zu helfen.

    nimmt man aber eine erkrankung, wie auftreten von rheuma
    oder anderen (schweren)erkrankungen, oder auch eine grippe,
    so wird ein chef, wenn er ein guter chef ist, so darauf reagieren,
    dass er demjenigen hilft.
    das ist heut leider oft fehlanzeige, denn ein solches verhalten
    findet man recht selten. oft wird man hier als drückeberger,
    faulenzer u.ä. abgetan.
    es ist wahnsinnig schwer, da das richtige zu raten.

    "ja" es ist gut, dass du dich kranschreiben lässt, es wird so
    nicht weiter gehen. oder aber "beiss die zähne zusammen"
    geh arbeiten und versuche deine probleme mit dem
    vorgesetzten und mit hilfe andern ma zu klären.
    ein wahnsinniger balanceakt, dem man von einem jungen
    unerfahrenen menschen, doch gar nicht verlangen kann.
    das schafft manch alter erfahrener nicht.

    ich verdamme niemanden, wenn er aus der not heraus,
    weil er einfach nicht mehr weiss wie er dem dilemma auf
    arbeit entfliehen kann, sich krank meldet.
    ich finde das ist menschlich.

    nicht gut und leider gibt es das heute auch, dass montags
    arztpraxen mit menschen bevölkert werden, um eine au zu
    bekommen. das ist eine tatsache und hinter dieser steht
    oft, in der tat keine au, aus kranheitsgründen....
    wobei ich hier für mich feststelle, es gehören zwei dazu.
    einer der will und einer der macht.

    biitte, ich weiss das aus erster hand. also nicht gleich wieder
    anfangen und loszuzetern, wie ich sowas behaupten kann.

    soll heissen, der arzt der das macht, muss es letztenendes
    verantworten. ich will darüber gar nicht richten. sie alle werden
    ihre gründe haben.

    liebes katzenpfötchen, was ich ausdrücken will ist, sicher
    gefällt es dir dort nicht und es gibt viel. eine andere perspektive
    für dich.

    was ich ganz toll finde, dass du trotzdem überlegst,
    ob das
    jetzt gut ist, ob die anderen ma darunter leiden, deine arbeit

    mitzumachen. nur wenn man nicht kann, weil es nicht
    geht, der kopf brummt, die glieder schmerzen. man kann nicht
    auftreten oder oder....dann kann man nicht arbeiten, das ist so.
    mache dir keinen vorwurf.

    liebe grüße vom saurier
     
    #6 6. Dezember 2017
    Zuletzt bearbeitet: 6. Dezember 2017
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