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"Rosige" Zeiten

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Fliegermaggy, 11. Februar 2004.

  1. Fliegermaggy

    Fliegermaggy Wo ich bin, ist vorne !!

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    Noch lachen wir darüber...

    Es ist Montag, der 3. Juni 2010, 5 Uhr morgens. Der Radiowecker reißt Günther S. (46) aus dem Schlaf. Der Oldie-Sender spielt Modern Talking. Herr S. quält sich aus dem Bett. Gestern ist es etwas später geworden. Bei der Arbeit. Dienst am Pfingstsonntag - mal wieder. Früher konnte er danach wenigstens ausschlafen. "Ja ja, der Pfingstmontag", murmelt Herr S.,"ist das wirklich schon sieben Jahre her?" Es hat sich wirklich einiges getan seit damals. Nur nicht in seinen Haus. Als 2005 die Eigenheimzulage plötzlich doch gestrichen wurde, mussten sie eben Abstriche machen. Und inzwischen hat sich Familie S. daran gewöhnt.. An die frei liegenden Leitungen und den Betonfußboden. Gut, denkt Herr S., dass damals die Garage noch nicht fertig war. Denn der Wagen ist längst verkauft. Zu teuer, seit es keine Kilometerpauschale mehr gibt. Und mit Bus und Bahn dauert es in die City ja auch nur zwei Stunden. Und was man dabei für nette Leute trifft. Zum Beispiel die Blondine, die Herrn S. immer so reizend anlächelt. Zurücklächeln mag er nicht. Wegen seiner Zähne. Aber was will man machen? 4.000 Euro für zwei Kronen sind viel Geld. Und schon die Brille musste er selbst bezahlen. Hat dabei aber 15 Euro gespart. Weil er nicht gleich zum Augen-, sondern erst zum Hausarzt gegangen ist. Wegen der Überweisung. Trotzdem: Der Urlaub fällt flach. "Das könnte Ärger geben zu Hause", stöhnt Herr S. vor sich hin. Traurig erinnert er sich an letzte Weihnachten.
    Als es nichts gab. 2009 wurde nämlich auch in der freien Wirtschaft das Weihnachtsgeld gestrichen. Im öffentlichen Dienst ist das ja schon länger her. "Und bis wann gab's eigentlich Urlaubsgeld?", fragt sich Herr S., er kommt nicht drauf. Damals hatte man jedenfalls noch genügend Urlaub, um das Urlaubsgeld auszugeben. Heute sind's ja gerade mal 19 Tage im Jahr. Pfingstmontag? 1. Mai? Geschichte. Das stand nicht auf der Agenda 2010, so hieß sie doch oder? Aber man soll nicht meckern. Die da oben, weiß Herr S., müssen noch viel mehr ackern. Darum kann Günther S. mit der 45-Stunden-Woche auch ganz gut leben. Er hat auch keine Wahl. Seit der Kündigungsschutz auch in großen Betrieben gelockert wurde, mag man es sich mit den Bossen nicht mehr verscherzen. Wer will sich schon einreihen in das Heer von sieben Millionen Arbeitslosen? Aber den Feiertagszuschlag für den Dienst an Pfingsten vermisst er schon. Was soll's, in 23 Jahren, dann wird er 70, hat Herr S. es hinter sich. So üppig wird die Rente zwar nicht ausfallen, wenn das mit den Nullrunden so weitergeht. Doch wer weiß: Vielleicht bringt ihn das Rauchen vorher um. Obwohl er weniger qualmt, seit die Schachtel zehn Euro kostet. Aber heute, auf den letzten Metern zum Büro, steckt Günther S. sich trotzdem eine an.

    Diese E-Mail geht momentan durch ganz Deutschland, warum wohl ???

    Schick auch Du sie ruhig weiter... - kostet ja noch nix...

    LG und schönen Tag
     
  2. merre

    merre Aktives Mitglied

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    ja so ist das....

    Auch die Krankenhäuser müssen sparen, stop sparen?? Nein sie müssen Geld verdienen. Also geht man gegen dieses "sinnlose Rumliegen und Warten auf......" vor.
    Wer eh schon da ist wegen einer Behandlung ist nach dieser sicherlich noch nicht gesund??, nein!! Im Krankenhaus wird es so schnell keine Gesunden mehr geben, nur noch "Nicht richtig Untersuchte"!! Und irgendwas wird man schon finden, was durch die Kostenträger honoriert werden muß.
    Also wird dieses "U-S-Syndrom" um sich greifen.
    Gute Besserung "merre"
     
  3. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    Hallo merre,

    ich glaube, diesmal muß ich die Partei der Krankenhäuser mal vertreten (ich arbeite in der Verwaltung eines solchen Hauses und muß leider sagen, dass die Kostenträger viele Untersuchungen bzw. Pflegetage von wirklich kranken Patienten n i c h t zahlen).

    Leider sieht es in der Praxis nicht ganz so aus, wie es geschildert wird. Ich pick mir mal einen Fall heraus, den ich nun schildern will.

    Der Patient XY liegt im Krhs. auf der internistischen Abteilung. Man muß bei ihm eine Magenspiegelung vornehmen. Diese wird von manchen Kostenträgern nicht übernommen. Also wird der Patient in hausärztliche Behandlung entlassen, die Magenspiegelung wird ambulant durchgeführt und der Patient wird mit vorliegendem Untersuchungsergebnis wieder stationär aufgenommen und weiterbehandelt. Der Patient murrt und schimpft über das Krhs., da er der (richtigen) Meinung ist, dass diese Untersuchung dort hätte durchgeführt werden können und die Behandlung wäre mit einem einzigen Krhs-aufenthalt ausgestanden gewesen. Was der Patient nicht weiß, ist, dass seine KK (bei der er auch tatsächlich regelmäßig seine Beiträge leistet), diese Untersuchungen nicht immer stationär bezahlt.

    Den Ärzten im Krhs. sind leider Gottes in vielerlei Hinsicht die Hände gebunden. Falls er sich dennoch über solche Sachen hinwegsetzt, weil sie ihm einfach logisch erscheinen, muß er jeden Schritt, den er unternimmt dokumentieren. Die Dokumentation nimmt heute oft mehr Zeit in Anspruch als die Pflege - und das bedeutet: die Pflege des Patienten wird "vernachlässigt" - Ich denke, dass dies ein Teufelskreis ist.

    Es mag richtig sein, dass im Staat gespart werden muß, aber muß es immer auf Kosten der Armen und Kranken sein?

    Leider könnte ich viele solcher und ähnlicher Geschichten erzählen. Das ist nur traurig und leider gar nicht mehr lustig.

    Eure gefrustete

    Melisandra:rolleyes:
     

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  4. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Gut

    Es kam sicher nicht richtig an, ging eigentlich mehr gegen diese Gesundheitspolitik, die die Krankenhäuser in bestimmte Kostenzwänge drückt. Ich kenne hier das Unfallkrankenhaus und da geht es vielfach darum auch "ein sich Wohlfühlen selbst im KH" zu vermitteln. Aber dem stehen immer häufiger diese "Finanzzwänge" gegenüber.
    Ich schätze zum Beispiel die fachliche Kompetenz und Übersicht, die es in "meiner" Rheumaklinik gibt. Dazu kommt eine exellente Betreuung.
    Betreffs einer Begutachtung meines Gesundheitszustandes werde ich Anfang April diese Klinik für 1 Woche aufsuchen,.....allerdings privat und mit Chefarztbehandlung.
    Alles andere ist mir betreffs der Kassenleistungen nicht passend und nicht im Leistungskatalog.
     
  5. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    Privat und KV-versichert

    ...sind leider zwei Paar Schuhe merre.

    Auch ich habe (seit ich im Gesundheitswesen beschäftigt bin) eine private Zusatzversicherung. Wir als Angestellte im Krankenhaus nennen so etwas "Das große P auf der Brust!". Das heißt, dass ein Kassenpatient für eine OP oder Behandlung mit langen Wartezeiten rechnen muß (falls es kein Akutfall ist - immer vorausgesetzt) und der Privatpatient kann heute noch kommen bzw. behandelt werden.

    Lieber merre, ich kann Dir nur sagen, danke Gott, dass Du für die Chefarztbehandlung und Privatzimmer abgesichert bist. Mein Mann (Asthmatiker) wird in keiner privaten KK mehr aufgenommen - oder nur mit extrem hoher Eigenbeteiligung, da er bereits als chronisch Kranker zu den "teuren Patienten" zählt. Das drückt zwar niemand so krass aus - aber es ist Fakt!

    Dass Du gegen die Gesundheitspolitik schreibst, ist nur allzu natürlich - die geht wohl allen gegen den Strich - mir natürlich auch.

    Nur darft Du nicht den Fehler machen, eine kassenärztliche Behandlung und eine privatärztliche Behandlung miteinander zu vergleichen. Leider liegen Welten dazwischen - wobei ich den Chefarzt verstehen kann. Ich würde auch den Patienten vorziehen, bei dem ich mehr verdienen kann. *grins*
    ;)

    Ich wollte Dich auch nicht persönlich mit meinem Beitrag ansprechen sondern allgemein richtigstellen, wie es auch heutzutage in Krankenhäusern und Kliniken aussieht und dass die Sparmaßnahmen doch immer nur von den Armen getragen werden müssen.

    Lg
    Melisandra
     
  6. Wolf_55

    Wolf_55 Guest

    Hallo!

    @ merre / melisandra

    Wenn ich dies alles lese, bin ich heilfroh, daß ich, vor mehr als 30,

    aus beruflichen Gründen, zur P-Versicherung "gezwungen" wurde.

    Gruß Wolf
     
  7. Fliegermaggy

    Fliegermaggy Wo ich bin, ist vorne !!

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    Heij Leute,
    das finde ich ja Klasse, dass ein von mir ins Forum gestelltes Thema, dass eigentlich schwarz-sarkastisch gemeint war, eine solch interessante Diskussion auslöst.
    Macht weiter!

    herzliche Grüße von Maggy
     

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