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Rituximab hemmt die radiologische Progression bei Rheumatoider Arthritis

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von biene2, 12. Januar 2008.

  1. biene2

    biene2 Neues Mitglied

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    Hab das heute in einer online Ärztezeitschrift gelesen:

    Die Kombinationstherapie aus Rituximab und Methotrexat stoppt die Gelenkzerstörung bei Patienten, die auf TNF-Inhibitoren nicht oder nur ungenügend ansprechen. Dies belegt eine Analyse der radiologischen Daten (1) von 457 Patienten 56 Wochen nach Therapiebeginn. Die radiologische Progression, evaluiert mittels des modifizierten Sharp-Genant-Scores, wurde gegenüber Plazebo signifikant aufgehalten (1,00 versus 2,31; p = 0,0046).

    Die Inhibition der strukturellen Gelenkzerstörung um mindestens 50% zeigte sich in nahezu allen untersuchten Subgruppen (2) bei Rheumafaktor-positiven (0,98 versus 2,07) und –negativen Patienten (1,10 versus 3,30) sowie Männern (1,31 versus 4,35) und Frauen (0,93 versus 1,80) „Rituximab kann als bislang einziges Biologikum den Nachweis erbringen, dass die Gelenkzerstörung nach Versagen der ersten Anti-TNF-Therapie aufgehalten werden kann. Von diesem therapeutischen Fortschritt profitierten die Patienten unabhängig von spezifischen Krankheitsmerkmalen“, berichtete Professor Dr. Gerd-Rüdiger Burmester, Charité Berlin.



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    Abb.: Pathogenese der Arthritis und Zielstrukturen der Therapie

    Im Rahmen des klinischen Studienprogramms zu Rituximab (MabThera®) wurden, gemäß aktueller Daten, bis September 2006 bereits 571 Patienten mit weiteren Kursen zu je 2 x 1g Rituximab behandelt. Aktuelle Daten zur Langzeitwirksamkeit (3) über drei Kurse zeigen, dass die Therapiefortführung, die nach internationaler Expertenmeinung jeweils bei einem DAS28-Wert über 3,2 erfolgen sollte, den Behandlungserfolg sogar noch verbessern kann. Die mediane Zeit zwischen dem ersten und zweiten Kurs betrug 37,9 Wochen sowie 42,1 Wochen zwischen dem zweiten und dritten Kurs.

    Der Anteil der Patienten mit einer 20-%igen Symptomverbesserung nach ACR-Kriterien (ACR20) wurde von 69% auf 77% (1. versus 3. Behandlungskurs) erhöht. Eine 50-%ige Verbesserung der Symptome (ACR50) erzielten im ersten Behandlungskurs 36% der Patienten, im dritten Kurs 48 Prozent. Der Anteil der Patienten mit einem ACR70 wurde von 11% auf 25% mehr als verdoppelt. Die Reduktion der Krankheitsaktivität (DAS28) wurde von -2,39 nach dem ersten Kurs auf -3,10 nach dem dritten Kurs erhöht.

    Bei den 57 Patienten, die nach DMARD-Versagen über einen Zeitraum von mindestens 24 Wochen einen dritten Rituximab-Behandlungskurs erhalten hatten, wurde die Remissionsrate (DAS28 < 2,6) vom ersten (5%) bis zum dritten Kurs (14%) signifikant gesteigert (4).

    Eine Auswertung der Daten von 116 Patienten aus dem Schweizer Rheumatologie-Register (SCQM-RA) (5) zeigt, dass die Wirksamkeit der B-Zell-gerichteten Therapie mit Rituximab nach ein- bzw. zweimaliger Vorbehandlung mit TNF-Inhibitoren einer fortgesetzten Behandlung mit Anti-TNF-Therapien überlegen ist. Während Rituximab den DAS28 (ESR) signifikant (p < 0,01) um 1,61 Punkte und den DAS28 (CRP) um 1,72 Punkte reduzierte, erreichte die Anti-TNF-Therapie lediglich eine Senkung um 0,98 Punkte (p < 0,01) im DAS28 (ESR). Ebenso zeigten die Reduktion der Anzahl der druckschmerzempfindlichen (p = 0,01) und geschwollenen Gelenke (p = 0,39) signifikante Unterschiede zugunsten von Rituximab.

    Eine zusätzliche Auswertung der SCQM-RA-Daten (6) spricht dafür, die Therapiefortführung mit Rituximab zu beginnen, bevor die Krankheitsaktivität, die über DAS28 kontrolliert wird, wieder auf das Ausgangsniveau vor der Erstbehandlung angestiegen ist. „Die Ergebnisse zum Aufhalten der Gelenkzerstörung bei Patienten mit Versagen des ersten TNF-Hemmers unterstreichen den Stellenwert der B-Zell-gerichteten Therapie bei Rheumatoider Arthritis. Damit kann die Krankheitsaktivität bei vielen Patienten langfristig gut kontrolliert werden“, sagte PD Frau Dr. Andrea Rubbert, Universitätsklinikum Köln.

    Die selektive B-Zell-Depletion mit Rituximab führt zur klinischen Remission. Die Remissionsrate wurde durch eine weitere Behandlung mit 2 x 1 g des Antikörpers mehr als verdoppelt (6 Prozent im ersten Kurs versus 14 Prozent im zweiten Kurs) und blieb durch einen weiteren Kurs konstant (12 Prozent) (7). Eine aktuelle Analyse zur Sicherheit über vier Behandlungen (8) zeigt, dass die Anzahl schwerer Infektionen über alle Kurse konstant niedrig blieb: durchschnittlich fünf Ereignisse auf 100 Patientenjahre. „Die Häufigkeit von Infusionsreaktionen nahm mit weiteren Anwendungen ab. Auch opportunistische Infektionen traten nicht auf“, so Rubbert weiter.

    Den vorläufigen Daten der offen geführten SUNRISE (9) (The Study UNderstanding RItuximab´s Safety and Efficacy in RA)-Studie zufolge ist die bisher routinemäßig praktizierte Gabe von oralem Prednison zusätzlich zur intravenösen Kortikosteroid-Applikation zur Reduktion von akuten Infusionsreaktionen während der Rituximab-Therapie nicht notwendig. ab


    Referenzen:
    1 Keystone E. et al.; EULAR 2006, Präsentation OP0016
    2 Cohen S. et al. ; ACR 2007, Abstract 267
    3 Keystone E. et al.; ACR 2007, Abstract 2088
    4 Emery P. et al.; ACR 2007, Abstract 266
    5 Finckh A. et al.; Arthritis Rheum Vol. 56, No. 5, May 2007, pp 1417-1423
    6 Finckh A. et al.; EULAR 2007, Präsentation OP0231
    7 Keystone E. et al. ; EULAR 2007, Abstract SAT0011
    8 Van Vollenhoven R. et al.; ACR 2007, Präsentation 257
    9 Chubick A. et al.; ACR 2007, Abstract 288
    10 Sörensen H. et al.; DGRh 2007, Präsentation und Poster


    Quelle: Pressekonferenz „MabThera® bei Rheumatoider Arthritis – mit Sicherheit wirksam“, 28.11.2007, Berlin; Roche