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Rheumatoide Arthritis: chronisch oder nur akut?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Suxi, 9. Juli 2008.

  1. Suxi

    Suxi Neues Mitglied

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    Hallo zusammen,

    ich bin ganz neu hier - hoffe also, keine Fragen zu stellen, die hier schon gestellt und beantwortet wurden. Falls doch, dann wäre ein kurzer Hinweis oder Link prima.

    Seit 1,5 Wochen habe ich Symptome, die nach allem, was ich hier bisher darüber gelesen habe, stark auf eine rheumatoide Arthritis/chronische Polyarthritis hinweisen. Morgen habe ich erstmal einen Termin bei einer Allgemeinärztin, dann werde ich hoffentlich schon mal erste Diagnosehinweise bekommen.

    Dennoch möchte ich hier schon mal Fragen stellen, in der Hoffnung, daß mir jemand vielleicht Tipps oder Hinweise geben kann. Bei meinen Fragen gehe ich jetzt einfach erstmal von der Richtigkeit meines Verdachts aus, da einfach jedes Detail in der Beschreibung des oben genannten Krankheitsbildes auf mich zutrifft und sich geradezu Tag für Tag alles immer mehr diesem Krankheitsbild angleicht.

    1. Da ich zum ersten Mal in meinem Leben (ich bin 40) mit rheumatischen Schmerzen zu tun habe, könnte es ja möglich sein, daß es sich bei mir nur um einen akuten Anfall handelt und nicht um eine chronische Erkrankung.
    Kann in der Diagnose herausgefunden werden, ob die Erkrankung chronisch oder akut ist? Ist die Behandlung dieselbe?

    2. In der Liste der empfohlenen Rheumatologen wurde noch keiner derjenigen in Berlin bewertet. Kann mir jemand ausdrücklich einen der Berliner Rheumatologen aus der Liste empfehlen?

    3. Ausgelöst wurden meine rheumatischen Schmerzen meiner Vermutung nach durch die gleichzeitige Einnahme von Paracetamol und Bier, beides in normalen Mengen. D.h. an den zwei Tagen, an denen ich Paracetamol nahm (insg. 6 Stck./50mg), trank ich abends jeweils zwei bzw. vier Bier. (Daß das solche Auswirkungen haben kann, wie es es dann hatte, wußte ich schlicht nicht, sonst hätte ich es tunlichst sein lassen.)
    Am dritten Tag brauchte ich keine Paracetamol mehr, trank abends aber wieder Bier, diesmal relativ viel wg. EM-Finale. Im Laufe des Tages schwollen die Füße dann so sehr an, daß ich kaum mehr laufen konnte, gleichzeitig schwollen die Hände leicht an und fingen auffällig an zu schmerzen, vom Handgelenk an. Die starken Fußschwellungen sind in den nächsten 3 Tagen erst ganz zurückgegangen, direkt im Anschluß schwollen aber die Hände mehr an, dann auch wieder die Füße, allerdings nur um die Ballen und die ersten Gelenke herum. Seither hat sich der rheumatische Schmerz innerhalb von 1,5 Wochen auf weitere Gelenke ausgebreitet, zuerst die Schultern, dann die Ellbogen und zuletzt - und am schmerzhaftesten - die Knie.
    Frage: Hat jemand schon mal etwas von der Kombination Paracetamol + Bier als Auslöser für eine rheumatische Erkrankung gehört?

    Herzliche Grüße in die Runde - und ich wünsche allgemein möglichst wenig Schmerzen...

    Suxi
     
  2. jana94

    jana94 Gesperrter Benutzer

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    Hallo!

    Die Einnahme von Paracetamol und Alkohol hat sicherlich nichts mit deinen Beschwerden zu tun.
    Generell würde ich davon abraten, Paracetamol+ Alkohol zu konsumieren (verstärkende Wirkung, Leberschäden auf Dauer).
    Eine rheumatische Erkrankung wird dadurch aber nicht ausgelöst.

    LG
     
  3. Chaquinto

    Chaquinto Neues Mitglied

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    Cp

    Hallo Suxi,
    herzlich willkommen bei uns allen.Auch ich bin relativ neu hier, seit April , und habe chron.Polyarthritis.Ob Du daran erkrankt bist, kann nur eine umfassende Blutuntersuchung und ggfs.ein Ganzkörperszintigramm zeigen.
    Allerdings muss ich sagen, spielst Du auch mit Deiner Gesundheit,
    Alkohol und Schmerzmittel vertragen sich überhaupt nicht. Schon gar nicht Paracetamol , es soll wohl ab Ende 2008 nur noch verschrieben werden können.Als ich Deine Mail las, dachte ich typisch Gichtanfall, nur befällt sie ja meistens die Großzehen und das war ja bei Dir nicht der Fall.Die Nebenwirkungen von Paracetamol in Verbindung mit Alkohol kenne ich nicht,würde ich an Deiner Stelle auch der Hausärztin mitteilen.Es wird nicht umsonst immer davor gewarnt.Vielleicht kann Dir ja jemand anderes noch etwas von seinen Erfahrungen mitteilen.Ich drück Dir die Daumen, dass Du nicht an CP oder RA erkrankt bist.
    Alles Gute Chaquinto
     
  4. :UnMensch:

    :UnMensch: Neues Mitglied

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    Hallo!

    Mein Allgemeinarzt klärte mich auf, das es bei regelmäßigem Bierkonsum durchaus zu Rheuma-ähnlichen "Anfällen" kommen kann. ;)

    Das wäre aber dann nicht chronisch, sondern nur akut.

    Inwieweit das jetzt so stimmt und ob das bei dir der Fall ist, weiß ich natürlich nicht....
     
  5. Pneumokokke

    Pneumokokke Mitglied

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    Hallo Suxi,
    willkommen hier im Forum :top:

    Ich kann einen Berliner Rheumatologen empfehlen (aus der Liste der empfohlenden Rheumatologen):

    Herr Dipl. med. Karsten Wolbart

    Schwerpunktsbezeichnung: Innere Medizin/Rheumatologie
    Facharztbezeichnung: Innere Medizin/Facharzt
    Anschrift:
    Rheumatologische Schwerpunktpraxis
    Am kleinen Wannsee 5
    14109 Berlin
    Telefon: (0 30) 80 49 53 20
    Telefax: (0 30) 80 49 53 21


    Seine Praxis ist direkt neben Immanuel-Krankenhaus (2 Busstationen vom S-Bahn Wannsee).
    Ich gehe auch regelmäßig zu ihm hin. Er ist auch fachlich sehr kompetent und hört den Patienten gut zu, was ja auch sehr wichtig ist!
    Ich jedenfalls bin zufrieden mit ihm. :D

    So wie Du Deine Symptome genannt hast, kannst Du die rheumatoide Arthritis haben. Lass Dich zu Dr. Wolbart überweisen (oder auch zu einem anderen Rheumatologen - hier in Berlin wüßte ich keinen weiteren, es gibt aber mit Sicherheit weitere gute Rheumatologen, die hier noch nicht genannt wurden).

    LG, pneumokokke
     
  6. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Suxi,

    auch von mir (ich war lange nicht mehr hier) ein herzliches Willkommen!

    Eine cP oder andere chronisch entzündliche rheumatische Erkrankungen werden eigentlich nicht durch solche Banalitäten ausgelöst. Sehr oft sind es schwere Erkrankungen, ein Unfall, eine Schwangerschaft/Geburt und/oder extremer bzw. länger andauernder psychischer Stress, die bei entsprechender Disposition die Erkrankung auslösen können (aber nicht müssen). Manchmal tritt Rheuma auch aus heiterem Himmel auf. Dabei gibt es sehr akute und aggressive, überwiegend aber (Gott sei Dank!) schleichende Verläufe.

    Viel Erfolg auf der Suche nach einem guten internistischen Rheumatologen und eine baldige Therapie, die Dir hilft, wünsche ich Dir!

    Liebe Grüße aus Tirol ins olle Bärlin (habe dort lange gewohnt)

    Angie
     
  7. Suxi

    Suxi Neues Mitglied

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    Danke für Eure Antworten.

    NachrichtSo viele nette, hilfreiche Antworten - einen ganz herzlichen Dank vorweg!

    Ich geh mal der Reihe nach durch:

    @jana94 & Chaquinto
    Tja, das stimmt, mit meiner Gesundheit habe ich an besagtem Wochenende wohl in der Tat gespielt (wenn auch wie gesagt unwissentlich). Was aber untypisch ist, denn bisher war ich kerngesund, gehe seit 20 Jahren regelmäßig laufen, hatte nie irgendwelche Gelenk- oder sonstige Beschwerden, ernähre mich gesund und vermeide auch Tabletten, wo es nur geht. Das Paracetamol nahm ich nur, weil ich meine Tage bekommen hatte und in den ersten 24 Stunden immer sehr starke Schmerzen habe (weil immer noch Raucherin... okay, okay... :rolleyes: ). Normalerweise nehme ich Ibuprofen, hatte aber keines mehr da und die Apotheke war schon zu. Nur deshalb also Paracetamol (das ich inzw. entsorgt habe). Daß man dann nicht Bier trinken sollte, hätte ich natürlich wissen müssen, aber........

    @Monsti
    .......aber ich tat es, um wenigstens kurzzeitig vom "länger andauernden psychischen Stress" zu entspannen, der an diesem Wochenende kulminierte. Daß Streß der eigentliche Auslöser für meine Beschwerden ist, mag also durchaus sein, Monsti. Danke für den Hinweis. (Der größte Streß ist an besagtem Wochenende zum Glück zu Ende gegangen, aber genau da eskalierte er wie gesagt noch mal.)

    @:UnMensch:
    Hm, die Behauptung, "dass es bei regelmäßigem Bierkonsum durchaus zu Rheuma-ähnlichen "Anfällen" kommen kann.", hört sich für mich ehrlich gesagt etwas abenteuerlich an. Aber natürlich werde ich meine Ärztin auch dazu befragen, ebenso, warum die Beschwerden dann nur akut und nicht chronisch sein sollen.
    Der Bierkonsum war in den letzten Wochen in der Tat regelmäßig, wenn auch noch im Bereich des Akzeptablen (= keine Saufgelage). Vorübergehende Stressentlastungsmaßnahme sozusagen. Daß das dauerhaft keine Lösung ist, braucht mir allerdings keiner zu sagen ;) ) Seit Beginn der Schmerzen hat mir meine somatische Intelligenz auch erstaunlich deutlich zu verstehen gegeben, daß Bier momentan eher antiproduktiv wäre. Ich habe seither auch schlicht keine Lust mehr drauf. (Immer wieder erstaunlich, wie deutlich der Körper einem letztlich sagt, was er brauchen oder aber ganz und gar nicht brauchen kann.)

    @Pneumokokke
    Herzlichen Dank für die Arzt-Empfehlung. Daß er offenbar gut zuhört, macht ihn mir nicht nur absolut sympathisch, sondern ich halte gutes Zuhören auch für eines der wichtigsten Kompetenzkriterien. Wie viele Fehldiagnosen entstehen allein durch die Ignoranz und Arroganz der Ärzte gegenüber den Informationen des Patienten...



    Danke Euch allen noch mal!
    ...und jetzt muß ich erstmal ein bißchen rumlaufen, denn die Knie fangen schon wieder an zu stechen... :sniff:
     
  8. :UnMensch:

    :UnMensch: Neues Mitglied

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    Naja, zumindest war das das erste, was mich mein HA gefragt hat. Nach regelmäßigem Bierkonsum. Da könne sowas schon mal auftreten...

    Auszug aus einem anderen Forum:

    Dabei geht es um sogenannte "Purine", die im Bier sehr stark vertreten sind und die Harnsäure negativ beeinflussen...

    Aber wie gesagt, ich bin kein Orakel. ;)

    Ich wünsch dir das Beste. :top:
     
  9. Mupfeline

    Mupfeline Neues Mitglied

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    Guten Morgen, UnMensch, die Mischung aus Rotwein und Käse SOLL, ich betone soll, auch solche Gichtanfälle hervorrufen bzw. förderlich sein.

    Nur auf der anderen Seite können wir dann wohl gar nichts mehr essen :)

    Ich habe seit bestimmt 1 Woche Wurst nur noch in sehr geringem Ausmaß gegessen und trotzdem kann ich heute kaum die Hände heben bzw. fällt mir alles aus denselbigen. Keine Kraft, es ist zum Mäusemelken ...

    Aber Alkohol und Schmerztabletten vertragen sich natürlich wirklich nicht.

    Mupfeline
     
  10. Suxi

    Suxi Neues Mitglied

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    Bier als Auslöser für rheumatische Beschwerden

    Hi noch mal, UnMensch,
    danke für die Antwort und das Zitat.

    "...die Aufspaltung des Alkohols in der Leber kann dadurch (und durch vielleicht gleichzeitig eingenommene Medikamente) eine Änderung erfahren..."

    Ja, dies bestätigte mir auch ein Allgemein/Sportarzt, den ich dazu befragte. Er meinte, daß bei der gleichzeitigen Einnahme von Paracetamol und Alkohol durchaus eine Eigendynamik entstehen könne, die dann z.B. rheumatische Beschwerden hervorrufen kann (kann, nicht muß).

    Wie dem auch sei, bei mir wird es wohl wie in den meisten Fällen keine monokausale Erklärung geben, sondern versch. Faktoren kamen ungünstig zusammen. (hoher Streß über Wochen, Fußschmerzen in den letzten 2 Wochen wg. eines falschen Laufschuhs, dann das Paracetamol + Bier, evtl. noch eine genetische Disposition, jedenfalls ist Rheuma bei uns in der Familie, usw...)
     
  11. Rosenbeet

    Rosenbeet Neues Mitglied

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    Gicht

    Hallo,
    mit Bestimmtheitheit kann ich sagen, dass Alkohol die Harnsäure zum Ansteigen bringen KANN! Das würde dann Gichtanfälle auslösen können. Das würde wiederum zu deiner Beschreibung passen. Aber du hast ja schon einen Termin beim Arzt.
    Liebe Grüße
    Theresia :top:
     
  12. Suxi

    Suxi Neues Mitglied

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    Gicht

    Hallo Theresia,

    habe mir auf Deinen Hinweis hin mal die Beschreibung von Gicht durchgelesen. Sie trifft eigentlich in keinem einzigen Punkt so auf mich zu, während bei der cP noch das letzte Detail "stimmte", u.a. daß bei mir nur die Grund- und mittleren Gelenke der Hände und Füße betroffen sind (geschwollen und schmerzhaft), nicht aber die letzten Gelenke.

    Aber jetzt sowieso erstmal zur Ärztin, dann weiß ich hoffentlich schon mal mehr. Froh bin ich aber übrigens darüber, daß falls mein Verdacht auf cP oder aP (?) stimmen sollte, ich immerhin den Vorteil der Früherkennung habe und daher hoffentlich auch relativ hohe Chancen auf Heilung.

    Schöne Grüße.