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Rheuma und Arbeit

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von elbe, 2. Januar 2012.

  1. elbe

    elbe Registrierter Benutzer

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    möchte ich lieber nicht nennen
    Hallo liebe Leidenskolleginnen und -kollegen,
    ich (männlich) habe seit meinem 10-ten Lebensjahr (jetzt 42) Polyarthritis mit späterer Bechterew-Beteiligung. Durch fachunkundige Behandlungen der verschiedenen Rheumatologen leider auch mit den entsprechenden Versteifungen an Füßen und Handgelenken sowie Rückenproblemen. Den Behindertenausweis habe ich beantragt und 50% zugebilligt bekommen. Leider ohne das Merkzeichen "G", so dass ich in Widerspruch gehen muss. Das nur am Rande.

    Meine Frage: Ich arbeite seit über 10 Jahren in einem Produktionsbetrieb und die Abeit und das immer schlechter werdende Arbeitsklima machen mich auch in Anbetracht meiner Grunderkrankung ganz schön fertig. Am liebsten würde ich sofort aussteigen, aber mein Chef will mich nicht feuern, habe ihn danach gefragt, aber er will mich nicht gehen lassen. Selbst kündigen kann ich auch nicht, dann erfolgt eine Sperre vom AA.

    Vielleicht wisst ihr Rat: Wie kann ich kündigen, ohne vom Amt eine Sperre zu erhalten?

    Ich würde mir dann später eine Teilzeitstelle suchen falls in unserer strukturschwachen Gegend vorhanden. Aber ganztags 42h/Woche + 10 Stunden Fahrt zur Arbeit sind mir einfach zu viel. Vielleicht würde ich auch Erwerbsminderungsrente beantragen mit Zuschuss vom Jobcenter geht es vielleicht auch.

    Zur Zeit ist Kurzarbeit, leider nicht für mich, mein Kollege wurde entlassen, damit die Rendite für den Chef stimmt, leider zu meinen Lasten. Ich mache jetzt den Job von zwei Mitarbeitern für das gleiche Geld, dass auf Kosten meiner Gesundheit erwirtschaftet werden muss. Was könnt ihr mir raten?

    Liebe Grüße
    elbe
     
  2. Birte

    Birte Aktives Mitglied

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    Hallo elbe,

    mein Rat lautet: Lass dich erstmal krank schreiben. Wenn man sich gesundheitlich im Moment nicht dazu in der Lage fühlt, seine Arbeit auszuführen, dann ist das der richtige Weg.
    Dann kannst du in Ruhe - zusammen mit den Ärzten - prüfen und überlegen, wie dein Weg weiter aussehen könnte.

    Ich war in einer ähnlichen Situation - die Arbeit war irgendwann einfach viel zuviel für mich (wobei in meinem Fall das Arbeitsklima hervorragend war). Ich bin zu meiner Hausärztin gegangen und habe ihr meine Situation geschildert und sie hat mich aus dem Verkehr gezogen. Das ist mir zwar schwer gefallen, aber es war genau das Richtige. Das war vor zweieinhalb Jahren. Arbeitsfähig bin ich danach leider nicht mehr geworden, war eineinhalb Jahre krank geschrieben und bekomme jetzt befristete volle EM-Rente.

    Von einer Kündigung zum jetzigen Zeitpunkt würde ich dir dringend abraten - du würdest einen Teil deiner sozialen Absicherung aufgeben, d. h. freiwillig darauf verzichten.

    Ich hoffe, das hilft dir ein bißchen weiter.

    Gruß,

    Birte
     
  3. silke 1

    silke 1 silke

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    Hallo elbe,
    mir ging es genau so.Ich war Bedienung.Meine Grunderkrankung ist Psoriasisarthritis.Mich wollte meine letzter Arbeitgeber auch nicht gehen lassen.
    Darauf hin habe ich das mit meinen Hausarzt besprochen.Er hat mir denn ein Attest geschrieben das ich auf Grund meiner Erkrankung diesen Beruf nicht mehr ausführen kann.Dies hat mir dann ermöglicht das ich sofort stempeln konnte.
    Ich bin dann in der Rehaabteilung der AA gelandet.Dort hat man mir dann weiter geholfen.Ich habe eine Weiterbildung gemacht und arbeite heute am Empfang.
    Mein Mann ist über die LVA gegangen und macht zur Zeit eine Umschulung.Du mußt dir genau überlegen was du danach machen möchtest bevor du diesen Schritt machst.
    Las dich genau beraten was du für Möglichkeiten hast.Aber du kannst was verändern.Mit der Teilzeitstelle liegst du schon nicht verkehrt wenn dann noch eine Rente dazu kommt,aber auch eine Umschulung bietet neu Möglichkeiten.Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.



    LG Silke
     
  4. anbar

    anbar Neues Mitglied

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    hallo Elbe,
    ich schließe mich da der Aussage von Birte an.
    Gehe zum Arzt und lasse Dich ersteinmal krankschreiben. Du bekommst ca. 18 Monate Krankengeld und Du kannst sehen wie sich alles weiter entwickelt.
    Vielleicht geht es Dir dann irgenwann mal wieder besser? oder Dein Chef kündigt dir in der Krankenphase? Außerdem würde ich auch über Rentenantrag nach denken.
    Mich hat mein Arzt in 2007 sofort aus dem Verkehr gezogen, als er mich sah. Habe dann Krankengeld bekommen und dann nahtlos in Rente. Rückwirkend ab 1. Krankenmeldung. Selber kündigen auf keinen Fall.
    Alles Gute für Dich
    Gruß Anbar
     
  5. elbe

    elbe Registrierter Benutzer

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    Schwerbehindertenausweis

    Danke liebe Leser meiner kleinen Anfrage, werde ich so versuchen.
    PS: Wißt Ihr vielleicht, wie ich ein "Merkmal" auf meinem Schwerbehindertenausweis bekommen kann? Bin erst einmal in Widerspruch gegangen, nachdem ich Ausweis mit 50% aber ohne Merkmal bekommen habe, aber wenn man nach 32 Jahren Rheuma kein "G" für gehbehindert bekommt, weiß ich auch nicht.

    Gruß
    Elbe
     
  6. mimi67

    mimi67 Aktives Mitglied

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    darauf kommt es bloß leider nicht an, vielmehr musst du entsprechende einschränkungen nachweisen können. welche das im einzelnen sein müssen, kannst du vielleicht über einen blick in die richtlinien (internet) in erfahrung bringen. alternativ fällt mir noch die rentenberatung ein, evtl. bestehen dort auch erfahrungen in diesem bereich. spätestens wenn dein widerspruch abgelehnt wird, erfährst du die voraussetzungen, da dort ja detailliert begründet werden muss, dass und warum du es nicht "schaffst".
    viel erfolg!
     
  7. goldbeere

    goldbeere Neues Mitglied

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    Guten Abend Elbe,

    ich möchte auch gerne etwas dazu beisteuern, da mir deine Geschichte in Teilen doch ziemlich bekannt vorkommt.

    Ich habe in einer großen Berliner Klinik für 1 Jahr lang eine Ambulanz geleitet, wobei ich davon knapp 6
    Monate lang zwei Vollzeitstellen allein besetzt habe, was für mich einen Arbeitstag von 7.00 Uhr bis
    in die späten Abendstunden bedeutete. Ich bin nicht auf den Mund gefallen, so dass ich natürlich meinen
    direkten Vorgesetzten sowie die Klinikleitung auf die Misstände aufmerksam gemacht habe - nur stieß ich
    auf taube Ohren.

    Natürlich ging dies nicht ohne Folgen einher - ich bereue es bis heute zutiefst, damals nicht früher gehandelt
    zu haben. Ich habe das Ganze 6 Monate mitgemacht, war danach aber psychisch sowie physisch nicht mehr
    in der Lage dort zu arbeiten. Ein Schub folgte dem nächsten und ich habe trotzdem so viel es ging
    weitergearbeitet, teilweise auf Wunsch meines Chefs sogar trotz Krankschreibung. Und als ich gar nicht mehr
    konnte, wurde psychisch Druck ausgeübt, Mobbing vom Feinsten von allen Seiten. Nach 6 Monaten habe ich mir
    eine Krankschreibung geben lassen.

    Die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, wenn auch leider ziemlich spät!

    Aus meiner Sicht kann ich dir nur empfehlen, dir besser gestern als heute eine Krankschreibung geben zu lassen.
    Wer hindert dich denn daran, während dieser Zeit eine neue Arbeit zu suchen? So habe ich es dann getan.
    Man tut seinem Körper einfach keinen Gefallen in so einer Angelegenheit, schon gar nicht bei einer schweren
    Grunderkrankung! Ich weiß heute, dass ich damals hätte früher handeln müssen, denn erst durch den ganzen
    Stress, den ich mir damals angetan habe, geht es mir heute deutlich schlechter als vorher.

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg!
    goldbeere