Das kann man doch ändern: Pflegedienst, Einkaufshilfe, Reinigungshilfe. Muss man nur beantragen. Meine Nachbarn sind auch krank, über 80 und haben das alles organisiert bekommen. Die verschiedenen Dienste geben sich hier die Klinke in die Hand.
Pflegedienst kommt 2x am Tag, das Pflegegeld reicht hinten und vorne nicht, sogar deren Rente geht fast voll mit drauf. Ich muss meine Mutter auch noch finanziell unterstützen.
Wir haben z.B. Geld beantragt, dass die Kosten für die elektrischen Geräte übernommen werden. Die Kasse hat uns 17€pro Jahr bewilligt, verbraucht haben wir knapp 1.000€. Als wir denen die Abrechnung zugeschickt haben, wollten sie es nicht glauben. Dabei können wir es dank zweitem Zähler ganz genau belegen, dass wir eben diese 1000€ nur in seinem Zimmer an Mehrverbrauch hatten.Alleine das Beatmungsgerät zieht sehr viel Strom...
Zu Anfang haben wir um alles kämpfen müssen. Windeln wurden uns viel zu wenig bewilligt, da hätte man pro Woche nur 2x wechseln können. Jetzt haben wir Windeln für 2x am Tag, wenn an einem Tag 3 gebraucht werden, muss irgendwann eine reichen, weil die genau abgezählt sind. Ok, es gibt Alternativen, also hole ich öfter mal ein Paket in der Apotheke, was natürlich wieder zu unseren lasten geht und keiner erstattet, Als er nach Hause kam, wurde 2x pro Woche eine große Pflege gemacht, also richtig gewaschen inkl. rasieren, Kopf waschen usw. Das hat uns die Kasse auf 1x gekürzt, ansonsten wird nur mal schnell über Gesicht und Intimbereich gefahren, Windel gewechselt und das war es.
Es kam auch 2x pro Woche ein Arzt und eine Schwester, selbst das wurde eingekürzt und sollte sogar ganz eingespart werden. Diese Kanüle zur Beatmung soll alle 6 Wochen gewechselt werden, was meine Mutter, als Laie machen sollte. Da traut sich nicht mal jeder Arzt ran.
Wir haben alles was geht beantragt, teils mehrfach, teils habe ich stundenlang mit der Kasse diskutiert, aber da kommt nichts, keine Einsicht, gar nichts.
Ihm muss alle paar Minuten der Schleim abgesaugt werden, deswegen darf er nicht in ein Pflegeheim, weil die Kosten für die Kasse zu hoch wären.
Wenn alles so einfach wäre, hätte ich schon längst dafür gesorgt, dass eine Hilfe oder ein Heimplatz her kommt. Aber egal welche Variante, deren Rente und das Pflegegeld wären weg. Mein Lohn laut einigen Kostenvoranschlägen auch zum größten Teil...
Die Pflege zu Hause zehrt natürlich auch an den Kräften und den Nerven. Man kann sich ja vorstellen, wenn meine Mutter ihn alle paar Minuten absaugen muss (teils alle 2 Min., wenn es gut läuft 1x pro Stunde), wie viel Ruhe sie bekommt

Aber auch in dem Punkt ist die Kasse uneinsichtig.. klar bekommen wir die Pauschale, damit meine Mutter entlastet wird. Was die aber nicht bedenken, dass die 125€ gerade mal für 2 Stunden pro Monat reichen... und das ist nichts. In der Zeit kann die nicht mal groß weg fahren, weil das nächste Geschäft hier schon fast ne halbe Stunde weg ist, Busse und Bahnen gibt es hier nicht und mit dem Auto ist sie wegen der kaum vorhandenen Fahrpraxis sehr unsicher.
Aber so ist es hier auf dem Land, man hat nicht die Enge oder Hektik der Großstadt, dafür muss man weite Wege fahren. Gerade im Berufsverkehr braucht man für 30-40Km schon mal 2 Stunden oder gar länger...
Deinen Gedanken hatte ich ja wie gesagt auch schon, aber zur Zeit fehlen mir die Lösungen zu dem Problem. Deswegen hatte ich ja geschrieben, ich kann die Ärzte und die Leute nicht verstehen. Mein Hausarzt ist auch der Arzt meines Vaters, er weiß also genau, wie es bei uns zu Hause aussieht, trotzdem stellt er mich immer wieder wie einen Simulanten hin?! Dem Rheumatologen habe ich beim letzten Termin auch davon erzählt, er sagte mir, das könne nichts miteinander zu tun haben, ich soll nicht anfangen zu jammern.
Zu der Zeit, als mein Vater noch gesund war, sagte mir ein Arzt, er vermute, ich sei weit unterfordert und hätte deswegen die Probleme. Also müsste mit dem neu dazu gekommenen Stress doch alles ausgeglichen sein?!
Das ist ja die Sache, die ich oben schon kritisiert habe. Wenn mein Hausarzt endlich einsichtig ist und mich überweist, gibt der Facharzt mir eins drauf, stellt mich als Simulanten hin, fertigt mich ab und schreibt das so in den Bericht. Wenn der Hausarzt nun liest, ich habe nichts, dann bin ich bei dem erst mal unten durch. Viele Ärzte haben einfach keine Lust mehr... sorry, aber ist so. Ich bekam auf der Suche nach einem Orthopäden die Frage gestellt, ob ich Kassen- oder Privatpatient sei. Als ich die Kasse erwähnte, wurde mir knallhart gesagt, in dieser Praxis keine Behandlung möglich, außer ich komme als Privatpatient!? Meine Nachbarin war privat, hatte auch so ihre normalen Krankheiten und wurde immer behandelt. Jetzt ist sie angestellt und in eine allgemeine Krankenkasse gewechselt, plötzlich bekommt sie bei keinen Ärzten mehr Termine, auch wenn sie vorher 10 Jahre eine gerne gesehene Patientin war?!
In meinen Augen bräuchte ich einen fähigen Arzt, nur finde ich den hier nicht, egal wo ich hin schaue. Dass ich es alleine nicht schaffe, war mir auch vor der Registrierung hier klar. Nur bin ich der Meinung, dass ich ohne professionelle Hilfe nicht weiter komme.
Dabei schaue ich mir vor der Auswahl des Arztes immer im Netz die Bewertungen an und nehme den, der am besten abschneidet. Natürlich kommt nicht jeder Patient mit jedem Arzt gleich gut klar, dessen bin ich mir bewusst... deswegen gibt es auch bei guten Ärzten oft einige negative Bewertungen.
Wie gesagt, ich habe echt keinen Plan, was ich machen soll, weil ich in meinen Augen schon alles versucht habe...