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Rente bewilligt,muss man da halb tot sein?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von iser, 2. August 2003.

  1. iser

    iser Guest

    Hallo zusammen!
    Ich hoffe, ich beleidige niemand mit der Überschrift.
    Grund ist der, dass viele Beamte viel leichter in REnte, Frühruhesand gehen dürfen als normal Arbeiter oder Angestellte.
    Ich für meinen TEile wünsche jedem , dass er sie bekommt, denn wer arbeitet schon mit einer Krankheit gerne.
    Die andere Sache, wenn man in Rente ist, sollte man sich schon mit irgendwelchen Dingen beschäftig machen.
    Nun zu meiner Frage:
    Meine Frau ist 42 Jahre alt und hat schon seit einiger Jahren Reuma.
    Nun sie nimmt MTX und Resochin seit Jahren.
    Sie würde mit Sicherheit niemals um Rente eingeben, da ihr das Leben zu Hause nicht gut tun würde.
    Sie würde eher eingehen als in Rente zu gehen .

    Welche stärke von Behinderung muss man denn eigentlich haben um in Rente gehen zu dürfen.
    Muss man da vorher lange Zeiten erst mal auf Kur gehen.
    Meine Frau war nie Krank geschrieben, wenn sie auch halb tot in die Arbeit ging.
    Sie ist eigentlich die einzige Person am Arbeitsplatz und ihr Arbeitgeber ist ein suuuuuper Mensch.
    Er weis nicht mal , dass sie Reuma hat.
    Sie würde niemals Krank machen.
    Aber wie gesagt , der Firma geht es nicht so doll und irgendwie denke ich, wird sie , wenn der Aufschwung nicht kommt mal arbeitslos werden.
    Dann wird wohl die Zeit gekommen sein, wo sie mal auf Kur gehen sollte, wenn sie es nun vorher nocht nicht machen will.
    Ihre Fingergelenke schwellen an und der Arzt sagte ihr bei der letzten Reumauntersuchung, dass sich bei ihr in Letzter Zeit wieder viel an ihren GElenken geändert hat.
    Man kann wie gesagt da nur das beste immer hoffen.
    Wie Krank muss man denn sein, um in Rente gehen zu können.
    Kann man überhaupt mit Reuma in Rente gehen.
    Mfg Peter
     
  2. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Rente als Endstation ?

    Lieber Peter,

    ich habe seit nunmehr 10 Jahren chronische Polyarhtritis, also Gelenkrheuma und bin das 2. mal in die EU-Rente geschickt worden. Ich bin mittlerweile 53 Jahre, habe mein ganzes Leben garbeitet und wollte eigentlich auch weitermachen - aber heute sehe ich das so, daß ich sehr gut damit umgehen kann. Ich geniesse jeden Tag das endlos lange in den Tag hineinbummeln, das Entspannen der schmerzenden Knochen, die Kühlung der Schwellungen mit Eis und ich habe gelernt, mein Leben der Krankheit anzupassen.

    Viele hier sind noch so viel jünger und können nicht mehr - viele von uns würden so gerne wieder und können nicht mehr - viele würden so gerne in die Rente gehen, weil die Gesundheit so kaputt ist und sie sich, wie ich auch die Frage stellen: WOZU DER STRESS ? ??

    Niemand sagt dir danke, auch der beste Arbeitgeber nicht. Und deiner Frau kann ich nur sagen, Rente ist ein Anspruch , den man hat - es ist keine Almose. Und wieso sich totmalochen und dann nichts mehr vom Alter haben ? ? ?

    Um Rente zu bekommen, reicht man einfach einen Rentenantrag ein und dann wird man zum Gutachter geschickt und der berichtet dann der BfA was los ist und die entscheidet dann. Meistens bekommt man Rente auf Zeit ( 3 Jahre ), manchmal wird man - jung genug - in Rehas geschickt oder so, aber ich denke mal, daß man mit unseren Krankheitsformen sich das Leben vereinfachen sollte.

    Liebe Frau von Peter,

    arbeiten ist ja schön und gut, aber es gibt mehr im Leben !!!!!!!
    Viel mehr und hier bei uns wird dir schon gesagt, was und wie !!!
    Ich wünsche dir eine baldige Einsicht, dass das Leben auch mit Rheuma schön sein kann und lade dich ein, mal hier in den Chat zu kommen.

    Ein schönes Wochenende ! :)
    Pumpkin
     
  3. JörgW

    JörgW Neues Mitglied

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    Hallo Peter!

    Ich muß der Uschi voll zustimmen!

    Ich bin jetzt 36, 1996 bin ich in die Reha gekommen und da wurde bei mir automatisch der Rentenantrag gestellt, damals war ich wie du es schreibst halb tod, um es mal deutlicher zu sagen konnte ich eigentlich nichts mehr.
    Seit dem bin ich in EU Rente, um Heute ehrlich zu sein war es damals das beste was mir passieren konnte.
    Heute könnte ich wieder arbeiten, darf dieses (leider) nicht da ich sonst da durch nur Nachteile bekommen würde.

    Es gibt ja auch noch eine Teilrente, die man ein bedenken sollte.

    Gruß Jörg
     
  4. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    @Iser + Frau

    Hallo Peter und Ehefrau :)

    nein, man muß nicht "tot" sein um in Rente zu gehen, aber häufig fühlt man sich so.

    Heute ist es sicher nachteilig, wenn Deine Frau selten krank geschrieben war, denn leider scheint das mit ein Kriterium zu sein, wer wie krank ist :(
    Wer klagt, jammert und viel AU ist, ist für die Gesellschaft sicher kränker als Deine Frau, die sich nicht hat krankschreiben lassen oder nicht gefehlt hat.
    Wenn Deine Frau nicht belegen kann (durch Arztberichte etc) wie krank sie wirklich ist, wird der Antrang auf EU-Rente evt. kein großen Erfolg haben.

    Ratsam wäre sicher ein Aufenthalt in einer Rheumaklinik, wo Deine Frau eingehend untersucht wird. Dort werden die Ärzte auch feststellen, wie belastbar sie noch ist.

    Wenn Deine Frau etwas Ruhe und Zeit zum Nachdenken hat, werden ihr sicher auch einige Dinge bewusster als sonst.
    Wie krank fühlt sie sich? Dies ist m.E. ein wichtiger Punkt, denn nur sie kennt das Ausmaß der Beschwerden, Schmerzen und Einschränkungen.
    Fühlt sie sich stark beeinträchtigt?

    In jungen Jahren in EU-Rente zu müssen/dürfen ist i.d.R. nicht einfach zu verkraften. Plötzlich bist Du "draussen", plötzlich fehlt die Anerkennung von aussen, plötzlich ist ein leeres Loch.

    Aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß mein Leben mit EU-Rente genauso schön und wertvoll ist, wie das eines Berufstätigen. Ich habe gelernt (und lerne noch), daß ich nicht von der Anerkennung anderer Menschen abhängig bin und daß meine Tätigkeiten genauso wichtig/unwichtig sind, wie die anderer Menschen.

    Mir geht es körperlich schlechter als zuvor, aber seelisch besser denn je. Heute ist mein Leben als Rentnerin für mich keine "Strafe", sondern eine wundervolle Chance, mein Leben nach meinen Vorstellungen leben zu dürfen.

    Heute habe ich keine bezahlte Arbeit, sondern ehrenamtliche Tätigkeiten, die mich erfüllen, die mir Spaß machen und mir die Chance geben, mich weiterzubilden. Nein, es erwartet mich keine Auszeichnung, keine höhere Vergütungsgruppe, sondern eine ehrliche Aufmerksamkeit von Leuten, die mich und meinen Einsatz zu schätzen wissen.

    Und DASS macht für mich mein Leben lebenswert, liebenswert und mich sehr zufrieden.


    An die Frau von Iser:

    Höre in Dich rein und frage Dich (ganz ehrlich) wie es Dir wirklich geht. Was kannst Du "leisten" ohne ständig über Deine Grenzen zu gehen?

    Danach überlege Dir, ob es Dir gut tun würde, wenn Du in eine Rheumaklinik gehst oder eine Kur beantragst.

    Ich wünsche Dir für Deinen Weg alles Gute
    Sabinerin
     
  5. ekieh

    ekieh Neues Mitglied

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    Rente

    Hallo Ihr Zwei

    Ich mach es kurz.

    Bin 42 Jahre und jetzt befristet für erstmal 2 Jahre in Rente.
    ( War erst mal nicht einfach das zu akzeptieren, aber bei dem jetzigen sommer:))))

    War nicht zur Reha und nicht zum Gutachter

    Hab Rentenantrag mit der Krankenkasse gemacht. Wichtig dabei
    war nur Arzt bzw Ärzte angeben die behandeln.

    Bin LVA Versichert und habe SLE , mir geht es zwar nicht besonders gut aber ich lebe noch.

    Liebe Grüße Heike
     
  6. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

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    Re:Rente

    Hallo,
    In Rente gehen ist schön, wenn es denn so leicht wäre. Auch ich leide an Rheuma und vielen anderen schweren Krankheiten, doch musste ich 3 mal einen Rentenantrag stellen. Erst einmal geht Reha vor Rente, nur wenn die Reha die Arbeitsfähigkeit nicht wieder herstellen kann, solltest Du einen Rentenantrag auf eine volle Erwerbsminderungsrente stelle. Dabei darfst man nur noch unter drei Stunden arbeitsfähig sein. Wie die Sabrinerin bereits geschrieben hat, rate Deine Frau dazu eine Rheumaklinik aufzusuchen, dort wird bestimmt und sachkundig eine gesicherte Diagnose gestellt. Auch stelle beim Versorgungsamt einen Antrag auf Schwerbehinderung. Von allen Ärzten einen aktuellen Befundbericht einholen und dann zum Versicherungsamt ins Rathaus, dort kannst Du einen Rentenantrag stellen, man wird Dir alle Hilfe geben die Ihr braucht!

    mfg

    Klaus
     
  7. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Rente

    Hallo Peter
    Also bei solch einer Ausgangssituation würde ich (auch nach meiner Erfahrung) folgendes raten.
    Richtig es gilt der Grundsatzt REHA vor Rente, also wird von Seiten der LVA oder eben BfA versucht werden die Erwerbsfähigkeit zu verbessern oder wiederherzustellen. Dies begründet auch einen Kuranspruch.
    Beim Anliegen eine Rente zu beantragen würde während der Kur eine Sozialanamnese gemacht werden, man stellt die gesundheitlichen Einschränkungen den betreffenden Arbeitsmöglichkeiten gegenüber.
    Hier würde ich mal mit meinem Arzt reden inwieweit er meint eine Einschränkung / Minderung der Erwerbsfähigkeit gegeben scheint.
    Auch sollte dann ganz schnell ein Antrag beim Versorgungsamt auf Feststellung des Grades der Behinderung gestellt werden. Dabei geht es darum , inwieweit man einem gesunden Menschen gegenüber benachteiligt ist. Hier hat man dann schon mal einen Hinweis auf die ganze Geschichte.
    Auch kann man sich beim Arbeitsamt beraten lassen, die Schilderung der Beschwerden bei der momentanen Arbeitsstelle sagen einem erfahrenen Mitarbeiter schon, inwieweit eine beschränkte oder gar keine Vermittlung anderer Art möglich ist.
    Sollte es einmal zu Zahlungen von Arbeitslosengeld kommen müßte bei vollem AL-Geld immer die Möglichkeit einer Vollzeittätigkeit gegeben sein, ansonsten kommt es zu Abzügen. Also eine ganz enge Sache.
    Auch beim Rententräger kann man einen Beratungstermin machen lassen.
    Unabhängig davon kann man seinen normalen Rentenanspruch aktualisieren lassen, heißt alle Unterlagen zusammentragen, fällt dann zeitlich nicht bei einem Antrag auf Rente an (ist ähnlich einer Zwischensumme bei Rechnungen).
    Weiter haben alle großen Rheumaverbände auch Rentenberater, die da ihre Erfahrungen haben, genauso gibts die bei der Krankenkasse.
    Da es leider unterschiedlichste auch negative Erfahrungen gibt ist zu empfehlen ersteinaml eine Kur zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu beantragen und an Ort eine Beratung zu suchen.
    Wenn man die Kosten tragen kann, würde ich ein privates ärztliches Gutachten mit Sozialanamnese machen lassen. Meist machen das Chefärzte renomierter Einrichtungen oder auch Krankenhäuser. Eine dieser Einrichtungen in der Nähe anrufen und sich mit dem Vorzimmer verbinden lassen...man möchte einen privaten Termin bei..... Ich hatte somit immer einen aktuellen Bericht über meinen Gesundheitszustand.
    Bin selbst im mom arbeitslos und habe das bis hierhin alles durch. Jetzt kriege ich einen Schwerbeschädigtenausweis und kann dann bei Rentenantragstellung (so in 2/ 3 Monaten) darauf verweisen, daß ich die und die gesundheitlichen Einschränkungen habe und trotz längerer Zeit zwar für eingeschränkte Tätigkeiten vollzeit arbeitsfähig bin, aber keine Vermittlungmöglichkeiten bestehen.
    Berufsunfähigkeit hat das AA schon bestätigt und bei Rente geht es dann nur noch um den %-Grad der Erwerbsunfähigkeit, heißt dann Rente wegen geminderter oder voller Erwerbsunfähigkeit.(falle allerdings noch unter die alte Regelung)
    Ein Rentenantrag auf eine Teilrente wegen Unfallfolgen, die die momentane Situation mitbegründen läuft auch.
    Ich muß sagen eine echte Gradwanderung und man bekommt das Gefühl...."entweder ich trickse die aus oder die mich..." leider.
    Also mit dem Hausarzt reden und dann alles bedenken. Wenns Fragen gibt, bitte Gruß aus Berlin "merre" (Helmut)