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Religion - ist das ein Thema bei euch?

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Marie2, 17. Februar 2005.

  1. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hallo, ihr lieben!

    religion - mein glaube - das ist für mich ein schwieriges thema.
    habe ich überhaupt einen glauben? und woran glaube ich?
    oder mache ich mir etwas vor? gibt es einen gott?
    wenn ja, wo ist er denn bittesehr in dieser vermurksten welt,
    in der so viel entsetzliches passiert? wo?? und wieso läßt er
    alles unglück zu? das soll ein gott sein? für mich ist (ein) gott
    ein wesen - ein alter mann mit bart, der liebevoll über seine
    schäfchen wacht, auf dass es ihnen gut geht. aber diesen gott
    vermisse ich.

    ich hoffe, unser liebes suppenhuhn hat nichts dagegen, dass ich
    ihren text hier reinkopiert habe, aus dem thread: baby verloren.
    er passt einfach so gut und drückt aus, was ich auch denke. danke dir!

    ich bin schon vor vielen jahren aus der kirche ausgetreten, ich glaube, dass ich in mir drinnen gut bin, auch ohne einen kirchenbeitritt. und meinen anteil an verantwortung an der menschheit nehme ich auch so war.
    es ist mir persönlich nicht möglich, wie so viele andere, die ich zb. im fernsehen sehe, wenn sie dem papst zujubeln, derartig zu empfinden.
    dazu bin ich zu wütend über all das elend in der welt.
    und sollte ich eines tages dennoch vor einem existierenden gott stehen,
    werde ich ihm mit sicherheit sagen, was ich davon halte. auf seine
    antwort bin ich jetzt schon gespannt.

    marie

    ps. es sollte korrekt heissen: Religion-ist das ein Thema bei euch ZUHAUSE
     
  2. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    @Marie

    Liebe Marie,

    es ist in der Tat ein schwieriges Thema...

    Dazu fallen mir folgende Fragen ein:

    Wo fängt Religion an, wo hört sie auf?
    Wann ist Mann/Frau gläubig, wann nicht?
    Bin ich ein besserer Mensch, wenn ich in die Kirche gehe?
    Muß ich in die Kirche gehen, um gläubig zu sein?
    Wenn ich glaube, wird das "Leid" besser?
    Wenn ich nicht glaube, wird dann das "Leid" besser?

    Ich könnte noch zig weitere Fragen aufschreiben.

    Letztlich muß jeder für sich entscheiden, ob und wie und an was er glauben oder auch nicht glauben möchte.

    Ob ein "Gott" die Welt besser machen könnte, weiß ich nicht. Ich weiß aber, daß JEDER, also jeder Einzelne sie besser machen kann.
    Ich kann natürlich auf "göttlichen Beistand" hoffen und wenn er nicht eintritt, dann ihn dafür verantwortlich machen, daß sich nichts bessert.
    Ich kann aber auch in meinem Maße dort anfangen, wo ich denke, daß Hilfe angebracht wäre.
    Natürlich kann kein Einzelner die ganze Welt verändern, aber ganz viele Einzelne können es in bestimmten Bereichen.

    Man kann auch nicht jedes Leid lindern, aber man kann dort anfangen, wo man es für sinnvoll hält.

    Das ist meine Ansicht zu dem Thema.
    Ob ich glaube? Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen.
    Aber ich kann anfangen der Welt ein Lächeln zu schenken und anzupacken...
    ...vielleicht stellt sich dann auch die göttliche Güte ein...

    Liebe Grüße
    Sabinerin
     
  3. Trixi

    Trixi (vor)laut

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    Hallo,



    ich denke das ist ein sehr schwieriges Thema, das gar nicht so leicht abgehandelt werden kann.



    Religion war für mich nie wichtig. Bis ich zu dem Punkt kam (nach unzähliger Lektüre und Selbsterforschung) an dem ich festgestellt habe, dass es nicht richtig ist, Gott zu personifizieren. Ich identifiziere Gott als Kraft in mir, die in mir wohnt und dessen Hilfe ich annehmen kann oder auch nicht. Gottes Hilfe ist immer da, es geht darum, diese zu empfangen oder abzulehnen. Gott will immer nur Gutes - das Schlechte, dass auf unserer Welt passiert, haben wir gemacht und zu verantworten. Würden wir mehr auf die "Kraft der Natur" oder "göttliche Kraft" (wie ich das nenne) hören, würde vieles einfacher und klarer sein.



    Diese (meine) Erkenntnis basiert auf verschiedenen Pfeilern verschiedener Religionen, bietet mir aber sehr viele Antworten und Hilfestellungen, sowie in vielen Religionen ja meist auch das „Arbeiten mit sich selbst“ Antworten liefert. Das Thema Glaube ist individueller wie nichts sonst noch und lässt sich nach meiner Einstellung nach, gar nicht wirklich durch das öffentliche Praktizieren (wie in der kath. Kirche) überliefern sondern lediglich nur unterstützen. Und so passiert es, dass Menschen dem Papst zujubeln, der meines Erachtens ja auch als „Leiter“ und „Lehrer“ beurteilt wird, weil der Mensch eben dazu veranlagt ist, sich leiten zu lassen.



    ... das waren ein paar Gedanken darüber ... unvollständige und wahrscheinlich auch unausgereift .... um aber auf die Hauptfrage zurückzukommen, von mir ein eindeutiges: Ja!



    Lg

    Trixi
     
  4. sarasvati

    sarasvati Neues Mitglied

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    religion und kirche

    Hallo,

    für mich ist es bei dem Thema Religion erst mal wichtig zwischen meinem Glauben an was auch immer und der Institution Kirche zu trennen. Ich bin religiös - wenn auch nicht christlich orientiert, für mich hat sich der Buddhismus als das herausgestellt, mit dem ich mein Leben und das Zurechtkommen in dieser Welt am besten meistern kann.

    Ich bin jedoch keiner der lokalen Meditationsgruppen und sonstigen Vereinigungen beigetreten.
    Ich bin ja unter anderem aus der Kirche ausgetreten, weil ich mit der Institution und deren Strukturen nichts anfangen kann. Mir fällt auch schwer zu glauben, dass Gott (so es ihn denn gibt?) sich gewünscht hat, dass der Glaube an ihn in großen prächtigen Kirchen stattfindet und dass eine Gruppe von vorwiegend alten Männern den Gläubigen vorschreibt, wie und wo sie an ihn glauben sollen.

    Na ja, das nur in Kürze meine ganz subjektiven Empfindungen zum Thema Religion.

    Ich kann für mich sagen, dass die Meditation und die Auseinandersetzung mit den buddhistischen Lehren auch für meine Krankheit positive Wirkungen gezeigt haben.

    Herzliche Grüße
    Sarasvati
     
  5. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Marie,

    interessantes Thema!

    Einst wurde ich katholisch erzogen und hatte dann auch noch u.a. katholische Theologie studiert. Schon während des Studiums entfernte ich mich immer mehr von der Institution "Kirche", um mich zunehmend in eine pantheistische Richtung zu entwickeln.

    Mein Gott ist alles, die Summe dessen, was existiert, einschließlich mir selbst. Gott ist für mich wie ein unendlicher Organismus, und ich bin eine Zelle davon. Ich glaube auch an die Wiedergeburt, an einen immerwährenden Kreislauf, der sich auf allen Ebenen abspielt. Nichts ist überflüssig, nichts ohne Sinn, nichts (und niemand) übermächtig wichtig.

    Gleichzeitig ist für mich der christliche Satz "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst." sowas wie ein roter Faden in meinem Leben. Wer sich selbst nicht nachsichtig und liebevoll annimmt, wird auch Mitmenschen gegenüber kaum tolerant und wirklich liebevoll sein können.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  6. Neli

    Neli Optimistin

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    Hallo, Ihr Lieben,

    hoffentlich melden sich hier nicht nur Leute, die aus der
    Kirche ausgetreten sind. Ich kenne das auch aus unsere Familie
    und kann nicht sagen, daß das schlechtere Menschen sind.

    Ich selbst bin christlich erzogen worden und habe sechs Jahre
    lang eine Klosterschule besucht. Die Nonnen waren für mich
    ein Vorbild und haben mich auch mitgeprägt.
    Ich bin schon oft dankbar dafür gewesen, daß ich mich manchmal
    in meiner Not an einen Gott wenden kann. Das meine ich nicht
    personifiziert. Aber es beruhigt mich ungemein, wenn mir Schlimmes
    passiert und ich dann an Bestimmung glauben kann.
    Mein Mann ist sehr krank, und ohne seinen Glauben würde
    er seinen Zustand nicht ertragen können. Da er nicht mehr
    laufen kann, bringe ich ihm jede Woche die Kommunion-Oblate
    aus der Kirche mit und er ist dann glücklich.
    Einmal im Monat besucht ihn eine Gemeindereferentin und
    bringt ihm die Kommunion. Ich merke, wie es ihm dann gleich
    wieder besser geht.

    Ich höre hier immer soviel von Katzen- und Hundehimmel,
    warum glaubt Ihr nicht, daß Ihr nach Eurem Tod auch irgendwo
    hinkommen werdet, wo Ihr glücklich sein werdet?

    Mein Mann hat vor drei Jahren nach einer Operation eineinhalb bis
    zwei Liter Blut verloren. Er hat auch diese viel beschriebene Röhre
    gesehen und fühlte sich sehr glücklich in diesem Zustand.

    Ihr stellt doch auch immer Kerzen auf, wenn Ihr in Not seid.
    An wen denkt Ihr denn dann und zu wem betet Ihr dann?

    Daß soviel Schlimmes in der Welt passiert, das liegt an den
    Menschen selbst, auch die vielen Naturkatastrophen sind irgendmal
    von Menschen verursacht worden.

    Es heißt doch :Macht Euch die Erde untertan!

    Und was haben wir daraus gemacht?

    Und wie werden unsere Kinder heute erzogen im Zeitalter
    des Fernsehens usw.?

    An was jemand glaubt, das ist egal, Hauptsache, er schöpft
    seine Zuversucht daraus.

    So, jetzt hab ich über das Thema genug nachgedacht.

    Viele liebe Grüße
    Neli
     

    Anhänge:

  7. Trudi

    Trudi Neues Mitglied

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    Hallo Leute!

    Das ist sicher ein ganz interressantes und heikles Thema.
    Ich selbst glaube ganz fest an Gott, aber nicht an die Kirche, wie sie heute ist. Ich bin von meinen Eltern glaeubig erzogen worden, der Glaube an Gott hat mir bei vielen schlimmen Erlebnissen weitergeholfen. Ausserdem habe ich in meinem bisherigen Leben auch ganz viel Glueck und Freude erfahren duerfen.
    Ich glaube einfach, dass jeder an irgendetwas glauben muss (Gott, Allah, Buddha.....), sonst hat unser Leben wohl wenig Sinn, oder?

    In diesem Sinne liebe Gruesse
    Trudi
     
  8. Ruth

    Ruth Bekanntes Mitglied

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    württemberg
    Hallo, Ihr Lieben!

    Nachdem so viele schon geschrieben haben, will ich "meinen Senf" auch noch dazugeben (obwohl ich es zuerst nicht vorhatte, weil ich das Thema sehr persönlich fand). In meinem Umfeld gibt es verschiedene Religionen, Judentum,Katholizismus, Protestanten, Atheisten und Menschen, die einfach keiner Religionsgemeinschaft angehören, aber trotzdem an Gott glauben (genauso gibt es ja Menschen, die zwar in der Kirche sind, aber NICHT an Gott glauben). Wir kommmen sehr gut miteinander aus. Ich selber bin bewußt katholisch. Ich denke nicht, daß irgendeine Religionszugehörigkeit einen besseren oder schlechteren Menschen aus jemandem macht.Es gibt eben verschiedene Wege, wie und was man glaubt und wie man mit seinem Leben zurecht kommt.
    @Monsti: Übrigens stammt das Gebot der Nächstenliebe "... Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst;ich bin der Herr" ursprünglich aus dem "Alten Testament", der jüdischen Thora also, und zwar 3. Buch Mose, Kap. 19, Vers 18.
    Viele Grüße von Ruth
     
  9. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Ruth,

    das weiß ich wohl, aber zusammen mit anderen wirklich wertvollen Weisheiten aus der Bergpredigt ist für mich dieser Satz die Hauptaussage für mein eigenes christliches Leben. Man könnte auch einen weiteren Satz diskutieren: "Was Du einem Deiner geringsten Brüder angetan hast, das hast Du mir angetan." Für mich ist es wie auch die Formulierung "Brüder und Schwestern" nur eine Bestätigung für meinen eigenen, ganz persönlichen Glauben: Im Grunde sind wir alle eins. Wenn wir anderen weh tun, tun wir auch uns selbst weh. Wer mir weh tut, tut auch sich selbst weh. Wenn wir andere verurteilen, verurteilen wir uns gleichzeitig selbst. Wenn wir uns selbst liebend annehmen, gelingt uns das auch mit anderen.

    @Glitzi: Komisch, ich bete vor allem, wenn ich glücklich bin, um aus meinem tiefsten Herzen heraus danke zu sagen, und das oft. Das letzte Mal um Hilfe gebeten hatte ich vor gut einem Jahr, als ich dem Tod näher war als dem Leben. Ich hatte nur gesagt, dass ich bereit bin zu gehen, wenn es denn jetzt wirklich sein muss, aber eigentlich noch nicht soweit bin.

    @Neli: Ich bin nicht aus der Kirche ausgetreten, auch wenn sie in meinen Augen äußerst kritikwürdig ist.

    Euch allen einen glücklichen und friedlichen Abend!
    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  10. berti

    berti Neues Mitglied

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    Hallo,

    nach dem hier ja schon einiges geschrieben wurde, möchte ich mich auch zu Wort melden. Das, was ich glaube, und das gilt für Mali auch, könnt ihr hier nachlesen, damit ich nicht alles schreiben muss. http://www.nak.org/text/11-d.html Und das glauben wir fest!

    Ihr habt hier auch über das Beten geschrieben. Für mich gilt, "Beten ist das Atemholen der Seele". Das ist bei uns kein vorgefertigter Text, sondern ein Gespräch mit Gott unserm himmlischen Vater, also für uns lebensnotwendig. So wie Kinder mit ihren Eltern sprechen, sie um etwas bitten oder danken, sprechen wir mit Gott. Und da gibt es nichts in unserem Leben, was eine Ausnahme bildet. Ihm sagen wir alles, tragen ihm alle Sorgen, Ängste und Bitten vor. Ich könnte jetzt noch viel schreiben, doch das würde den Rahmen sprengen. Deshalb will ich es hierbei belassen. Ich will euch nur zeigen, dass Religion sehrwohl ein Thema für uns ist.
     
  11. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    ihr lieben,

    ich möchte euch allen ein kurzes "zwischen-dankeschön"
    schicken! ich habe alles mehrfach gelesen, und bin doch
    froh darüber, gefragt zu haben.
    vielleicht schreibt ja noch der eine oder andere.

    eure marie
     
  12. cher

    cher "Hessisches Mädel"

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    Hallo Marie,

    ich bin zwar nach der Konfirmation meines Sohnes aus der Kirche ausgetreten, meditiere aber viel und gehe, wenns mir gut geht,
    zu Meditationen einer buddhistischen Gemeinschaft.

    cher
     
  13. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    Hallo Ihr Lieben,

    auch ich wurde vom Elternhaus her katholisch erzogen und muss erwähnen, dass ich mich mit vielen Worten unserer lieben Monsti identifizieren kann.

    Für mich ist nicht unbedingt die Kirche "mein Glauben" sondern vielmehr, die kleinen Dinge im Leben.

    Monstis Worte:

    "Mein Gott ist alles, die Summe dessen, was existiert, einschließlich mir selbst. Gott ist für mich wie ein unendlicher Organismus, und ich bin eine Zelle davon. Ich glaube auch an die Wiedergeburt, an einen immerwährenden Kreislauf, der sich auf allen Ebenen abspielt. Nichts ist überflüssig, nichts ohne Sinn, nichts (und niemand) übermächtig wichtig.

    Gleichzeitig ist für mich der christliche Satz "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst." sowas wie ein roter Faden in meinem Leben. Wer sich selbst nicht nachsichtig und liebevoll annimmt, wird auch Mitmenschen gegenüber kaum tolerant und wirklich liebevoll sein können."



    drücken sehr viel von dem aus, was ich ebenfalls empfinde.

    Jeder Mensch auf dieser Welt ist wertvoll - aber nicht "übermächtig wichtig" - jeder von uns ist ein "Rädchen im Getriebe" und muss seinen Beitrag leisten, damit unser Leben und unsere Welt "funktionieren" können.

    Aber ist das Religion???

    Das Thema ist sicher unerschöpflich.

    LG
     
  14. dani

    dani ÖRL-Worker

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    Hallo @ Neli Monsti und auch an alle anderen!

    Auch ich bin einige Jahre in eine Klosterschule gegangen und gerade das war für mich der Ausschlag, dass mir der Glaube an Gott genommen wurde und ich das alles sehr, sehr kritisch sehe. Nein, noch bin ich nicht ausgetreten, obwohl ich (und mein Mann) schon seit längerem mit dem Gedanken spielen.

    In der Klosterschule habe ich leider täglich miterlebt, wie heuchlerisch die Nonnen "ihren" Glauben vertreten. Es ist mir unmöglich dies hier alles zu berichten, da könnte ich schon fast ein Buch schreiben.

    Nein, ich habe kein Problem mit Personen, wie Nonnen und Priester, die sich der Kirche verschreiben, aber ich sehe nirgends, dass auch das was in der Bibel steht auch gelebt wird. Heuchlerisch auch die Nächstenliebe, in der Klosterschule sagte mir eine so nette Schwester ins Gesicht, dass ich eine Sünde sei, da ich unehelich geboren wurde. Und das einem Kind!

    Und außerdem: wenn alle sooooooooo nächstenlieb sind, weshalb ist es dann ausschlaggebend, welchen "Rang" eine Klosterschwester erhält, wieviel Geld sie als "Mitglift" mitbringt, wenn sie in die Ordensgemeinschaft einsteigen will..................schon eigenartig, oder?
    Das sind aber nur ganz kleine Beispiele, weshalb ich dies alles so extrem kritisch sehe.

    Aber das ist eine subjektive Meinung und jeder muss dies mit sich selbst ausmachen.

    liebe Grüße
     
  15. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    Hallo Dani,


    das kann ich nur bestätigen. Ich arbeitete lange Zeit in einem Krankenhaus, das seinerzeit von Ordensschwestern geleitet wurde - und das hat meinen Glauben leider nicht gefestigt sondern eher geschmälert.

    Tröste Dich, dass Du ein Kind der Sünde bist.
    Ich habe viele Nonnen erlebt, die den Orden verlassen haben oder verlassen mußten, weil sie schwanger waren. Allerdings waren das meistens die Nonnen, die während Ihrer Ordenszeit die "menschlichsten" unter Ihresgleichen waren.

    Und was die "Mitgift" anbelagt war mein Ausspruch immer: "Die Nonnen haben die Armut geschworen - und wir, das arbeitende Volk, müssen sie halten".

    Soviel zu Nonnen.
     
  16. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo zusammen,

    Religion ist etwas sehr privates. Meinen Glauben definiere ich für mich allein und verhalte mich demgemäß (öhm, versuche ich wenigstens ... mehr oder weniger erfolgreich natürlich). Was andere tun, interessiert mich in diesem Zusammenhang eher weniger: "Jeder kehre erst mal vor seiner eigenen Tür." Das gilt natürlich auch und gerade für mich selbst.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  17. klaraklarissa

    klaraklarissa Neues Mitglied

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    diese thema ist für mich ein thema, bei dem ich mich immer an ein ereignis aus kinderjahren erinnere ....
    ich hatte eine freundin mit der ich zusammen ins ferienlager gefahren bin. wir waren beide etwa 8 jahre alt, vielleicht auch 9 ..weis nicht mehr so genau.

    jedenfalls lagen wir nachts im zelt und unterhielten uns unter anderem auch über "gott". ... das brachte mich zum lachen .... ja, ich lachte meine freundin aus!! und war mir nicht klar darüber, wie sehr ich sie verletzt habe. sie hat mir dies aber dann erzählt, fragte mich, wie ich denn dazu komme, sie wegen ihres glaubens an gott auszulachen ... hmm wie kam das?
    wir kinder (fünf an der zahl) wurden von unseren eltern und der gesellschaft eher politisch als kirchlich erzogen. ddr. einen gott gab es in keiner erklärung. im gegenteil, weil ich einmal mit einer freundin zur christenlehre ging ..... da wurde immer so schön gebastelt und gesungen und ich war doch soooooo neugierig ;) ... bekam ich zu hause schläge. das machte mir klar, das ich dort nichts zu suchen hatte.

    bei meiner ferienlagerfreundin habe ich mich für mein verhalten entschuldigt, habe mir von da ab vorgenommen, niemanden wegen seines glaubens zu verurteilen, jeder soll glauben was und an wen er will aber auch respektieren, das es "ungläubige" gibt. schlimm wird es, wenn jemand versucht, einem seinen glauben aufzuzwingen ..... davon möchte ich verschont bleiben, ich bin erwachsen und habe meinen standpunkt. wenn z.b. die zeugen jehowas vor der tür stehen, dann mache ich denen auch in zwei sätzen klar, das sie bei mir an der falschen adresse sind und schliesse danach direkt die tür .... das ist nicht unhöflich, eher eine möglichkeit der direkten anwehr ....

    ich brauche diese art glauben nicht, habe ihn jedenfalls bis heute noch nie vermisst und werde ihn wohl auch nicht vermissen. es übersteigt auch einfach mein vorstellungsvermögen, das dort oben "jemand" sein soll, der über uns wacht ..... wo man sich dann sofort fragen müßte, was läßt "er" alles zu?

    ich hoffe, das ich keinem zu nahe getreten bin, wenn doch, dann war dies nicht meine absicht und ich entschuldige mich direkt dafür.
     
  18. Andrea Z.

    Andrea Z. Neues Mitglied

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    Hallo Zusammen,

    ich glaube an Gott, das kann ich ganz klar sagen. Mit dem was die katholische Kirche samt ihrem Oberhaupt veranstaltet, bin ich deswegen noch lange nicht einverstanden. Aber man kann daran arbeiten. Ich bin schon seit vielen Jahren ehrenamtlich bei uns in der Kirchengemeinde tötig. Wobei ich sagen muss unsere Gemeinde ist sehr aufgeschlossen. Seit vier Jahren bin ich auch im Kirchengemeinderat, dadurch sehe ich eine Möglichkeit, auf die Kirche etwas mit einzuwirken.

    Was mich in meinem Glauben noch bestärkt hat, sind die Jugendfahrten, die ich seit einigen Jahren nach Taizé organisiere. Vielleicht hat der eine oder andere von Euch schon einmal von dieser ökumenischen Gemeinschaft von Brüdern in Frankreich gehört. Die Kirche dort, die dreimal am Tag stattfindet (und die Jugendlichen haben keine Probleme damit), ist ganz anders, ohne viel Worte, meditative Gesänge und eine Zeit der Stille. Man kann wirklich wieder zu sich selbst finden und kommt total entspannt zurück (trotz der unbequemen Betten). Hier sehe ich eine Möglichkeit, auch junge Menschen wieder an den Glauben (nicht unbedingt an die Kirche) heranzuführen.

    Herzliche Grüße und noch einen schönen Restsonntag

    Andrea
     
  19. SchirmerElke

    SchirmerElke Stehaufmännchen

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    Ein wirklich

    interessantes Thema, da möchte ich noch ein paar Gedanken dazu beitragen.
    AUfgewachsen bin ich in einer sehr religiosen Familie, nach außen hin.
    Das Thema möchte ich nicht weiter ausbreiten.
    Aber was ich festgestellt habe, die Personen die wirklich gläubig sind, zeigen
    es nicht nach außen hin, sie leben danach und sind mit sich im Reinen.
    Ich arbeite in einer chr. Einrichtung, und sehe es so, daß es nur ein
    Aushängeschild ist, nach außen hin.
    Ich hatte eine Freundin die mich zu Ihrem Art Glauben zwingen wollte,
    alle anderen Glaubensarten sind in Ihren Augen Heuchler und Verdammte.
    Da wurde sogar der Umgang Ihrer Tochter danach ausgerichtet.
    Ich habe diese Freundschaft beendet.

    In der Richtung bin ich schon recht vorbelastet, daher richte ich mir
    mein Leben so wie ich es richtig finde, d.h. für mich gibt es einen Gott.
    Ich renne aber nicht in die Kirche.
    Ich denke wirklich, daß es eine Sache eines jeden einzelnen ist, wie
    er damit umgeht und lebt. Es ist nicht gut, wenn man jemanden deswegen
    aburteilt, was sehr oft getan wird.

    Soviel dazu, und einen schönen geruhsamen Sonntag

    wünscht Euch schirmchen.
     
  20. Magenta

    Magenta Buhfrau

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    Die Kraft und die Herrlichkeit

    Ich finde mich auch am ehesten in dem wieder, was Monsti schreibt.
    Ich bin katholisch erzogen worden, habe den Gott der Kirchen allerdings schon als Teenager abgelegt und mich mit allen möglichen Glaubensrichtungen beschäftigt und die "heiligen" Bücher gelesen. Einige Jahre lang war ich sogar Atheistin. Am ehsten daheim fühle ich mich heute im Buddhismus (wenn ich im Gegensatz dazu jedoch an etwas glaube, das ich "Gott" nenne) und in der Botschaft der Bergpredigt. Der Glaube an eine allumfassende universelle Kraft und die Selbstverantwortung, wie sie im Buddhismus gelehrt wird, geben meinem kranken Partner und mir immer wieder Kraft; darüber hinaus fühlen wir uns im gemeinsamen Glauben, frei von jeglichen Dogmen, sehr verbunden. Wenn mich die Sorgen um meinen Partner überfallen, helfen mir das Versenken in die Meditaton und Gebete sehr, darüber hinaus mache ich viele positive Erfahrungen mit Yoga. Glaube ist für mich einerseits auch Privatsache (wie Monsti schreibt), aber ich fühle mich schon sehr zu Menschen hingezogen, mit denen ich über meine Erfahrungen sprechen kann. Ich hab sogar eine Freundin die vor wenigen Wochen als Nonne in ein buddhistisches Kloster eingetreten ist. Ich könnte mir auch keine Lebenspartnerschaft mit jemandem vorstellen, der an gar nichts glaubt und selbst als ich Atheistin war, habe ich immer die Gegenwart gläubiger Menschen gesucht.

    Ich weiß nicht, ob es Gott gibt, aber es gibt den Glauben und es gibt die Liebe und der Glaube an diese Kraft macht das Leben heller, reicher, erträglicher, sinnvoller.

    Gruß,
    Magenta