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Rechte und Pflichten als Patient

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von kukana, 10. April 2005.

  1. kukana

    kukana Moderatorin

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    Im Rahmen der Debatte rund um die Ärzteliste kommt es immer wieder zu Hinweisen auf Unzufriedenheit mit der Verwaltung rund um eine Praxis, dazu noch Informationsmangel und der Patient fühlt sich unwohl. Dieses Unwohlsein besteht dabei aber auf beiden Seiten. Ich - als Patient - kann nur dann meine Rechte einfordern, wenn ich auch meine Pflichten gegenüber dem Arzt und seinem Personal erfülle. Sonderstellungen gibt es da nicht.

    Unsere Gesundheitsreformen schlägt immer neue Purzelbäume und es gibt inzwischen eine EBM (Evidenbasierte Medizin), die u.a. besagt, dass man zu allererst zum Hausarzt muss und dann mit Überweisung zum Facharzt. Somit ist es unabdinglich, dass man zum Termin die Überweisung mitbringt und die Chipkarte der Krankenkasse. Ohne diese muss der Termin verschoben werden. Der Aufwand, der mit dem Hinterhertelefonieren nach vergessenen Überrweisungen einhergeht ist zu gross. Der Frust der Angestellten ist verständlich, denn jede Behandlung muss ja erfasst und abgerechnet werden. Ohne das nötige Papier, kein Geld von den Kassen.

    Nicht jeder Patient aber kann das nachvollziehen. Mein Vorschlag wäre, einmal hier im Forum zu skizzieren, was eigentlich erwartet wird - auf beiden Seiten. Quasi eine Forums-Online-Chat-Debatte.

    Was benötigt der Arzt an Information ?
    Was braucht die Verwaltung ?
    Was möchte der Patient an Informationen in die Hand bekommen ?
    Wie stellt sich der Patient eine ideale Verwaltung vor ?

    Inwieweit sind Patient, Verwaltung und Arzt bereit aufeinander zuzugehen und zu reden, statt immer nur zu meckern?
    Kann man eine Art Pflichtenheft einführen, in dem skizziert wird, wie die Betreuung verläuft?
    Was sollte in diesem Heft erfasst werden?
    Wer kennt überhaupt das SGB V, wer die EBM ?
     
  2. Robert

    Robert R-O-süchtiger Freßbär ...

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    Überweisungen und so ..

    Hallo Kukana,

    nicht, daß ich jetzt querschießen will, aber ich kenne es garnicht anders:

    Als Soldat bekomme ich für jeden Facharztbesuch die Überweisung, egal ob zum zivilen Facharzt oder zu einem Bundeswehrfacharzt.
    Von daher ist mein "Hausarzt" (sprich der zuständige Truppenarzt) meine erste Anlaufstelle.

    Die Versorgung mit Medikamenten erfolgt dann auch wieder nur über den Truppenarzt - der Facharzt teilt diesem mit, was an Medikamenten zu geben ist.

    Diese Lösung hat u.a. den Vorteil, daß der "Hausarzt" wirklich im Bilde ist über die laufende Behandlung ...

    Von daher sehe ich dieses nicht mit Skepsis oder so, denn in der Tat sorgt das "Hinterhertelefonieren" für wirklich unnötigen Verwaltungsaufwand, der wieder zu Lasten aller geht.

    Ich bin es gewöhnt, daß der "Hausarzt" die erste Anlaufstelle ist (abgesehen von Notfällen), und das System funktioniert einwandfrei und reibungslos ... ganz abgesehen davon: "Ich abeh gahkeine Schibbkahte":D

    In diesem Sinne alles Liebe und Gute

    Robert
     
  3. Jürgen

    Jürgen Mitglied

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    Hallo Kuki,

    leider ist es wirklich häufig der Fall, dass Patienten nicht bewußt ist, dass sie mit dem Arzt zusammenarbeiten sollten.

    Ich kenne einige, die Ärzte gegeneinander ausspielen und dafür auch durchaus bereit sind, die doppelte Praxisgebür zu bezahlen... Wiederum andere denken immer noch, dass der Arzt die 10€ Praxisgebühr bekommt...

    Man wird es nie jedem verständlich machen können, dass gewisse Dinge nicht zu ändern sind. Meine Rheumatologin nimmt sich ca. 30-60 Minuten Zeit pro Patient. Logischerweise kann man auch schon mal 1-2 Stunden warten, wenn Notfälle dazwischen sind, aber man hat danach auch nicht das Gefühl "abgefertigt" zu werden, sondern hat auch alle Zeit der Welt. Das sollte einem die Wartezeit wert sein...

    Auf das Patienten und Ärzte mal ein Team bilden werden...
    Jürgen
     
  4. kukana

    kukana Moderatorin

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    hallo jürgen,

    genau das meine ich ja. wenn ich möchte, dass mein arzt sich zeit für mich nimmt und mich ordentlich untersucht, dann muss ich diese zeit auch meinen mitpatienten zugestehen. dazu organisieren die angestellten rund um diese praxis alles so, dass es - nach möglichkeit - optimal läuft. also: keine leerläufe, aber auch keine zu vollen warteräume. spritzen, infusionen etc. werden eh schon schneller gegeben, da diese nicht unbedingt zum arzt reinmüssen. viele , de dann warten, denken häufig *ach, die wreden vorgezogen* , ist aber nicht so.

    wenn ich das erste mal zu einem arzt gehe, habe ich ausser meinen bisherigen befunden auch meine letzten röntgenbilder dabei, sowie einen kurzen ablauf skizziert der letzten relevanten wochen. selbstverständlich mit überweisung und chipkarte. und wenn es wartezeiten gibt, dann geh ich einen kaffee trinken, statt missmutig dazubleiben und ständig auf die uhr zu gucken, denn dadurch gehts auch nicht schneller.

    eigentlich hätte ich erwartet, dass sich mehr leute zu dem thema äussern.

    gruss kuki
     
  5. Elke

    Elke wünscht allen

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    Hallo Kukana,

    da ich ja nun sehr häufig bei ärzten im wartezimmer sitze bekomme ich immer wieder mit das es immer noch leute gibt die mit den hilfen eine diskussion über die unsinigen 10 euro praxisgebühr führen und sich teilweise auch weigern diese zu zahlen und dann auch noch binnen der nächsten 10 min. zum arzt rein wollen - und das meist ohne termin! ohne notfall -

    ich gehe immer zum quatalsanfang mit gezückten 1o euro und chipkarte in der hand zur theke und gebe schon alles ungefragt ab, genauso wie ich bei jedem facharzt immer ungefragt die chipkarte und überweisung abgebe.

    ich gehe auch immer erst zum hausarzt und hole mir wenn nötig eine überweisung.

    da ich mehrere erkrankungen habe und einen hausarzt habe der großen wert auf eine optimale behandlung legt, möchte ich auch das er immer auf dem neusten stand ist und das ich ihn auch gegebenen falls befragen kann über dinge die ich noch wissen möchte oder nicht verstanden habe und ich weiß das mein doc sich nicht zu schade ist auch mal für mich bei kollegen anzurufen und nachzufragen um es mir dann genaustens zu erklären.
    also ist das mit dem hausarztsystem für mich nichts neues.

    was mich aber doch auch immer wieder mal ärgert ist das ich eine überweisung beim facharzt abgebe (und nicht nur bei einer sorte facharzt) dieser aber trotz mehrfachen nachfragens nicht fähig ist einem bericht an meinen hausarzt zu schicken und ich somit wieder die jenige bin die ihm als laie erklären muss was sein kollege/in denn nun dazu meint.

    wäre toll wenn man das auch den ärzten und seinen team klar machen könnte das dies in ihre pflicht fällt, aber ob man das jemals schaffen wird das jeder der parteien sich an seine pflichten hält wird wohl sehr schwierig werden,

    also packen wir es an !

    lieben gruß
    elke
     
  6. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi zusammen,

    vor einer Woche musste ich ganz kurzfristig einen Termin beim Zahnarzt abblasen, weil mein blödes Auto streikte. Ich hatte ein schrecklich schlechtes Gewissen, weil es ein ca. 2-Stunden-Termin war, aber es ging echt nicht, weil bei uns der Bus nur wenige Male täglich fährt. Von etlichen Leuten weiß ich aber, dass sie solche Termine einfach nur so abblasen, weil sie denn just zum verabredeten Termin etwas Amüsanteres vorhaben und natürlich auch erst auf den allerletzten Drücker absagen ("Ach ja, den Doc-Termin hab ich da ja auch noch ..."). Sowas finde ich eine Unverschämtheit.

    Hatte mich dann mit meinem Zahndoc darüber unterhalten, und er meinte, derart kurzfristige Absagen ohne gravierende Gründe habe er im Durchschnitt 2x täglich. Mir gibt sowas zu Denken ...

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  7. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    allgemeines:

    wenn ich zum arzt gehe, bin ich im allgemeinen gut vorbereitet.

    ich habe eine liste meiner beschwerden, der medis die ich brauche,
    und ganz wichtig, ich notiere meine fragen. ich bringe blutwerte
    und röntgenbilder mit, sofern nötig.
    ich denke, damit gebe ich dem arzt auch gleich die infos die er benötigt.
    ich erwarte, dass ich freundlich behandelt werde, insbesondere auch
    vom personal.
    ich erwarte, dass meine fragen beantwortet werden und dass ich ernstgenommen werde.
    ich selber halte meine termine ein, oder sage sie pünktlich ab.

    ideale verwaltung:
    termine werden eingehalten, ohne zu große wartezeiten
    bei längerer wartezeit wird mir gesagt, wielange es noch dauert.
    blutabnahme und anderes kann bereits vorher erledigt werden
    meine wünsche werden respektiert und freundlich diskutiert
    erinnerung an wichtige ausstehende termine wie impfungen
    für rezepte und überweisungen muss ich nicht "rein", sondern
    bekomme sie am empfang.
    ich führe meine chipkarte und 10 euro bei mir
    ich bekomme quartalsweise eine abrechnung auch als kassenpatient
    unaufgefordert
    ich bekomme meine laborergebnisse zugefaxt


    Was möchte der Patient an Informationen in die Hand bekommen ?
    infos zu meinen medis, auch zusätzlich unterlagen oder kopien
    hinweis auf wichtige wechselwirkungen der medis
    neue erkenntnisse aus der forschung

    zusätzliche pluspunkte:
    wasserspender oder mineralwasser im wartezimmer
    neulich gab es sogar schokolade!
    saubere, moderne waschräume
    aushang über urlaub / schliessung der praxis
    auslage des flyers von RO :D

    pflichtheft:
    möchte ich nicht, das wird mir zuviel

    Wer kennt überhaupt das SGB V, wer die EBM ? Wer kennt überhaupt das SGB V, wer die EBM ?
    ??????????????????????

    frage: inwiefern findet dieses auswirkung auf die ärzteliste bei uns?

    lieben gruß
    marie
     
  8. kukana

    kukana Moderatorin

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    gut vorbereitet zu einem arztbesuch zu gehen ist schon mal ein guter anfang. aber auch verständnis für die angestellten, die ja letztendlich die gesetze nicht gemacht haben und z.b. die 10 Euro vierteljährlich für sich verlangen, sondern sie einziehen müssen. in der ärzteliste wird u.a. ja auch eine punktebewertung vergeben für wartezeiten, praxis-wohlfühl-gefühl usw. , daher hatte ich unsere abfrage dazu mit erwähnt.

    anliegend mal ein pdf bezüglich der praxisgebühr, bzw. das unbedingte vorlegen einer überweisung. ansosnten ist leider ein weiteres mal die gebühr zu bezahlen. das haben sich also nicht die *bösen ärzte* als schikane ausgedacht, sondern steht vertraglich im mantelvertrag.

     
    #8 16. April 2005
    Zuletzt bearbeitet: 24. Februar 2008
  9. pepe

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    Habe in dem Senioren Ratgeber von der Apotheke
    einen Link

    www.SeniorenPro.de

    gefunden,
    auf der Seite weiter unten ist eine Serie:
    „Arzt und Patient als Partner“
    unter anderem auch „Ihre Rechte als Patient“
    und „Sind Sie ein guter Patient“

    Vielleicht ganz interessant für den ein oder anderen.

    Liebe Grüße
    pepe