Reaktive Arthritis / Psoriasis Arthritis

Dieses Thema im Forum "Ich bin neu!" wurde erstellt von JonasP, 29. Januar 2022.

  1. JonasP

    JonasP Neues Mitglied

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    Moin zusammen,
    ich muss mich nun seit Anfang Oktober letzten Jahres mit dem Thema Rheuma beschäftigen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich zuerst eine massive Bindehautentzündung, Harnröhrenentzündung und mein linkes Knie schwoll ohne erkennbaren Grund stark an. 2 Wochen Krankenhausaufenthalt und eine Arthroskopie später schwollen dann auch rechtes Knie, Sprungelenke und linker Daumen an und der Rheumatologe wurde konsultiert. Der CRP-Wert lag zwischenzeitlich bei 120. Da im Krankenhaus auf der Kopfhaut ebenfalls eine Psoriasis diagnostiziert wurde, diagnostizierte der Rheumatologe eine Psoriasis-Arthritis/ reaktive Arthritis (da hohes CRP/ Bindehautentzündung) und ich wurde auf Cortison und Sulfasalazin eingestellt. Bisher sind Morgensteifigkeit und Schwellung etwss zurück gegangen, an Sport ist aber weiterhin nicht zu denken und auch gehen fällt zT noch schwer.
    Deshalb würden mich Erfahrungen anderer Betroffener mit den o.g. Erkrankungen interessieren. Ich habe natürlich immernoch die Hoffnung dass es "nur" eine reaktive Arthritis ist und wieder ausheilt: Wie lange hat das bei euch gedauert?. Meine größte Angst sind natürlich Gelenkschäden, da ich eigentlich sportlich sehr aktiv bin.
    Vorab schonmal Danke an für jede Rückmeldung, super dass es dieses Forum gibt!
     
  2. Katinka7

    Katinka7 Aktives Mitglied

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    Willkommen Jonas! :)
    Ich habe auch Psoriasis arthritis, aber bei jedem/jeder wird es hier etwas anders ablaufen. Hast du denn einen behandelnden Rheumatologen nach deinem KH Aufenthalt? Bist du denn arbeitsfähig? Und war es definitiv eine Bindehautentzündung, nicht evtl. eine Uveitis oder Iritis? Das wurde bei mir leider auch zuerst falsch diagnostiziert, nicht jeder Augenarzt scheint das zu können…

    Oktober ist noch nicht so lange her, man müsste schauen, ob diese Art der Medikation die Entzündung ausreichend in Schach hält. Wenn nicht, gibt es noch einige weitere Möglichkeiten! Medikamente müssen immer erst einige Zeit genommen werden, um zu schauen, wie die Wirkung ist.
    Ich kann nur für mich sprechen, aber sportlich gesehen habe ich meine Bewegung angepasst. Es gibt gelenkfreundliche Sportarten (die RheumaLiga hat dazu Infos) und die habe ich ausprobiert. Dennoch geht in manchen Phasen nicht viel.
    Ich merke relativ schnell, wenn die Belastung zu hoch war und dosiere dann runter.
    Wegen der Gelenkschäden: du bist in Behandlung, das ist der wichtigste Schritt! Und die Rheumatologie hält noch einige wirkungsvolle Mittel bereit. Man sagt, lieber direkt mit den richtigen Medikamenten die Entzündung schnellstmöglich stoppen. Wenn dann eine Remission eingetreten ist, kann man die Medikamente ggf. anpassen und runterfahren. Daher ist es so wichtig, regelmäßig zu schauen, wie aktiv deine Erkrankung ist. Mir hilft ein Tagebuch bzw Notizen im Kalender, um sagen zu können, wie oft es schlechte und schmerzhafte Zeiten gab.
    Aber vielleicht machst du das längst :)
     
  3. JonasP

    JonasP Neues Mitglied

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    Wow direkt so eine ausführliche Antwort, cool!:) Ja einen behandelnden Rheumatologen habe ich - nächste Woche ist der nächste Termin und wahrscheinlich werde ich dort auf wirksamere Medikamente umgestellt. Da ich noch studiere muss ich mir um die Arbeitsfähigkeit zum Glück keine Sorgen machen, aber dazu wäre ich in den letzten Monaten auch defintiv nicht in der Lage gewesen. Die Bindehautentzündung wurde so vom Augenarzt im Krankenhaus diagnostiziert, Uveitis oder anderes steckt da zum Glück nicht hinter.
    Da ich eigentlich die typischen Symptome für eine reaktive Arthritis hatte, hoffe ich einfach jetzt mit wirksameren Medikamenten die Erkrankung schnell unter Kontrolle zu bekommen, um diese dann evtl. in Zukunft sogar wieder absetzen zu können - mal sehen.
     
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  4. Katinka7

    Katinka7 Aktives Mitglied

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    Ich drücke dir die Daumen! :) und bin gespannt, was der Rheumatologe nächste Woche sagt.
    Vielleicht hast du das auch schon, aber ein (Sport-) Orthopäde mit Erfahrung in Rheuma kann da begleitend sehr hilfreich sein.
    Und bekommst du Physio/manuelle Therapie? Die kann der Rheumatologe verschreiben.
     
  5. Schosl

    Schosl Bekanntes Mitglied

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    Hallo @JonasP
    ich habe auch Psoriasis Arthritis. Bei mir sieht man es an den Fingernägeln und auch auf der Kopfhaut.
    Bei mir hat eine längere Zeit höher dosiertes Prednisolon geholfen und seit November spritze ich MTX und seit Januar Hulio (weil bei mir noch Morbus Bechterev dazu kommt) dafür kann ich jetzt Prednisolon weglassen.
    Seit ich MTX nehme, ist die Psoriasis am Kopf aufgetreten. Wohl eine Nebenwirkung, aber nicht weiter schlimm.
    Ich unterstütze nach Anweisung des Orthopäden die „Entzündungsbekämpfung“ mit Bandagen und Orthesen, da bei mir hauptsächlich die Sehnenansätze und Sehnen betroffen sind.Dazu Physio und viel Schwimmbad. Dazu noch ab und zu Moor, weil Wärme hilft.
    Die Medikamente übernimmt der Rheumatologe
    Das Ziel ist, dass im April, also ca 6 Monate nach Start, ein stabiler Mix aus Medikamenten und Unterstützungshandlungen gefunden ist.
    Es dauert eine gewisse Zeit bis die Medikamente auch wirken.
    Gib Dir die Zeit und suche Dir nen guten Physio. Mit gut angeleiteter Gymnastik oder auch mit Ultraschall oder manueller Therapie kann man den Entzündungen gut entgegen wirken. Ganz alleine nur mit Medikamenten wird das Enzündungsgeschehen nicht verschwinden.
    Und wie @Katinka7 ganz richtig sagt: finde deine Grenzen, ab wann ist es zu viel. Das ist eine große Kunst, aber eminent wichtig.
    Ciao
    Schosl
     
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  6. Nalimaus

    Nalimaus Neues Mitglied

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    Hallo Jonas:)
    Ich glaube wir sind gerade in einer ähnlichen Situation. Ich habe im Herbst die Diagnose Psoriasis-Arthritis ohne Hautbeteiligung erhalten und seitdem habe ich als Basismedikament MTX. Damit geht es mir mal mehr mal weniger gut, aber so sportlich aktiv wie früher kann ich noch nicht sein. Ich hoffe, dass es mir im Frühjahr / Sommer besser gehen wird, da ich unglaublich gerne wieder Tennis spielen würde (obwohl es ganz klar nicht der gelenkfreundlichste Sport ist;-) Im Moment versuche ich grad mein Leben mit Uni und Arbeit wieder in den Griff zu kriegen...
    Für mich war die endgültige Diagnose schon ein ziemlicher Schock, obwohl es mir unterbewusst schon klar war, habe ich es bis zum Schluss versucht zu verdrängen. Mit Anfang 20 und mitten im Studium möchte man natürlich nicht gesagt bekommen, dass man eine Rheuma-Erkrankung hat. Mir hat es persönlich sehr geholfen mit einer guten Freundin darüber zu reden und ansonsten weiß eigentlich nur der engste Familien- und Freundeskreis Bescheid. Es gibt Tage da fällt es mir schwer die Situation zu akzeptieren und dass ich manche Dinge nicht machen kann bzw. mir schwerfallen. Ich möchte aber nicht, dass die Krankheit mein Leben bestimmt und versuche schon - mit einigen Abstrichen natürlich - so zu leben wie vorher auch. Mir hilft z.B. dass ich mit meinem Umfeld ausgemacht habe, dass sie mich nicht ständig fragen sollen, wie's mir geht oder ob sie Dinge für mich tragen können, sondern dass ich es anspreche, wenn ich reden möchte oder Hilfe brauche.
    Ich hoffe natürlich für dich, dass sich der Verdacht mit der PsA nicht bestätigt und es doch "nur" eine reaktive Arthritis ist. Aber falls nicht ist eine gute Basistherapie der beste Schutz vor Gelenkschäden, aber da wirst du bestimmt gut eingestellt werden. Eine entzündungsarme Ernährung (v.a. wenig tierische Produkte) kann auch helfen. Und ich glaube man muss viel Geduld mitbringen und lernen zu akzeptieren, dass man auch mal schlechte Tage hat und es dass auch in Ordnung ist, wenn man mal eine Pause braucht oder um Hilfe bittet.
     
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