Quensyl oder MTX? / rA

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von LivR, 14. Juni 2018.

  1. LivR

    LivR Neues Mitglied

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    Hallo, Ihr Erfahrenen,
    ich bin jetzt so weit durch die Diagnostik, dass mein Arzt mir zu einer Basistherapie mit MTX oder Quensyl rät. Er bevorzugt MTX, was das stärkere Medikament ist. Ich soll aber entscheiden. Ich habe das doch nicht studiert. Hilfe! Deshalb frage ich jetzt mal hier, weil hier so viel Erfahrung zusammenkommt.
    Ich habe bis jetzt einen milden Verlauf einer rA.
    Was mir erst nach dem Arztbesuch eingefallen ist, ist, dass ich eigentlich schon über Jahre so erschöpft bin, dass ich mich wundere, dass ich immer noch durchhalte. Vielleicht gibt es da einen Zusammenhang zur rA. Das wäre dann bei der Auswahl des Medikaments vllt zu berücksichtigen.
    (Reha hab ich schon mal gemacht. Die war gut, so lange sie dauerte)
    Ich habe auch über "Suche" versucht, eine Antwort zu finden, aber die Fülle überfordert mich. Außerdem brauche ich auch jemand zum "reden". Also seid bitte nachsichtig, falls diese Frage hier schon einmal erörtert wurde. Ein Hinweis auf den Dialog ist aber sicher hilfreich.
    Danke schon mal vorab. Es ist wirklich super, dass es dieses Forum gibt.
    LG
    Liv
     
  2. Mara1963

    Mara1963 Registrierter Benutzer

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    Ich würde auf jeden Fall anfangs erstmal die mildere Variante wählen, nämlich das Quensyl. Vielleicht kommst du gut damit zurecht und es reicht aus. Außerdem macht es munter, deshalb habe ich das immer morgens eingenommen.
    Entscheiden musst du natürlich selbst, was du tun wirst.
     
    #2 14. Juni 2018
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juni 2018
  3. Clödi

    Clödi Registrierter Benutzer

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    Liv, ich hatte zu Beginn auch einen milden Verlauf und bin lange Zeit mit Quensyl alleine gut klar gekommen (nehme es seit 2007 ohne Unterbrechung).
    Bis die Wirkung einsetzt, dauert es natürlich länger als bei MTX. Bei mir waren es damals etwa drei Monate, es kann aber auch bis zu sechs Monaten dauern. Wenn du damit leben kannst, würde ich es damit versuchen.

    Inzwischen nehme ich Quensyl in Kombination mit MTX. Also auch vor MTX muss man sich nicht verrückt machen. Und bei einem milden Verlauf braucht es oft nicht die ganz hohe Dosis, sodass die Verträglichkeit auch gegeben ist.

    Die Hauptsache ist nach meiner Erfahrung, dass du hinter deiner Therapie stehst und mit deinem Arzt zusammen arbeitest.
     
    Resi Ratlos gefällt das.
  4. Mara1963

    Mara1963 Registrierter Benutzer

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    Empfundene Verträglichkeit mag bei manchen stimmen, doch mit den Schäden, die diese starken Medikamenten anrichten können an unterschiedlichen Organen, das ist kritisch zu betrachten und fein abzuwägen, was man wählt.
     
  5. Clödi

    Clödi Registrierter Benutzer

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    Mara, hier wurde nicht gefragt, OB man Medikamente nehmen soll, sondern ob Quensyl ODER MTX.

    Deine ewige Leier gegen die ach so gefährlichen und Schaden bringenden Medikamente geht mir so langsam aber sicher auf den Keks.

    Man steht doch unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle.... nicht nur wegen möglicher NW, sondern auch zur Kontrolle der Krankheitsaktivität und der Gelenke.
    Außerdem werden unter Quensyl die Augen regelmäßig kontrolliert. Alles natürlich unter der Voraussetzung, dass der mündige Patient mitarbeitet und sich aktiv um diese Termine kümmert und hingeht. Meine Ärztin würde mir sonst die Rezepte gar nicht aushändigen.
     
  6. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    Hallo LivR,

    du schreibst von einem milden Verlauf deiner RA, deshalb würde ich mich an deiner Stelle jetzt erst mal für Quensyl entscheiden, Anfangs gegebenfalls in Begleitung von etwas Cortison. Sollte das Quensyl nach drei bis sechs Monaten nichts oder zuwenig bewirken, so würde ich dann zu was stärkerem dentieren oder zu einer Kombination gegebenfalls, in Absprache mit deinem Rheumatologen/In
     
    #6 14. Juni 2018
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juni 2018
  7. LivR

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    Danke schon mal für Eure Antworten. Ich tendiere ja auch eher erst mal zu der "schwächeren" Medikation.
    Allerdings habe ich noch diese Geschichte mit der Plantarfasziitis. Ich weiß nicht, ob das auch mit dem Rheuma einhergehen kann. Deswegen gehe ich seit zweieinhslb Monaten an Krücken und bin in meiner Mobilität sehr eingeschränkt. Wenn ein Medikament da Abhilfe schaffen würde, wäre das ein Argument dafür.
    Aber das ist wohl eine Frage an den Doc. Wäre ein Wunder, ihr Erfahrungen damit habt. Aber wer weiß. .... - und dann ist da noch meine ständiges Gefühl psychischer Erschöpfung.
    Ich finde es ja gut, an der Medifrage mitdenken zu sollen, aber mich überfordert das auch.
    LG
    Liv
     
  8. Mara1963

    Mara1963 Registrierter Benutzer

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    So ist es, jedoch hast du MTX bagatellisiert aus meiner Sicht
    und es ist wirklich gut abzuwägen (Vorteile und Langzeitschäden) dies zu nehmen.

    Beste Grüße von Mara
     
  9. LivR

    LivR Neues Mitglied

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    Uih, das scheint zwischen Euch beiden ein heißes Thema zu sein.
    Ich bin ja noch neu in der Thematik. Mein Arzt stellt beides als "harmlos" dar. MTX sei für dreijährige Kinder zugelassen und bei Quensyl müsse man eben die Augen kontrollieren. Beipackzettel sind auch nicht wirklich hilfreich.
    Wahrscheinlich hast Du, Mara, schon irgendwo hier im Forum was zu Deiner MTX-Skepsis geschrieben. Mich interessiert das. Wo finde ich das denn?
    Der Hinweis auf die ständige ärztliche Kontrolle war hilfreich, Clödi. Es stimmt, es wird ja sicher weiter ständig Blut untersucht, die Augen, die Knochen, ... - ich würde mitkriegen, wenn etwas aus dem Ruder läuft.
    Den meisten Leidensdruck habe mit meinem Fuß: Knochenödem, Plantarfasziitis. (Ich bin mit Krücken nur sehr eingeschränkt mobil) Wenn MTX darauf eine positive Wirkung hätte, wäre das ein starkes Argument. aber das muss ich den Arzt noch mal fragen.
    Er meint, dass ich das MTX möglicherweise gar nicht so lange nehmen müsse (1 1/2 Jahre).
    Ich komme irgendwie nicht so recht weiter.
    Und der Alltag ist und bleibt mühsam (Job, Kinder, ...). Ich weiß auch nicht, ob meine ständige Erschöpfung was mit dem Rheuma zu tun hat oder ganz andere Ursachen hat. Wie soll ich das herausfinden? (Bin grad nicht so gut drauf - sorry)
    Liebe Grüße
    Liv
     
  10. Clödi

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    Liv, darf ich dich mal fragen, ob du bei einem internistischen Rheumatologen in Behandlung bist?

    Wenn ja, dann hat er doch eine Empfehlung zur Behandlung ausgesprochen und dann bekommt man (so kenne ich das) doch so ein Informationsblatt über das geplante Medikament ausgehändigt. Ich musste den Erhalt der Info auch immer unterschreiben, wenn ich es gelesen habe.

    Eigentlich wird dann relativ schnell klar, dass beide Medis auch NW haben, auf die man ganz bestimmt ein Auge haben muss. Also "harmlos" sieht für mich anders aus. Ich kenne es auch nicht so, dass die Behandlung nur für eine bestimmte Zeit läuft, sondern dauerhaft. Immer angepasst an den Verlauf der Erkrankung natürlich.
    Deshalb habe ich das MTX auch nicht bagatellisiert, wie Mara behauptet, sondern ich habe von meinen eigenen positiven Erfahrungen berichtet und danach hattest du ja gefragt.

    Ob eines davon deinen Fuß verbessert oder deine Erschöpfung, das können wir hier nicht wissen. Das musst du wirklich, wie du auch schon geschrieben hattest, mit deinem Arzt besprechen. Die Verträglichkeit und die Wirksamkeit sind so individuell, dass man das nicht allgemeingültig sagen kann und man wird ausprobieren müssen.
    Was bekommst du denn bisher....Cortison und/oder NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac? Dadurch sollte sich doch auch eine Verbesserung deiner Beschwerden erreichen lassen, bis die Basistherapie beginnt und dann nach einiger Zeit hoffentlich ihre Wirkung zeigt.
     
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  11. LivR

    LivR Neues Mitglied

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    Ja, ich bin bei einem internistischen Rheumatologen, glaube ich.
    Medikamente habe ich bisher vom Orthopäden bekommen: Cortison Stoßtherapie und Celebrex. Beides hat geholfen, so lange ich es genommen habe. Aktuell nehme ich nichts mehr. Ich habe vom Rheumatologen Infoblätter zu beiden Medikamenten bekommen, aber die fand ich nicht so hilfreich. Ich werde noch mal mit ihm sprechen. Ich will ja auch nicht nerven und ich weiß, dass er so wenig Zeit hat, aber es geht um mich und meine Gesundheit. Und davon habe ich nur eine. Ich will aber auch "nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen" und kann das selber so schlecht einschätzen. Es klingt blöd, aber ich habe immer noch nicht das Gefühl "krank" zu sein. Das kommt bei mir irgendwie nicht richtig an. Ich denke immer noch, dass ich übertreibe, vielleicht wehleidig bin, usw. Das ist ein anderes Thema. Aber das gehört natürlich auch dazu und macht mir die Entscheidung nicht leichter.
     
  12. Kati

    Kati Registrierter Benutzer

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    Hallo!
    Darf ich Dir noch eine dritte Option geben? Überleg mal an einem "typischen Tag" wie es Dir geht: schmerzen, Einschränkungen usw. Versuche das festzuhalten.
    Dann probiere eines der Medikamente. Gib Dir einen bestimmten zeitlichen Rahmen, z.B.ein Jahr. Und genau ein Jahr später vergleichst Du. Wie ist es ein Jahr später, wie war es das Jahr über.
    Dann entscheidest Du neu.

    Ich habe nach vier Jahren schließlich so eine Rückschau gehalten.
    Und dann entschieden (ich hatte MTX und danach auch Ciclosporin) aber dazu immer auch Cortison in recht hoher Dosierung, dass ich keine Basis mehr nehmen würde solange es mir so gehen würde. So ist es nun schon fünf Jahre. Ich bin nur mit Cortison unterwegs.

    Ich habe die Entscheidung nicht bereut. Aber es auch nicht bereut, dass ich es versucht habe mit MTX. Sonst würde ich wohl jetzt denken: was wäre wenn...

    Also: eine Basistherapie ist keine Entscheidung fürs Leben. Du kannst damit wieder aufhören... nur tue es erst nach einer wirklich ausreichenden Zeit.

    Ich mache für mich den Vergleich mit einer stark befahrenen Straße: kann ich da wohnen? Ist es gesund? Gibt es eine Alternative? Vor- und Nachteile...am besten ist es wohl es mal auszuprobieren!

    Liebe Grüße!
    Kati
     
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