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Privates Gutachten vom Neurologen + Psychiater???

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von bibbi, 11. November 2003.

  1. bibbi

    bibbi Neues Mitglied

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    Hallo,
    wegen meines defekten Nervs im li. Ellenbogen und dem Verdacht auf MS
    habe ich Neurologen gewechselt. Nach einem kurzen Gespräch in der
    letzten Woche hat er auch alle möglichen Untersuchungen angeordnet.

    Meine ganzen Berichte hat er sich kopiert um sie in Ruhe durch zu arbeiten.
    Bei den Untersuchungen die durch die Arzthelferin durchgeführt wurden habe
    ich mich natürlich mir ihr unterhalten.

    Kurz und knapp dieser Arzt ist Neurologe und Psychiater und noch dazu von
    fast allen Krankenkassen und Versicherungsanstalten anerkannter Gutachter!!!
    Heute hatte ich wieder einen Termin bei ihm und er hat mir vorgeschlagen mir
    umgehend ein privates Gutachten zu erstellen um noch bis Anfang Dezember die Rente
    einreichen zu können. Nach dem prinzip - geht es aus körperlichen Gründen nicht ...
    dann aber auf jeden Fall aus psychischen.
    (Die Ärzte in der Rheumaklinik meinten ich bräuchte gar keinen Rentenantrag stellen
    - ich würde sie nämlich nicht durch bekommen.)

    Er hat 2 Termine angesetzt 1. an einem Tag von 9.00 Uhr bis
    ultimo für weitere Untersuchungen und danach kommt der 2.Termin von morgens
    bis abends wo nur ausführliche Gespräche stattfinden sollen.
    Zu 90% sollen die Leute bei denen er diese Gutachten erstellt hat die Rente
    durch bekommen.

    Eigentlich finde ich das ja ganz gut aber der Knackpunkt sind bei mir die Finanzen!
    Der Spass soll ca. 2.500 Eur kosten:mad: die ich leider auf Grund meiner langen
    Krankheit und daraus resultierenden Arbeitslosigkeit nicht habe.

    Hat einer von Euch schon mal so ein privates Gutachten erstellen lassen?
    Und wie lag da der Preis? Ist es überhaupt sinnvoll es machen zu lassen?
    Über schnelle Antworten würde ich mich freuen, denn ich soll ihm Donnerstag Bescheid
    geben ob das Gutachten gemacht werden soll - oder nicht.

    vorab schon mal ein dickes Danke an Euch
    bibbi
     
  2. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Hallo bibbi

    Es gibt 2 Möglichkeiten Gutachten abzurechnen. Das eine ist die GOÄ (die Gebührenordnung für Privatpatienten) und das andere ist das Kostenerstattungsgesetz für Zeugen ( bei Sozialgericht etc) Die Sätze der reinen Gutachtenerstellung (also ohne die Untersuchungen, die ja eigentlich nicht extra gefordert sind und in der normalen Behandlung drin sind) ergeben folgende Beträge:

    --nach GOÄ

    Ziffer 80

    Schriftliche gutachtliche Äußerung

    einfacher Satz 17,49 Euro mit Steigerung 40,23 Euro


    Ziffer 85

    Schriftliche gutachtliche Äußerung mit einem das gewöhnliche Maß übersteigenden Aufwand - gegebenenfalls mit wissenschaftlicher Begründung -, je angefangene Stunde Arbeitszeit

    einfacher Satz 29,14 Euro mit Steigerung 67,02 Euro

    dazu kommen Schreibgebühren von 3,50 Euro pro Seite.

    ---Beim Zeugenerstattungsgesetz liegen die Sätze je nach Aufwand zwischen 30 Euro und 200 Euro.

    Alle ärztliche Leistungen müssen nach diesen Ordnungen abgerechnet werden. Bei Deinem genannten Preis sind wahrscheinlich die Untersuchungen (auf eigenen Wunsch) dabei. Nun Du kannst Dir anhand der obigen Sätze Dein eigenes Urteil darüber bilden.

    Ich kann nicht sagen, ob die gutachterliche Beurteilung in Deinem Sinne vom Preis abhängt. Eine Garantie, dass es durchkommt gibt es sicher nicht. Gutachten werden ja meist erst angefordert, wenn Du in Widerspruch gehst.

    Sollte also das Sozialgericht ein Gutachten anfordern, dann wird es nach obigen Sätzen abgerechnet. Wie Du entscheidest ist damit Deine Sache.

    Viele Grüße
     
    #2 12. November 2003
    Zuletzt bearbeitet: 12. November 2003
  3. klaraklarissa

    klaraklarissa Neues Mitglied

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    Hallo Bibbi,

    ich denke, mit der Erstellung eines privaten Gutachtens würdest Du zur Zeit den zweiten Schritt vor dem ersten machen.
    Noch hast Du ja keinen Rentenantrag laufen und ich weis auch nicht, ob es taktisch klug wäre, bei der Einreichung eines Rentenantrages direkt ein Privates Gutachten beizulegen .. das sieht so, "extra dafür eingekauft" aus. Versteh mich bitte nicht falsch.
    Bist Du schon von der Krankenkasse ausgesteuert? Wann sind denn Deine 78 Wochen Arbeitsunfähigkeit rum? Im Grunde würde ich an Deiner Stelle erst zu diesem zeitpunkt einen Antrag stellen, denn wenn Du ihn eher stellst, ist ja zu erwarten, das Du weniger Rente bekommen würdest, als Du Krankengeld erhälst und man darf nicht vergessen, das man dann zu viel erhaltenes Krankengeld (ab ersten Tag der Rentenantragstellung) zurückzahlen muss, bzw. wird es verrechnet. Ich selbst habe diesen Fehler gemacht, hätte noch gut 3 Monate mit dem Antrag warten müssen. Mein Antrag auf EU läuft noch.

    Pass auf, das das Gutachten von ihm nicht nur als "lohnendes Geschäft" erarbeitet wird. Es liest sich so, das er Dir ziemlich Druck macht. Weshalb musst Du Dich unbedingt bis Donnerstag entscheiden?? Wozu diese Eile? Vorsicht!
    Auch erscheint mir der Preis sehr hoch. Aber sicher wirst Du noch Antworten bekommen, von Betroffenen, die sich mit privaten Gutachten auskennen.

    Ich wünsche Dir alles Gute und das Geld würde ich an Deiner Stelle erst dann ausgeben, wenn es zwingend notwendig ist.
     
  4. bibbi

    bibbi Neues Mitglied

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    Hey,
    danke schon mal für Eure Antworten.
    Bei mir ist Eile geboten weil ich schon von der KK vor 1 Jahr ausgesteuert worden bin.
    Seit dem bekomme ich Arbeitslosengeld das dieses Jahr im Dezember ausläuft. Danach
    ist Schicht am Schacht und ich bekomme gar nichts mehr........ ich soll dann einen Antrag
    auf Arbeitslosenhilfe stellen - aber da mein Göga ja verdient wird dabei wohl auch nichts
    rumkommen. Da wir aber erst neu gebaut haben, kann ich eigentlich nicht auf ein gewisses
    Einkommen verzichten.

    Das Problem ist das ich nicht in der Lage bin mir einen anderen Job zu suchen weil ich
    dauernd "flach" liege. Ich habe vom Versorgungsamt 50% anerkannt bekommen und der
    MDK vom Arbeitsamt hat gesagt --- dieser hat nur nach Papier entschieden, ich kenne ihn
    überhaupt nicht und er hat mich nie gesehen --- das ich unvermittelbar und nur noch in der
    Lage bin, stundenweise leichte Bürotätigkeiten durchzuführen! Vor meiner Arbeitslosigkeit
    war ich Betriebsassistentin und habe einen Betrieb geleitet!!!

    Super - der soziale Abstieg ist voll und ganz da......:mad:

    Das nächste Problem wäre meine Gesundheit. Die Ärzte sind sich im großen und ganzen
    noch nicht so einig ob ich neben dem Weichteilrheuma, den versch. Arthrosen, dem
    Candida-Befall und noch einigen anderen "Kleinigkeiten" nicht auch noch MS habe.
    Deswegen weiß ich auch nicht ob es mit diesem privaten Gutachten so ok ist und es
    evtl. einen Vorteil hat dieses beim Rentenantrag gleich mit einzureichen. Nach seiner
    Aussage hat er das schon bei sehr vielen Patienten gemacht und zu 90% hätten sie
    die Rente bekommen.............Deswegen weiss ich ja auch nicht ob es so ok wäre
    und evtl. eine Möglichkeit für mich........... mal ganz abgesehen von dem vielen Geld
    was ich z.Zt. überhaupt nicht habe und dafür einen Kredit aufnehmen müsste!
    (Oder Oma in Anspruch nehmen müsste)

    Es grüsst die ratlose
    bibbi
     
  5. Samira

    Samira Neues Mitglied

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    Hallo bibbi

    ich kann gut verstehen wie du dich grade fühlst, weil ich das alles nur all zu gut kenne, deshalb las dich erstmal umärmeln und dir sagen, las den Kopf nicht hängen, irgendwie geht es doch immer wieder.
    Nun zu dem Gutachten, also ich würde auf gar keinen Fall jetzt sofort so ein Gutachten machen lassen, sondern erstmal, das aber ziemlich schnell, einen Rentenantrag stellen und wenn es dann zum Widerspruchsverfahren kommt und ein eventuelles Gutachten das von der Rentenversicherung in Auftrag gegeben wurde, nicht in deinem Sinne ausfällt, dann erst würde ich an ein privates Gutachten denken. Du weißt ja noch gar nicht ob es überhaupt nötig ist, vielleicht erkennt ein Gutachter der Rentenversicherung ja schon, dass du nicht mehr erwerbsfähig bist und dann wäre ein privates gar nicht nötig.
    Mal ganz davon abgesehen, erscheinen mir 2500,-Euro, auch recht hoch gegriffen, ich weiß nicht ob das sein muß, mir wurden immer Preise so bin 1000,- genannt.
    Und die Art und Weise, wie du hier beschreibst, wie er dir das angeboten hat, hat mich ehrlich gesagt auch ein bißchen stutzig gemacht.
    Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg für deinen Rentenantrag.


    liebe Grüße

    Samira
     
  6. bibbi

    bibbi Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich habe meine Entscheidung - auch Dank eurer Unterstützung getroffen!

    Ich werde dieses Gutachten NICHT machen lassen.

    Ich habe mich noch mit einigen anderen Leuten (Krankengymnastin usw.) darüber unterhalten. Irgendwie haben alle davon abgeraten - nicht nur wegen dem vielen Geld welches ich z.Zt. überhaupt nicht habe.

    Auch habe ich mich von dem Doc etwas überrollt gefühlt - aber man greift ja mittlerweile auch nach Strohhalmen, denn ich weiß auch noch nicht wie es überhaupt weitergeht, da ich ab Dezember nicht mehr einen Cent von irgendwo bekomme.

    Ein dickes DANKE an EUCH

    Liebe Grüsse von bibbi
     
  7. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Gutachten

    Hi Bibbi
    Gib den Arzt als mitbehandelnden Arzt beim Rentenantrag an und zitiere seine Einschätzung. Die werden dann sicher ein Gutachten oder Zuarbeit anfordern - der billigste Weg. Es wird ja eh die Frage gestellt wieso Du Rente beantragst.
    Gruß "merre"