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Post vom Arzt

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Tinalina, 19. August 2004.

  1. Tinalina

    Tinalina Guest

    Heute ist der langersehnte Brief gekommen.

    "Diagnosen:
    • Undifferenzierte Kollagenose mit polymyalgischer Komponente
    • Verdacht auf Knorpeldysplasie im Bereich des re. Kniegelenks
    Therapieempfehlung:
    Quensyl: 2 x 1 Tbl./die (g-monatliche augenärztliche Kontrolluntersuchung)
    Bextra 20 mg: 1 x 1 Tbl./die bzw. nur bei Bedarf.

    [...]
    BSG 14/27 mm n.W. CRP mit 1,61 mg/dl leicht erhöht (normal unter 0,50 mg/dl). CK 159 U/L geringgradig über dem Normbereich (normal unter 140 U/L). GPT 17 U/L, alkalische Phosphate 63 U/L, Kreatin 0,87 mg/dl, Harnsäure 5,4 mg/dl. ASL-Titer 20 U/ml negativ. Immunglobuline normal (IgA 243 mg/dl, IgG 1.249 mg/dl, IgM 130 mg/dl).

    Blutbild:
    Leukos 7.500, Erys 4,8 Mio., Hb 14,2 g%, Hämatokrit 41 %, MCV 83,8, Thrombozyten 241.000. Differenziertes weißes Blutbild regelrecht.

    Immunologie:
    Rheuma-Latex-Faktor negativ. Rheumafaktoren Subklassen IgG, IgA und IgM negativ. Waaler-Rose-Test negativ. ANA mit 1 : 10.000 (nukleoläres Muster) deutlich positiv. AMA, ASMA und Doppelstrang-DNS negativ. P-ANCA negativ. C-ANCA negativ. Schilddrüsen-Antikörper negativ. RNP, Sm-Antikörper, SSA- und SSB-Antikörper sowie ScL 70-Antikörper negativ. Antihistone negativ. Jo1-Antikörper negativ. Cardiolipin IgG-Antikörper negativ. Cardiolipin IgM-Antikörper negativ. Chlamydien trachomatis IgG- und -IgA-Antikörper negativ. Früher HLA-B27 positiv. C3c-Komplement mit 157 mg/dl und C4-Komplement mit 29 mg/dl normal.

    Zusammenfassende Beurteilung:
    Bei o. g. Patientin besteht eine Kollagenose unklarer Ätiologie verbunden mit polymyalgischer und arthralgischer Komponente. Seit längerer Zeit besteht eine leichte CRP-Erhöhung. Aufgrund der Klinik und des Laborbefundes halte ich eine Basistherapie für sinnvoll, wobei unter Quensil alle 6 Monate eine ophtalmologische Kontrolluntersuchung erfolgen sollte.

    Zur Beurteilung der Effektivität der Basistherapie mit Quensyl empehle ich eine erneute Kontrolluntersuchung in 6 bis 8 Monaten."

    Als ich da war, hatte er noch gesagt, dass er mir keine Medis geben will, weil die Nebenwirkungen im Verhältnis zu schlimm sein könnten. Und jetzt doch... Sind denn die Werte so schlimm? Bei den ANAs war ich schockiert. Von 1 : 2560 auf 1 : 10.000...

    Danke
    Tinalina
     
    #1 19. August 2004
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19. August 2004
  2. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Kollagenose

    Hi Tinalina
    Also eine Kollagenose: (das Kollagen, ein Eiweißbestandteil)
    Es ist eigentlich ein Sammelbegriff für Krankheiten, die sich durch Entzündungen des Bindegewebes auszeichnen. Es kommt zu einer Schädigung des Kollagens, einem Eiweiß, dem Hauptbestandteil des Bindegewebes der Sehnen und des Knorpels. Auch die chronische Polyarthritis (Gelenkentzündung mehrerer Gelenke) gehört zu dieser Gruppe. Aus unerklärlicher Ursache zerfressen eigene Immunzellen die Gelenke und zerstören den Bewegungsapparat.
    Bei Dir werden dazu Muskel und Gelenkschmerzen/beschwerden beschrieben und eine Störung in der Knochen/Knorpelentwicklung des Kniegelenks.
    Ätologie ist die Lehre von den Krankheitsursachen.
    Ja eine Basistherapie ist sicher sinnvoll, auch um entzündungsbedingte Gelenkschäden zu vermeiden.
    Quensyl ist ein Antimalariamittel und wird in der Rheumatologie als langwirksames Antirheumatikum eingesetzt. Auch bei diesen Kollagenoseformen.
    Betreffs möglicher Nebenwirkungen würde ich das noch mit dem Arzt absprechen. Eine regelmäßige Kontrolle der Leber/Nierenwerte und des Blutbildes sollte der Hausarzt machen. Auch betreffs des Farbsehens sollte man auf eventuelle Veränderungen achten.
    Eine positive Wirkung zur Erkrankung ist nachgewiesen.

    Ich wünsch Dir gute Besserung. "merre"