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Pflegestufe bei jungen Rheumatikern

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Steff, 25. August 2008.

  1. Steff

    Steff Neues Mitglied

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    Hallo!

    Ich habe eine Frage an alle, die noch recht jung sind (bis 40) und trotzdem eine Pflegestufe aufgrund ihres Rheumas bekommen haben oder beantragt haben oder abgelehnt bekommen haben, ...

    Wie sind so eure Erfahrungen damit wie man sich beim Antragsverfahren verhalten sollte?

    Hat es irgendwie Auswirkungen z.B. auf das Berufsleben oder so?

    Wie groß sind denn im allgemeinen die Aussichten, dass man die Pflegestufe 1 bekommt oder kostet der ganze Aufwand am Ende wieder nur Nerven?

    Ich wäre sehr dankbar wenn ihr etwas berichten könntet, damit ich vielleicht auch endlich über meinen Schatten springe und einen Antrag stelle ; )

    Viele Grüße!
    Stefanie
     
  2. nicht-hase

    nicht-hase Neues Mitglied

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    Ein Antrag auf eine Pflegestufe hat nur dann Erfolg, wenn täglich mindestens 90 min Hilfe benötigt wird, zB. bei der Körperpflege, Anziehen, etc.
    Ich (49) habe den Antrag mit Hilfe meines Pflegedienstes gestellt, dieser war auch bei dem Hausbesuch des MdK dabei.

    Eine Pflegestufe schließt nicht unbedingt eine Berufstätigkeit aus.
     
  3. Elke

    Elke wünscht allen

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    hallo steff,

    pflegestufe zu beantragen ist nicht schwer, doch einen

    gutachter bzw. gutachterin zu erwischen, die auch der auffassung

    ist das du die 90min, hilfe täglich benötigst.

    ich habe 2003 das erstmal die Pflegestufe beantragt, zu der zeit hatte

    ich "nur" chronische Polyarthritis, herzrhytmusstörungen, hashimoto,

    chr. magenschleimhautentzündung, reflux, RLS, und ein paar kleinigkeiten.

    mir fehlten ein paar minuten in der körperpflege, die haushaltshilfe war

    weit höher veranschlagt. der gutachter sagte mir damals (und steht auch in seinem bericht) das in naher zukunft mit einer verschlimmerung zu rechnen sei und dann erneut geprüft werden soll.
    (Gutachter war ein exam. Pfleger)


    2005 sind wir umgezogen, andere zuständigkeit, ich erlitt meinen ersten schlaganfall und Herzstillstand, und stellte erneut einen antrag = abgelehnt! diesesmal fehlten mir sogar noch mehr minuten als beim erstantrag (Gutachterin war die Leiterin einer Pflegedienststelle)


    2006 erlitt ich meinen zweiten schlaganfall mit erheblichem sprachverlust und teillähmungen der linken körperhälfte, kraftverlust in bein und arm, feinmotorig bis heute noch gestört, auch der kraftverlust ist nicht mehr komplett weg gegangen.
    erneuter antrag mit ärztlicher unterstützung = abgelehnt!
    und man glaubt es kaum, diesesmal fehlten mir noch mehr minuten als bei den anträgen zuvor...........(Gutachter ein Arzt vom MDK, da hatte ich so die hoffnung das er mehr und genauer sieht was los ist)


    bis jetzt hatte ich noch nicht wieder die kraft für einen neu-antrag, doch meine ärzte sind der meinung das ich dies nochmals tun sollte.

    ich denke, hätte ich das glück gehabt und ich hätte den selben gutachter wie beim erstantrag gehabt, hätte ich sie wahrscheinlich bekommen, doch der bezirks wechsel machte dies ja unmöglich.
    aber hätte, wenn und aber..................alles bringt nix, es ist eine auslegungssache und jeder sieht mich anders.

    tja, steff also kann ich dir nur sagen:

    auf in den kampf, füll den antrag aus und warte ab was auf dich zukommt, und sollte es eine ablehnung werden, dann geh in den widerspruch und kämpfe um dein recht!!!

    alles gute und toi toi toi,
    würde mich freuen zu lesen wie es dir ergangen ist
     
  4. lupinchen

    lupinchen Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich habe mit 34 Jahren direkt beim Erstantrag die Pflegestufe II erhalten.
    Ich denke, einen Antrag sollte man stellen, sich gut vorbereiten und dann gucken was dabei herum kommt.
    Man darf eins nicht vergessen, der MDK ist ein Dienst der Krankenkassen und wird auch von diesen bezahlt. Die haben im Sinne der Kasse und nicht im Sinne der Menschlichkeit zu entscheiden.
    Daher ist es auch so schwierig eine Pflegestufe zu erhalten.
    Ich knappse seit 3 Gutachterterminen jeweils mit 1 min an der Pflegestufe III vorbei.
    Ich bezweifle, dass mir diese eine Minute wirklich fehlt, aber es wird eben so lange gerechnet bis das Ergebnis entsprechend ausfällt.

    Gruss
    Lupinchen
     
  5. Gabi Kemnitz

    Gabi Kemnitz Neues Mitglied

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    Hallo Lupinchen,

    mit hat mal ein Gutachter gesagt (und das ist schon gut fünf Jahre her) "Pflegestufe drei bedeutet unter anderem, dass man den Breilöffel nicht mehr alleine zum Mund führen kann, das man dauerhaft bettlägerig ist und weder Toilette noch Toilettenstuhl benutzen kann." Sein Schlusssatz war damals "Eigentlich können nur Menschen im Wachkoma oder ähnlichem Zustand Pflegestufe III bekommen." Damals habe ich gedacht, ob er sich wohl beim Rasieren noch im Spiegel anschauen kann? Es ging damals um die dialysepflichtige, dadurch schwer Herz- und Lungenkranke 12-jährige Tochter meiner Nachbarin und gerade bekomme ich das bei einem befreundeten Ehepaar mit, wo die Frau durch einen nicht operablen Tumor im Gehirn und durch die Medikamente extremer Osteoporose und massivem Übergewicht, sich nicht mal mehr alleine im Bett umdrehen kann. Wenn man ihr aber einen Löffel in die Hand gibt führt sie in zum Mund, was dann auf dem Löffel noch drauf ist zählt nicht. Sie hat Pflegestufe II für Stufe III reicht es nicht.

    Liebe Grüße
    Gabi (bibi ro-lerin seit 2003)
     
  6. nicht-hase

    nicht-hase Neues Mitglied

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    Mein Vater hatte die Pflegestufe III schon, als er noch wenige Schritte gehen konnte. Damals war er aber durchaus in der Lage - was heute nicht mehr der Fall ist - allein zu essen, auf die Toilette gehen, etc.

    Es kommt wieder einmal auf den Gutachter an. Und man muß sich mit dem Ergebnis nicht zufrieden geben und dagegen angehen.

    In meiner Familie haben wir sehr gute Erfahrung mit dem Sozialverband gemacht.
     
  7. Reisemaus

    Reisemaus Reisemaus

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    Erlaube mir bitte eine kleine Korrektur. ;)

    Der MDK ist ein sozialmedizinischer Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung und bietet einen Überblick der ...
    www.mdk.de
     
  8. Steff

    Steff Neues Mitglied

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    Hallo!

    Danke für eure Antworten!

    Ich fühle mich in meiner Annahme sehr bestätigt, dass es hauptsächlich auf den Gutachter und nicht so sehr auf die Schwere der Erkrankung ankommt : (
    Vielleicht erwische ich ja einen Guten...auf jeden Fall werde ich euch auf dem Laufenden halten, was dabei heraus gekommen ist ; )

    Viele Grüße!
    Stefanie