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Partnerschaft

Dieses Thema im Forum "Austausch für und mit Angehörigen" wurde erstellt von moluhn, 20. Mai 2005.

  1. moluhn

    moluhn Guest

    Welche Erfahrungen habt ihr in der Beziehung zu eurem Partner im Umgang mit chronischen Schmerzen?Wie soll ich mich verhalten?So weit es geht Zähne zusammen beisen und durch oder ALS darüber reden?Ich weis es nicht,habe angst um meine Beziehung,das nur die Schmerzen und die Befindlichkeit im Vordergrund steht.
     
  2. Vampi

    Vampi Kieler Sprotte

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    Hallo moluhn!

    Ich finde das Thema Partnerschaft und Rheuma bzw Krankheit überhaupt ist eine ganz sensibles Thema. Ich selbst bin grade nicht in einer Beziehung und finde es schwer überhaupt jemanden kennenzulernen. Und dann wenn es doch so kommt, ist immer die Frage da. Wann erzähle ich wieviel. Ich will ja niemanden überrumpeln, aber mich auch nicht verstellen.
    Ich habe schon 2 Partnerschaften selbst beendet, weil ich das Gefühl hatte die Krankheit hat zu viel Raum eingenommen und das er sich überfordert fühlt. Ich hab mich nicht verstanden gefühlt und immer häufiger einfach gesagt mir gehts gut, obwohl es nicht so war. Einfach um nicht wieder diesen genervten (manchmal vielleicht auch einfach nur hilflosen) Blick sehen zu müssen. Ich habe mir so gewünscht ihm nicht immer sagen zu müssen, "ich kann das nicht", "das tut mir weh". Ich hab mich nicht als ganzer Mensch, als ganze Frau gefühlt und ich dachte bevor er schluß macht, mach ich es lieber zuerst.
    Trotzallem glaube ich, wenn man wirklich liebt ist sowas egal, dann macht das dem Partner (beiden Partnern) auch nichts aus.
    Ich kenne ein Pärchen, wo die Frau Rheuma hat und er gesund ist und ihr regelmäßig Spritzen gibt, sie zum Arzt fährt und sich um sie kümmert...und beide kommen damit klar und sind glücklich.
    Die Krankheit gehört nun mal zum Leben dazu ob man will oder nicht - man sollte diesen Aspekt - der ja ein Teil von dir ist - nicht versuchen auszublenden.
    Wenn man sich liebt, dann sollte man versuchen einen Mittelweg zu finden, dass die Schmerzen und handicaps nicht immer an erster Stelle stehen, aber auch nicht verdrängt werden. Wir sind schon genug eingeschränkt im Leben, da sollten wir uns nicht auch noch in den Bereich Beziehung reinpfuschen lassen!

    Lg, Julia
     
  3. lexxus

    lexxus Neues Mitglied

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    hi moluhn,

    ich denke, der umgang mit erkrankung und schmerz hängt sehr davon ab, wie tolerant dein partner ist. ich habe das glück einen partner zu haben, der mir im schlimmsten fall auch mal beim anziehen hilft, wenn ich es allein nicht schaffe. ich glaube, er leidet eher mit, als das es ihn nervt. ich denke, die reaktionen des partners auf krankheit und schmerz machen auch die stärke/schwachpunkte der beziehung deutlich. in meiner beziehung ist es eher so, daß ich so viel wie möglich allein schaffen will und auch stolz bin, wenn ich bestimmte dinge allein schaffe. mein freund schimpft dann manchmal aber auch mit mir, weil er mir einiges gern abnehmen würde.
    als ich meine diagnose ganz frisch hatte haben wir schon recht viel über die erkrankung gesprochen, weil keiner von uns beiden wusste, was da auf uns zukommt. inzwischen achte ich aber darauf, daß die krankheit nicht zuviel raum einnimmt und vor allem nicht mein leben bestimmt, obwohl das sicher auch mit dem jeweiligen befinden zusammenhängt.
    im freundeskreis und in der schule wissen alle was ich habe. das ist mir wichtig, denn wenns mir bescheiden geht braucht es nicht erst vieler worte um das deutlich zu machen, zumal man einem die erkrankung oft nicht ansieht.
    vor kurzem hatte ich auch das glück in der schule ein referat über rheuma halten zu dürfen und war überrascht, wie wenig die leute über die erkrankung wissen, besonders was den glauben betrifft, dies sei eine erkrankung die alte leute befällt.
    naja, das ist so ziemlich alles was mir im moment dazu einfällt.
    liebe grüße
    lexxus

     
  4. berlinchen

    berlinchen Aktives Mitglied

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    hallo molhun,

    wie du dich verhalten sollst????
    ob eine krankheit und die einschränkungen im vordergrund einer partnerschaft stehen hängt ja auch sehr davon ab,wie ausgeprägt das ganze ist...wie weit man mit der eigenen krankheitsbewältigung ist......

    habe ich einen schub oder mal wieder ärger wg krankengeld usw steht die krankheit sofort mehr im vordergrund, als an ertäglichen tagen.....
    mich haben die ewigen schmerzen, der ärger mit den ärzten, das nicht wirken der medikamente usw sehr verändert.....ich bin dann extrem launisch und werde dann schon mal sehr ungerecht meinem partner gegenüber.

    ich habe phasen da versuche ich das ganze runter zuspielen und will nicht mal mir gegenüber zugeben, wie es mir geht...was das ganze für den anderen sehr unverständlich macht,warum ich mich jetzt so anderes verhalte.....

    mein partner ist genauso wie ich an einer entzündlichem rheumaart erkrankt.
    was seine vorteile wie nachteile hat....bei uns ist die krankheit schon sehr oft im vordergrund, aber es ist nicht alles was uns verbindet:)

    ich finde ein nicht erkrankter kann nicht erraten wie es einem an einem schlechtem tag geht und viele wollen auch einbezogen werden. todschweigen und überspielen schadet einer beziehung um ein vielfaches mehr,als drüber zureden und wenn beide versuchen mit der krankheit und nicht gegen die krankheit zu leben besteht eine gute chance auf eine schöne beziehung.
    deine erkrankung ist nun mal eine besonderheit von dir, die du nicht einfach verstecken kannst.

    ich wünsche dir alles gute und liebe grüße
    sabine
     
  5. moluhn

    moluhn Guest

    HI Sabine

    Ja du hast schon Recht und ich wuste wohl auch schon die richtige Antwort.Liegt wohl daran,das ich nicht krank sein will und dagegen kämpfe.Dabei müste ich zur Zeit zufrieden sein,da ich mich ganz gut fühle.Werde da noch etwas an mir arbeiten müssen.LIEBE Grüße
     
  6. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo moluhn,

    eine funktionierende Partnerschaft sollte auch eine chronische Erkrankung aushalten. Bei uns läuft's offen und ehrlich, zumal ja die Tagesform auch stark wechselt. Ich finde es wichtig, dass mein Partner in alles eingebunden wird. Da lamentiere ich nicht ewig rum, sondern sage direkt, wann was und warum halt nicht geht, und gut ist's.

    Allerdings sorge ich auch (schon mir selbst zuliebe) dafür, dass es mir psychisch gut geht. Früher hatte ich mich vor allem um das gekümmert, was andere von mir erwartet hatten. Das hat sich im Verlauf meiner Erkrankungen grundlegend geändert. Heute sehe ich mein Wohlgefühl im Vordergrund. Anfangs bin ich damit auf herbe Barrieren gestoßen, aber das hatte sich bald gelegt, sahen doch alle, dass ich wieder gut drauf war. Da dies so ist, habe ich mittlerweile längst wieder einige Reserven frei, auch meiner Umwelt, insbesondere meinen Mann, einiges Gutes zukommen zu lassen - stressfrei.

    Meine diversen Erkrankungen sind bei uns eigentlich nur selten ein ausführlicheres Thema. Wir leben halt mit den Handicaps, und zwar nicht schlecht.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  7. berlinchen

    berlinchen Aktives Mitglied

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    hallo molhun,

    ich habe den scheiß jetzt schon seit juni 99, die diagnose seit jan 2003 und kämpfe auch immer wieder dagegen an und leben nicht im einklang....denke das dauert einfach und das werden wir auch noch schaffen :rolleyes: ;)
    und ich gönne mir auch bewußt tage an denen ich alles schlimm finde, auch das tut guut :)

    liebe grüße
    sabine
     
  8. liebelein

    liebelein Carpe Diem.....

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    hallo moluhn...

    dieses thema wurde schon einige male hier angesprochen..evtl.helfen dir die beiträge dazu ja, um einen weg für dich zu finden.

    http://www.rheuma-online.de/phorum/...4&highlight=sex

    http://www.rheuma-online.de/phorum/...5&highlight=sex

    http://www.rheuma-online.de/phorum/...1&highlight=sex

    http://www.rheuma-online.de/phorum/...5&highlight=sex

    http://www.rheuma-online.de/phorum/...2&highlight=sex


    und hier mal was für die angehörigen:

    http://rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=10206&highlight=angeh%F6rige

    hoffe für dich,das du einen weg für dich und deine partnerschaft finden wirst.

    alles gute
    liebi
     
  9. ana.t

    ana.t Neues Mitglied

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    hätte eine frage: auf meiner uni bin ich lästerthema nr. 1 wegen der krankheit. die meisten schauen mich nur schief von der seite an, und tuscheln dann.. jetzt ist's so dass sich ein arzt in mich verliebt hat, zu dem ich wegen der krankheit aber total arrogant war, aber der selbst auf mich auch ziemlich abgehoben gewirkt hat. wir haben uns ständig gestichelt. jetzt hat ers erfahren, und glotzt mich nur blöd an. ich fühle mich so ausgeliefert und nackt deswegen :( dass so etwas intimes so viele von meinen studienkolleginnen wissen.. wie kann ich damit umgehen?
     
  10. Mara1963

    Mara1963 Bekanntes Mitglied

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    Zwei Fragen:

    Welche Krankheit hast du?

    Weshalb hast du das Bedürfnis dich wg. einer Krankheit oder sonst irgend etwas so wichtig zu machen, dass es die ganze Uni weiß?

    Und doch noch eine dritte Frage, weshalb gehts jemanden was an wer sich in dich und in wen du dich verliebst?

    Mara
     
  11. ana.t

    ana.t Neues Mitglied

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    Chron. Polyar
    -Ich mach mich NICHT WICHTIG! Ich habe es leider einer falschen Person erzählt, die es dann überall rumerzählt hat.. das ist mir sehr unangenehm.
    -weil diese "Sticheleien" leider vor vielen Leuten passiert sind. Und einige Personen im Gespräch mit mir indirekt angedeutet haben, ich würde ihm nachrennen
     
  12. Julianes

    Julianes Mitglied

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    ok., jeder hat seine Privatsphäre.....

    aber was ist an chron. Polyarthritis sooo vertuschungswürdig?
    Als ich Deine erste Meldung gelesen habe, dachte ich wunder was da kommt.

    Gehört zum Annehmen einer Erkrankung nicht auch der selbstbewußte Umgang damit?
    Und das hat nix mit Wichtigmachen zutun.
    Meine Kollegen und Freunde wissen Bescheid, ich finde nichts schlimmes daran.

    ok, ich trage es nicht wie eine Flagge voraus.

    Also laß dich nicht verunsichern. Und hier sind viele, die trotz CP oder schlimmerem
    einen Partner gefunden haben, der das akzeptiert und zu ihnen steht.
    CP ist kein Hinderungs- oder Ablehnungsgrund!

    lg von jule.
     
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  13. Mara1963

    Mara1963 Bekanntes Mitglied

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    Du solltest dir für die Zukunft merken ana, dass du nur jemandem etwas erzählst, wenn du auch bereit dafür wärst, dass es weiter erzählt würde, ansonsten behalte es für dich.

    Ich bin ja auch der Meinung wie Julianes, dass man sich wegen keiner Krankheit zu schämen braucht und wenn andere sich mukieren würde ich mich distanzieren; das sind armseelige Menschen, die müssen noch viel lernen, wenn in ihrem Leben auch mal was nicht geradelinig läuft.

    Bei dieser Liebelei ist doch ausschließlich bedeutend was zwischen euch beiden ist und nicht was jemand anderes denkt. Eine Liebe, die Zukunft hat, wird zueinander halten.

    Mara
     
    käferchen und Kati gefällt das.