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Nochmal Cortison Nebenwirkungen

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Calendula, 27. Oktober 2005.

  1. Calendula

    Calendula Die Ringelblume

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    Diesesmal geht es mir bei der Cortison Stoßtherapie wieder ziemlich übel. Das letzte Mal dachte ich, ich kriege Depressionen, diesesmal habe ich gezielt gegengesteuert und mir bewusst gemacht, dass ich das durchhalten werde. Und trotzdem war/bin ich voll neben der Spur - nicht psychisch, sondern physisch und dabei merke ich, dass ich regelrecht kämpfen muss.

    Die Folge:

    Ich bin gestern als Notfall beim Doc gelandet, weil mein Ruhepuls über 110 ist und mein Blutdruck ins Endlose steigt, sobald ich mich auch nur ein bisschen bewege.

    Nach genügend Googlen habe ich das hier gefunden:

    "Erhöhtes KHK-Risiko durch hochdosierte Glucocorticoide

    "Patienten, die mindestens 7,5 mg Prednisolon-Äquivalent täglich einnehmen, haben ein 2,5fach erhöhtes Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis im Vergleich zu Personen, die nicht mit diesen Medikamenten behandelt werden (Ann Intern Med 2004; 141: 764-770)...""
    Quelle: http://www.medknowledge.de/abstract/med/med2004/11-2004-32-cortison-khk-da.htm

    Der Link zum Originalartikel: http://www.annals.org/cgi/content/abstract/141/10/764


    Morgen früh werde ich den Artikel meine Doc zeigen, da ist mein Kontrolltermin. Ich vertrage es also wirklich nicht.

    *argh* dabei waren die Gelenke gerade dabei sich etwas besser zu fühlen. Stattdessen kann ich jetzt Schmerzmittel (NSAR vertrage ich gar keine! Nicht mla COX2-Hemmer *heul*) aus der Gruppe der Opioide einwerfen, bis es mir das Hirn wegbläst und mehr geht nicht? Erst am 22.11. habe ich einen neuen Termin beim Rheumatologen.

    Ach Sch......

    sorry, für's Jammern.

    Calendula
     
  2. Tabby

    Tabby Neues Mitglied

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    Ich habe fast die gleichen Erfahrungen bei meiner letzten Cortisontherapie gemacht, wie du, Calendula.
    Innerlich habe ich "gekocht", war total nervös und auch mein Ruhepuls stieg ins Unendliche. Es ging mir richtig schlecht damit.
    Gegen die Schmerzen nehme ich derzeit Zaldiar, das dämpft die Schmerzen für einige Zeit.
     
  3. Calendula

    Calendula Die Ringelblume

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    Ich "koche" auch regelrecht. Ich bin zappelig, nervig, fahrig, unkonzentriert und fühle mich trotzdem fix und alle. Null belastbar, keinen Meter weit komme ich ohne dass mir das Herz bis zu Hals schlägt. Mein Hausarzt hat mir dagegen Betablocker verordnet, weil er gestern schon dachte, ich sterbe am Herzkapser, wenn es so weitergeht. Mein Blutdruck lag in Ruhe (!) bei 180 zu weiss der Kuckuck (hab nicht gefragt, war schon geschockt genug).

    Au Backe!

    Liebe Grüße,
    Calendula
     
  4. Tabby

    Tabby Neues Mitglied

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    Bist du denn schon wieder am Ausschleichen ?
    Ich habe, aufgrund des Termines, den ich bei meiner Ärztin bekommen habe (ich sollte fast 14 Tage warten), selbst angefangen mit dem Ausschleichen. Habe dann die Abenddosis alle 3 Tage reduziert, bis diese bei 0 war und danach die Frühdosis.
    Kein Arzt der Welt hätte mich davon überzeugt, das Cortison weiterzunehmen, mit den Nebenwirkungen, lieber halte ich die Schmerzen aus.:(
     
  5. Calendula

    Calendula Die Ringelblume

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    Ich habe jetzt auch kurzerhand begonnen auszuschleichen. Absetzen kann ich nicht, ich bin mitten in der Hochdosis. Morgen früh habe ich einen Arzttermin bei meinem Hausarzt, dem gebe ich den ausgedruckten Artikel und sage ihm, dass ich nicht beabsichtige am Herzkasper zu sterben und dass es so nicht machbar ist.

    Ich wollte eigentlich meine Gelenke behalten. Ich bin doch schon im Rollstuhl (hoffentlich nur vorübergehend) gelandet.

    Liebe Grüße,
    Calendula
     
  6. Tabby

    Tabby Neues Mitglied

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    Wenn du auf 5mg runter bist, hören die heftigsten Nebenwirkungen auf, ach ja, Kohlehydrate-Heisshunger hatte ich auch noch. :eek:
     
  7. Calendula

    Calendula Die Ringelblume

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    5 mg kann ich tolerieren, das weiss ich aus Erfahrung, alles drüber haut mich um. Damit ist eine Hoffnung weniger da. Keine NSAR, kein hochdosiertes Cortison, bin auch noch Asthmatikerin und im Darm zeichnet sich auch eine böse Geschichte ab. Ich hab mal wieder die Faxen dicke....

    Liebe Grüße,
    Calendula
     
  8. zuckerschnutenmama

    zuckerschnutenmama Neues Mitglied

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    Hallo
    Also wenn ich das hier lese; denke ich das das von mir stammt.
    Genauso geht es mir auch ..

    Ich bin derzeit auch am Cortison ausschleichen & hoffe das ich irgendwann wieder normal denken kann; fühlen kann .. mir ist so schwindelig & ich bin so fahrig .. ich kriege nix gebacken ..

    Welche Dosierung habt ihr denn ?

    Ich habe vor 2 Wochen 2 Tage die Dosierung hochsetzen müssen von 15 mg Tgl ( 10 -0- 5) > auf 35 mg auf 20 - 0 - 15 verteilt .. reduziere seid Montag alle 3 Tage 5 mg ( ab heute 20 - 0 - 5 mg ) dafür darf ich ja seid Montag wieder Schmerzmittel nehmen ( MEINE LEBERWERTE waren katatastrophal )


     
  9. Calendula

    Calendula Die Ringelblume

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    Erst waren es 30mg, dann habe ich reduziert auf 25mg, damit war ich immer noch ein Arztnotfall und schaffe den Tag nur noch mit Betablockern und jetzt schleiche ich aus und dann setze ich den Betablocker ab. [​IMG]

    Liebe Grüße,
    Calendula
     
  10. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

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    Bärlin :-)
    Cortison..

    Als ich mit Cortison anfing, hatte ich viele Probleme. Zittern, so wie ein/e Alkoholikerin/Alkerholiker beim Entzug. Ich bekam Cortison ´mitte Januar und beim Ausschleichen, habe ich immer noch gezittert. Nun muß ich Cortison weiter nehmen, was ich nie bedacht habe, das mein hoher Pulsschlag und viel Zittern, damit zu tun haben könnte. Nur für mich ist eines sicher, ohne Cortison, läge ich zur Zeit nur noch in meinem Bett und das leben ginge ganz an mir vorbei. Mein Mann, der eigentlich einen Pferdemagen hat, reagiert auf Cortison mit Magenkrämpfen.
    Liebe Grüße
    Gitta, die denkt, das jeder Mensch eben anders ist
     
  11. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    überall
    mmmmmmmmmmhhhhhhhhhhhhhhhhhh

    Wenn ich das alles so lese, frage ich mich, ob ich Cortison nehme ? :D

    Nach nunmehr 11 Jahren Cortison, tgl. Dosis seit 4 Jahren 8 mg, stelle ich folgendes fest:

    - Übergewicht / ja - aber, Hormoneinstellung durch OP, Wechseljahre,
    Fressattacken unkontrolliert durch Frust im Schub
    - Hoher Blutdruck / ja - aber, meine Schilddrüse ist nicht ok, ich habe
    Diabetes Typ 2 und die Hormone fehlen auch
    - Herzstolpern, schneller Puls, Übelkeit, Frieren, Schwitzen, Hitzewallungen usw. / ja - aber, alles das zusammen, plus Rheumaentzündung immer im Körper, psychisch angeknackst, Dauermedikationen, Schilddrüsenknoten und Zysten, Hormone tschüss und Zucker -

    da kann der Körper schon mal ticken, oder nich ??

    Wie Gitta sagt: ohne Corti wäre ich wahrscheinlich ein Krüppel und weitaus kränker, als ich es eh bin. Da steckt man mit guten Gegenmitteln diese kleinen Nebenwirkungen doch weg.

    Also, dann - alles Gute !

    Pumpkin
     
  12. susannegru

    susannegru Neues Mitglied

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    Hallo,
    damit für Neulinge nicht der Eindruck entsteht, Cortison sei ein richtiges Horrormedikament, möchte auch ich eine positive Darstellung geben. Natürlich überwiegen hier erstmal die negativen Erfahrungen, weil man dann eher bei RO nachfragt, sein Herz ausschüttet. Wenn es einem gut geht, beschäftigt man sich am liebsten nicht mit der Krankheit.

    Ich habe wie Uschi 10 jährige Cortisonerfahrung, angefangen mit 5 mg immer wieder Stoßtherapien (50 mg abwärts), seit 2 jahren 10 mg durchgehend dazu 1 Cortisonspritze in das Großzehengelenk, da ich letztes Jahr, als ich versuchte, Cortison zu reduzieren, einen Schub bekam und den Fuß nicht mehr abrollen konnte. Ich nehme auch noch MTX und Humira, dazu Blutdruckmittel (Coaprovel) und BetaBlocker.

    Trotz allem möchte ich auf keinen Fall auf Cortison verzichten, es ist lebensrettend, so sehr ich es auch schon verflucht habe, aber wenn man am Ende ist, gibt es nichts Besseres. Ich wäre ohne Cortison schon tot. Da ich es auch noch an den Bronchien habe. Zur Zeit versuche ich mal wieder von den 10 mg runter zu kommen, bin jetzt bei 9 mg, aber schon kribbelt es wieder.

    Am Besten wäre es natürlich, man käme mit 5 mg aus. Gewichtsprobleme habe ich erst, seitdem meine Entzündungswerte dauerhaft weg sind, besonders seitdem ich nichts mehr an den Bronchien habe. Die Hosen musste ich eine Nummer größer kaufen. Damit es nicht noch schlimmer wird, esse ich sehr kontrolliert, was natürlich auch nicht immer gelingt. Als mich die Entzündungen im Griff hatten, habe ich mehr gegessen und war total mager.

    Beste Grüße von Susanne
     
  13. Monsti

    Monsti das Monster

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    Ich habe zwar nur 5-jährige Cortison-Dauererfahrung, aber ich denke, das reicht auch, um darüber berichten zu können.

    Positive Wirkungen:
    zuverlässige Unterdrückung von Entzündungen samt der damit verbundenen Schmerzen, damit eklatante Besserung der Lebensqualität

    Negative Wirkungen:
    Mondgesicht, Heißhunger/Unterzuckerung, dünne, leicht blutende Haut, Wundheilungsstörungen und leider trotz regelmäßiger Kalzium/Vit.D-Gabe galoppierender Abbau der Knochendichte

    Blutdruckerhöhung hatte ich nur unter höheren Dosen über längere Zeit (20 mg und aufwärts), Gewichtszunahme hatte ich sogar unter Höchstdosen i.v. niemals. Ich war und bin stets deutlich untergewichtig.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  14. Tabby

    Tabby Neues Mitglied

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    Euere Einwände und Gründe verstehe ich sehr gut.

    Dennoch, für meine Lebensumstände ist Cortison, bzw. dessen Nebenwirkungen auf mich, nicht zuträglich. Ich habe zwei Jungs, für die ich voll und ganz, von Morgens bis Nachts, alleine verantwortlich bin, ich habe niemanden mehr, der mir mal zur Hand gehen könnte und muss tagtäglich, trotz "eigener Wehwehchen" meinen Alltag bewältigen. Mit Cortison bin ich den ganzen Tag platt und selbst das morgendliche, pünktliche Aufstehen ist nicht mehr gewährleistet, da ich während der Einnahme so geschlaucht bin und ausserdem Schlafstörungen habe, dass ich bereits Morgens erschöpft bin.

    Nicht jeder reagiert gleich auf Medikamente und nicht jeder hat die gleichen Lebensumstände.
     
  15. Calendula

    Calendula Die Ringelblume

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    Ich halte Cortison auch für unerlässlich. Ich bin selbst Asthmatikerin und ohne lokales Cortison hätte ich so manche Bronchitis nicht überlebt. Ich vertrage es jedoch als Tablette nicht. Ich habe es jetzt 2 Mal höherdosiert versucht. Beides Mal ist es massiv schiefgegangen. Mit einem Ruhepuls jenseits 110 (fast 120) und einem Ruheblutdruck im Liegen von knapp über 180 ist es bereits derart gefährlich, dass ich gestern so gut wie reif war für die Ambulanz. Jede Bewegung brachte den Blutdruck in Gefilde, die einem anderen Menschen die Lichter ausgeblasen hätte und auf ein Reanimationserlebnis bin ich wirklich nicht scharf. Trotz Betablocker ist heute der Blutdruck und der Puls wieder stark angestiegen.

    Fazit: Jeder Mensch ist tatsächlich anders, nur das Risiko einer kardiovaskulären Geschichte ist mir zu hoch.

    Liebe Grüße,
    Calendula
     
  16. zuckerschnutenmama

    zuckerschnutenmama Neues Mitglied

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    Hallo
    Also ich möchte auch nochmal sagen das ich Cortison nicht für ein Teufelszeug halte sondern für eben in meiner derzeitigen Situation eben ein geeignetes Medikament dessen Nebenwirkungen eben zu ertragen sind.

    Ich bin noch am Anfang der Behandlung & am Anfang mit den Erfahrungen mit Cortison & muss ehrlich sagen: das mich die Nebenwirkungen doch massiv beeinträchtigen so das ich echt neben der Spur bin.
    Aber was eben muss das muss.

     
  17. klaraklarissa

    klaraklarissa Neues Mitglied

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    ...ich weis nicht, wie es mir ohne cortison jetzt ginge???

    sicher wäre ich etwa 40kg leichter, würde mich im spiegel noch wiedererkennen, bräuchte nicht in die frágenden gesichter der leute blicken, ob ich es bin oder nicht ....

    nebenwirkungen ...woher kommen sie? .ruhepuls seit jahren über 100 ...meist 120, wenn ich dannmal laufe, schlägt mir das herz zum halse raus, herzstolpern, bluthochdruck, insulinpflichtiger diabetis .... sind das wirklich nur nebenwirkungen, oder auch begleitsymptome der erkrankung??

    meine entzündungswerte steigen stetig, obwohl ich als dauermedikation 20mg cortison tgl. nehme ....seit über 2 jahren??..... mit stoßtherapieen ab 50 oder sogar 100mg, mit einspritzung ins gelenk.....

    wie würde das ganze ohne das prednisolon aussehen??? schlimmer? noch höhere entzündungswerte?? keine ahnung.

    immerhin habe ich ja von der rheumatischen seite her mit der vaskulitis, der pss und ra oder cp zu kämpfen ... ach ja die gicht gehört ja auch noch dazu, oder?
    von der nichtrheumatischen seite überhäufen mich die krankheiten auch. also wer will und kann da noch unterscheiden, was wirkung und was nebenwirkung ist? wohl kaum jemand.

    ich nehme das cortisonals segen, denn der letzte schub hat wieder gezeigt, das es doch noch anschlägt, zwar in verbindung mit anderen antirheumatischen medis (symphal) aber immerhin.

    bleibt uns denn etwas anderes übrig? .....nachdenkliche grüße