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nicht vergessen....

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von merre, 25. November 2005.

  1. merre

    merre Aktives Mitglied

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    ....Sonntag ist erster Advent. Da ich im mom Stress und wenig Zeit habe:
    bitteschöööön, einen schönen ersten Advent und zur Einstimmung angehängt:
    "merre"
     

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  2. corinna

    corinna Neues Mitglied

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    eine kleine Geschichte....

    hier eine kleine Geschichte, ich fand sie sehr nett und möchte sie darum weitergeben..

    Gespräch zwischen dem Zündholz und Kerze:

    Es kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze:
    "Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden."

    "Oh nein, erschrak die Kerze, nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine
    Tage gezählt. Niemand mehr wird meine Schönheit erkennen."

    Das Zündholz fragte: " Aber willst Du denn ein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?"

    "Aber brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften", flüsterte die Kerze unsicher und voller Angst.

    "Es ist wahr" entgegnete das Zündholz. "Aber das ist doch das Geheimnis unserer Berufung, wir sind berufen, Licht zu sein. Was ich tun kann, ist wenig. Zünde ich dich nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür, Feuer zu entfachen. Du bist eine Kerze. Du sollst für andere leuchten und Wärme schenken. Alles was du an Schmerz und Leid hingibst wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst.
    Andere werden dein Feuer weitertragen. Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben.

    Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung:

    "Ich bitte Dich, zünde mich an."



    Auch von mir einen schönen 1.Advent für alle!!!
    Corinna
     
    #2 25. November 2005
    Zuletzt bearbeitet: 25. November 2005
  3. Nixe

    Nixe Neues Mitglied

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    Adventsgrüße

    Auch von mir eine kleine Geschichte, die ich von der Lehrerin des kleinen Drachens bekommen habe:

    Der kleine Straßenfeger und das Engelshaar

    In der Nacht war Schnee gefallen, und dann hatte es gefroren. Der kleine Straßenkehrer zog sich wärmer an als sonst: mit der roten Pudelmütze, dem langen blauen Wollschal und den dicken roten Handschuhen. Leider hatten die Motten Löcher hineingefressen; so schaute an beiden Händen der Zeigefinger heraus und an der linken Hand auch noch der kleine Finger.

    Traurig betrachtete der kleine Straßenfeger die nackten Finger, während er zur Winterstraße ging.
    Heute brauchte er noch keine Schneeschaufel, aber wenn es weiter schneite, würde er mit dem Besen alleine nicht mehr auskommen.
    Während er so die Straße kehrte, sah er auf einmal etwas im Schnee glitzern, etwas glänzendes. Es war ein langer glänzender Faden, den der kleine Straßenkehrer aufhob. "Engelshaar", sagte er andächtig, "das Haar von einem Engel!" Und er wickelte das schimmernde Haar um seinen linken Zeigefinger, der am meisten fror.
    Das Engelshaar sah wunderhübsch aus - und es wärmte! Nicht nur der Zeigefinger wurde warm sondern die ganze linke Hand.
    "Guten Morgen, kleiner Straßenkehrer", rief Fräulein Wunderlich, vor deren Garten er das Engelshaar gefunden hatte. Sie war gerade zu ihrem Vogelhäuschen unterwegs, um den Meisen und Spatzen Futter zu bringen. "Was hast du denn da hübsches am Finger?", fragte sie. "Engelshaar", sagte der kleine Straßenkehrer stolz. "Jetzt macht es mir überhaupt nichts mehr aus, daß meine Handschuhe Löcher haben."
    Fräulein Wunderlich lächelte ihm freundlich zu. Dann ging sie ins Haus zurück, holte rote Wolle und fünf Stricknadeln aus der Schublade und fing an, dem kleinen Straßenkehrer neue Handschuhe zu stricken. Sicher hat das der Engel so gemeint, dachte sie, als er sein Haar gerade vor meinen Garten legte.
    Inzwischen kehrte der kleine Straßenkehrer weiter die Winterstraße. Ab und zu blieb er stehen und betrachtete glücklich seinen linken Zeigefinger.
    Da kam die alte Zeitungsfrau vorbei. Sie trug ihre Hände in die Schürze gewickelt, weil sie ihre Handschuhe verloren hatte.
    "Frierst du?" fragte sie der kleine Straßenkehrer. Die alte Zeitungsfrau nickte.
    Der kleine Straßenkehrer zögerte einen Augenblick, dann löste er das Engelshaar von seinem linken Zeigefinger und gab es der Zeitungsfrau. "Du mußt es um deine Hand wickeln", sagte er, "dann frierst du nicht mehr."
    Und merkwürdig! Nicht nur die Hände der alten Zeitungsfrau wurden warm - auch die des kleinen Straßenkehrers blieben es, ja, sie wurden noch wärmer, als sie gewesen waren.
     
  4. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    Christkindl Ahnung im Advent



    Erleben eigentlich Stadtkinder Weihnachtsfreuden? Erlebt man sie heute noch? Ich will es allen wünschen, aber ich kann es nicht glauben, daß das Fest in der Stadt mit ihren Straßen und engen Gassen das sein kann, was es uns Kindern im Walde gewesen ist.

    Der erste Schnee erregte schon liebliche Ahnungen, die bald verstärkt wurden, wenn es im Haus nach Pfeffernüssen, Makronen und Kaffeekuchen zu riechen begann, wenn am langen Tische der Herr Oberförster und seine Jäger mit den Marzipanmodeln ganz zahme, häusliche Dinge verrichteten, wenn an den langen Abenden sich das wohlige Gefühl der Zusammengehörigkeit auf dieser Insel, die Tag und Tag stiller wurde, verbreitete.

    In der Stadt kam das Christkind nur einmal, aber in der Riß wurde es schon Wochen vorher im Walde gesehen, bald kam der, bald jener Jagdgehilfe mit der Meldung herein, daß er es auf der Jachenauer Seite oder hinter Ochsensitzer habe fliegen sehen. In klaren Nächten mußte man bloß vor die Türe gehen, dann hörte man vom Walde herüber ein feines Klingeln und sah in den Büschen ein Licht aufblitzen. Da röteten sich die Backen vor Aufregung, und die Augen blitzten vor freudiger Erwartung.

    Je näher aber der Heilige Abend kam desto näher kam auch das Christkind ans Haus, ein Licht huschte an den Fenstern des Schlafzimmers vorüber, und es klang wie von leise gerüttelten Schlittenschellen. Da setzten wir uns in den Betten auf und schauten sehnsüchtig ins Dunkel hinaus; die großen Kinder aber, die unten standen und auf eine Stange Lichter befestigt hatten, der Jagdgehilfe Bauer und sein Oberförster, freuten sich kaum weniger.

    Es gab natürlich in den kleinen Verhältnissen kein Übermaß an Geschenken, aber was gegeben wurde, war mit aufmerksamer Beachtung eines Wunsches gewählt und erregte Freude. Als meine Mutter an einem Morgen nach der Bescherung ins Zimmer trat, wo der Christbaum stand, sah sie mich stolz mit meinem Säbel herumspazieren, aber ebenso frohbewegt schritt mein Vater im Hemde auf und ab und hatte den neuen Werderstutzen umgehängt, den ihm das Christkind gebracht hatte.

    Wenn der Weg offen war, fuhren meine Eltern nach den Feiertagen auf kurze Zeit zu den Verwandten nach Ammergau. Ich mag an die fünf Jahre gewesen sein, als ich zum ersten Male mitkommen durfte, und wie der Schlitten die Höhe oberhalb Wallgau erreichte, von wo sich aus der Blick auf das Dorf öffnete, war ich außer mir vor Erstaunen über die vielen Häuser, die Dach an Dach nebeneinander standen. Für mich hatte es bis dahin bloß drei Häuser in der Welt gegeben. von Ludwig Thoma (1867-1921)

    [​IMG]
     
  5. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

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    Der Weihnachtsteller

    Barbara Pronnet

    Als ich zusammen mit meinen gleichaussehenden Kollegen in den bunten
    Weihnachtsteller gelegt wurde, war mir schnell klar, jetzt heißt es warten und reifen bis zum Fest. Ich roch herrlich nach Butter und Rum und meine Zuckerglasur stand mir besonders gut.
    "He" rief ein dicker Marzipankartoffel neben mir "mach dich nicht so breit."
    "Du mußt reden", beschwerte sich eine herrlich aussehende Kokosmakrone rechts von mir, "du machst dich doch breit wie ein fetter Christstollen". Sie lächelte mir freundlich zu und ich strahlte zurück. Was wäre wohl, träumte ich, wenn wir unsere Zutaten zusammenmischten?
    Es käme bestimmt etwas besonders süßes heraus.

    Ich sah mich um. Ein bischen eng wars schon auf diesem bunten Teller, aber die Farbenpracht und der Geruch waren
    einmalig. Ich freute mich schon auf den großen Tag. Wenn eine kleine Kinderhand nach mir greift und mich genußvoll verschlang.
    Das ist eben für uns Plätzchen die Krönung. Meine nette Kokosmakrone neben mir war eingeschlafen. Ihr zarter Duft machte mich ganz schwindelig.

    "Bist du neu hier"? Ich äugte nach links oben von wo diese tiefe Stimme kam und schaute auf den wohl bestgelungensten Gewürzlebkuchen aller Zeiten.
    Er trotze nur so vor Korinten, Rosinen und Schokostückchen.
    "Ja, ich bin noch ganz warm" sagte ich.
    "Du siehst sehr appetitlich aus, so rund und saftig" lobte er mich.
    "Danke, aber nichts gegen dich. Du bist fantastsich." Der Lebkuchen räkelte
    sich richtig unter meinem Kompliment. "Stimmt ich bin wirklich gut gelungen.
    Die Hausherrin probierte ein neues Rezept. Sie hat sich sehr viel Mühe gegeben".
    "Ach Papperlapapp" schimpfte der dicke Marzipankartoffel auf ein Neues, "Ihr mit eurem Geschwätz. Spätestens bis zum 2. Weihnachtsfeiertag werdet ihr einfach in volle Bäuche gestopft und keiner wird sich mehr an eure Aussehen erinnern, oder an eurem Geruch. Ihr seid eingebildete Narren."
    "Vielleicht hast Du recht", pflichtete ich ihm bei, "aber unsere Aufgabe ist es nun mal gut auszusehen und zu schmecken."
    "Wenn du so weiter meckerst", lachte ein Butterplätzchen schräg oben von uns, "wird dich keiner mehr vernaschen, weil du nämlich bis dahin sauer geworden bist."
    Wir lachten alle schallend und der Marzipankartoffel wurde ganz dunkelbraun vor Wut. Meine süße Kokosmakrone war aufgewacht und hatte uns eine Weile wortlos zugehört.
    "Versteht Ihr denn den Sinn dieses Festes überhaupt nicht? Es geht doch nicht darum, wer am besten gelungen ist , die schönste Farbe hat und am leckersten schmeckt. Oder wer den besten Platz im runden Teller hat. Wichtig ist nur, daß wir alle wie wir hier liegen, Freude bereiten und dazu-
    beitragen, daß es ein gelungenens und frohes Fest wird.

    Und wenn wir uns bis dahin alle vertragen werden sich unsere Aromen vermischen und wir alle werden unvergesslich schmecken. "

    Es wurde sehr still im buntgemischten Weihnachtsteller. Der Marzipankartoffel rutschte noch ein bischen weiter nach unten, aber er sagte nichts mehr. Die anderen nickten zustimmend.

    Ich schaute stolz auf meine kleine Kokosmakrone,denn was sie gerade sagte ist das beste Rezept was je geschrieben wurde.

    Ich wünsche euch eine besinnliche Vorweihnachtszeit.
    Liebe Grüße
    Gitta