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Neuester Vorschlag von Rösler: Kassenpatienten sollen in Vorleistung treten. Verbrauc

Dieses Thema im Forum "Krankenkassen und Pflegeversicherung" wurde erstellt von Colana, 4. Oktober 2010.

  1. Colana

    Colana Musikus

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    Minister Rösler für Vorkasse beim Arzt - Drei-Klassen-Medizin? Von Christoph Rybarczyk 3. Oktober 2010, 10:38 Uhr

    Sein Vorschlag: Kassenpatienten sollen in Vorleistung treten. Verbraucherschützer warnen vor Drei-Klassen-Medizin.

    Hamburg/Berlin. Den gesetzlich versicherten Patienten soll es beim Arzt künftig ergehen wie denen mit einer privaten Krankenversicherung - allerdings nicht bei der Behandlung, sondern bei der Bezahlung. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) regt an, dass auch Kassenpatienten künftig ihre Rechnungen für medizinische Leistungen auf Euro und Cent bezahlen und sich das Geld von ihrer Versicherung zurückholen.

    Den Ärzten, die das Modell seit Langem heimlich favorisieren, kommt Röslers Idee zupass. Die Verbraucherschützer laufen dagegen Sturm. "Wir stehen kritisch zu dieser Initiative. Es besteht die Gefahr, dass sich eine Drei-Klassen-Medizin entwickelt", sagte Ilona Köster-Steinebach vom Bundesverband der Verbraucherzentralen dem Abendblatt. Die drei Klassen wären die Privatpatienten, die gesetzlich Versicherten mit der Kostenerstattung und schließlich die gewöhnlich Versicherten, denen die Behandlung als "Sachleistung" der Kasse bezahlt wird.

    Köster-Steinebach warnte: "Der Patient darf nicht auf den Kosten sitzen bleiben." Die Befürchtung: Nachdem der Patient seine Rechnung bezahlt hat, könnte die Kasse sich leichter dagegen sperren, die Rechnung in voller Höhe zu begleichen. Die Ärzte geben zu bedenken: "Wer schwarz auf weiß sieht, was die Behandlung kostet, geht wahrscheinlich bewusster damit um. Man überlegt sich: Ist jeder Arztbesuch sinnhaft?" sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Roland Stahl, dem Abendblatt. Bei Röslers Plänen dürfe kein Patient mit den Rechnungen überfordert werden. Die Versicherten müssten vorab mit den Kassen klären, welche Behandlung übernommen werde. Und es müsse eine neue Gebührenordnung für Praxisärzte geben.

    Die gesetzlichen Kassen sehen die Rechnungsbegleichung durch den Behandelten skeptisch: "Vorkasse heißt, dass den Ärzten der Griff ins Portemonnaie ihrer Patienten ermöglicht wird. Das lehnen wir ab", sagte der Sprecher des Kassen-Spitzenverbandes, Florian Lanz. "Das Sachleistungsprinzip ist ein Eckpfeiler der sozialen Krankenversicherung. Wenn kranke Menschen zum Arzt gehen, dann sollen sie sich nicht erst fragen müssen, ob ihr Geld reicht, um in Vorkasse gehen zu können."
    Die Kostenerstattung könnte auch alle Ambitionen zum Sparen untergraben - zum Vorteil der Ärzte. Verbraucherschützerin Köster-Steinebach sagte: "Die Ärzte erhoffen sich eine schnelle Zahlung in voller Höhe. Über die Kassenärztlichen Vereinigungen wird wegen der Budgetierung der Honorare aber nicht die volle Höhe erstattet. Was ist dann mit der Differenz?" Soll heißen: Der Arzt bekommt normalerweise nicht alle Leistungen, die er erbracht hat, von der Kassenärztlichen Vereinigung ersetzt. Bei Röslers Plan trüge er dieses Risiko nicht mehr. Zudem darf beispielsweise ein Orthopäde nicht Behandlungen abrechnen, für die er nicht qualifiziert wurde. Das wird heute bei der Abrechnung durch die Kasse geprüft. Bei Röslers Plänen, so befürchten Verbraucherschützer, könnte sich der Druck auf die Patienten verlagern. Köster-Steinebach glaubt, dass ein Kranker Mehrkosten oder die Arztrechnung lieber akzeptiert, als noch länger auf den nächsten Termin zu warten.

    Gesundheitsminister Rösler versicherte dagegen gestern, niemand werde zur Kostenerstattung gezwungen. "Es wird auch künftig das Sachleistungsprinzip geben." Er gehe um mehr Transparenz bei den gesetzlichen Krankenkassen.

    Röslers Änderungen bei den Arzneimitteln stoßen derweil auf heftige Kritik. Die Vorstandschefin von Deutschlands größter Kasse Barmer GEK, Birgit Fischer, sagte: "Bei der Neuordnung des Arzneimittelmarktes scheint die Bundesregierung Gesundheitspolitik mit Wirtschaftspolitik zu verwechseln." Erst habe sich Rösler damit gerühmt, das "Preisdiktat der Pharmalobby" zu brechen. Nun würden durch die Gesundheitsreform unabhängige Experten ausgebremst, die den Nutzen und die Kosten neuer Pillen bewerten. Die Beweislast werde umgekehrt. Jetzt müsse man beweisen, dass ein Präparat nutzlos sei. Bislang musste die Industrie den Nutzen einer Innovation nachweisen.
    www abendblatt.de
    (Bitte daran denken, wenn ihr den Link oben einsetzt, nach dem www einen Punkt zu setzen)
     
  2. tevahe

    tevahe Neues Mitglied

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    Verstehe ich das richtig, dass dem Patienten dann überlassen wird ob er schnell einen Termin kriegt, dafür aber erstmal in Vorkasse geht?

    Eigentlich dachte ich als Arzt denkt man darüber nach was man sagt oder tun will...
     
  3. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    liebe colana,

    die vorteile (für ärzte) und die nachteile (für patienten) sind ja
    wunderbar in dem beitrag bereits angesprochen. ich hatte den artikel vorher auch schon gelesen und ziemlich pralle augen gemacht :eek: so ungefähr ;-)

    aber, es ist ja nur ein vorschlag und nichts beschlossenes.
    wir können also unaufgeregt erstmal in die zukunft sehen.
    ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser vorschlag umgesetzt und abgenickt wird. allerdings sind solche vorschläge natürlich auch zu erwarten gewesen, immerhin sitzt die fdp mit auf der regierungsbank. da kommen dann gern schon mal vorschlage (die auch abgenickt werden) wie eine vorzugsbehandlung von hoteliers, und vorkasse-behandlungen für patienten. also gib denen, die's haben (?) und nimm denen, die's bräuchten.

    ich schliesse mich auch der meinung an, das wäre die einführung der
    3 klassen gesundheits-gesellschaft. und der 3 klassen medizin ... ?

    ich gehe davon aus dass dies nicht umgesetzt wird.

    lieben gruss marie
     
  4. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

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    Hallo Ihrs,
    ich habe das auch schon gelesen.
    Da halten uns einige Menschen,für sehr dumm.
    Transparent,das geht auch,wenn man der Patient
    seine Unterschrift unter das setzt,was er an
    Maßnahmen bekommen hat.
    Das war vor Jahren mal im Gespräch und wurde,wen wundert es,
    von den Ärzten und der Pharmaindustrie abgelehnt.
    Es kann sich doch kaum einer leisten,das ganze Geld vorzustrecken.
    Es ist nicht zu glauben,wie wirklichkeitsfremd,dieser Gesundheits-
    Minister agiert.Nun,wir könne nur hoffen,
    das es sich nicht durchsetzt.
    Es gibt viele Menschen,die ich kenne,die heute schon,
    erst mal überlegen,ob sie das Geld für die Medikamente haben.
    Für sie ist die Praxisgebühr auch eine echte Belastung.
    Biba
    Gitta
     
  5. bise

    bise Neues Mitglied

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    die idee an sich, den patienten vor augen zu halten, welche kosten sie verursachen, finde ich nicht schlecht.
    doch das geht bedeutend einfacher. alle halbjahr sollte sich der patient von der kasse einen ausdruck geben lassen, was er gekostet hat. der patient sieht dann genau, was wofür der arzt geld kassiert hat. der patient weiss sicherlich noch, was im letzten halben jahr gesundheitl. mit ihm los war, wie oft er beim hausarzt auflief und wie oft beim facharzt. er sieht, was die ärzte gekostet haben.
    manch ein patient wird dann staunen, manchem wird es dann dämmern, dass der eine oder andere arzt bestens weiss, wie er welche nummern zu setzen hat. vor allen dingen kann sich dann mancher (fach)doc nicht mehr gegenüber einem patienten lauthals beklagen, wie wenig er doch für seine leistungen erhält.
    gruss
     
  6. Maren82

    Maren82 Neues Mitglied

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    So eine Unverschämtheit, dann möchte ich aber auch bitte wie ein Privatpatient behandelt werden.

    Oh, über sowas könnte ich mich schon wieder aufregen, als wenn die KK Patienten nicht schon wenig genug bekommen würden.

    Tsss, sinnhaften Arztbesuch, ich glaube wer Rheuma, Hashi und noch andere Baustellen hat, der geht nicht aus Spass zum Arzt.
     
  7. roco

    roco Guest

    sinnhaftigkeit, das sollten sich auch mal manche ärzte überlegen... ich kenne jemand, der wird von 2 fachärzten betreut und mit medikamenten und ähnlichem versorgt... da eines davon eine uniklinik ist gibts dort auch keine probleme mit den etwas teureren medikamenten...

    aber der hausarzt bestellt si einmal im monat in die praxis, um die befunde zu lesen, während der patient da ist und um zu sagen, das ja alles prima läuft... mehr nicht.

    nichtmal überweisungen braucht die dame, der hausarzt wäre also vollkommen überflüssig...;)

    so gehts da mit einigen alten leutchen zu, die ihre chipkarte einmal im quartal einlesen lassen müssen und nichts dort bekommen als einen warmen händedruck...

    leichter lässt sich doch nicht an die hausarztpauschale kommen... das wartezimmer ist immer rappelvoll und wirklich kranke sitzen stundenlang ohne oder monatelang mit termin...;)

    ps: ich habe mir dort im JULI einen termin holen wollen... freu freu... in ca. 3 wochen ist es soweit...:D (und das bei einem hausarzt:mad:)
     
  8. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    es gibt schon seit 2004 für jeden patienten die möglickeit sich bei jedem arztbesuch eine quittung ausstellen zu lassen. entweder weiss das keiner, oder es wird nicht genutzt - aus unterschiedlichen gründen.
    ein überblick ist also jedem möglich.

    nur, es ist auch für die praxis ein zusätzlicher aufwand für (angenommen)
    jeden patienten eine quittung auszustellen, genau wie geklagt wird über den zusätzlichen aufwand der quittung pro quartal, und das ist schliesslich weniger mühe. und ich kann mir auch vorstellen, dass es patienten unangenehm ist darum zu bitten, sie fürchten, es könnte ein geschmäckle entstehen....

    persönlich habe ich noch nie um eine quittung gebeten, ich gehe eh nur dann zum arzt wenn es nötig ist. ich wüsste dann zwar verschiedenes mehr, könnte aber dennoch nichts ändern, da .. siehe oben, arzt nur wenn nötig. und die "dauerärztegeher" ohne wirkliche notwendigkeit, die wird es eh nicht interessieren.

    ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die masse von quittungen oder auflistungen pro halbjahr oder quartal, egal ob jetzt vom arzt oder kk, beeindrucken lässt, auch wenn ich es nicht schlecht fände.
    es gibt ja von der rentenversicherung seit einigen jahren auch einen jährlichen bericht. das würde ich auch begrüssen von der kk.

    lieben gruss marie
     
  9. grummelzack

    grummelzack Barbara

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    die Idee ist gut, vergessen sollte man auf keinen Fall, welche Summen ein Arbeitnehmer pro Jahr an Krankenkassenbeiträgen leistet. Nicht nur die Kosten sollten aufgelistet werden, auch welch immensen Summen eingenommem werden.

    Wenn ein Arbeitnehmer im Jahr mehr als 3000,- € an die gessetzliche Krankenkassen abführen muss und bei Brillengläsern zusätzlich tief ins eigenen Portmonai greifen muss dann stimmt irgendwo diese Reform nicht so ganz.
     
  10. kukana

    kukana Moderatorin

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    Es stellt sich dazu bei Herrn Röslers Vorschlag die Frage, ob wir dann wie die privat Versicherten das 2,3 fache bezahlen müssen, aber nur einen Bruchteil davon zurück bekommen?

    Oder wird streng nach GOÄ abgerechnet? Diese Kosten kann jeder nachlesen:
    http://www.e-bis.de/goae/defaultFrame.htm

    Gruß Kuki *die sich schon überlegt ob sie ein Extrasparkonto anlegen soll, für den Fall der Fälle
     
  11. Lavendel14

    Lavendel14 Die Echte ;)

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    Hallo kukana,

    das Folgende las ich erst kürzlich zu den bisherigen Kostenerstattungstarifen:

     
  12. kukana

    kukana Moderatorin

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    Das war der Artikel der mich stutzig machte, das mit dem 2,3 fachen Satz ist ja dann vom Arzt aus wissentlich höher berechnet als das was die Kassen erstatten laut GOÄ. Ein Kassenpatient der sich für den Kostenerstattungtarif entscheidet ist damit ja kein Privatpatient! Da bedarf es ehrlicher Ärzte die das nicht ausnutzen zu ihrem eigenen Vorteil.

    Gruß Kuki
     
  13. Freebird

    Freebird Neues Mitglied

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    Also,
    ich finde diesen Vorschlag vom Grundsatz nicht schlecht.

    Mein Mann ist als Beamter sog. Selbstzahler (kein Privatpatient) und bekommt immer eine Rechnung, die er dann bei seiner Krankenkasse einreicht.

    Ich finde das gut, denn so hat er selbst die Kontrolle, was der Arzt tatsächlich an Leistungen erbracht hat und was er abrechnet. Berechnet der Arzt z.B. höher als den Höchstsatz des 1,8-fachen Satz, dann klärt er es mit dem Arzt und verlangt eine neue Rechnung. Er berufts sich da immer auf die Abrechnungsbestimmungen für seine Versichertengruppe.

    Das könnten wir Kassenpatienten auch machen. Wir zahlen schließlich nur den 1,0-fachen Abrechnungssatz und könnten ebenfalls auf eine Korrektur gemäß der Abrechnungsgrundlage bestehen. Wir hätten dann auch einen Überblick was die Ärzte eigentlich so in Rechnung stellen und so vielleicht der Abrechnungsschummellei, die die Gesundheitskosten mit in die Höhe treiben, Einhalt gebieten.

    Gruß
    Corinna
     
  14. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

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    Wer kann sich das leisten,die Kosten über
    Wochen vor sich herzuschieben?
    Wenn dann die Kassen entscheiden,das sie nicht zahlen,wird es
    für z.B. Geringverdiener,echt schlimm.
    Biba
    gitta