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MTX Beginn noch etwas schieben?

Dieses Thema im Forum "Klassische langwirksame Antirheumatika" wurde erstellt von Biggithekid, 29. August 2011.

  1. Biggithekid

    Biggithekid Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich bekam letzte Woche die Diagnose cP oder Reaktive Arthritis mit ungewöhnlichem Verlauf, der Doc meinte eines von beiden ist es, die Frage welches, wäre rein akademisch, weil ich sowieso MTX zu meinem Kortison (das ich seit November 2010 in unterschiedlichen Dosierungen nehme) dazu nehmen müsste. Davon könnte mir übel werden und die Haar könnten ausfallen und ich soll Folsäure am Tag danach nehmen und wöchentlich die Leberwerte checken lassen, das war die ganze Information, die ich bekommen habe, dann war ich wieder raus aus der Praxis...

    Nun ist meine ganze Familie seit vielen Jahren bei einer klassisch homöopathisch arbeitendenen Hausärztin und ich habe in dieser Zeit so gut wie nichts anderes als Globuli gehabt, nicht mal Antibiotika, allenfalls mal Schmerztabletten und eben das Kortison. Alles in mir spreizt sich im Moment gegen das MTX, es macht mir Angst und auch die Diagnose hab ich noch nicht wirklich verarbeitet. Die Informationen aus dem Netz über cP beruhigen nicht gerade und auch meine Hausärztin ist nicht begeistert vom MTX. Diese Ärtzin hat aber bereits schon einiges in meiner Familie bewirkt, unter anderem meine Tocher, die seit sie klein ist, an Neurodermitis leidet, komplett symptomfrei gemacht und ich vertraue ihr sehr.

    Nun habe ich heute telefonisch noch einiges nachgefragt (Allergien, Blasenentzündungen zu denen ich eh neige, etc.) und bekam vom Rheumatologen knappe Antworten und auf die Frage, ob ich das MTX nicht noch etwas schieben könnte und erstmal mit der Homöopathin einen Versuch wagen kann, wurde er noch unfreundlicher und meinte, dass das eh nix hilft und ich soll nicht schieben, weil es keinen Grund dafür gibt.

    Im Moment geht es mir nicht schlecht, die 10 mg Kortison am Tag reichen gut und ich habe kaum Schmerzen. Zudem steht im Bericht ein atypischer Verlauf, vielleicht braucht der auch eine atypische Therapie...

    Nun wüsste ich gerne, was ich verliere oder riskiere, wenn ich das MTX noch einen Monat schiebe und es erstmal mit einer sanfteren Methode versuche.

    Kann mir darüber jemand Auskunft geben?

    Liebe Grüße
    Biggi
     
  2. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Zuerst einmal: niemand ist begeistert, wenn er MTX nehmen muss! Da haben alle von uns erst mal schlucken müssen, die Nebenwirkungen klingen schaurig und eigentlich will man so was ja gar nicht nehmen.

    Ich habe mich auch informiert - und ich kann mich an viele erinnern, die es sehr bereut haben, nicht zeitig mit MTX begonnen zu haben und stattdessen irgendwelche Alternativtherapien ausprobiert zu haben, die dann langfristig doch nichts geholfen haben.

    Andererseits ist 1 Monat nicht viel - und wenn du derzeit beschwerdefrei bist und es dich beruhigt, dann würde ich (also Laie!) wohl denken, dass es darauf nun auch nicht mehr ankommt. Viele warten ja so lange auf einen Arzt-Termin.

    Du musst aber auch bedenken, dass MTX sowieso bis zu einem halben Jahr braucht, bis es wirkt. Vielleicht kannst du dann das Cortison reduzieren - das ist ja nun auch nicht ohne von den Nebenwirkungen, vor allem über einen längeren Zeitraum.

    Ja, es kann mit MTX zu Übelkeit und Haarausfall kommen ... muss es aber nicht. Mir ist etwas muckelig am Tag nach der Einnahme - das ist nicht schön, aber auszuhalten. Leberwerte müssen nur in den ersten Wochen wöchentlich überprüft werden - später dann alle 4 bis 6 Wochen
     
  3. Sassi

    Sassi Neues Mitglied

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    Hallo Biggi!

    Stimmt. Die Patienten gibt es.
    Genauso wie es Patienten gibt, die ihre Erkrankung mit alternativen Methoden in den Griff bekommen und es schaffen entzündungsfrei zu werden.
    Lies dich einfach mal durch den Forumteil, in dem es um Alternative Therapien geht.
    Meiner Meinung nach sollte man auch seinen Lebensstil der Erkrankung anpassen, Stichwort Ernährung & Darmsanierung, um die Entzündungsprozesse zum Stillstand zu bekommen. Mancher braucht auch eine seelische Aufarbeitung.
    Du selber bist dein bester Indikator, ob es dir unter alternativer Therapie besser geht oder die Entzündungswerte und Schmerzen bleiben. Mach also auch regelmäßig Blutabnahmen, um hier einen zusätzlichen Indikator der Entzündungsaktivität zu haben. In meinen ersten 5 Jahren Erkrankung war mein Blutbild allerdings völlig normal.
    Hier muss sich das Rheuma also nicht unbedingt zeigen.
    Informier dich gut, hör dich um, ob deine Ärztin vielleicht auch andere Rheumatiker erfolgreich behandelt oder nicht und im besten Fall findest du einen Rheumatologen, der dich auch bei alternativen Therapien unterstützt.
    Klar ist, dass du auf jeden Fall einen Weg wählen musst, um Gelenkschäden vorzubeugen.

    Alles Gute für dich!
    Liebe Grüße
    Sassi
     
  4. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hallo biggithekid,

    ich kann deine beweggründe nachvollziehen, zumal du in der vergangenheit wohl positive erfahrungen mit deiner ärztin und behandlung gemacht hast, das prägt natürlich, und man hofft, dass es auch dieses mal klappt.......
    eine garantie gibt es leider für nichts, nicht für die alternative behandlung,
    nicht für die schulmediznische, noch nicht mal für den glauben an irgendeine form der behandlung ;-) es wird wohl darauf hinauslaufen, dass du dir hier einige meinungen anhörst, die argumente deiner ärzte rekapitulierst, und dann auf deinen bauch hörst ;-) dein rheumatologe kann dir eine behandlung empfehlen, die entscheidung triffst du!

    mich irritiert ein bisschen die zeitangabe: ein monat.
    ich kann mir nicht vorstellen, dass eine alternative behandlung innerhalb eines monats eine so deutliche und nachhaltige wirkung hinterlässt, dass du anschliessend in der lage bist eine gesicherte meinung zu haben, ob du sie fortführen willst oder nicht.

    wenn es sich um eine infektreaktive arthritis handelt, ist sie seinerzeit auch mit antibiotika behandelt worden? gefunden habe ich dazu in deinen postings nichts. ich füge dir mal den link dazu ein, falls du ihn schon kennst, macht's ja auch nix ;-)

    infektreaktive arthritis

    welche parameter fand dein doc für die (mögliche) diagnose ra?
    laborwerte? röntgenbilder?....

    nettes hobby ;-) lieben gruss marie
     
  5. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo Biggi!
    Ich selber bin der Homöopathie auch sehr zugetan und immer bei einem klass. Homöopathen in Behandlung.
    Die Gelenkbeschwerden habe ich schon sehr lange, allerdings habe ich die Diagnose Psoriasis Arthritis erst vor 7 Jahren erhalten.
    In dieser Zeit habe ich wirklich viele homöop. Mittel ausprobiert, leider ohne Erfolg.
    In dieser Zeit, wo die Diagnose noch nicht stand, aber die Krankheit schon aktiv war, habe sich allerhand Schäden an den Gelenken entwickelt, die heute nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

    Ich denke auch, daß Du es noch versuchen kannst, das ganze homöop in Griff zu bekommen, allerdings mußt Du irgendwann, ich würde mir selber höchstens 6 Monate geben, die Konsequenzen ziehen, wenn die Beschwerden nicht besser werden bzw sich u.U. sogar verschlechtern.

    Du mußt dir darüber im klaren sein, daß sich Gelenkschäden nicht rückgängig machen lassen.
    Natürlich liegt die Entscheidung letztendlich in deiner Hand, wichtig ist eben, die Vor-und Nachteile zu erkennen.

    Wie steht deine Homöopathin denn dem Cortison gegenüber?
    Meine Heilpraktikerin hat zu mir übrigens gesagt, als ich mit der Therapieempfehlung MTX kam:
    Da führt jetzt wohl kein Weg daran vorbei, aber ich werde Sie auf alle Fälle unterstützen und wir werden versuchen, die Nebenwirkungen in Griff zu bekommen.
    Ich habe dann aufgrund ihr Reaktion auch "ein bißchen komisch aus der Wäsche geguckt", mit dieser Antwort habe ich ehrlich gesagt nicht gerechenet, aber sie hat mir klar gemacht, daß es wohl in meinem Fall keinen anderen Weg gibt, als das MTX zu spritzen, weil einfach die Schäden in den Gelenken schon so groß sind, daß man unbedingt auf weitere vermeiden sollte.
     
  6. Biggithekid

    Biggithekid Neues Mitglied

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    Hallo und danke für Eure Antworten und Meinungn.

    Die Diagnose kam zu Stande, weil ich als erstes (letztes Jahr im Juli) eine Viruserkrankung hatte, die auch meine beiden Töchter erwischte. Plötzliche Gelenkschmerzen und -schwellungen, schlechtes Allgemeinbefinden, meine Älteste (14) brauchte 2 Wochen, bis sie wieder eine Treppe hochkam. Nach ca. 2 Wochen war es bei uns allen erstmal wieder in Ordnung. Einige Wochen später , im August, fingen meine Hände an, anzuschwellen und gelegentlich einzuschlafen, nach einem Monat ging die Schwellung nicht mehr weg und die Hände schliefen immer öfter ein, auch eine leichte Morgensteifigkeit war zu bemerken. Ab Oktober waren die Hände fast nur noch pelzig, morgens konnte ich keine Faust mehr schließen, die Hände und Knie taten weh und ich kam zum Neurologen, der ein Karpaltunnelsyndrom diagnostizierte, aber die Schwellung untypisch fand. Inzwischen konnte ich meinen Ehering nicht mehr tragen, bekam die Armbanduhr nicht mehr zu und die Füße wurden auch schon dicker und nachts hatte ich im rechten Arm Schmerzen, dass ich davon aufwachte. Der Rheumatologe, zu dem ich anschließend kam, veranlasste ein Röntgenbilder, ein Knochenszintigramm und diverse Blutuntersuchungen, alles ohne Befund. Als Versuchsballon bekam ich ab November Prednisolon, das über Nacht half, am nächsten Morgen konnte ich erstmals wieder Fäuste ballen, die Schwellung war weg, die Schmerzen und das Einschlafen auch. Das Kortison wurde über den Winter wieder ausgeschlichen und die Symptome kamen wieder, als erstes das Einschlafen der Hände...später auch Schmerzen. Darauf zog ich einen zweiten Rheumatologen hinzu, der mir empfohlen wurde und der machte noch einige andere Bluttests, u.a. auf Bakterienformen und Viren. Bakterien ergaben nichts (also auch keine Chlamydien oder Yersinien etc.), Virentiter wurden gefunden (Parvo, Coxsackie). Ein MRT des rechten Handgelenks ergab eine Entzündung sämtlicher Sehenscheiden, was auf eine rheumatische Erkrankung schließen ließ. Beide Rheumatologen kamen auf die Diagnose cP mit untypischem Verlauf, weil für eine reaktive A. der Zeitraum einfach zu lang ist.

    Das ist, was ich weiss. Anschließend bekam ich das Rezept für MTX/Folsäure, den Hinweis auf Nebenwirkungen wie Übelkeit und Haarausfall und dass ich keinen Alkohol trinken darf und Leberwerte kontrollieren muss und stand wieder auf der Straße. Was ich über cP weiss, hab ich mir aus dem Netz zusammengesucht oder hier im Forum gestöbert, aufgeklärt wurde ich nicht in irgendeiner Form. Daher weiss ich auch nicht wirklich, was ich riskiere, wenn ich noch einen Monat warte. Ich habe inzwischen mit dem Rheumatologen telefoniert und wurde knapp und säuerlich abgefertigt, dass Homöpathie nix hilft und es keinen Grund gibt, zu warten, fertig. Meine Fragen nach allergischen Reaktionen oder anderen Nebenwirkungen wurden jeweils mit dem Satz "hab ich noch nie erlebt" abgewehrt.

    Gestern habe ich noch was über TCM als Therapie im Internet gefunden und will mich damit auch noch auseinandersetzen. Die Frist von einem Monat habe ich mir gesetzt, weil ich bisher die Erfahrung gemacht habe, dass innerhalb eines Monats auch homöopathisch schon wenigstens eine winzige Verbesserung zu merken sein müsste, wenn es was bringt. Morgen bin ich bei meiner Ärtzin, mal sehen, was die sagt.

    So, das war viel, sorry.

    Liebe Grüße
    Biggi
     
  7. BienchenSumm

    BienchenSumm summt herum

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    Hallo Biggi,
    deine Geschichte ist meiner sehr ähnlich.
    Bei mir wurde auch zuerst reaktive Arthritis vermutet, weil Yersinien gefunden wurden.
    Man konnte aber am Blut sehen, dass die Infektion schon eine Weile zurück lag.
    Inzwischen habe ich die Diagnose rheumatoide Arthritis und nehme seit 1,5 Jahren MTX, bei Bedarf auch Cortison.
    Mir war damals auch Angst und Bange und ich bin natürlich gleich bei meiner Hausärztin aufgeschlagen, die fast ausschließlich mit klassischer Homöopathie behandelt.
    Irgendwie habe ich wohl gehofft, dass sie das MTX verteufelt und mir Hilfe durch Globuli verspricht.
    Dem war aber nicht so, sie meinte, dass damit nicht zu spaßen ist und ich auf jeden Fall das MTX nehmen soll.
    Unterstützend nehme ich ab und an mein Konstitutionsmittel.
    Ich finde, bei halten sich die Nebenwirkungen in Grenzen.
    Mir gehen lediglich mehr Haare aus (wachsen aber wieder nach) und ich bin schneller erschöpft.
    Aber ich bin in den Wechseljahren, das kann auch eine Rolle spielen.
    Klar habe ich Angst vor eventuellen Spätfolgen des Mittels, aber die Spätfolgen von Rheuma sind ja auch schlimm.
    Ich versuche einfach zuversichtlich zu sein, es hat ja keinen Sinn, wenn ich mir das Leben durch die Angst im Voraus vermiese.
     
  8. Biggithekid

    Biggithekid Neues Mitglied

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    Ich war heute bei meiner Hausärztin, wir hatten ein langes Gespräch und ich habe mich entschlossen, das MTX erstmal nicht zu nehmen. Sie ist (auch aufgrund meiner Blutwerte) der Meinung, dass ich keine cP habe (der Rheumatologe sprach ja auch von untypischem Verlauf) und ich habe großes Vertrauen zu ihr, zumal sie mich und meine Familie seit Jahren gut kennt und bisher immer erfolgreich behandelt hat.

    Es wird also erstmal auf eine Mischung aus weiterhin niedrig Predisolon und Homöpathica rauslaufen, das will ich in jedem Fall versuchen. Mein Rheuma-Doc wird mich vermutlich rauswerfen, aber das muss ich riskieren.

    Allerdings möchte sie, dass ich mich mental nicht so intensiv mit der Erkrankung und mit Schmerzen auseinandersetze (auch das aufgrund von früheren Schmerzerferahrungen meinerseits) und deshalb nicht dauernd im Forum hier hänge. Auch daran werde ich mich halten.

    Ich danke Euch für Eure Meinungen und Ratschläge und melde mich wieder, wenn es was signifikantes zu berichten gibt.

    Liebe Grüße
    Biggi