Medikamentenzulassung am Beispiel von Psychopharmaka

Dieses Thema im Forum "Wissensdatenbank (Knowledge Base)" wurde erstellt von allina, 2. April 2019.

  1. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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  2. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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    Man bräuchte mehr Transparenz bei der Zulassung von Medikamenten.
     
  3. Mara1963

    Mara1963 Guest

    Auch hier gilt meiner Meinung nach, jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich.
    Wobei es sicherlich einige gibt, die ohne zu hinterfragen und sich zu informieren, einfach schlucken, was der Arzt verschreibt.
    Das gibt's aber in allen Bereichen, ich empfinde es nicht als angenehm, wenn alles kontrolliert wird, wobei wir ja schon längst eine kontrollierte Gesellschaft sind.
    Jeder kann sich informieren, die Möglichkeiten sind vielfältig.
     
  4. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Wieso?
    Die Zulassung von Medikamenten ist eine der am schärfsten kontrollierten hier und anderswo zu Lande......

    Man kann das sehr gut am Beispiel von Xeljanz sehen; das Medikament war in den USA schon mehrere Jahre zugelassen, die EMA hat Anfang der 2010er Jahre (2013?) die Zulassung in der EU dennoch wegen Sicherheitsbedenken verweigert, so dass diese erst nach massivem Datennachschub in 2017 erfolgte.
     
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  5. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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    Hallo Mara,

    die Möglichkeiten sich zu informieren sind nicht vielfältig, wenn die Hersteller Teile der Ergebnisse ihrer Studien nicht veröffentlichen.

    Um Entscheidungen treffen zu können, muss man über die Gesamtheit der Studienergebnisse verfügen.

    Ich empfehle dir den Arte-Beitrag mal anzuschauen.
     
  6. Mara1963

    Mara1963 Guest

    Ich habs mir angesehn Allina.
    Es gibt doch keinen Beweis, dass Sertoninmangel für psychische Erkrankungen ursächlich ist. Es ist auch bekannt, dass Psychopharmaka Einfluss auf die Persönlichkeit haben.
    Auch wenn 50 % der Studien zurück gehalten werden, weiß ich doch, aufgrund was ich im Netz bzw. Büchern zur Verfügung habe, dass diese Medikamente skurril und dubios zu betrachten sind.
     
  7. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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    Es geht doch nicht nur um die Ursache von Depressionen. Es geht darum, dass die Unabhängigkeit der Kontrollinstitutionen doch sehr zweiffelhaft ist und dass Teile der Medikamentenstudien aller Medikamente, nicht nur bestimmter Medikamente zurückgehalten werden. Allein was z.B. die Norwegerin oder der Whistleblower erzählen, gruselig.
     
  8. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Was an Psychopharmaka skurril sein soll, erschließt sich mir echt gerade nicht.
    Wer schon einmal mit schwer psychisch Erkrankten zu tun hatte, weiß, dass das erheblich mehr (mitunter dramatisch einschränkenden!) Einfluss auf die "Persönlichkeit" und ihre Entfaltungsmöglichkeiten hat als jedes Psychopharmakon....
    Der Einfluss von Psychopharmaka auf die gelebte Persönlichkeit ist ja nachgerade ihr Zweck!
    Sie dienen dazu, den Betroffenen einen Ansatz zur Wiederaufnahme ihres gewohnten Lebens in emotionaler, physischer und sozialer Hinsicht zu ermöglichen - was ohne Psychopharmaka, also alleine mit Psychotherapie, oft zu lange dauert.

    Ich persönlich wäre daher - vor Allem als scheinbar davon nicht Betroffene - ein wenig vorsichtig mit solchen Äußerungen.
     
    #8 4. April 2019
    Zuletzt bearbeitet: 4. April 2019
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  9. josie16

    josie16 PsA

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    Mara, man merkt doch sehr genau, daß Du es eben nicht kannst, ein Urteil über eine Medikamentengruppe zu fällen, einen Bereich, mit dem Du persönlich oder auch Personen in deiner nächsten Umgebung noch nie zu tun gehabt haben. Anderst kann ich mir diese Aussage nicht erklären und muß Resi in allem was sie geschrieben hat, voll zustimmen.
    Ich würde dir mal ein Praktikum in der Aufnahmestation einer Psychiatrie empfehlen, damit Du mal sehen kannst, wie es den Betroffenen im Anfangsstadium geht und wie sie dann entlassen werden, auch wenn der Weg dann immernoch sehr lang sein kann.
    Gleich vorab, warum kommen viele Patienten mit akuten psychische Erkrankungen immer wieder in die Psychiatrie? Sie werden entlassen und sind auf ein Psychopharmaka eingestellt und es geht ihnen gut, sonst würden sie nicht entlassen werden. Dieser Zustand hält dann eine Weile so an, bis der ein oder andere dann der Meinung ist, mir geht es so gut, ich brauch die Medikamente nicht mehr und dann dauert es nicht mehr sehr lange, bis sie wieder in der Klinik sind.
     
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  10. Mara1963

    Mara1963 Guest

    Ich denke, es werden zu leichtfertig Antidepressiva verschrieben; ich kenne auch Leute, die welche nehmen und sogar mir selbst wollte ein Arzt mal welche verschreiben, als ich in einer komplizierten Lebenssituation (Trennungsphase vom Exmann) war.

    Psychiater Wolf Müller: "Eine Depression klingt zu 99 Prozent immer ab". Aber durch eine dauerhafte Medikamentengabe werden Patienten zu Dauerpatienten gemacht.

    Die aktuelle Situation in Deutschland: Jedes Jahr werden 1,5 Milliarden Tagesdosen Antidepressiva verschrieben. Die allermeisten Rezepte stellen Hausärzte aus, aber auch Nierenärzte und Onkologen stellen 10mal so viele Rezepte aus, wie Psychiater. Zahnärzte stellen Rezepte über 4,5 Millionen Tagesdosen Antidepressiva aus.

    Ein Beitrag vom WDR:
    https://www.depression-heute.de/blog/wdr-werden-antidepressiva-zu-leichtfertig-verschrieben

    Wobei auch wieder hier, genauso wie mit allen Medikamenten gilt, der Patient entscheidet selbst.
    Zwangsmedikation gibt es soweit ich weiß nicht mehr.
     
  11. josie16

    josie16 PsA

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    Liebe Mara!
    Wie bei jedem Krankheitsbild gibt es auch bei Depressionen, leichte, mittelschwere oder schwere Formen von Depressionen und da ist die Aussage des Hr. Wolf Müller schon ein bißchen mit "Vorsicht " zu genießen, ganz abgesehen davon, daß es neben Depressionen noch eine Vielzahl von psychischen Erkrankungen gibt, die eine Medikation erforderlich machen können
    Davon hat hier auch keiner gesprochen bzw geschrieben, ich verwehre mich hier geben deine Aussage:
     
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  12. Ducky

    Ducky Registrierter Benutzer

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    Es gibt übrigens noch zwangsmedikationen.
    Diese müssen jedoch gerichtlich angeordnet werden.

    Übrigens nimmt man nach einer depressiven Phase Antidepressiva gut sein Leben lang.
    Je nach Arzt bekommt man sie noch 6 Mon-2Jahre um einen Rückfall zu vermeiden

    Mir helfen Psychopharmaka um überhaupt wieder am Leben Teil zu haben
     
  13. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Da muß ich mal klar sagen : der Mann spinnt. Oder er bezieht sich auf behandelte Depressionen, dann sieht das Ergebnis doch blendend aus.
    So manche Depression endet auch spontan - mit dem Suizid des Patienten...
    Die Aussage über Dauerpatienten ist völlig aus der Luft gegriffen. Sowas kann man doch nicht ernst nehmen.

    Die Diskussion über Psychopharmaka hatten wir übrigens vor ein paar Jahren hier schon mal und mir scheint, als hätte die liebe Mara immer noch nichts dazugelernt.
    Wer nicht schon selbst davon schwer betroffen war, sollte sich mit Kritik besser zurückhalten.
     
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  14. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Was als Hilfestellung gedacht war. Es wird niemand gezwungen, Medikamente zu nehmen, die er nicht nehmen möchte.
    Aber da hab ich es doch lieber, man bekommt zumindest was angeboten, als wenn man im Regen stehen gelassen wird.
    Ob man das Angebot dann annimmt ,bleibt jedem selbst überlassen.
     
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  15. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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    Eine Depression ist eine lebensgefährliche Erkrankung.
     
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