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Medikamente richtig ausschleichen

Dieses Thema im Forum "Kinder- und Jugendrheuma" wurde erstellt von sabsi, 12. März 2010.

  1. sabsi

    sabsi Neues Mitglied

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    Hallo, bei meiner Tochter soll, falls sie beschwerdefrei bleibt, im Juni mit der Reduktion von MTX begonnen werden. Dazu bekommt sie noch Proxen, das sie weiterhin nehmen soll. In Garmisch wurde mir aber gesagt dass zuerst das Proxen abgesetzt werden soll. Wie denn jetzt?:confused:

    Und gleich noch eine Frage:). An der Schule gehen derzeit die Windpocken um;wie gefährlich kann das unter MTX tatsächlich werden falls sie sich ansteckt? Und wie sieht dann die Behandlung aus?


    Etwas ratlose Grüße
    von Sabsi
     
  2. Leo

    Leo Neues Mitglied

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    Ausschleichen MTX+ Windpocken unter MTX

    Hallo Sabsi,
    auch ich habe "gelernr", dass zunächst Medis wie Naproxen abgesetzt werden. ZUnächste wird die Dosis verringert, fdann folgt ein Auslassversuch. GEht das gut, kommt die Reduktion des MTX, ebenfalls in Stufen. Oft wird bei Kindern die Dosis nicht mehr an das Wachstum angepasst. Das entspricht dann ja auch einer Reduzierung. Auf diese WEise kann man einen erneuten Schub schnell erkennen und gfls. (hoffentlich nicht) das MTX wieder erhöhen.

    ZUr Frage Windpocken zunächst an Dich die Frage: Ist Deine Tochter nicht geimpft gegen Windpocken oder hatte sie W.?

    Ansonsten füge ich einen Artikel aus einer Zeitschrift der Rheuma-Liga (mobil)

    Braucht mein Kind eine Windpockenimpfung bevor es auf MTX eingestellt wird?
    Bei rheumatischen Erkrankungen im Kindesalter, die nicht ausreichend auf eine Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika (entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente ohne Cortison ) ansprechen, wird zunächst versucht, den Entzündungsprozess durch das Einspritzen von Cortisonkristallen (vorzugsweise Triamcinolonhexacetonid= Lederlonâ) direkt in die betroffenen Gelenke zu stoppen.
    Gelingt dies nicht zufriedenstellend oder sind bereits bei Krankheitsbeginn zu viele Gelenke betroffen, sollte eine Basistherapie mit Methotrexat (MTX) eingeleitet werden. MTX ist in der Therapie des kindlichen Rheumas gut etabliert und besitzt ein sehr gutes Nutzen-Risiko Profil d.h. der Nutzen (Effekt) ist hoch bei relativ geringen unerwünschten Wirkungen.
    Vor dem MTX Start, besser bereits bei Diagnosestellung sollte der Immunstatus, insbesondere bezüglich einer Windpocken Infektion erhoben werden. Alle Kinder/Jugendlichen mit negativen Windpocken Antikörpern sollten spätestens vor Beginn einer MTX Behandlung mit Windpocken Lebendimpfstoff. geimpft werden.
    Läßt sich bei nicht geimpften Kindern die Behandlung mit MTX aufgrund des akuten Krankheitsbildes nicht um ca. 2 Wochen verschieben, muss ohne Impfung mit der MTX Gabe begonnen werden und dann in einer stabilen Krankheitsphase für 1 Woche mit MTX ausgesetzt werden, um zu impfen. Nach zwei bis drei weiteren Wochen ohne fieberhafte Impfreaktion kann dann wieder neu mit MTX begonnen werden.
    Eine Kontrolle der Windpocken Antikörper sollte nach zwei Monaten erfolgen.
    Falls die Windpockenimpfung nicht vor Beginn der MTX Behandlung durchgeführt werden konnte, werden die Eltern dahingehend informiert, nach eventuellem Kontakt mit Windpocken sofort den Kinderarzt oder Kinderrheumatologen zu benachrichtigen, um die individuellen Behandlungsmöglichkeiten abzuklären. In Frage kämen hier z.B. eine Impfung innerhalb von drei Tagen nach Ansteckung oder eine Behandlung mit Aciclovir ab dem 8. Tag nach Ansteckung für 5 Tage.
    Sollte es nach unbemerkter Ansteckung zum Ausbruch von Windpocken kommen, muss MTX sofort abgesetzt werden (eine bestehende Cortisontherapie muss fortgeführt werden!) und Aciclovir zum Einsatz kommen; und zwar bei unkompliziertem Verlauf in Tabletten oder Saftform, bei komplizierten Verläufen (Nackensteife) intravenös.
    Die prophylaktische Gabe von Windpocken Hyperimmunglobulin (passive Impfung) ist entsprechend der Empfehlung des NIH (National Institute of Health, USA) nicht erforderlich, zumal diese mit den Risiken von Fremdblutbestandteilen behaftet wäre.

    Autor: Dr. med. Rolf-Michael Küster Kinder- und Jugendrheumatolohge Asklepios Klinik Hamburg-Altona und Regio Klinik Wedel)

     
  3. sabsi

    sabsi Neues Mitglied

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    Hallo Leo, nein meine Tochter wurde nicht geimpft. Sie hatte auch noch nie irgendeine Kinderkrankheit. Danke für deine Antwort,damit ist mir schon geholfen.:)
     
  4. Katharinaw

    Katharinaw Neues Mitglied

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    Ausschleichen der Medis

    Hallo, als ich damals keine Beschwerden mehr hatte, wurde zunächst das Proxen Schritt für Schritt reduziert und dann geschaut, ob ich ohne auskomme, so einen Monat. Dann wurde ganz langsam das Mtx reduziert, um 2,5 mg. Ich musste immer 12 Wochen absolut beschwerdefrei sein, um einen weiteren Schritt zu gehen. Das Ausschleichen der Medi hat damals gut zwei Jahre gedauert. War dann fast fünf Jahre ohne Sympthome. Wünsch euch, dass alles gut klappt. LG Katharina
     
  5. Leo

    Leo Neues Mitglied

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    MTX ohne Windpocenimpfung

    Ich halte das für einen Behandlungsfehler. Seid Ihr bei einem Kinderrheumatologen? Ich würde sie/ihn unbedingt darauf ansprechen. Gfls. solltet Ihr die im Artikel erwähnte MTX Pause machen und impfen. Windpocken unter MTX können wirklich sehr schwer verlaufen. Gruß Leo
     
  6. motschegiebschen

    motschegiebschen Neues Mitglied

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    Hallo.
    Richtig ist, dass man ein Medikament nachdem anderen reduziert.
    Ob zuerst das Proxen, und dann das MTX kann von Arzt zu Arzt unterschiedlich sein. In GAP fangen sie eigentlich immer erst mit der Proxenreduzierung an. Die Höhe der Reduzierungsschritte -gerade bei Proxen- ist sehr vom Krankheitsverlauf abhängig. Beim MTX empfiehlt GAP folgenden Ablauf: Grundvoraussetzung ist, dass keine aktiven Krankheitszeichen mehr vorhanden sind, und andere Medikamente bereits abgesetzt wurden.
    Danach wird mit der Reduktion begonnen, und zwar in 2,5mg Schritten über 3 Monate. Das bedeutet z.B. bei 20mg: im wöchentlichen Wechsel 20mg und 17,5mg über 3 Monate. Dann 3 Monate 17,5 mg. Dann im wöchentlichen Wechsel 17,5mg und 15mg. Dann 3 Monate 15mg u.s.w.. Die vorsichtigste Variante hört mit dem wöchentlichen Wechsel von 0,0mg und 2,5mg auf, die anderen eine Stufe früher (2,5mg über 3 Monate).
    Viele Grüße
     
  7. sabsi

    sabsi Neues Mitglied

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    Hallo Leo, mir wurde damals bevor mit MTX begonnen wurde gesagt,daß eine Impfung wegen dem Cortison (das sie mittlerweile Gott sei Dank nicht mehr nehmen muss) keinen Sinn machen würde.

    Und so wie es aussieht hat sie sich die Dinger tatsächlich eingefangen, hab eben erst die ersten Bläschen entdeckt:eek:. Ich geh dann auch gleich mit ihr zum Arzt.
    Danke euch allen für die Infos.
     
  8. Granny

    Granny Mitglied

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    einfach wiederlich das hier immer wieder werbung gemacht werden kann