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med. prüfungsfrage ????

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von bise, 19. Februar 2006.

  1. bise

    bise Neues Mitglied

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    bitte helft mir mal:

    meine nachbarn haben einen sohn, studiert medizin, interessiert sich für rheuma, gerade zu besuch daheim, jetzt stellte er mir folgende frage (und bat mich um hilfe als rheumi, er verstünde das nicht):

    ist bei entzündlich-rheumatischen erkrankungen die zellzahl in synovialflüssigkeit immer unter 1000/mml?

    so habe ich die frage von ihm verstanden, der studiosus war ganz verzweifelt, als er mir das sagte. er sagte nur, er kriege das nicht mehr auf die reihe.

    (ich habe ihn schon mal verunsichert, als ich felsenfest behauptete, es gebe auch cp ohne rheumafaktor. er hat das wohl im kolleg so widergegeben und wurde dann nicht sehr positiv bewertet).

    könnt ihr mir helfen?
    gruss
    bise
     
  2. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Bise,

    hab mal im Web geschaut und dieses gefunden:

    http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Tabellen/42-Synovialfluessigkeit.htm

    http://www.ma.uni-heidelberg.de/inst/ikc/ikc-punktate.html#Gelenkspunktate

    Ich kenne nur die Bestimmung von Leukozyten im Gelenkpunktat. Diese sind bei cP deutlich erhöht.

    Normalerweise würde ich davon ausgehen, dass die Zell-Anzahl vor allem bei der Arthrose abnimmt, bei entzündlich-rheumatischen vermutlich eher nicht (Synovialverdickungen). Aber das ist nur eine Vermutung von mir, wissen tu ich's nicht.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  3. kukana

    kukana Moderatorin

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    bezgl. des punktats kann ich monsti s posting nichts nenneswertes zufügen. da muss er sich mal durchlesen.

    bezgl. rheumafaktor kann man sogar gestandene rheumatologen noch finden, die das verneinen aber :

    Der Name Rheumafaktor ist leicht irreführend: Es gibt zirka 400 verschiedene rheumatische Erkrankungen, der Rheumafaktor gilt aber nur als Indiz für die rheumatoide Polyarthritis. Bei RA-Patienten ist er nur in 80 Prozent der Fälle nachweisbar (seropositive RA). Die restlichen 20 Prozent der RA-Patienten ohne nachweisbaren Rheumafaktor (seronegative RA) machen deutlich, dass das Fehlen dieses Faktors eine rheumatoide Arthritis nicht ausschließt.
    Das Vorhandensein eines Rheumafaktors ist kein Beweis für das Vorliegen einer RA, zumal er auch bei sechs bis acht Prozent der Gesunden gefunden wird, und zwar umso häufiger je älter die Patienten sind.
     
  4. stoppelhopser

    stoppelhopser Neues Mitglied

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    Hallo bise,

    ich glaube, dir helfen zu können. Bei mir wurde im September die Synovia des linken Knies entfernt und im Januar die des rechten Knies. In beiden Fällen fanden sich bei vorliegender Gonarthritis zwischen 13000 und 15000 Leukozyten pro qmm. Ich habe im September extra mit dem Arzt gesprochen, da ich damit nichts anfangen konnte und er teilte mir mit, dass ich daran erkennen könne, dass in beiden Knien eine Synovitis vorliege, die aber noch nicht sehr bedenklich ist. Bedenklich wird es erst ab einer Zahl von 20000.

    Die Gonarthritis ist bei mir auch seronegativ.

    Ich hoffe, ich konnte etwas weiterhelfen.

    stoppel
     
  5. bise

    bise Neues Mitglied

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    DANKE auch im namen des studiosus.

    nun ist die angelegenheit geklärt und ro-l hat einen fan mehr. er macht ab märz die famulatur auf einer intern. station, auf der auch rheumis behandelt werden. dort wird er sicherlich für ro-l werben.

    nochmals herzlichen dank an monsti und stoppelhopser und kuki. die antworten waren sehr hilfreich.
    gruss
    bise
     
  6. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Rheuma

    Hi Bise
    Vielleicht kannst Du mit Deinem Bekannten ja auch mal folgendes fragen, bzw. was er dazu meint :
    So um 1870 wurde nicht der Begriff Rheuma verwandt sondern man sagte Rheumatismus und bezeichnete damit eine Krankheit die als Gliederreißen umschrieben werden könnte (ableitend aus dem griechischen Sprachraum).
    Kurz erklärt war man der Auffassung, daß Rheumatismus wenig auffallende anatomische Störungen bei Schmerzen in den Gelenken und Muskeln nach sich zieht.
    Hervorgerufen durch z.B. eine Erkältung.
    Man spach damals von einer Disposition zum akuten Gelenkrheumatismus, der dann als "Rheumatismus articulorum acutus" bezeichnet wurde und auf einer Infektion mit niedrigsten Pilzkeimen beruhe. Also eine Abgrenzung nicht nur in den Begriffen.
    Diese wird dann auch nocheinmal betreffs des Muskelrheumatismus vorgenommen, heute wäre der Begriff Fibromyalgie in Gebrauch.
    Es ist interessant, daß die sprachliche Ableitung irgendwie auf Rheuma reduziert wurde, was vom griechischen "rhein" - "Fluß" kommt, da "rheum" die Bezeichnung für Rhabarber nicht zutrifft.
    Der ziehende fließende Schmerz scheint die Anlehnung an diesen Begriff nach zu beinhalten. Es wird immer beschrieben,daß der Schmerz als "irgendwo angefangen" weiterzieht und bestimmte Beschwerden verursacht.
    Da oft eine Erkältung als anfängliche Beschwerde genannt wurde kam der Zusammenhang mit dem feuchten nassen Wetter - Erkältungswetter. Die Feuchtigkeit fährt einem "in die Glieder", was dann mit diesem Gleiderreißen umschrieben wird.
    Also eine interessante Sache, anscheinend scheint "Rheuma" als begrif für unsere Leiden tatsache etwas fehl....
    Interessant wären noch die Bahandlungsvorschläge, was aber hier sicherlich unterschiedliche Meinungen nach sich ziehen würde, aber Gastein wurde schon damals empfohlen...heute "Gasteiner Heilstollen".

    Gruß "merre"