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Mann mit RA zuhause. Oh je...!!

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Ilka1971, 9. August 2005.

  1. Ilka1971

    Ilka1971 Guest

    Hallo,

    Mein Mann leidet an rheumatoider Arthritis und ist seit April diesen Jahres arbeitsunfähig. Damit fingen unsere Probleme an.

    Er war im Mai drei Wochen im Krankenhaus und bekommt seitdem MTX, was meiner Meinung nach nicht wirklich hilft. Ende August soll er zu einer Berufsfindung, weil er eine Umschulung machen muß/soll. Er ist von Beruf Lackierer und kann diesen Beruf nicht mehr ausüben.

    Jedenfalls sitzt er nun den ganzen Tag zuhause herum und wird immer träger und, in meinen Augen, fauler. Ich bin ganztags berufstätig und habe noch zwei Nebenjobs, damit wir finanziell über die Runden kommen (haben ein Haus abzubezahlen). Er geht morgens mit unseren Hunden spazieren, räumt ein bisschen auf, macht evtl. ein bisschen sauber und das wars. Den Rest des Tages gammelt er vor dem Fernseher rum und wartet bis ich nach Hause komme.

    Mein Klos im Hals schwillt immer mehr an, weil ich total enttäuscht bin von ihm. Er könnte soviel zuhause tun, wenn er denn wollte. Ich weiß, dass es von der Tagesform abhängt wie leistungsfähig er ist, und ich verstehe es auch, wenn er an schlechten Tagen nichts macht, aber zur Zeit hat er relativ viele gute Tage und macht trotzdem nichts.

    Ich weiß nicht so genau, warum ich das hier schreibe, vielleicht muß ich es einfach nur mal loswerden, aber ich frage mich zur Zeit immer öfter, ob er wirklich so ein „fauler Stinker“ geworden ist, oder ob ich meine Ansprüche zu hoch schraube. Wenn ich mir vorstelle, dass ich den ganzen Tag zuhause wäre, würde es dort anders aussehen.

    Ich weiß ja, dass er krank ist, aber ich habe öfter den Eindruck er benutzt seine Krankheit als Vorwand um nichts tun zu müssen.

    Sorry für den Roman.

    LG

    Ilka
     
  2. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Hallo Ilka,

    dein Beitrag ist ein Hilferuf. Eine Beziehung zeigt dann Bestand, wenn die "schlechten Zeiten" kommen und die habt ihr Beide grad. Ein Mann ist von seiner psychischen Beschaffenheit her nicht dazu geeignet, Krankheiten anzuerkennen oder gar mit ihnen zu leben. Dein Mann muss jetzt erstmal verarbeiten, daß er "krank" ist und vielleicht nie wieder wirklich arbeiten kann!! Das er - in deinen Augen - faul rumhängt, ist aber eine typische Phase der Erkrankung, der Dauerschmerzen und für deinen Mann, der bislang sicher immer arbeitsaktiv war, auch eine sehr schwere Zeit. Es ist männertypisch, Gefühle nicht zu zeigen.

    Hast du ihn mal in Ruhe angesprochen, wie er sich fühlt ? Wie es ist, wenn man als Mann sieht, wie die Frau sich abrackert und malocht, um den Familienbeitrag oben zu halten und er als Mann, als Ernährer, nur noch Randfigur ist ??????????????????????????????????????????????????????? Ich weiss, es ist sehr sehr schwer grad, aber die Einstellung von dir ist, was uns Kranke angeht, genau die falsche.

    Du stehst nun auf der anderen Seite, da wo sonst der Mann steht. Ok,nun zeige, ob du es kannst, dieses Leben meistern. Ob der Satz " in guten und in schlechten Zeiten " für dich Inhalt hat. Vorwürfe bringen nichts, gar nichts. Sie können höchstens dazu führen, daß dein Mann ganz in Depressionen verfällt und dann ??? Er soll jetzt einfach mal wirklich loslassen, er muss ich damit auseinandersetzen, er muss akzeptieren und er muss von alleine wieder wollen.

    Ich kann nur sagen, als ich meine cP hatte, diese Schmerzen u.a., die Erkenntnis hatte, nie wieder so zu sein, wie ich mal war. Keine Arbeit, wenig Geld, Angst, Sorgen - auch ich bin wie die meisten hier in tiefe Löcher gefallen. Meine Wohnung glich monatelang dem Heerlager von Tartaren. Ich duschte nicht, hockte nur vor der Glotze und erst eine Therapie stabilisierte mich.

    Also, bitte - bei allem Stress für dich. Mach dich hier mal schlau, was RA und cP u.a. Erkrankungen von Rheuma sind, was sie bedeuten und was sie bringen. Vielleicht antworten noch andere und du wirst sehen, keiner ist alleine hier. Bring deinen Mann an den PC zum chatten mit den Männern hier, die auch alle krank sind.

    Wir sind da für euch, aber bitte Ilka !!! Lass ihm Zeit, er ist ein Mann und muss das alles erst verdauen. Hilf ihm mit Verständnis, lass es gleiten und dränge nicht. Damit erreichst du glatt alles gegenteilig.

    Ich hoffe, du bleibst bei uns und wir können dir helfen.

    Alles Gute derweil und................. nimm die besten Ärzte, lass deinen Mann nicht einfach nur so durchs Leben gehen.

    Gruss
    PUMPKIN
     
  3. Lilly

    Lilly offline

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    hallo,

    und du meinst, die ämter haben ihn nur so zum spass eu geschrieben??? :confused: . viele schwerkranke user hier versuchen es schon jahrelang, und ohne erfolg, in rente geschickt zu werden. im tv wurde mal versucht gesunden menschen diese erkrankung etwas näher zu bringen. einem probanden wurde ein anzug aus blei über gezogen, und er musste sich damit bewegen. so in etwa fühlt sich ein rheumakranker, alles ist so schwer und wir ermüden sehr schnell. und ausserdem haben wir bei bewegung auch schmerzen.
    meinst du nicht, dass dein mann auch in einer depr. phase steckt? weiss du, wie man sich fühlt in jungen jahren auf einmal *wertlos* für die gesellschaft zu sein?? sich sein leben von einem tag auf den anderen ändert? alle zukunftspläne mit einem schlag zu nichte sind? zukunftsangst??? wann werde ich so behindert sein, um auf fremde hilfe angewiesen zu sein?
    warum fragst du deinem mann nicht, wie er sich fühlt?
    ich kann auch verstehen, dass dir alles zu viel wird ......
    ihr müsst miteinander reden, jetzt erst zeigt sich, wie viel eure partnerschaft wert ist. wie heisst es so schön bei der trauung? *in guten, sowie auch in schlechten zeiten*.....
     
  4. Lilly

    Lilly offline

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    @uschi,

    wie immer, die selben gedanken :D .wir haben unseren beitrag fast zeitgleich abgeschickt. :D

    nachtrag:

    @ilka,

    habe dir ein paar links zu umfragen hereingestellt, damit du die gedanken und ängste von kranken menschen verstehen kannst:

    http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=15446
    http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=16801
    http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=16668
    http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=12675
    http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=13745

    es gibt aber noch viel mehr zu diesem thema hier zum nachlesen
     
    #4 9. August 2005
    Zuletzt bearbeitet: 9. August 2005
  5. Ilka1971

    Ilka1971 Guest

    Hallo,

    @pumpkin
    ich weiß, dass es für einen gesunden Menschen, sprich für mich, nicht wirklich nachvollziehbar ist, wie es einem als Erkrankten geht und wie man sich fühlt. Ich muß gestehen, dass ich oft gestresst von der Arbeit heimkomme, er auf dem Sofa liegt, ich nicht mal Zeit habe was zu essen, weil ich gleich wieder los muß zum Nebenjob. Ich seh, dass das Geschirr noch schmutzig auf der Spüle steht, dass die Blumen nicht gegossen sind,... und krieg nen Hals, weil er rumliegt und ich mich abhetzen muß. Er schaut mich verständnislos an, warum ich so genervt bin. Ich verstehe nicht, dass mich nicht versteht...
    Hinzu kommt halt noch, dass er jetzt nur noch Krankengeld bekommt, Unterhalt an seinen Sohn zahlen muß, Altlasten abzahlen muß und deshalb für unser gemeinsames Leben von ihm fast nichts mehr kommt. Da hab ich schwer dran zu knabbern, dass ich jetzt der Zahlmeister bin und er aber trotzdem immer wieder Sonderwünsche für seinen Sohn anbringt.
    Ich weiß, dass ich in den Augen von Betroffenen sicher ungerecht und verständnislos, aber ich fühle mich zur Zeit oft überfordert mit der Situation. Ich habe das Gefühl, alles hängt an mir und bin ich nicht mehr da, geht die Welt unter. Das klingt jetzt sicher anmaßend, soll es ganz sicher nicht, es ist nur ein Gefühl.
    Mit RA hab ich mich übrigens auch schon auseinandergesetzt, auseinandersetzen müssen und glaube zu wissen was das ist.

    @Lilly
    Er ist nicht eu, er ist zur Zeit krankgeschrieben.
    Und dass er das nicht zum Spaß wurde, das weiß ich auch. Wie oben geschrieben, ich fühl mich einfach überfordert, ausgenutzt und ausgelaugt.
    Ob das von mir in Ordnung ist oder nicht, keine Ahnung. Es ist einfach so.

    Nebenbei, ich versuche nach Kräften meinen Mann zu unterstützen. Ich dränge ihn ständig zu einem "gescheiten" Rheumatologen zu gehen, aber besteht darauf, dass die 3-wöchige Behandlung im Rheuma-Zentrum Baden-Baden und die jetzige Betreuung durch seine Hausärztin ausreicht. Ich sehe das nicht so, aber was soll ich tun? Ich kann ihn doch nicht zwingen.

    Aber nochmal: Ich will meinem Mann nichts böses, ich will auch nicht, dass unsere Beziehung kaputt geht, aber so wie es im Moment ist, ist es echt nicht mehr schön.

    Wir haben auch schon oft darüber geredet, dass ihm zuhause die Decke auf den Kopf fällt und dass er sich nutzlos vorkommt, aber ich denke, gerade um das zu verhindern, kann er sich doch zuhause nützlich machen? Im Rahmen seiner Möglichkeiten eben. Das verstehe ich nicht, wenn ich mir nutzlos vorkomme, dann schau ich doch, was ich machen kann, oder?

    LG
    Ilka
     
  6. Sabrina12682

    Sabrina12682 Ich sage was ich denke.

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    hallo ilka,

    als ich erfahren habe, das ich cp habe, war ich gerade 18, meine erste ausbildung mußte ich abbrechen (bzw. wurde abgebrochen), ich habe bis das ich wieder arbeiten gehen konnte (richtig) fast ein jahr gebraucht und habe meinen haushalt dermaßen vernachlassigt, dass ich mich hätte schämen müssen!

    aber das weiß ich auch erst jetzt, wenn ich alles revue passieren lasse!

    mir hat ein kh aufenthalt schonmal ein bisschen selbstvertauen zurück gebracht, und was mir sehr viel halt gibt ist ro, mir ist es so wichtig mich hier austaschen zu können und es sollte vielleicht auch ein teil von euch werden.
    erstens damit sich dein mann mit seiner erkrankung identifizieren kann und zweitens damit du auch informationen bekommst wie es deinem mann derzeit ergeht.

    liebe grüße bine
     
  7. Sabrina12682

    Sabrina12682 Ich sage was ich denke.

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    hallo ilka,

    versuche deinen mann für ro zu begeistern und er wird auch wieder ein bisschen hoffnung und karft schöpfen.

    das kann ich dir, leider, nur raten!

    bine
     
  8. Lilly

    Lilly offline

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    so denken gesunde menschen :D ich bin manchmal nicht fähig mich zu duschen, oder mir etwas zum essen zubereiten, geschweige einkaufen zu gehen. es gibt aber auch bessere zeiten, da *reisse ich alles nieder* :D lass deinem mann noch etwas zeit. auch er wird sich wieder fangen. diese phase, die er jetzt gerade durchmacht, hatten wir alle betroffenen hier. es gibt aber leider immer wieder rückfälle.....unsere erkrankung ist eben chron. und nicht heilbar.
    würde er das selbe für dich nicht auch machen, wenn du jetzt an seiner stelle wärst?
     
  9. Trixi

    Trixi (vor)laut

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    Hallo Ilka,

    ich muss gleich mal sagen, dass ich diese Situation als total menschlich empfinde und das nun eben diese Situation ist, in der man bei der Hochzeit verspricht, da zu sein - eben die bösen Zeiten. Soviel ich allerdings herausgelesen habe, stehst du auch zu diesem Vesprechen und möchtest versuchen gemeinsam mit deinem Mann da beste daraus zu machen.

    Ich habe cP seit frühester Kindheit und bin sehr konservativ und streng erzogen worden. Meine Schmerzen und meine Lebensituation wurden respektiert und mir wurde nach bestem Gewissen geholfen - ABER ich durfte mir nicht alles erlauben, obwohl schwer krank. Ich hab mich furchtbar ungerecht behandelt gefühlt - heute weiß ich, dass das der einzig richitge Weg war.

    Heute bin ich verheiratet. Mein Mann ist weder mein Pfleger, noch mein Versorger, noch mein "Meister" der mir meine Wünsche von den Augen abzulesen hat (obwohl er das oft tut, aber das hat wohl andere Hintergründe .. :rolleyes: ). Er ist schlicht mein Mann, steht zu mir und gibt mir Halt und Kraft. Ich neige auch sehr oft dazu mich hängen zu lassen, habe ebenfalls Depri-Phasen - mein Mann erlaubt mir das aber nur in gewissen Grenzen. Dauert eine Phase wie diese zu lange, ist er sehr streng zu mir und rügt mich auch ab und zu - und ich bin ihm dankbar dafür. Krankheit ist kein Ruheplatz auf dem man alles von sich strecken kann. Auch kranke Menschen haben Pflichten genauso wie Rechte, Grenzen wie Freiheiten.

    Ich ecke hier sicher mit meiner Meinung an - ich stehe allerdings dazu und meine - motivier ihn, sei streng aber nicht zu hart, hör ihm zu und zwinge ihn dazu, dir zuzuhören (du hast als Angehörige genau den gleichen Stellenwert in der Ehe wie dein kranker Mann): Macht Zeitpläne die ihm helfen können, sich weniger gehen zu lassen (zB eine fixe Zeit zu der er morgens aufsteht, fixe Fernsehzeiten, fixe Essenszeiten, fixe Spaziergeh-Zeiten usw.). ...

    Ein kurzes Beispiel von mir: Wenn ich im Krankenstand bin und den ganzen Tag abhänge, ist meinem Mann total egal wie - aber wenn er nach Hause kommt (immer so gegen 18:00 Uhr), dann soll/muss ich ordentlich geduscht, angezogen (kein Pyjama oä) und kommunikationsfähig sein. Wenn nicht, ist er stinksauer. Klingt superhart - ich weiß, aber das sind die Grenzen, die ich brauche um in meiner Krankheit nicht noch kränker zu werden. Vielleicht braucht dein Mann ja ähnliche Grenzen.

    Es ist eine harte Zeit, ich weiß - ich wünsche euch dafür alles Liebe und Gute
    Trixi
     
  10. shirana

    shirana Auf den Hund gekommen *g*

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    vor dem Wasser, hinter dem Wasser überall Wasser ;
    Hallo Ilka,


    Was du schreibst ist menschlich und für mich ( mittlerweile) verständlich.

    Ich bin zwar selbstbetroffene mit Rheuma, aber in der Phase , wo dein Mann steckt , hab ich auch gehangen.
    Mich hinter der Erkrankung versteckt, mich in Selbstmitleid gewälzt usw...und faul. Ja einfach faul, ich konnte damals noch mehr , als heutzutage.

    Aber wie geht man damit um? wie soll man sich darein fühlen, wenn man selber keine Schmerzen hat?
    Wie redet man miteinander und aneinander vorbei?

    Patentrezepte hierfür gibt es nicht.
    Einerseits wollte ich mir damals nicht helfen lassen, wollte dann doch schon alles alleine machen und mich nicht als minderwertig fühlen oder als ganzer Partner in einer Ehe.

    Ich hatte auch Geld nachhause gebracht, am Anfang sogar mehr wie mein Mann und hab den Haushalt geführt.

    Aufeinmal nur Haushalt?

    Wir, mein Mann und ich haben nie gestritten, aber wir sind uns aus dem Weg gegangen. Ich hab geschluckt und er geschwiegen. Grundverkehrt.

    Eine Situation brachte den Stein ins Rollen. Ich wollte beweisen, das ich noch alles kann und hab heulend vor Schmerzen auf dem Boden gelegen um diesen sauber zu machen. Mein Mann ist wortlos aus der Tür gegangen. Das hat mich so wütend gemacht. Erst am Abend haben wir über diese Situation gesprochen. Was ich fühle, wie ich mich fühle , wie es mir geht, was ich mir wünsche. Aber genauso auch er, was er für wünsceh hat und wie es ihm dabei geht usw.....

    Es war ein langes Gespräch. Wir sind mittlerweile wunderbare Partner. Ich mach das was ich kann, ansonsten hol ich mir seine Hilfe. Er kann seinen Hobbies nachgehen ohne rücksicht auf mich zu nehmen. Ich mach alles mit, soweit ihc kann und bin nicht beleidigt, wenn ich nur zuschauen kann, aber ich bin dabei.


    Versuch mit deinem Mann zu reden. Bestärk ihn und wenn er was im Haushalt mal gemacht hat, lob ihn auch dafür.
    Aber sei auch streng und erlaube nicht das hängen lassen, ausser es geht ihm wirklich gerade körperlich sehr schlecht.

    Mein Mann holt mich auch immer wieder aus der Reserve, was mich anspornt.
    Ich denke , das dein Mann am Anfang von allen steht und leider wohl erst noch deine Kraft braucht um später selber daraus zu kommen. Wer weiss, vielleicht ergibt sich das auch mit der Umschulung, wernn er sieht , da kann er was.
    Treib ihn an, geht spazieren, viel an die frische luft , sag ihm bitte auch, das er die oder die Aufgabe bitte erledigt haben soll, bis du von der Arbeit kommst.
    Selbst an ganz schlimmen Tagen die ich habe, schaffe ich es gerade noch die Spülmaschine auszuräumen. Es geht, man mus nur wollen.

    Trotzdem , ich kann dich gut verstehen und deine reaktion ist menschlich.

    upps...gelesen hatte ich gerade, er geht wohl morgends mit den Hunden raus und räumt wohl auch mal auf. Und so wie du schreibst, er hätte derzeit gute Tage. Dann forder ihn doch einfach mal. Mach ihm vielleicht sogar ne Liste.

    Er muss ja nicht alles schaffen, das wird ja nicht verlangt, ( mir hat es am Anfang geholfen), aber am Ende des Tages haben wir gemeinsam uns die Liste angesehen und ich war froh, doch etwas davon geschafft zu haben.
    Ich bin dann mit einem guten Gefühl eingeschlafen.

    Ich wünsche euch beiden, das ihr miteinander reden könnt und das ihr euer problem bewältigen könnt.

    Viel Erfolg, wenn auch erst in kleinen Schritten.
     
  11. Ilka1971

    Ilka1971 Guest

    Hallo,

    menno, jetzt hatte ich gerade einen Roman geschrieben und jetzt ist alles weg.
    Also nochmal:

    @ Sabrina

    ro ist leider nicht möglich, weil wir keinen Computer zuhause haben. Kann nur in der Firma ins Internet. Und momentan ist finanziell kein Computer drin (wie so vieles andere auch nicht). Ich hab schon versucht ihn für Gesprächsgruppen vor Ort, z.B. von der Rheuma-Liga zu begeistern, aber er zieht nicht richtig. Ich weiß auch gar nicht, ob es bei uns in der Gegend welche gäbe. Hab ihm auch schon gesagt, er soll doch mal gucken, aber er tut es einfach nicht. Sollte ich ihm das auch abnehmen? Widerstrebt mir ehrlich gesagt, ich bin doch nicht seine Mama.

    @Lilliy
    ich kann leider (äh gottseidank) nur wie ein gesunder Mensch denken. Und vielleicht deshalb kann ich es auch nur schwer nachvollziehen, wie man sich in meinen Augen so "hängen lassen" kann. Muß dazu sagen, dass ich in einem Elternhaus groß geworden bin, wo Arbeit ganz groß geschrieben wurde. Meine Eltern hatten (jetzt habens meine Brüder) ein Sägewerk und da wurde 6 Tage die Woche gearbeitet teilweise bis spät abends. Wenn jemand krank war, wurde geschumpfen und gezetert. Mein Vater ist so ein Typ Mensch, bei dem nur Leistung zählt. Ich weiß zwar dass das nicht in Ordnung ist, meine Mutter mußte und muß auch heute noch oft drunter leiden, sie hat schwere Diabetes und mein Vater hat auch dafür nicht das geringste Verständnis.

    @Trixie
    das mit den Grenzen finde ich gut. Aber wie stecke ich ihm Grenzen ohne ihm weh zu tun, ihn zu bevormunden oder Streit zu provozieren?? Ich bin absolut kein Diplomat und sage immer alles so wie ich es gerade denke und das teilweise recht barsch (manchmal ist das Mundwerk schneller als das Hirn) und hinterher tuts mir leid. Ich kann doch nicht kommen und sagen morgen stehst du um 8 auf, dann machst du das, dann das.... Ich glaub er würd einen Anfall kriegen!

    LG
    Ilka
     
  12. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Ilka,

    bei meinem (gesunden) Mann war der rheuma-online-Workshop bei uns in Tirol ein wichtiges Aha-Erlebnis. Bis dahin hatte er auf meine RA nämlich genauso reagiert wie Du jetzt - wie die anderen schon schreiben: aus der Sicht eines Gesunden absolut verständlich.

    Dann kam während des Vortrags von unserem Doc L. eine Beschreibung jenes kraftlosen Zustands, mit der eine RA einhergeht. Schließlich fiel der Begriff "allumfassende Erschöpfung". Für meinen Mann war der damalige Vortrag beeindruckend. Anschließend sagte er mir, dass er sich das so nie vorstellen konnte, für ihn hätten immer nur die extremen Schmerzen im Schub im Vordergrund gestanden. Jetzt verstehe er erst, dass die RA tatsächlich eine "systemische" Erkrankung ist.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  13. Trixi

    Trixi (vor)laut

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    Hallo nochmal,

    als ich denke von deiner Familiengeschichte und vom Bild deiner Eltern solltest du Abstand nehmen - denn so kanns natürlich bei euch in der Ehe nicht gehen und wenn dein Mann nun etwas braucht, dann ist es Verständnis - zumindest Verständnis für die Krankheit, nicht für seine Mentalität. Ich denke aber, dass hast du längst realisiert.

    Wie steckst du Grenzen? Fang damit an ihm zu erklären, wie es dir geht - wie es ist, wenn man total geschlaucht nach Hause kommt und eine Katastrophe zu Hause vorfindet. Versuch ihn dazu zu bringen, sich in deine Lage zu versetzen. Wenn du kein Diplomat bist, dann versuch dich vielleicht ein bisschen darin zu üben - setz dich mal hin und denk nur für dich nach, was dich wirklich stört. Was könnte er deiner Meinung nach noch machen und macht des trotzdem nicht? Sprich ihn nochmals auf die Sache mit der Rheuma-Liga an, nochmal die Sache mit dem Rheuma-Doc! Wenn du deinen eigenen Standpunkt ins Details erkennst, kannst du ihn auch besser und ruhiger mitteilen. ... und wenn es Streit gibt, dann gibt es eben Streit. Wer sagt, dass in einer Ehe nie gestritten werden darf.

    Wenn du nie den Mund aufmachst und dich auf deine Beine stellst, wird er gar nicht mitkriegen, dass du leidest. Nur weil er leidet, heißt das ja nicht auch, dass alle anderen auch leiden müssen. Erinner ihn an seine Pflichten - nimm auf alle seine "Mankos" Rücksicht - aber erinnere ihn an seine Pflichten dir gegenüber, an Pflichten eines Ehemannes!

    Ich hoffe, dass ihr euch findet. Alles Liebe
    Trixi
     
  14. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    @Ilka

    Hallo Ilka,

    schön, daß Du hierher gefunden hast :)

    Hast Du Deinem Mann schon gesagt, wie gestress und überlastet Du bist? damit meine ich nicht, daß Du es ihm wütend rüber textest ;), sondern Dich mit ihm an den Tisch setzt und ihm erzählst, wie Du Dich fühlst...ohne Vorwürfe!

    Dein Mann hat eine chronische Erkrankung und die kann sehr schmerzhaft sein. Es ist immer schlimm, aber viele Männer leiden darunter, denn sie sind ja nicht mehr "so kräftig wie früher". Das kann sehr belastend sein.

    Du hast als Kind vorgelebt bekommen, daß es immer Arbeit, Arbeit, Arbeit gibt. Solange man gesund ist, ist das ja auch "ok" (muß ja jeder fürsich selbst entscheiden).
    Denkst Du genauso wie Deine Eltern? Bist Du evt. wütend (das meine ich nicht böse!), daß er krank ist und Du nun die Starke sein musst?

    Das ganze Thema ist nicht einfach.

    Und vor allem tut es mir leid, daß Du Dich so gestresst und überlastet fühlst.

    Vielleicht ist es noch nicht die Zeit, daß Dein Mann mit anderen Menschen über die Erkrankung persönlich reden will.
    Es gibt in vielen Städten Internetcafes, da könnte er also bei Rheuma-Online reinschauen.

    Letztlich hilft nur viel zu reden und gegenseitiges Verständnis.

    Ich finde es sehr gut, daß Du hier postest. Du wirst viele Erfahrungsberichte und Informationen lesen, die Dir helfen, daß alles besser zu verstehen.

    Viele Grüße
    Sabinerin
     
  15. Ilka1971

    Ilka1971 Guest

    Hallo Ihr alle,



    erst mal Danke, dass Ihr so geduldig und ausdauernd mein Geschreibsel lest und kommentiert. Bin echt überwältigt.





    @Sabinerin

    Nein, ich habe meinem Mann noch nie gesagt, dass ich gestresst und überlastet bin, ich habe immer gehofft er merkt es selber!

    Aber Du hast recht, ich bin oft wütend.

    -wütend weil ich immer stark sein muß

    -wütend weil ich immer die Kontrolle und den Überblick (Finanzen vor allem))behalten muß

    -wütend weil ich nur am schuften bin und wir trotzdem auf keinen grünen Zweig kommen

    -wütend weil er in derselben Zeit zuhause herumliegen „darf“

    -wütend weil er Geld ausgibt für seinen Sohn, das ER eigentlich nicht hat

    -wütend weil ich deswegen an den Tieren sparen muß

    -wütend weil er ein Kind hat und ich nicht

    -wütend weil ich gern eins hätte und er aber auf absehbare Zeit keines zeugen darf

    -wütend weil er dran schuld ist

    -wütend weil es gar nicht ginge mit nem Kind, ich muß schließlich Geld verdienen

    -wütend weil.... oh es gäbe noch so viele Sachen, die mir einfallen würden. Aber ich frage mich im gleichen Atemzug auch immer ob ich ein Recht habe wütend zu sein? Er kann schließlich nichts dafür, dass er Rheuma bekommen hat. Aber ich doch auch nicht! Manchmal verfalle ich auch in Selbstmitleid, womit ich das eigentlich alles verdient habe...



    @Monsti

    Sowas wäre für mich sicher auch nicht schlecht damit ich mich besser in seine Situation hineinversetzen kann.

    Aber online-Workshop? Gibts sowas auch “in echt”?



    @Shirana

    In Gesprächen ist auch schon zu Tage gekommen, dass sich mein Mann zum Hausmann „degradiert“ fühlt und ihm zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Aber das können wir leider nicht ändern und müssen das beste draus machen. Im Moment führen wir auch kein gemeinsames Leben. Ich arbeite den ganzen Tag, gehe abends früh ins Bett, weil ich um sechs raus, er bleibt bis in die Puppen vorm Fernseher liegen und steht morgens dementsprechend spät auf. Kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal gleichzeitig schlafen gegangen sind. Am Wochenende bin ich meistens erledigt und verpenne den halben Sonntag. Ja und zwischendrin gehen wir mit den Hunden laufen, das ist momentan das einzige was wir gemeinsam machen, und das mach ich am WE auch oft allein bzw. mit anderen Leuten, weil er Schmerzen hat.





    LG

    Ilka
     
  16. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    @Ilka

    Hallöchen Ilka

    *lächel*, das tat doch sicher gut mal runterzuschreiben, oder? *knuddel*

    Es kommen ganz viele Dinge zusammen. Die Erkrankung, die finanzielle Situation, der unerfüllte Kinderwunsch, die Überbelastung etc.

    Das ist eine Menge, aber Du kannst beginnen zu ändern und zwar mit dem einfachsten:
    Sage Deinem Mann (möglichst nett ;))wie Du Dich fühlst, daß Du gestresst und überfordert bist. Das ist schon der erste Schritt.

    Wenn ich richtig verstanden habe, ist Dein Mann nicht krankgeschrieben, aber Zuhause, oder? Warum ist er Zuhause?

    Niemand kann Gedanken lesen und Männer insbesondere nicht, die sehen häufig das Offensichtliche nicht *gg* Deshalb: reden, reden, ohne es zu zerreden und möglichst keine Schuldzuweisungen!

    Du bist gestresst, ok, das kann ich verstehen und das tut mir leid. Aber es würde Dir keinen Deut besser gehen, wenn er arbeiten würde ;) Somit wäre der Stress erst einmal der Gleiche, nur Dein Mann ist Zuhause.

    Geld zu verdienen ist wichtig, sollte aber nicht in das ausarten, was Du gerade durchmachst. Das Hamsterrad ist sehr ungesund...

    So eine Erkrankung betrifft nie nur einen Menschen, sondern auch die Familie. TROTZDEM trifft Deinen Mann keinen Schuld, daß er krank ist, genauso wenig wie Du Schuld daran hast.
    Die "Schuldzuweisung" hat bei dem Thema auch nichts zu suchen.
    Wenn Dein Mann eine RA hat, dann ist es wichtig, wenn er einen guten Arzt hat. Wenn er der Meinung ist, daß er einen guten Arzt/Ärztin hat, so versuche es zu respektieren.

    Ich weiß, Du möchtest so etwas nicht lesen:
    Selbst mit einer guten Medikamentösen Therapie wird Dein Mann mal mehr/mal weniger Einschränkungen haben.
    Ihr müsst also offen zueinander sein und viel reden. Sage ihm wie es Dir geht und bitte ihn zu sagen, wie es ihm geht.
    Die Erkrankung wird einiges ändern, aber das Leben ist trotzdem lebens- und liebenswert, auch wenn es zwischendurch mal dunkler aussieht.

    viele Grüße
    Sabinerin
     
  17. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hi ilka!

    ich (wir) kennen deinen mann ja nicht persönlich, alles ist also
    irgendwie spekulativ. wie war dein mann denn vor der erkrankung?
    immer gut drauf und arbeitsam? und hat er vorher viel im / am haus gemacht?
    dich unterstützt?
    wenn das alles positv war, dann liegt die vermutung nahe, dass es
    wirklich eine auswirkung primär der erkrankung ist. du könntest ihm
    einen lieben brief schreiben! einleitend mit der feststellung, dass du ihn liebst
    und dies tust, um eure ehe wieder in bessere bahnen zu bringen.

    wenn er vorher schon nicht ganz so "mitarbeitend" war, dann kann man
    natürlich vermuten, dass er sich doch hängen lässt, mit der erkrankung
    als "schutzschild" (bitte niemand falsch verstehen!).
    ich finde alle die geschrieben haben, haben irgendwo recht.
    aber ich teile auch trixis meinung, dass jeder rechte und pflichten hat.
    wenn es ihm "gut" geht, sollte er tatsächlich auch seinen hintern vom sofa
    erheben und seinen teil zum leben beitragen.
    ich weiss schon, dass man mit cp phasen hat, in denen man am liebsten
    nix, gar nix machen möchte. ich habe selber cp und es ging mir am
    anfang beschissen. ich weiss also wovon ich rede. geduld zu haben mit einem
    kranken menschen ist manchmal nicht einfach. aber nur nebeneinander zu leben in solcher situation, so wie du es beschrieben hast, ist auch nicht gut. für niemanden. wie wäre es denn mit einer paar-beratung? es scheint ja
    doch so zu ein, als wenn es nicht nur probs bedingt durch die cp gibt.
    dies vielleicht als anregung, liebe ilka.

    wie auch immer, es scheint, ändern müsst ihr was. und am besten
    beginnend mit einem lieben brief oder lieben gespräch!

    dazu wünsche ich dir alles gute und viel erfolg!
    lieben gruss marie
     
  18. Lilly

    Lilly offline

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    ja http://www.rheuma-online.de/user-workshop-2005.html
    sogar jetzt im september.

    du gibst auch gründe für deine wut an, die ich nicht verstehen kann.

    kein mensch muss immer stark sein, auch du nicht.

    würdest du ehrlich mit ihm *tauschen* wollen? also ich würde lieber arbeiten und wieder gesund sein. (bin im märz krankheitshalber pensioniert worden. bin erst 45)

    ich denke, dass du vor deiner ehe gewusst hast, dass dein mann ein kind hat.

    ich lese, dass du sehr viel in der *ich* form schreibst, und nie in *wir*. was für mich keinen grossen zusammenhalt und *innige* beziehung bedeutet :(

    mir pers. sind kinder wichtiger wie tiere...... (und das kind ist eben mal da, ... nicht zu ändern)

    war eure ehe vor der erkrankung deines mannes wirklich in ordnung? oder hatte es nicht auch da schon ärgere krisen gegeben?





     
  19. Ilka1971

    Ilka1971 Guest

    Hallo,



    @ Sabinerin

    Doch doch, mein Mann ist krankgeschrieben. Er ist seit April zuhause und bekommt jetzt (logischerweise) nur noch Krankengeld. Als Lackierer kann/soll/darf er nicht mehr arbeiten, deshalb jetzt die Umschulung. Dass das alles so schnell ging erstaunt uns selber.

    Tja, ich werde wohl nicht drum herumkommen ein erstes klärendes Gespräch zu führen, bzw. vielleicht auch die Variante von @Marie2 mit dem Brief wählen.



    @Marie2

    Mein Mann war vor seiner Erkrankung schon nicht der supermotivierte Zuhause-was-Tuer. Putzen und so machten wir am WE immer gemeinsam, aber bei irgendwelchen nicht alltäglichen Sachen musste ich ihn immer in den Hintern treten. Wenn ich nicht den Anfang machte mit irgendwelchen Arbeiten, sei es Brennholz stapeln, am Haus irgendwas reparieren, überhaupt irgendwelche Arbeiten draußen, dann konnte er die unerledigten Sachen Wochen oder sogar Monate liegen sehen. Hat ihn nie gestört, wenn da was war, was noch zu machen war. Ich hab dann schon öfter die Probe aufs Exempel gemacht und absichtlich etwas liegen lassen, um zu gucken, wann er es macht....am Ende hab es dann doch ich gemacht, weil ich es nicht mehr sehen konnte.

    Im Haushalt macht er zwar einiges (außer waschen,bügeln, Bad putzen) aber halt nicht so gründlich wie ich es mache. Aber ich glaub da muß ich meine Ansprüche runterschrauben!

    Aber ich unterstelle ihm trotzdem, dass er faul und bequem geworden ist und er seine Krankheit manchmal als Vorwand nimmt um nichts tun zu müssen.



    @All

    ganz so dramatisch wie es vielleicht rübergekommen ist, ist es bei uns (noch) nicht.

    Die ganzen Sachen worüber ich wütend bin, die ich aufgeschrieben habe die nagen ja nicht ständig an mir, es kommt halt immer mal wieder das eine oder andere hoch, je nachdem was grad Sache ist, Ich spiele nicht mit dem Gedanken mich zu trennen und ich gehe auch noch nicht auf dem Zahnfleisch wegen Überlastung ;-)) Ich bin hart im Nehmen!

    Ich glaube bei einem stressfreien Leben würde mir langweilig werden.

    Aber ein bisschen weniger stressig könnts manchmal sein und ein bisschen mehr Unterstütung seinerseits wäre auch nicht schlecht.



    Bin mal gespannt, wie es in zwei Wochen ist. Da hole ich meine Pferde wieder von der Sommerweide...dann geht die Arbeit erst richtig los!



    Mensch, das klingt jetzt alles wieder so als ob bei uns doch Friede, Freude, Eierkuchen wäre, ist es nicht, aber wie gesagt, wir stehen noch nicht kurz vor dem Exitus. Ich denke/hoffe, da ist noch was zu machen.



    LG

    Ilka
     
  20. Ilka1971

    Ilka1971 Guest

    @ Lilly



    klar weiß mein Verstand, dass ich nicht immer stark sein muss, aber ich habe oft das Gefühl, dass wenn ich jetzt auch noch schwach bin, alles den Bach runter geht. Vielleicht traue ich meinem Mann auch zu wenig zu... aber das hat dann auch mit seiner Vergangenheit zu tun. Aber ich weiß nicht, ob das jetzt hierher gehört?



    Ich würde nicht mit ihm tauschen wollen! Aber wenn Du von morgens um sieben bis abends um acht unterwegs bist vom Hauptjob zum Nebenjob und dann geschafft nach Hause kommst und dort erwartet Dich ein auf dem Sofa liegender Mann...

    Sorry, aber da überkommt mich manchmal der Neid, einfach weil er es kann/darf/einfach macht, und ich kann/darf es nicht. Das hat in dem Moment nichts damit zu tun, dass er krank ist oder nicht, das ist der pure Neid auf das „auf dem Sofa liegen“.



    Natürlich habe ich gewusst, dass er ein Kind hat, aber dass er irgendwann chronisch krank würde habe ich nicht wissen können. Und die Tatsache, dass er ein Kind hat, habe ich mir sicher auch einfacher vorgestellt, als es ist.

    Tja, die Ich-Form? Besonders innig ist unsere Beziehung derzeit sicher nicht, einfach weil wir zu große finanzielle Probleme haben. Und Du hast recht, unsere Beziehung war vorher schon recht problembeladen. Ist das hier der richtige Rahmen um darüber zu berichten? Also, kurz: Als wir uns kennengelernt haben hatte mein Mann riesige Schuldenberge um die er sich nicht gekümmert hat. Ich habe alles für ihn geregelt, mit Gläubigern verhandelt, ... (bin Buchhalterin, kenn mich also ein wenig aus).

    An diesen Schulden zahlt er heute noch ab, auch ein Mitgrund, warum er so wenig vom Lohn bzw. jetzt KG übrig hat. Dann ist er wahnsinnig eifersüchtig. Er hat alle meine Freunde und Bekannte vergrault (ok, ich habs zugelassen, meine Schuld),. Wegen dieser Eifersucht ist er jetzt in psychologischer Behandlung.

    Haus habe ich in die Ehe mitgebracht, d.h. ich habe es letztendlich auch an der Backe, er wohnt nur mit drin.

    Es gibt so einiges, was dafür gesorgt hat, dass nicht alles Gold ist was glänzt.



    Mir persönlich sind meine Tiere so wichtig wie anderen Leuten ihre Kinder. Ich hatte die Tiere bevor ich meinen Mann hatte, er hat mich genauso mit Tieren kennengelernt wie ich ihn mit Kind. Und mangels eigenem Kind, sind meine Viecher meine Kinder. Das hören viele Leute sicher nicht gern, aber für mich ist es so.



    So, jetzt muß ich aber mal aufhören, Feierabend naht...

    LG

    Ilka