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Macht MTX depressiv?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Lynni75, 22. November 2011.

  1. Lynni75

    Lynni75 Registrierter Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich leide seit einigen Jahren an einer chronischen Polyarthritis und nehme momentan 15 mg MTX als Fertigspritze. Seit mehreren Wochen habe ich irgendwie das Gefuehl, dass ich depressiv werde. Ich bin staendig total muede, habe keine Lust mehr etwas zu unternehmen. Ich muss mich regelrecht zwingen. Es kommt mir vor als haette ich die Lust am Leben verloren. Nehme deshalb Johanniskraut aber es wird einfach nicht besser. Ich verstehe es einfach nicht. Ich war mal ein lebenslustiger Person und jetzt bin ich nur noch ein Haeufchen Elend.

    Macht MTX depressiv? Vielleicht kann mir jemand Rat geben.

    Gruss Lynni
     
  2. arabeske 20.06.2011

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    Hallo Lynni75,

    Müdigkeit kann eine Begleitung der Grunderkrankung bei dir sein, und überhaupt unbewusst ist für uns der Alltag eh schwerer, daher kommt eventuell bei den einen oder andern auch dieser Erschöpfungszustand den wir dann Müdigkeit nennen.

    Das mit dem Johanniskraut ? Wer hat dir das verschrieben ein Arzt, denn das würde ich schon mit dem RH-Doc abklären, welche Wirkung es erzeugt wenn noch Medikamente genommen werden (Cortison Schmerzmittel ect. p.p.

    Also ich finde es ist Notwendig das jede Form der Selbstmedikation, bitte vorher mit dem Behandelnden RH Arzt abgesprochen werden.
    Ich selber halte es so, einfach weil ich keine Ahnung habe, auch bespreche ich vieles, was frei verkäuflich ist mit meinem Haus und Hof Apotheker, dieser erkundigt sich erst mal und danach frag ich den Arzt, bei einem OK hole ich mir die Präparate dann dort.

    Was deine Frage der Depression und MTX anbelangt

    Also wenn du den Link folgst bekommst du erst mal einige neutrale Antworten zu deiner Frage.

    Lies es durch und bespreche dieses bitte mit deinem Behandelnden RH Arzt, den er hat bessere Möglichkeiten sich darüber genauer zu erkundigen als wir selber, die wir uns vieles mühsam an lesen, aus so verschiedenen Quellen.
    Da kann uns schon vieles an Halbwahrheiten unterkommen oder nur negative Erfahrungsberichte. Letztendlich müssen wir bestimmte Medikamente nehmen die auch Nebenwirkungen haben KÖNNEN.

    Ich hoffe das meine Antwort Hilfreich für dich ist, ich wünsche dir eine gute Nacht.

    ciao
     
  3. muck

    muck Neues Mitglied

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    Hallo Lynni75,

    zusätzliche Präparate würde ich auch nur nach Absprache mit dem Rheuma-Doc nehmen.

    Ansonsten hier noch unsere Erfahrungen (die natürlich keine Allgemeingültigkeit haben):

    Bei mir selbst (cP und mehr) gab's keine derartige Nebenwirkung von 15mg MTX. Eher andersrum: Ich wurde davon meines Lebens wieder froh, weil die Schmerzen und Einschränkungen irgendwann verschwanden - siehe arabeske: deine Symptome als Erschöpfung wegen der Grunderkrankung?

    Anders jetzt bei meinem Sohn (14), der bei 12,5mg MTX als Spritze auch immer lebensunfroher wurde und zwar trotz Besserung der Rheumasymptome. Wir haben das mit dem Doc besprochen und seitdem er 24 Stunden nach der Spritze 5mg Folsan bekommt, ist er (psychisch) wieder fast der Alte. :) Kann sein, dass dies nur ein Placebo-Effekt des Folsan-Tablettchens ist (so meint sein Doc), aber das ist ja egal, wenn's denn hilft.

    Alles Gute für dich,
    Jeannette alias muck
     
  4. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

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    Hallo Lynni,

    ja, ich wurde depressiv von 10mg. Und zwar richtig übel.
    Schließlich war das auch, nicht der einzige, ein Grund MTX abzusetzen.

    Nach einem Jahr habe ich es wieder anfangen müssen. Gleiche Dosierung: 10mg Spritze.
    Nun habe ich die Depression gut im Griff. Ich nehme nicht nur Folsäure nach 24h sondern
    auch die zwei darauffolgende Tage ein recht stark dosiertes Vitamin B Produkt (mehrere Vitamin Bs - hauptsächlich B12 scheint wichtig, vor allem wenn Du Magenschutz nimmst, kann es der Körper nicht aufnehmen).

    Seitdem ist mein B12 Spiegel ok und... ich bin nur noch die 48 Stunden nach der MTX Spritze depressiv. Kann schon mal ein WE mit Tränen werden. Der Rest der Woche gehts mir aber dann wieder gut. Das ist es mir Wert, und wenn ich merke dass ich depressiv werde, suche ich mir ne Ablenkung.

    Kati
     
  5. Andi1966

    Andi1966 Neues Mitglied

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    Hallo
    Nach so langer zeit denke ich nicht das es das MTX ist was depressiv macht sondern eher die Begleiterscheinungen von Rheuma....Müdigkeit,Antriebslosigkeit sind Faktoren die einerseits mit deppressionen zusammen hängen andererseits aber sicher auch durch unsere erkrankung hervorgerufen werden.ich nehme nach MTX nun Enbrel und bin weitgehenst Schmerz und Beschwerdefrei aber die Müdigkeit etc. ändern sich nicht.
    Und bitte Johannisskraut nicht über einen zu langen Zeitraum nehmen.

    LG Andi
     
  6. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

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    Hallo Andi,

    ich weiß nicht wie es bei Lynni ist.
    Bei mir bedeutet Depression, dass ich auf dem Bett liege und heule (ohne Grund!). Ich denke dann, dass ich nur noch sterben will.
    48 Stunden nach der Spritze verfliegen jetzt diese Gedanken alle, und zwar sozusagen in eine halben Stunde, und ich bin wieder ein lebensfroher Mensch mit Plänen und Freude.
    Die Antriebslosigkeit, nein die "Schlappheit" habe ich auch. Ich liege oft auf dem Bett und meine Gedanken arbeiten auf Hochturen... ich tue dann alles im Kopf, nur kann ich mich einfach nicht rühren so kaputt bin ich. Ich würde gerne, und kann nicht. Und das verursacht leicht Wut. Depressiv bin ich dann nicht.
    Sicher ist der Ausdruck Depression hier nur in einem übertragenen Sinn zu gebrauchen. Unangenehm sind diese Stimmunsschwankungen schon.

    Kati
     
  7. murlikat

    murlikat Mitglied

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    Bei mir wurde nach 5 Monaten MTX wegen Wirkungslosigkeit wieder abgesetzt, sonst hätte ich mich mit den Nebenwirkungen abgefunden (oder mein Körper hätte sich noch an das Medi gewöhnt?).

    In diesen 5 Monaten hatte ich diese von Dir beschriebenen Symptome, also starke Stimmungsschwankungen zwischen stundenlangem grundlosem Heulen und Aggressivität. Ich war - unnormal- überempfindlich geworden.
    Dazu kam massiver Haarausfall, das hob meine Stimmung auch nicht gerade:rolleyes:.

    Ich würde das auf jeden Fall mit dem Arzt besprechen, vielleicht hilft mehr Folsäure.

    Alles Liebe - Murli
     
  8. Putzel

    Putzel Mitglied

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    Hallo Lynni,
    mir geht es ganz genau so.
    Es ist aber wie Arabeske sagt. Wir haben mit unserer Grunderkrankung zu kämpfen. Der Körper hält auf Dauer nicht alles ab, und somit ist es klar, dass mit der Zeit Erschöpfungszustände kommen. Dann ist da noch der Haushalt, Beruf, Kinder etc.etc. ......
    Ich selbst bin heute in Rente, aber was soll ich sagen.....ich brauche 4 x so viel Zeit als früher, bin total verlangsamt....wenn ich dann immer höre: Die Rentner haben es doch gut. Das mag für eine Minderzahl gelten. die meisten sind krank, müssen viele Einschränkungen hinnehmen - auch ohne Rheuma...
    In der Reklame und überall sehen wir nur noch vor Gesundheit strotzende Rentner. Die Wahrheit sieht völlig anders aus !!!!! Bloß, das wird nicht gezeigt, da man ja das Ziel anstrebt, die Leute bis 70 arbeiten zu lassen.
    Klar.... arbeiten, dann gleich sterben. Da hat der Staat ein gutes Geschäft gemacht. Die Leute müssen mal nachdenken!

    Versuche gegen die Müdigkeit ein wenig anzukämpfen, aber mach Dir keinen Stress, das ist nämlich dann noch schlimmer! Versuche Dich zu bewegen, so gut es geht, gehe einem schönen Hobby nach wenn Dir Zeit dafür bleibt, also alles, was Dir viel Positives bringt. Alles was negativ ist - wegbeamen !!! so gut es halt geht ...
    Versuche, Rad zu fahren evtl. Hometrainer...schwimmen gehen....wenn es geht tanzen! Das ist ganz super !! Deckt nämlich gleich auch mit das Wohlbefinden der Seele ab.
    Oft hat man halt auch nicht den Partner, der da mitzieht. Dann dreh Dir die Mucke auf und tanze für Dich alleine. Das macht bissi munterer...glaubs mir. Dann gibt es im TV schöne Fitness-Programm, kannste zu Hause machen. Ich hab mir mal sowas auf Video aufgenommen und mach das zu Hause, wenn noch Zeit bleibt.

    Ich selbst hatte mit meinem Fitness-Programm (im Studio) meine Depressionen in Schach halten können - ohne Medikamente, weil die ja dann noch dicker machen! Durch Psycho-Medikamente wird oft der Stoffwechsel verlangsamt, und d.h. wiederum: Gewichtszunahme. Nee...kö nnen wir nicht gebrauchen.

    Ich glaube verstanden zu haben, dass das ganze Leben ein Kampf ist, man braucht immer viel Disziplin und einen starken Willen....wenn es geht...bis zum Schluss.
    Muss heute viel an meine ehemalige Lehrerin denken, die immer sagte:
    " Macht euch nicht die Jugend kaputt, indem ihr schon beizeiten Freunde habt, heiratet, Kinder kriegt. Lebt erst eure Jugend, denn das Leben ist ein harter Kampf!"

    Immer und immer wieder "leuchtet" der Satz in meinem Hirn auf. Sie hatte verdammt nochmal Recht.
    Ich denke, dass die meisten Leute eben nicht auf der Sonnenseite stehen- und die anderen? Die sind auch nicht zu 100 % zufrieden.

    Also.... an sich arbeiten! Immer und immer wieder und nicht aufgeben, solange das Blut noch durch die Adern fließt!

    Liebe Grüße
    Grit