Mabthera und Impfungen

nathalil

Neues Mitglied
kennt sich jemand da aus?
Durch das Mabthera verschwinden die B-Zellen.
Wie kann dann eine Impfung wirken?
Zum Beispiel Tetanos...

Ich nehme seit gut zwei Jahren Mabthera und bis mit meiner CP symptomfrei.
Meine neue Rheumatologin meint, ich müsste warten bis meine B-Zellen wieder das sind, um impfen zu können.
Das heisst in Klartext, dass ich einen Schub riskiere und mit Mabtehra alles wieder von Vorne beginnen müsste.
Und jetzt frage ich mich wozu eigentlich? Lohnt es sich?
Wie kann eine Impfung wirken, wenn man eh 4 Wochen später die B-Zellen alle platt macht?!

Ich habe bei Roche nachgefragt, aber die Dame wusste auch nicht. Sie forscht nach.
 
ich habe gerade ein paar Studien zur B-Zell Depletion (Fachbegriff für "Verschwinden der B-Zellen aus Blut und Knochenmark) quergelesen, also haben meine Aussagen definitiv nicht den Anspruch auf Vollständigkeit:

Es sieht wohl so aus, dass nach der Rituximab Anwendung zunächst vor allem unreife B- Zellen und naive B-Zellen (= die noch keinen Kontakt mit ihrem Antigen hatten) zu Grunde gehen. Dies lässt sich an entsprechend fallenden Zahlen in Blut un Knochenmark zeigen. Gedächtniszellen bleiben wohl zumindest am Anfang etwas verschont (Mechanismus ist noch nicht ganz verstanden und es würde verdammt immunologisch werden...). Bei "Langzeitanwender" , hier hat die Studie an 37 RA-Patienten einen deutlichen Schwachpunkt denn das kann alles zwischen einem halben und fünf Jahren sein, gehen allerdings auch die B-Gedächtniszellen zurück. Letzgenannte Zellpopulation erholt sich wohl auch am langsamsten von der Depletion, wobei dies bei einer Studie an Lupus-Patienten herausgekommen ist. Sie waren teilweise auch nach einem Jahr nicht auf das Ausgangbniveau zurückgekehrt...

Was jetzt Impfungen anbelangt. Nicht die gesamte Immunantwort läuft über B-Zellen, auch eine T-Zell Antowrt ist durchaus nötig und extrem wünschenwert, da sie längere Immunität bietet. Auf keinen Fall würde ich unter Mabthera mir einen Lebendimpfstoff geben lassen, denn das kann (theoretisch) blöd laufen und der Impfstoff löst doch eine Erkrankung aus. Bei der Tetanusimpfung handelt es sich allerdings um einen Totimpfstoff, auch die anderen Komponenten des Dreifachimpfstoffs enthalten keinen lebenden Krankheitserreger. Das Schlimmst was also passieren könnte, wäre eine nicht ausreichende Immunantwort auf die Impfung. Vielleicht habe es deine B-Gedächtniszellen gegen besagt Krankheiten aber bislang überlebt? Dann würden sie entsprechend reagieren und zur Bildung neuer Antikörper etc. führen. Der Impferfolg ließe sich auf jeden Fall labormedizinisch überprüfen.

Ich würde mich evtl. eher gegen Ende der Zeit zwischen zwei Zyklen impfen lassen, sodass drei WOchen lang eine Immunantwort ablaufen kann und dann werden ja vornehmlich die Zellen plattgemacht, die noch nicht reagiert haben. Vielleicht erstmal so probieren, ob die Impfung anschlägt, dann kann man immer noch überlegen, ob man bei nicht ausreichendem Ansprechen eher booster oder doch mal eine Pause macht und einen Schub riskiert. Schwere Entscheidung, zumal so was wie Tetanus eben eine verdammt wichtige Impfung ist...

Berichte doch mal, was Roche meint. Das würde mich interessieren!
 
vielen dank Judy_Tiger,

ich sehe jetzt erst deine Antwort.
Bei Roche wussten sie erst einmal keine Antwort, dann haben sie recherchiert und eine ähnliche Antwort wie du gegeben.
Man nimmt an, dass die T-Zellen übernehemen.

Aber was ich verwunderlich finde, ist das es immer hieß, die Monoklonale B-Zellen Typ CD20 sterben.
Rituximab ist ein chimärer, gegen CD20 gerichteter monoklonaler Antikörper, der eine vorübergehende Depletion CD20 exprimierender B-Zellen induziert. Während der Entwicklung von B-Zellen wird CD20 auf der Oberfläche von frühen Vorläufer B-Zellen (ab den Prä B-Zellen) bis hin zu reifen B-Zellen exprimiert, nicht jedoch auf Stammzellen und sehr frühen B-Zellvorläufern (Pro B-Zellen) oder Plasmablasten bzw. Plasmazellen

Wenn meine Rheumatologin einfach am Telefon sagt, meine B-Zellen seien weg, und das nach 8 Monaten, schokiert mich das schon.
Was ist wenn die Mutterzellen irgendwann auch noch drauf gehen?

Ich sehe meine Rheumathologin am 1. Oktober und werde meine Laborwerte genau studieren und sie fragen können. Aber genau das, was du empfiehlst hat sie vor. Bevor wir im nächsten Zyklus gehen, impfen. Dann abwarten... Und dann mal schauen...

Danke
und liebe Grüße
nathalil
 
Zuletzt bearbeitet:
Offenbar hatte ich etwas falsch verstanden.
Ich dachte Mabthera sei ein anti-CD20. Aber offenbar macht es undifferenziert B-Zellen platt. Auch Gedächtnis Zellen.
Hier steht, dass es 9 Monate dauert, bis alle wieder da sind...
http://pdsa.org/treatments/conventional/b-cell-depletion.html
The B cells that are eliminated are not specific B cells that target cancer or ITP. Rituxan reduces the general population of all B cells that include CD20. It could take up to nine months for someone to replace those B cells and have their immune system and antibody production (including the helpful antibodies) back in working order.
 
Mabthera mach nur B-Zellen mit den spezifischen Markern CD19 und CD 20 "platt".
Geimpft werden darf nicht mit lebend Impfstoffen.
 
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