1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Lupus und Schwangerschaft

Dieses Thema im Forum "Rheuma und Schwangerschaft" wurde erstellt von Teddy2003, 6. Oktober 2003.

  1. Teddy2003

    Teddy2003 Guest

    Hallöchen Liebe Leser !

    Ich habe eine Frage und zwar, wer hat Erfahrung oder kennt sich aus, in Sachen Lupus und Schwangerschaft ?

    Glücklicherweise hab ich auf eigenen Wunsch hin, meine Medis um die Hälfte reduziert.
    Was für Medis sind unbedenklich, und welche nicht ?

    Ich hoffe, Ihr könnt mir Tipps geben.

    Liebe Grüße
    Teddy2003
     
  2. atti

    atti a boarischer Schwob

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    436
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Forchheim
    Hi,

    erzählt doch mal, was für Medikamente du hast.

    Ich nehme Cortison und MTX. Dabei ist das Cortison eher unbedenklich, das MTX aber sehr. MTX muss man, wie viele andere Basismedikamente, drei Monate vor einer eventuellen Schwangerschaft komplett absetzen, da der Fötus sonst mit hoher Wahrscheinlichkeit massiv im Wachstum gestört wird.

    Genauere Auskunft können dir dazu natürlich Rheumatologe und Gyn geben.


    Liebe Grüsse
    Ann-Kathrin
     
  3. gisipb

    gisipb Neues Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    2.229
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    NRW
    Schwangerschaft bei Lupus

    Hallo Teddy 2003,

    hier eine Kopie von Dr. Langer weil Du ja Neu bist und es vielleicht nicht sofort findest.

    Gruß gisipb mit Jane(Lupi)

    Ps Jane konnte Ihr Baby nicht behalten wegen Medi..heul...so viel Glück:) :) :)

    www.lupus-rheuma.de
    nightsprint@aol.com


    Kopie von Dr. Langer:

    Schwanger bei SLE – Wie hoch ist das Risiko?

    eine junge Frau:

    Ich habe seit meinem 15. Lebensjahr SLE. Nach einem Krankheitsverlauf von einigen Jahren bin ich nun vor 6 Monaten ungewollt schwanger geworden. Als ich dies meiner behandelnden Ärztin berichtete, wurde ich gleich mit "neonataler Lupus" und "Herzfehler" konfrontiert. Zuvor hatte mir nie jemand gesagt, was passieren würde, wenn ich schwanger werde. Nachdem ich mich etwas damit befasst habe, habe ich mich doch für das Kind und gegen die Abtreibung entschieden. Nun ist meine Frage an Sie, wie eine Geburt aussehen soll, bei Lupus-Patientinnen, wie hoch die Zahl ist in Deutschland von Kindern, die mit einem AV-Block geboren werden (wie häufig passiert das) und was man zur Vorbeugung tun kann?

    Antwort:

    Ihre Anfrage hat mich sehr betroffen gemacht. Diese Beratung, die sie nun von mir online wünschen und, so weit es aus der Ferne möglich und rechtlich erlaubt ist, hoffentlich auch bekommen, hätte natürlich schon viel eher durch Ihre behandelnden Ärzte vor Ort erfolgen müssen.

    Grundsätzlich schicke ich voraus, dass nach meinem persönlichen Verständnis jede Frau mit einem systemischen Lupus erythematodes zumindest in Abständen von einem qualifizierten internistischen Rheumatologen gesehen und mitbehandelt werden sollte, der sich mit diesem Krankheitsbild ausreichend auskennt.

    In einem solchen Setting wird – so und nicht anders kenne ich es jedenfalls – bei allen Patientinnen, insbesondere natürlich bei jungen und sehr jungen Patientinnen, bei denen über kurz oder lang mit der Möglichkeit einer gewollten oder ungewollten Schwangerschaft zu rechnen ist, diese Frage eingehend im Vorfeld besprochen, um dann rechtzeitig im Falle des Falles die bestmöglichen Vorkehrungen bereits getroffen zu haben oder wenigstens dann noch treffen zu können.

    Weiterhin schicke ich voraus, dass nach meinem persönlichen Verständnis allerspätestens dann eine Frau in die sehr engmaschige, kontinuierliche Behandlung eines erfahrenen internistischen Rheumatologen und / oder klinischen Immunologen gehört, der sich speziell mit dem Problem von SLE und Schwangerschaft und der zugehörigen Problematik des neonatalen Lupus auskennt, wenn sie mit dieser Erkrankung eine Schwangerschaft plant oder gar ungeplant bereits schwanger geworden ist.

    Dies ist mir aus dem, was sie schreiben, zumindest nicht auf Anhieb und unmittelbar ersichtlich.

    Ich habe im folgenden den Beitrag angefügt, den ich in Rheuma von A-Z zum neonatalen Lupus geschrieben habe. Sie können diesem Artikel entnehmen, dass das Risiko für das Kind insgesamt nicht sehr hoch ist und in der Regel auf bestimmte Risikokonstellationen beschränkt ist.

    In Ihrem speziellen Fall kann und darf ich dazu nichts sagen. Sie finden aber in dem allgemeinen Beitrag die entsprechenden Hinweise, auf die zu achten ist, insbesondere die Risikokonstellation im immunologischen Labor.

    Das Risiko für eine Herzbeteiligung besteht nach der Wahrscheinlichkeit nur bis zur 24. Schwangerschaftswoche, so dass bei Ihnen hoffentlich diese Komplikation nicht mehr zu erwarten ist.

    Nun liegt die Aufgabe an, zumindest die vor Ihnen liegende Zeit qualifiziert und sachgerecht zu planen und sich auf die Entbindung und vor allem auf die Zeit danach vorzubereiten. Gerade hier ist eine engmaschige qualifizierte internistisch-rheumatologische Überwachung von besonderer Bedeutung, da es bei Patientinnen mit SLE nach der Entbindung zu gefährlichen Schubsituationen einschließlich schwerer, teilweise lebensbedrohlicher Organbeteiligungen kommen kann (ist eine sehr seltene Komplikation, aber man sollte es wenigstens wissen und die entsprechenden Vorkehrungen treffen), die sich umso besser beherrschen oder günstigenfalls sogar vermeiden lassen, wenn in dem kritischen Zeitraum die Versorgung und das Krankheits- und Behandlungsmanagement optimal verläuft.

    14.2. Neonataler Lupus erythematodes (aus rheuma-online: Rheuma von A-Z)

    von neonatal = neugeboren: Sonderform des ---> systemischen lupus erythematodes bei Neugeborenen. Das Hauptsymptom und gleichzeitig das Hauptproblem ist eine angeborene komplette Blockierung der Reizleitung im Herzen (sogenannter kompletter AV-Block). Weitere Manifestationen sind Hautveränderungen, die denen bei systemischen Lupus erythematodes des Erwachsenen ähneln. Selten tritt eine Hepatitis und eine Verminderung der Blutplättchen (---> Thrombopenie) auf. Neuere Untersuchungen konnten einen engen Zusammenhang zwischem dem Auftreten eines neonatalen Lupus erythematodes und dem Nachweis von Autoantikörpern gegen Ro/SS-A und La/SS-B bei der Mutter herstellen.

    Das Auftreten eines kompletten AV-Blocks beim Feten ist mit einer hohen Sterblichkeit behaftet. Es wird eine Mortalität bis zu 30% angegeben. Die irreparable Herzschädigung tritt zwischen der 18. und 24. Schwangerschaftswoche auf. In dieser Zeit gelangt das mütterliche Ro/SS-A- oder La/SS-B-Antigen (genau: das 52-kD-SS-A und 48-kD-SS-B-Antigen; kD = kiloDalton und gibt das Molekulargewicht an) durch den Mutterkuchen in den Blutkreislauf des Feten. Im Herzgewebe des Feten kommt es dabei durch eine Autoimmunreaktion zu einer Zerstörung des AV-Knotens (der AV-Knoten liegt im Herzen hinter dem Sinusknoten, der als Taktgeber den Herzschlag steuert, und ist für das Reiz-Leitungssystem des Herzens so etwas ähnliches wie eine elektrische Filterstation).

    Gleichzeitig kann es auch zu einer autoimmun ausgelösten Entzündung des Herzmuskels und des Herzbeutels kommen (fetale ---> Myokarditis oder ---> Perimyokarditis). Durch die Blockierung der Reizleitung im AV-Knoten wird der normale, schnelle Takt des Sinusknotens nicht mehr in den Herzmuskel weitergeleitet. Es kommt zu einem sehr langsamen Ersatzrhythmus mit der Folge, daß die Herzleistung für den Kreislauf des Ungeborenen u.U. nicht mehr ausreicht und es zu Zeichen der Herzinsuffizienz kommt.

    Wenn es gelingt, durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) die Diagnose rasch zu stellen, kann durch die sofortige Gabe von Cortison die Komplikation u.U. in ihren Folgen abgemildert werden. In einigen Fällen konnte eine Verbesserung der kindlichen Situation auch durch die zusätzliche Verminderung der Antikörper bei der Mutter erzielt werden.

    Glücklicherweise kommt es meistens jedoch nicht zu einer vollständigen Zerstörung des AV-Knotens und einer vollständigen Unterbrechung der Reizleitung, so daß in der Mehrzahl der Fälle nicht das Vollbild des kompletten AV-Blocks auftritt.

    Der komplette AV-Block wird häufig beim noch ungeborenen Kind zufällig während der Schwangerschaft durch einen niedrigen Herzschlag des entdeckt, oft um die 23. Schwangerschaftswoche. Die derzeitigen Empfehlungen gehen dahin, daß diese Beobachtung alleine noch nicht zu einer vorzeitigen Entbindung führen sollte, wenn es dem ungeborenen Kind sonst gut geht und keine Hinweise auf eine Dekompensation wichtiger Organe oder Organsysteme bestehen. Der Fetus muß aber engmaschig durch regelmäßige Echokardiographien überwacht werden.

    Ein totaler AV-Block ist bei Neugeborenen normalerweise sehr selten; die Häufigkeit wird bei lebendgeborenen Kindern mit 1: 15.000 bis 1:22.000 angegeben. In 70-90% der Fälle ist ein neonataler Lupus erythematodes für diese Störung verantwortlich. In der Mehrzahl (mehr als 60%) sind die Mütter völlig beschwerdefrei, so daß diese Schwangerschaftskomplikation in der Regel nicht erkannt wird.

    Nach der Geburt benötigen mehr als die Hälfte der Neugeborenen mit einem angeborenen AV-Block einen Herzschrittmacher bereits unmittelbar nach der Geburt. Bei den übrigen Kindern muß eine sorgfältige Überwachung erfolgen, da auch bei ihnen im Verlauf der Einsatz eines Herzschrittmachers notwendig werden kann.

    Bei Müttern mit Antikörpern gegen Ro/SS-A oder La/SS-B ist das Risiko für ein Neugeborenes, an einem neonatalen Lupus erythematodes zu erkranken, glücklicherweise mit 5% relativ niedrig. Aktuelle Untersuchungen deuten darauf hin, daß daß Risiko noch niedriger liegt, wenn die Mutter zusätzlich Antikörper gegen dsDNA aufweist (doppelsträngige DNA).

    Bei folgenden Konstellationen besteht in der Schwangerschaft aber grundsätzlich ein Risiko für die Entwicklung eines neonatalen Lupus erythematodes:



    Schwangere mit einer bekannten Autoimmunerkrankung des Bindegewebes (z.B. ---> systemischer Lupus erythematodes, ---> Kollagenosen, aber auch und gerade ---> Sjögren-Syndrom und nicht zuletzt auch ---> chronische Polyarthritis)

    Hohe Antikörperspiegel von Ro/SS-A oder La/SS-B im Blut, auch ohne Krankheitszeichen

    Vorausgegangene Schwangerschaften, bei denen das Kind einen AV-Block entwickelte

    immungenetische Prädisposition (Nachweis von HLA-DR3)
    Als Prophylaxe kommt bei Frauen mit erhöhtem Risiko und bereits eingetretener Schwangerschaft der Einsatz von Dexamethason in Betracht. Nach der Literatur ist eine Dexamethasongabe allerdings nur sinnvoll, wenn sie bis zur 17. Schwangerschaftswoche begonnen worden ist.

    Dexamethason kann die sogenannte Plazentarschranke passieren (die Plazenta ist die Austauschfläche zwischen dem Kreislauf der Mutter und des ungeborenen Kindes) und damit in die Blutbahn des Feten gelangen. Dadurch ist eine Immunsuppression beim Kind und eine Unterdrückung der Autoimmunreaktion möglich.

    In seltenen Fällen wird auch eine sogenannte intrauterine Plasmapherese und ein Plasmaaustausch durchgeführt. Dabei wird mit einer entsprechenden Maschine eine Art Blutwäsche des kindlichen Blutes mit dem Ziel einer Entfernung der Autoantikörper vorgenommen und das antikörperbelastete Plasma durch normales Plasma ersetzt.

    Die beste Prophylaxe ist die Behandlung einer Frau mit hohen Ro-SS-A oder La-SS-B-Antikörpern vor der Schwangerschaft. Eine mögliche Therapieempfehlung ist die Gabe von Cortison (Prednisolon) in einer Dosierung von 0.5 mg pro kg Körpergewicht über einen Zeitraum von 3 Monaten. Wenn die Therapie erfolgreich war, sollte die Cortisontherapie, allerdings in niedrigerer Dosierung, in der Schwangerschaft fortgesetzt werden, um das ungeborene Kind vor der Entwicklung der beschriebenen Komplikationen zu schützen.
     

    Anhänge:

  4. Teddy2003

    Teddy2003 Guest

    Danke für Eure nettten Beiträge.

    Wie schon geschrieben, habe ich schon viel abgesetzt.

    Ich nehme zur Zeit:

    Valoron 100 retard 1 - 1
    Vomex 1 - -
    Quensyl - - 1
    Cortison 5 mg 1 - -
    Omebrazol 1 - 1

    Mein Frauenarzt rät mir ab.
    Und mein Rheumadoc sowieso :-(

    Aber wer weis, ob es nicht irgendwan schlimmer wird, und dann kann ich es ganz vergessen.
     
  5. gisipb

    gisipb Neues Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    2.229
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    NRW
    Danke für Eure netten Beiträge.

    Hallo Teddy,

    ich würde Deinen Dok. fragen und auch Dr. Langer

    aus der Ferne kann man wirklich nichts sagen.

    Viel Glück und alles GUTE das wünscht Dir

    gisipb mit Jane
     

    Anhänge:

  6. Alexathea

    Alexathea Guest

    Hallo Teddy,

    lass dich nicht so stark verunsichern. Guck doch mal bitte in diesen Link: http://www.lupus-live.de/schwangerschaft_und_sle.htm
    Die Verfasserin hat auch Lupus und ist derzeit schwanger. Nimmt einiges an Medikamenten und kann dir sicherlich die ein oder andere deiner Fragen beantworten.

    Alles Gute und hoffentlich kannst du dich trotzdem auf dein Baby freuen !

    Alexathea
     
  7. gisipb

    gisipb Neues Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    2.229
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    NRW

    Anhänge:

    #7 12. Oktober 2003
    Zuletzt bearbeitet: 16. Oktober 2003