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Krankheit als Chance sehen!??

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Speedy (HeJo), 5. September 2005.

  1. Speedy (HeJo)

    Speedy (HeJo) Mitglied

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    Hallo ihr lieben,

    in einem anderen forum hat jemand die frage gestellt, ob man seine erkrankung auch als chance sehen kann. das was ich dort an meinungen und antworten gelesen habe, fand ich doch sehr interessant, so daß ich mir dachte ich setze hier bei r-o auch mal einen betrag mit dieser frage und bin gespannt auf eure antworten:

    also, wie seht ihr das? kann man seine erkrankung auch als chance sehen?

    ich selbst bin schon der meinung! denn seit dem ich krank bin, gehe ich mit wacheren augen durchs leben, habe viel dazu gelernt. es hat natürlich auch viele negative seiten und auch das ich viele "freunde" verloren habe, hat anfangs sehr weh getan. aber letztlich habe ich dadurch gelernt, was wirklich freunde sind und weiß, daß ich mich auf die paar die ich habe absolut verlassen kann! klar gab es auch jetzt zwischenzeitlich mal wieder die eine oder andere, bei der ich feststellen mußte, daß es nur vermeindlich ein freund war. aber heutzutage traue ich mich und sortiere diese leute gnadenlos aus, das hätte ich mich früher nie getraut.
    ich denke, ich kann die krankheit auch deshalb als chance sehen, weil ich sonst wohl immer noch als arzthelferin arbeiten würde und nie auf den gedanken gekommen wäre, etwas mit kinderbetreuung zu machen, obwohl mir das so viel spaß macht und ich auch früher schon immer gesagt bekommen habe, ich hätte ein händchen für kinder.

    klar gibt es auch viele tage, da bin ich völlig unten und kann und will einfach nicht mehr. aber dann sage ich mir, hey, du hast trotz allem so viel auf die beine gestellt, kämpst dauerhaft gegen an und ruhst dich gewiss nicht drauf aus!! das schaffst du auch weiterhin!! spätestens wenn ich dann bei den kids bin, kann es mir noch so schlecht gehen - ich bin einfach super abgelenkt und vergesse es einfach!

    wie ist eure meinung? seht ihr eure krankheit auch als chance oder eher nicht?

    Liebe Grüße,

    Speedy :)
     
  2. Cecelia

    Cecelia realistische träumerin;-)

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    Sowas, klaut einfach das thema eines anderen Forums tztzt :D
    Gute idee, hätte von mir sein können:rolleyes: :p
    deshalb kopier ich einfach meine Antwort aus besagtem anderen Forum hierrein.

    Krankheit.....eine Chance?

    Ich sage ganz klar und deutlich JA

    Auch wenn es schwer für mich ist mit meiner Erkrankung zu leben. Ich kämpfe jeden Tag gegen das Aufgeben an. Oft hab ich keine Kraft und keine Lust zu kämpfen, aber dann schau ich auf mein bisher erreichtes und ich denke mir: "Ich hab schon schlimmeres gemeistert."
    Ich habe gegen den Rat meiner Ärzte meine Ausbildung während der Chemo weitergemacht. Arbeite in einem Beruf der nervlichen Stress geradezu herausfordert.
    Meine Arbeit als Erzieherin birgt mit Sicherheit einiges Potenzial für meinen Lupus, aber jeden Tag wenn ich mit den Kindern arbeite vergesse ich meine Erkrankung und bin einfach nur glücklich.
    Ich sah meinen Lupus als Chance an, endlich meine vorgenommenen Ziele zu verwirklichen.
    Ich verreise jetzt viel, traue mir mehr zu. Weil ich meine verbleibende Zeit als zu kostbar empfinde, als sie mit Trübsalblasen und Unentschlossenheit zu vergeuden.
    Vorallem weiß ich jetzt auf wen ich mich in meinem Leben verlassen kann.
    Manchentags fällt es mir schwer meinem Lupus etwas positives abzugewinnen, aber meistens seh ich doch eher die positiven Veränderungen die ich seitdem erfahren habe.

    optimistische grüße an alle [​IMG]
    Cecelia
     
  3. sonnenliebe

    sonnenliebe Mitglied

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    Ganz ehrlich? Auf diese Chance würd ich echt gern verzichten!

    ;) Sonnenliebe
     
  4. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hi,

    ich hab das schon mal geschrieben auf tinalinas frage: was vermisst ihr am meisten, und an meiner einstellung hat sich nix geändert und wird sich auch nicht ändern


    nein, ich würde nie sagen, die krankheit hat mir auch etwas gegeben,denn
    sie hat mir nur genommen!

    den blick auf die schönen dinge des lebens, auch auf die, die nix kosten, hatte ich immer, den musste ich nicht erst durch die cp entwickeln.
    ............................

    ich kann es auch irgendwie nicht nachvollziehen, wieso eine krankheit eine chance sein soll. nein, sorry.

    lieben gruss marie
     
  5. sonnenliebe

    sonnenliebe Mitglied

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    @ Marie

    so seh ichs auch!
     
  6. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    @ sonnenliebe

    :D
     
  7. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Krankheit als Chance ?

    Mir liegt das heute einfach auf der Zunge !

    Mein Gelenkrheuma war DIE Chance für mich:

    - arbeitslos zu werden
    - Sozialhilfe zu beziehen
    - Partnerschaft zu beenden
    - Auto zu verlieren
    - Freunde zu verlieren
    - das gesamte soziale Umfeld zu ändern
    - statt Freude nur Leid zu erfahren
    - meine Freizeit bei Ärzten zu verbringen

    JA - das war eine Höllen-Chance.

    Mir hängt dieses dumme Weltanschauungsgelaber zum Hals raus. KEINE KRANKHEIT IST EINE CHANCE, ausser man hat sie nicht mehr alle klar im Kopp.

    Pumpkin
     
  8. sonnenliebe

    sonnenliebe Mitglied

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    @Uschi

    krass gesagt aber WAHR!!

    LG, sonnenliebe
     
  9. Jusu

    Jusu Guest

    Mal sehen

    Hallo,:D
    mir fällt es auch wie einigen von Euch eher schwer die Krankheit als Chance zu sehen. In dieser Gesellschaft in der wir Leben und mit den ganzen Kämpfen gegen unzählige Institutionen (Ärzte, Krankenkassen und andere sogenannte Leistungsträger)wird es einem sehr schwer gemacht. Funktionierst Du nicht mehr verlierst Du erstmal so ziemlich alles.Die Chance ? ich habe gelernt mit ganz wenig auszukommen, ich lasse mir nicht mehr sagen was ich fühlen soll oder das da eigentlich nichts sein kann und ähnliche Dinge von Menschen die keine Ahnung haben. Ja und kleine Dinge machen mir auch ab und zu ein Glücksgefühl,
    aber der Schmerz und die Einschränkungen was die für einen Sinn erfüllen sollen ? vieleicht weiss ich es in ein paar Monaten oder Jahren.Aber eines hilft mir, mit offenen Augen durch den Tag gehen und hinschauen und hinhören. Wolkenbilder, Sonne ,gespräche das gefühl wenn der Wind einen streichelt warmes Wasser halt kleine Dinge und die Sinne benutzen ,und das mache ich erst wieder seit ich Krank bin.
    Liebe Grüße und viele kleine Dinge
    Jusu
     
  10. Mutterkutter

    Mutterkutter Neues Mitglied

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    @Uschi,Du sprichst mir aus der Seele.Seit 2001,seit mein Göga krank ist,haben wir auch alle Chancen ausgekostet.

    1.Gögas Arbeitsverlust
    2.Mein Arbeitsverlust
    3.Einstieg in die Hartz4 Gesellschaft
    4.Gögas Einstieg in Frührente
    5.Verlust vieler Freunde
    6.Völliges Unverständnis der Familien,sowohl meiner als auch seiner
    7.Leben am Existenzminimum
    8.Kampf mit Behörden und Ämtern
    9.Ärzte und Krankenhäuser bis zum Abwinken




    Fazit:Welche Chancen hat uns die Krankheit von Göga gebracht,ausser das sie uns sehr eng zusammengeschweißt hat?Keine!!!!!!!!!!!!!!!!!!!:mad:
     
  11. bise

    bise Neues Mitglied

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    bei Frau Antje
    oh nein, was soll das bitte.......?
    als gesunde hatte ich viele chancen als chronisch kranke habe ich "chancen", auf die ich gerne verzichten würde.
    die krankheit hat meine situation bei allem, was wichtig und schön im leben ist, verschlechtert.
    klar, durch die krankheit habe ich die folgenden neuen chancen:
    leute kennenzulernen, die mich waschen, anziehen....
    ärzte, die mir mitteilen, dass sie nichts mehr machen können
    hilfsmittelerbringer, die für notwendige utensilien, viel, sehr viel geld verlangen
    therapeuten, die sauer sind, weil ich nicht mehr kann...
    busse fortfahren sehen, in die ich nicht mehr einsteigen kann,
    im fernsehen, die welt kennenzulernen. denn reisen ist für mich unmöglich.
    mich dauernd im (kopf)rechnen zu üben, damit ich mit den wenigen finanz. mitteln über die runden komme.
    auf alles, was nicht unbedingst lebensnotwendig ist, zu verzichten. denn ich muss sparen, um medis bezahlen zu können.
    und und und...
    auf diese chancen kann ich verzichten.
     
  12. Standrea

    Standrea Neues Mitglied

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    Hallo,


    kann all die verstehen, die ihre Krankheit als Negativ sehen. Aber könnt ihr es ändern ?
    Also sucht Euch das Beste raus.

    Für mich war es das Beste, nicht mehr arbeiten zu können und immer für meine Kinder da zu sein. Denn ohne sie, wäre ich sicher nicht mehr unter Euch.
    Geld ist, wie bei vielen echt knapp. Aber auf der anderen Seite spare ich viel Bus und Benzingeld. Ich fahre Rad, weil ich Zeit habe.
    Ich habe auch viele "Freunde" verloren, auch welche, die ich durch ein anderes Forum kennen gelernt habe.
    Aber waren das wirklich Freunde oder nur die Vorzeiger, wenns was zu feiern gab.
    Ich lebe heute ruhiger, sehe wieder das Lachen der Leute, den Spatz auf dem Baum.
    Und vor allem...ICH LEBE !!!!!!!!!!!!!!!!!

    Wer von Euch hungert wirklich, kann seine Miete nicht mehr bezahlen. Welche Beziehung geht kaputt, wenn man krank wird...wenn nicht schon vorher der Wurm drin war, bzw. der Partner es nicht wert ist. Seid ihr weniger wert, und deswegen verläßt man Euch ?

    Ihr wollt wissen, was ich schon mitgemacht habe....wie kann sie so reden ?

    Von den Alltäglichkeiten, wie Scheidung, Fehlkgeburten, uneheliches Kind, 10 Jahre angebliches Simulantentum, welches sich dann als Morbus Bechterew mit einem Kick Fibro entpuppte, sein halbtotes Kind im Arm zu halten, 5 Jahre Kampf um seine Rente, der bis heute nicht ausgestanden ist, meine Freundin ist jämmerlich gestorben....ect ect...

    Auf der anderen Seite...einen neuen Mann, mit dem ich jetzt 18 Jahre zusammen bin, der mein Kind genauso liebt, wie seine beiden.
    Wir können unsere Miete zahlen, haben genug zu Essen....

    Sicher gibt es Tage, da könnte ich zusammen brechen...heule Rotz und Wasser....aber das Leben ist zu kurz um es mit Griesgram zu vergeuden....nutzt es einfach...

    Versucht es wenigstens..

    Alles Gute
    Andrea
     
  13. shirana

    shirana Auf den Hund gekommen *g*

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    vor dem Wasser, hinter dem Wasser überall Wasser ;
    Chancen , die mir die Krankheit (en) gegeben hat?

    Nein, keine Chancen, aber neue Sichtweisen. Chancen höchstens auf ein neues Leben, was ich mir so sicherlich nie für mich vorgestellt hatte.

    Die Zeiten sind für mich aber jetzt glücklicherweise vorbei, wo ich nur das negative gesehen habe, was mir die Krankheit gebracht hat. Die Zeiten, wo das Negative mich so heruntergezogen hat, das noch die Depressionen dazu kamen und ich nicht einen hellen Streifen am Horizont gesehen hatte.
    Nur mit der Hilfe der Familie, des Therapeuten und einem KLinikaufenthalt, hab ich es bisher geschafft, mir neue Perspektiven zu schaffen.


    Das es soweit gekommen ist, da kann ich nichts dafür. Ich weiss heute, das ich in jeder Situation alles mögliche getan habe, um meine Situtation noch zu ändern.
    Es ging eine Zeit gut, bis mich die Krankheit wieder niedersties. Also , was soll ich tun? weiterhin meine ganze Kraft aufwenden um dagegen zu kämpfen und sinnlos zusehen, wie sie mich und mein Leben weiterhin kaputt macht?

    Oder sie irgendwann mal akzeptieren, mit ihr zu leben, das beste daraus machen und mit dem zufrieden sein, was ich dann hab? Lieber darüber freuen, was ich bis dato wirklich für mich geschafft habe und erlebt habe?

    Genau.....

    Ich bin Rentenantragssteller, bekomm kein Geld mehr, leb vom meinem Mannes Geld, Aussicht auf gesundhtl. Besserung und wirtschaftlicher Besserung ist nicht zu sehen. Nicht von meiner Seite aus.
    Ich bin eingeschränkt in Hobbis ( gesundheitlich , wie auch moneymässig) genauso wie mit Unternehmungen usw..

    Aber...auch wenn viele meinen, man würde sich vielleicht was vormachen ( was ich sicherlich nicht tue) , sich vielleicht einreden, man sehe seine Welt rosarot...so ist es ganz sicherlich nicht.
    Mich hat es viele Tränen gekostet, das zu sehen, was ich jetzt sehe und fühle.

    Auch wenn ich , wie heute, einen Tag habe , wo mir die Tränen vor Verzweiflung und Schmerzen wieder bis zur Überkante steht, kann ich sagen ich bin glücklich.

    Ja..und im nachhinein kann ich auch sagen, das ich gewisse Chancen bekomme habe , obwohl Chancen da falsche Wort dafür ist.

    Ich habe ein Dach übern Kopf, ich habe eine liebe Familie und eine ganz liebe angeheirate Familie, habe neue wirkliche Freunde gewonnen, meine Freundschaften selektiert und die die geblieben sind, sind wahre freunde.

    Ich habe zu essen und zu trinken, ich geh auch mal aus, auch wenn wir auf das Geld achten müssen.
    Dann spar ich mal an was anderes.

    Ohne meine Erkrankung hätte ich nie gelernt über meine Gefühle zu sprechen. Richtige Gespräche zu führen und nicht nur oberflächlich daher zureden. Einges auch mal mit anderen Augen zu sehen.
    Nie im Leben hab ich mich so intensiv mit meinem Leben innerlich und äußerlich so auseinander gesetzt wie in den letzen Jahren.
    Nie mit einem Menschen so intensiv darüber geredet.
    Ich glaube nicht, das ich je mit meinem Mann so geredet hätte über Gefühle , Wünsche und Ängste, wie jetzt.
    Die Gewissheit, das wir auch wirklich in schlechten Tagen zu einander stehen und das nicht nur so am Traualtar versprochen haben.

    Das ich mich , wie seit gestern, wenn es mir gerade sauschlecht geht, mal komplett ohne schlechtes Gewissen zurücklegen darf und einfach nur für mich sein darf.

    Mich in den Garten zu setzen, tief einzuatmen und froh darum zu sein, das ich überhaupt einen Garten habe. Wo ich einfach , wenn ich Lust habe, mit rauszusetzen und geniesen darf.


    Wenn es einem schlecht geht, wo man eh schon tief unten ist ( arbeitslos,Hartz4, eh schon jeden cent umzudrehen..usw..) , kann ich es sehr gut verstehen, wenn man dafür kein Blick hat, keine Chancen sieht , auch keine Zukunft erkennt, aber man dennoch versuchen...das zu geniesen und schätzen zu wissen was man noch hat. es muss ja nicht immer die materiellen dinge des lebens sein.

    auch wenn es mir heute wieder sauschlecht geht...ich freu mich darüber, das noch diese antwort schreiben konnte, ich heute nachmittag zum kaffee bei meiner nachbarin eingeladen worden bin, mein hund mir lieb zu füssen liegt, mir der kaffee schmeckt und mir das brot so gut gelungen ist. auch wenn für mich vieles schwarz ist, versuch ich mir das prisma in den kleinsten lichtstrahl zu halten. Auch wenn ich mir mein Leben und die Zukunft wahrlich anders vorgestellt habe und auch die Umwelt es nicht leichter einem macht. Aber daran werd ich nichts ändern können, weder an der Umwelt noch an der Erkrankung. Aber dadurch will ich mich nicht (mehr) runterziehen müssen, denn ,oder gerade deshalb hab ich ein Recht auf Freude.
    Jeden noch so kleinen Sonnenstrahl wünsch ich euch allen auch.
     
    #13 6. September 2005
    Zuletzt bearbeitet: 6. September 2005
  14. JMCL

    JMCL Neues Mitglied

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    Nein, Krankheit als Chance, ich könnte glatt drauf verzichten. Und die bisherigen Threads machen mich unglaublich betroffen und wütend. Wütend auf eine Gesellschaft, in der nur die Gesunden und Schönen scheinbar alle Chancen haben, wütend auf eine Gesellschaft, die nicht zuhören kann, Beispiel: Du siehst heute nicht gut aus, bist Du krank? Na ja, krank, also, ich hab cP und heute gehts halt nicht so glücklich. cP, was ist das denn??
    Und ich setze zum Erklären an - und es wird einfach nicht z u g e h ö r t! Und ratz fatz bin ich in der Ecke, krank und bemitleidenswert und irgendwie außerhalb der Gesellschaft.
    Ich hasse es, ungefragt Ratschläge zu bekommen, wie ich mit cP und vor allen den Medikamenten umzugehen habe (weil, die sind ja entsetzlich! Hatte ich aber nicht gerade ein paar Minuten vorher erklärt, wie gut die Medikamente sind und wie es um mein Leben ohne diese Medikamente aussehen würde??) weil ich nicht immer die dicke Haut habe, bei solchen Ratschlägen gelassen zu bleiben, manchmal bleibt ein Rest Mißtrauen doch und ich fühle mich den Ärzten und der Pharmaindustrie hilflos ausgeliefert.
    Ich hasse es, wenn mir jeder erklärt, dass er doch nur das Beste für mich will und mir keine Chance gibt, einen eigenen Weg zu finden. Ich hasse es, dass mir die Kraft zum Kämpfen immer öfter abhanden kommt.
    Ich hasse es, wenn mir gesagt wird, ich sei dünnhäutig geworden. Und dabei hab war ich es immer, nur ich hab halt viel geschluckt und genau das tu ich jetzt immer weniger. Ich werde unbequem und ich hab Angst, dadurch noch mehr zu verlieren.
    Ich hasse diese Zwiespälte, in denen ich so oft stecke.
    Bitte, wo ist da die Chance?
    Aber und trotzdem, mir geht es im Vergleich immer noch gut, wir haben unser finanzielles Auskommen - gottseidank - ich bin relativ schmerzfrei und kann mich bewegen und vieles im Haushalt und Garten erledigen und ich freue mich unglaublich auf mein erstes Enkelkind.
    Und schon wieder der Zwiespalt!! Und der wird mich wahrscheinlich bis ans Ende meiner Tage begleiten, mal die Wut und der Hass und dann mal wieder die Dankbarkeit darüber, dass es mir trotz und alle dem doch noch ganz gut geht.

    So, und Danke, dass es hier die Möglichkeit gibt, sich so richtig mal ausk..... zu können, in bewährter Zwiespältigkeit wünsch ich uns Allen sonnige Momente, innen und außen,
    lg JMCL
     
  15. Atiya

    Atiya Träumerle

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    Alsoooo....

    Gestern wollte ich schon antworten, konnte aber irgendwie nicht, weil ich heulen mußte :rolleyes: Solche Themen regen mich irgendwie auf :o Sie lassen mich ganz doll nachdenken :eek: eben genau etwas, auf das ich auch so manches Mal verzichten möchte ;)

    Ich versuche es trotzdem mal :p

    Es gibt jeeeeden einzelnen Tag neue Chancen sein Leben in die Hand zu nehmen... meine Erkrankungen gehören aber irgendwie eher zu den Stolpersteinen in meinem Leben!!!

    Natürlich arrangiere ich mich, natürlich hat sich mein Leben "beruhigt" Natürlich versuche ich jedem Tag etwas Positives abzugewinnen, aber ich hätte doch gerne wieder einen Job, hätte gerne wieder mehr Geld u.s.w. u.s.w......

    Und das hätte ich nur erreichen können OHNE die CHANCE als Simulant und Faulenzer zu gelten. Was nützt mir im Endeffekt das Mitgefühl von Mitbetroffenen, wenn die Welt von den Gesunden und Verständnislosen regiert wird :confused: Sogar mit meiner gesicherten Diagnose CP und Fibro gibt es immer wieder Leute (ja sogar Ärzte) die mir nicht glauben und mir HINTERHALT unterstellen... so nach dem Motto: diese Jammerliese, nur damit sie nicht arbeiten muss :mad: Ich bin immer noch ein sehr stolzer Mensch, kann abschätzende Blicke sehr schlecht ertragen. Wie schön wäre es doch, nur einen einzigen Morgen aus dem Bett zu springen, sich NICHT so sehr zu spüren! Ich wäre gerne auch mal unbeschwert, wenn es um meine Gefühle geht. Ich würde gerne mal meine regen Gedanken abschalten und einfach nur "sein". Eben nicht so anders sein, das wäre gut. Auf die Chance hätte ich auch gern verzichtet... DAFÜR KANN ICH MIR NICHTS KAUFEN.

    Ich bin trotzdem eine Lustige, habe eine liebe Familie und auch nette Freunde, die mich so nehmen wie ich heute bin. Aber das wäre auch ohne Erkrankung so weiter gelaufen, da bin ich sicher! So, wie es jetzt ist, fällt es mir doch so manches Mal seeeeeeehr schwer, mein Leben anzunehmen. Da mir aber nichts anderes übrig bleibt, mache ich das Beste draus.... das ist die einzige Phase, in der ich von "CHANCE" sprechen mag.

    liebe Grüße von Atiya
     
  16. Lilly

    Lilly offline

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    krankheit als chance?- nein. krankheit spielt schicksal?- ja

    ich habe, so wie wir hier alle, durch meine erkrankung viele verluste hinnehmen müssen. bin mit 45 schon in rente, freunde verloren, depressionen- selbstzweifel- schmerzen. die ganze palette durch....
    aber, -ich habe durch meine erkrankung hier auf ro meinem lebenspartner kennen und lieben gelernt. das entschädigt mich für vieles.
    meine krankheit bestimmte mein schicksal..... und ich bin froh darüber, sonst hätte ich meinen schatz nie kennen gelernt! und wenn ich nicht in rente wäre, könnten wir nicht zusammen leben. ich bin österreicherin, er deutscher ....war mir wohl vorbestimmt ;)
     
  17. Sternlicht

    Sternlicht Neues Mitglied

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    Hallo Allerseits
    fraglich ob ich da schon wirklich mitsprechen kann bez. Rheuma. Ich hab am Do. meinen ersten Rheumadoctermin.
    Hört sich irgendwie nach "Rüdiker Dahlke" an Krankheit als Weg. Ich denke ja mal das Er teilweise recht haben mag. Aber momentan kann ich dem nicht wirklich etwas abgewinnen. Durch die ganze Info ect. über Rheuma. Momentan steht über mir eher eine Art dunkle Wolke "Angst" was kommt, was ist ect. Zumal ich eh schon in Harz4 bin & Alleinerziehend. Allerdings einen lieben Freund habe. Aber die vermutliche Diagnose sehe ich bisher nicht als Chance. Wäre Sie heilbar- wäre Sie mit dem Geist/Seele zu beeinflussen bezw. zu beenden. ok- dann könnte ich es als Chance sehen. Ich habe seid viele Jahren auch RDS (Reizdarmsyndrom) war teilweise ziemlich arg- bis kaum noch aus dem Haus. Aber Hund/einkaufen ect. also raus müssen. Was oft eine Qual war. Dadurch habe ich evt. gelernt mehr aus mir rauszukommen, über Gefühle auch mal zu sprechen zu registrieren das ich Diese habe. Mehr meine Meinung zu sagen.... ein Naturmittel für mich gefunden (Heilerde) Und das ist wesentlich besser in letzen Monaten.
    Aber Rheuma? da sehe ich bisher für mich noch keine Chance drin. Sondern Zukunftangst. Naja was nicht ist kann ja noch werden? *hoff*

    ich habe jedenfalls mit Intresse eure Beiträge gelesen- diese ich schon nachvollziehen kann.
    Aber trotzdem oder erst Recht wünsche ich euch Allen jeden Tag die Chance das es genügend Gründe zum Lächeln gibt!

    LG Sternlicht
     
  18. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo, Ihr Lieben,

    mal wieder scheine ich eine Außenseiterin zu sein, denn ich sehe sehr wohl Chancen - nicht nur durch Krankheit, sondern auch durch all die anderen Stolpersteine, die mir mein bisheriges Leben in den Weg gelegt hat. Es hat sich vor allem meine Sichtweise geändert.

    Ich habe Abschied genommen von meiner früheren Erwartungshaltung, für mich ist nichts mehr selbstverständlich, ich träume nicht mehr von großen Zielen, sondern lebe vor allem in der Gegenwart und versuche diese optimal zu gestalten, habe mich von allem getrennt, was mir nicht gut tut, bin lässiger als früher, lebe wachsam im Augenblick und entdecke täglich viele Dinge, die mir früher entgangen sind. Damit bin ich zufrieden. Und was noch wichtiger ist: Ich bin nicht unzufriedener als früher.

    Sonnige Grüße von
    Monsti
     
  19. Atiya

    Atiya Träumerle

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    liebe Monsti

    Das würde ich sogar unterschreiben, denn all das ist bei mir (trotz Wut so ab und an) auch so. Innere Gelassenheit habe ich mir auch mit der Zeit "antrainiert" und Depressionen ereilen mich wirklich nur noch gaaaanz selten.Die CP hat mein vielleicht zu rasantes Lebenstempo einfach zuuu stark gedrosselt. Gegen ein bisschen herunterschrauben der Erwartungen ist ja nichts zu sagen, aber mein heutiges Leben hat so GARNICHTS mehr mit meinen jugendlichen Vorstellungen zu tun :rolleyes:

    Denn es sind doch alles irgendwie NOTLÖSUNGEN geworden und ich wäre bei allem Verständnis für mich selbst gerne weniger belastend für meine Familie. Ich bin halt oft einfach nur genervt :rolleyes: dass ich, die sooooo große Ziele hatte, sich davon verabschieden musste. Ich bin keine große Flamme mehr... nur noch ein kleines Licht :o das ist einfach UNFAIR gelaufen!!

    So ganz bin ich wohl noch nicht da, wo du dich schon befindest.

    Vielleicht bin ich einfach nicht bescheiden genug :D ich werde die Stolpersteine weiterhin dazu benutzen mir eine Treppe zu bauen und nicht als Hindernisse ansehen. Mal schauen, vielleicht gelingt mir das irgendwann bedingungslos.

    HEUTE NOCH NICHT :o

    liebe Atiyagrüße
     
  20. Monsti

    Monsti das Monster

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    am Pillersee in Tirol
    Hallo Atiya,



    Siehst Du: Ich war schon immer ein kleines Licht - nur hatte ich mir lange eingebildet, eine große Flamme zu sein. Das ist es u.a., was ich mit der veränderten Sichtweise meinte.

    Liebe Grüße von
    Monsti