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Kampf der Depri

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Berni, 15. November 2004.

  1. Berni

    Berni Neues Mitglied

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    Hallo Leute,

    ich habe - gerade im Winter - furchtbar unter Depressionen zu leiden. Erinnere mich noch mit Schrecken an den letzten Winter, und jetzt fängt das schon wieder an! Sie fallen mich völlig überraschend an, wie ein wildes Tier und zerren mich in den Keller (Ihr seht, habe trotzdem meinen Humor noch nicht verloren). Ich habe mal gelesen, dass dies auch ein Symptom von Morbus Bechterew sein kann. Habt Ihr damit Erfahrungen?

    Was kann ich tun, wenn auch Sonnenbank (verträgt sich gar nicht mit meinen Medikamenten ...), Kerzen, gute Gespräche und Solebad nicht mehr helfen?

    Könnt Ihr die Einnahme von Medikamenten empfehlen? Wenn ja, welche?

    Dank für einen Tipp. Gruß
    Berni
     
  2. Mira

    Mira Neues Mitglied

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    Hallo Berni,

    mit depressiven Verstimmungen bei Morbus Bechterew habe ich keine Erfahrungen. Aber ich denke es ist wie bei allen chronischen Erkrankungen. Diese Krankheiten schlagen auf aufs Gemüt. Jetzt natürlich besonders in dieser Jahreszeit, wo ja auch viele Gesunde damit zu kämpfen haben.
    Tabletten dagegen zu schlucken, sollte eigentlich die allerletzte Möglichkeit sein. Man sollte vielleicht etwas tun, worauf man Lust hat und was ablenkt (Konzert besuchen, Stadtbummel etc.)
    Alles Gute, mir machte heute das graue neblige Wetter bei uns zu schaffen.

    Viele Grüße

    Mira
     
  3. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    Hallo Berni,

    ich habe im vergangenem Jahr ähnliche Probleme gehabe. Mittlerweile glaube ich die Ursachen dafür herausgefunden zu haben: zum einen habe ich über mehrere Monate in einem Dauerschub gesteckt, der mir immer mehr zu schaffen machte und zusätzlich kamen ziemliche Probleme mit meiner damaligen beruflichen Einsatzstelle (möchte aber nicht näher darüber reden). Dazu kam, dass ich innerhalb kürzester Zeit 2 mal stationär in eine Rheumaklinik aufgenommen werden musste.
    Seit Februar nehme ich Remicade und seitdem geht es mir bedeutend besser. Vielleicht liegen bei Dir ja auch die Probleme nicht unbedingt in der Jahreszeit, sondern auch in eine Art Dauerschub????
    (Übrigens ist bei mir im Februar 2004 MB diagnostiziert worden).
     
  4. cpeter

    cpeter Guest

    Ich würde die Amitriptylin empfehlen. Das ist ein Antidepressivum, das auch bei chronischen Schmerzen angewandt wird. Das Medikament distanziert einen von den Schmerzen. Ich nehme 25mg retardiert am Abend und kann damit viel besser schlafen. Es dauert eine Weile, bis man sich an die Nebenwirkungen gewöhnt hat.

    Peter
     
  5. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    @Berni

    Hallöchen Berni,

    es gibt viele Menschen, die auf die Wetterumstellung bzw. auf die kurzen Tage mit Stimmungsschwankungen reagieren.

    Da bei Dir diese Stimmung regelmäßig zum Winter einsetzt, ist es m.E. wichtig, daß dieser Kreislauf unterbrochen wird! Du versuchst schon viele Dinge, die für gewöhnlich dem Menschen helfen und deshalb wäre es sicher ratsam, Medikamente zu nehmen.
    Sprich bitte Deinen Arzt darauf an. Erzähle ihm wie es Dir geht und wie sehr Du darunter leidest.
    Bei manchen helfen auch Johanniskrautkapseln. Aber nur Dein Arzt kann entscheiden, ob pflanzliche oder schulmedizinische Medikamente bei Dir ratsam sind.

    Nimm Deinen Zustand bitte weder auf die leichte Schulter noch einfach so hin! Der Stimmungsabfall zum Winter hin sollte ernst genommen werden, da es ja fast 5-6 Monate sind.

    Die Medikamente helfen Dir diesen Kreislauf zu durchbrechen. Alleine ist es kaum möglich. Mit dieser Unterstützung kannst Du dann auch alle anderen Dinge tun, die einem Menschen gut tun z.B. spazierengehen (ganz wichtig!), gute Gespräche, Musik, Spieleabende etc.

    Es ist nachgewiesen, daß Menschen auch auf Farben reagieren. Evt. könntest Du einen Wohnraum mit einer freundlichen Farbe streichen. so etwas hilft, wenn Du dann gemütlich auf der Couch sitzt.

    Viele Grüße
    Sabinerin
     
  6. Angelita

    Angelita Guest

    Hallo Berni

    Das kann ich voll u. ganz unterstützten! Eine unbehandelte Depression kann sich chronifizieren. Schau, dass dir das nicht passiert. Ein Antidepressivum u. Psychotherapie ist die beste Kombination um aus der Depri-Spirale heraus zu finden.

    Wie schon gesagt wurde, Amitriptylin ist zusätzlich hilfreich gegen die Schmerzen. Es kann dir ev. helfen, aber vielleicht ist es auch ein anderer Wirkstoff. Lass dich beim Fachmann/frau beraten.

    Ich wünsch dir gute Tage u. dass du erfolgreich einen guten Arzt findest.
     
  7. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Depris

    Hallo,

    da ich manisch-depressiv bin, weiss ich wohl, was es heisst: Belastung. Stress. Winterzeit.

    Niemals sollten solche Stimmungslagen weniger gemacht werden im Wert, das kann katastrophal enden. Wenn man sich mit den herkömmlichen Mitteln nicht mehr helfen kann, wie Johanniskraut etc., dann muss der Arzt her.

    Es kann auch eine einfache gute Gesprächtstherapie sein, die hilft. Oft sind versteckte Eigenängste durch die Krankheit Schuld. Medikamente gibt es heute vielfach auch mit weniger hammerharten Wirkungen.

    Ich nenne da INSIDON als Beispiel. Das kriegen sogar Kinder ! Also, nicht immer helfen Licht und Farben - erstmal abklären woher und warum, dann kann man therapieren.

    Ich will alle nur an die amtliche Statistik für chronisch Kranke erinnern, die da sagt, daß durch die Depressionen von chronisch Kranken 37 % selbstmordgefährdet sind und davon 25 % erfolgreich enden :(

    Ich wünsche keinem von uns diese Einsamkeit.

    Pumpkin
     
  8. VerenaHH

    VerenaHH KrankeSchwester

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    Hallöchen;


    kann mich der Empfehlung für Amitryptilin anschliessen. Das ist ein altbekanntes, langerprobtes Mittel u. A. bei Depris und werden eigentlich fast von jedem Arzt verschrieben. Ansonsten gibt es in der Gruppe der Serotoninwiederaufnahmehemmer auch noch Alternativen.


    Gruss