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Ist Morbus Bechterew immer seronegativ?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Amulan, 13. November 2003.

  1. Amulan

    Amulan Ich bin harmlos!

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    Hallo,

    ich habe eine allgemeine Frage, da ich grade gelesen habe, dass der Morbus Bechterew zu den seronegativen Sp. gehört, dh. der Rheumafaktor ist nicht nachweisbar. Heißt das dann, dass wenn der Rheumafaktor nachweisbar ist, man keinen Morbus Bechterew haben kann?

    Danke!

    Gruß
    Sonja:)
     
  2. hannilein

    hannilein die Espressosüchtige

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    Hallo Amulan,

    ganz so kann man das nicht sagen , auch wenn man dies früher immer glaubte. Es ist nur relativ selten, dass man einen MB und eine RA hat. Noch schwieriger ist eine Diagnose eines MB und einer seronegativen RA.

    Gruß Kathrin
     
  3. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Amulan,

    da ich natürlich auch nur Laiin bin kann Dir unter Vorbehalt nur das sagen: Erhöhte Rheumawerte können auch völlig gesunde (vor allem ältere) Leute haben, ohne dass dies irgend einen Krankheitswert hätte. Umgekehrt kannst Du (sogar) sehr aggressives Rheuma haben, ohne dass die Rheumafaktoren positiv sind. Leider schwirrt der RF als allgemeingültiges Diagnosekriterium für PCP immer noch in den Köpfen viel zu vieler Ärzte herum.

    Falls Du jetzt verunsichert bist, solltest Du Dich über weitere diagnostische Möglichkeiten erkundigen. Grad hier bei ro auf der Hauptseite findest Du dazu einiges (u.a. im Archiv der News zur Rheuma-Diagnostik). Wühl dort mal!

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  4. Ulmka

    Ulmka Guest

    Hallo Sonja,

    ich meine, der RF ist bei einer MB-Diagnose ziemlich unwichtig (siehe Monstis Beitrag), viel wichtiger ist es, ob in den ISG eine Entzündung oder Versteifung ist - dann ist es nämlich fast immer MB. Wenn auch noch die Wirbel versteifen, ist es noch deutlicher.

    Gruß

    Ulmka
     
  5. Matthias

    Matthias Neues Mitglied

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    .... ausser wenn es eine PSA ist, die macht auch gerne eine ISG Problematik. Da braucht es dann eben die weitere Diagnostik, insbesondere ob und wie weitere Gelenke betroffen sind.

    Matthias

    MB Morbus Bechterew
    PSA Psoriasis Arthritis
    ISG Illeusakralgelenke
     
  6. merre

    merre Aktives Mitglied

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    seronegative Spondylarthropathien

    Also diese Bechterewsche Erkrankung zählt mit zu der Gruppe der HLA-B27 assoziierten Spondylarthropathiden. Dabei werden im Blutserum keine Rheumafaktoren gefunden (Antikörper). Es gibt noch weitere Krankheitsbilder, die da zugeordnet werden. Häufig wird immer die WS und die iSG befallen und meist wenige Gelenke. Es kann zu Versteifungen kommen und auch innere Organe können mitbetroffen sein.
    Also wäre seronegativ und HLA-B27 immer bei Verdacht MB ein Zeichen für diesen Befund.
    Ob es auszuschließen ist, daß man Bechterew hat und den Rheumafaktor, wird selbst in Fachkreisen kontrovers erörtert. Ich selbst habe MB und eine Heberdenarthrose, beides zusammen ist in diesem Fall sehr selten und wurde erst nach besserer Behandlung des MB klinisch nachgewiesen.
    Ja soweit von "merre"
     
  7. Amulan

    Amulan Ich bin harmlos!

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    Hallo!

    Vielen Dank für eure Antworten!

    Ich hatte die Frage gestellt, weil meine Beschwerden eigentlich zum MB passen, weil ich ständig Sehnenentzündungen (seit über 2 Jahren) und nächtliche Rückenschmerzen habe. Aber der Rheumafaktor ist bei mir vorhanden, wenn auch nicht übermäßig hoch (44). Blutsenkung war im Juli auch erhöht. Eine ärztliche Diagnose habe ich noch nicht, gehe aber Ende November nochmal zum Rheumatologen.
    In letzter Zeit hatte ich gelegentlich Gelenkschmerzen an den Zehen und am Daumen, aber nicht besonders stark, und es war auch noch nie ein Gelenk bei mir geschwollen. Ich habe auch keine Steifheit in den Gelenken. Deshalb wird der Rheumatologe wahrscheinlich keine Polyarthritis diagnostizieren wollen (ich hoffe auch, dass ich das nicht habe). Ich mache mir halt Gedanken. Es ist schwierig, wenn man zwar Symptome hat, aber doch nichts eindeutiges.


    Gruß
    Sonja
     
  8. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Dagnose

    Hi Amulan
    Ja einen entsprechenden zufriedenstellenden Befund zubekommen ist leider immer eine langwierige Frage. Bei Dir wäre interessant zu wissen ob diese nächtlichen Rückenschmerzen in einer gewissen Morgensteifigkeit enden, oder nur über Nacht auftreten. Diese Probleme mit den kleinen Gelenken zuzuordnen, mal sehen was der Rheumatologe meint.
    Um einen Bechterew zu diagnostizieren oder auszuschließen müßte eine Kernspintographie der ISG mit Kontrastmittel eigentlich die entsprechenden Hinweise geben können. Auch die bei MB charakteristische Besserung der Beschwerden bei Bewegung ist zu beachten.
    Betreffs der kleinen Gelenke wäre abzuklären, ob es sich um Abnutzungserscheinungen handeln könnte, die die Beschwerden und die Entzündung verursachen, oder ob beginnend eine Entzündung die Ursache ist.
    Na Du wirst ja sehen, was er meint. Denk mal über die Fragen nach und rede mit ihm. Gruß aus Berlin "merre"
     
  9. Nachtfalter

    Nachtfalter Neues Mitglied

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    Hi Amulan,

    darf ich fragen, wieso bei Dir die Frage Bechterew im Raum steht? Hat das mal ein Doc gesagt oder hast Du eher aus der Symptombeschreibung darauf geschlossen? Bei mir war es so, daß ich eigentlich selbst den Verdacht hatte, es aber sehr schwer war, den Ärzten ein klares Wort abzuringen. Hast Du Bechterew in der Familie? (Ist zwar nicht erbbar, aber die Chance ist größer) Hast Du das Genmerkmal "HLA B27 positiv"? (Sagt zwar auch alleine nichts, aber die Chance wird noch größer). Und wie erwähnt, die Morgensteifigkeit.

    Bei mir hat aber dann tatsächlich auch die Kernspintomografie Klarheit gebracht. Interessanterweise konnte aber auch mein zuletzt konsultierter Rhema-Doc aus den Röntgenbildern wesentlich mehr herauslesen als die anderen.

    Ich finde das schwierige am MB im Anfangsstadium ist, daß es einem (oder genauer mir) nachts besch... geht, morgens immer noch sehr schlecht, aber bis ich dann meinen Arzttermin irgendwann am Tag habe, kann ich mich schon wieder sehr gut bewegen. Oder noch anders: wenn ich nach Wochen endlich einen Termin ergattert habe, ist der Schub vorbe, was ja eigentlich gut ist, aber es ist schwer, den Doc zu überzeugen, wo man welche Schmerzen hat.
    Und als ich endlich die Diagnose MB hatte, hat mir das eigentlich auch nicht viel genützt. Die Schmerzen sind dieselben wie vorher.

    Ich wünsche die auf jedenfall eine baldige Diagnose und natürlich auch gute Besserung.
    Gruß, Nachtfalter
     
  10. Amulan

    Amulan Ich bin harmlos!

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    Hallo!

    tja also, die Rückenschmerzen habe ich in der Nacht und sie werden im Lauf der Nacht immer stärker, sodass ich irgendwann daran aufwache. Manchmal reichts bis 6 Uhr morgens. Wenn ich mich dann bewege, tut es in den ersten Minuten auch weh, aber es wird schnell besser. Vielleicht könnte man es Steifigkeit nennen, aber ich bin nicht ganz sicher. Bewegen kann ich mich ja, nur tuts halt weh. Tagsüber gehts mir dann immer wunderbar, bis auf leichte Schmerzen manchmal unten an der LWS oder an der BWS, und den Problemen mit den Sehnen (Fersen u. Hüften).

    Dass es MB sein könnte, ist nur ein Verdacht von mir. Mein Orthopäde hat mir Muskelaufbautraining für den Rücken verordnet. Da war ich jetzt schon 24 Mal, und es hat sich überhaupt nichts verändert. Zum Glück macht das Training Spaß, sonst wärs traurig :p .

    Die Untersuchung auf HLA B 27 wurde bei mir bisher nicht gemacht. Es gibt Röntgenbilder von den Fersen und von der LWS, aber da sieht man nichts drauf.
    Es gibt auch meines Wissens keinen MB in meiner Familie, allerdings stamme ich aus einer Arbeiterfamilie irgendwo in der schwäbischen Pampa, und da werden nicht immer unbedingt die richtigen Diagnosen gestellt ;) . Mein Vater (schon vor einigen Jahren gestorben) hatte auch Rückenschmerzen und Probleme mit den Hüftgelenken, die relativ plötzlich und rabiat begonnen haben. Laut Dorfdoktor war das Arthrose, trotz Anfang 40.

    Auf meinen Termin beim Rheumatologen musste ich fast 3 Monate warten, aber ich glaube das Timing ist gar nicht schlecht, da es mir diese Woche nicht besonders gut geht, und der Termin ist nächste Woche. Also mal sehen.

    Bis später, und vielen Dank nochmals für eure Antworten!:)

    Gruß
    Sonja
     
  11. Amulan

    Amulan Ich bin harmlos!

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    Hallo nochmal,

    kurze Rückmeldung: mein Termin beim Rheumatologen verlief zufriedenstellend. Ich habe noch keine Ergebnisse, aber er hat immerhin eine gründliche Untersuchung gemacht, Röntgenbilder von den Händen und Füssen, Blutuntersuchung, und er hat mir eine Überweisung zum Radiologen gegeben, damit eine Kernspintomographie von der unteren Wirbelsäule gemacht wird, wegen den ISG. Der Termin zur Besprechung der Ergebnisse ist leider erst am 22.12. Falls dann tatsächlich eine unerfreuliche Diagnose rauskommt, kann ich damit schön Weihnachten feiern. Aber erstmal abwarten :rolleyes: .

    Bis später,

    Gruß
    Sonja