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ISG-Probleme - weiß nicht mehr weiter

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Mchicha, 20. April 2008.

  1. Mchicha

    Mchicha Neues Mitglied

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    Hallo liebe Foren-Mitglieder!

    Da ich jetzt seit 4 Monaten an heftigen Rückenproblemen leide, deshalb schon meinen Job verloren habe und kein Licht am Ende des Tunnels sehe, wende ich mich an Euch. Vielleicht hat ja jemand hilfreiche Tipps für mich?!

    "Werdegang":
    Im März/April 2007 bekam ich heftige Schmerzen v.a. im linken Nacken- und Schulterbereich. Mehrere Orthopäden speisten mich ab mit "Stellen Sie sich mal nicht so an, haben Sie Geduld und erholen Sie sich ein bisschen". Doch trotz Elektrotherapie, Massagen, Kraniosakraltherapie und Manueller Therapie gingen die Schmerzen nicht nachhaltig weg. Stattdessen passierte, was ich die ganze Zeit befürchtet hatte: Ab Juni 2007 konnte ich gar nicht mehr im Fitness-Studio trainieren, weil einfach alles danach schmerzte. Und prompt begannen wieder meine Probleme in der LWS, die ich bereits vor 4 Jahren hatte.

    Seit Ende November 2007 bin ich nun zu Hause, vor allem weil ich nicht mehr sitzen kann. 30 bis 60 Minuten pro Tag, an schlechten nicht einmal 10 Minuten. Den absoluten Tiefpunkt, was Schmerzen betrifft, scheine ich zwar hinter mir zu haben, doch das Sitzen wird einfach nicht besser, d.h. mein Leben ist einfach total eingeschränkt, kein Kino, kein Ausessen, keine Reisen, keine Arbeit, kein gar nichts. An schlimmen Tagen ist mein Po total verkrampft und brennt wie Feuer, evtl. schmerzt das Knie und die Längsfußwölbung ist verkrampft. Alles linkslastig. Und hin und wieder kommen dann auch wieder diese unerträglichen Schmerzen in Nacken und Schulter hinzu. Ohne dass ich wüsste, was ich an solchen Tagen bzw. davor anders gemacht hätte als sonst.

    Vor 4 Jahren wurde eine Entzündung im ISG diagnostiziert. Nach 4 Monaten mit Schmerzmitteln, Streckungen, Krankengymnastik und schließlich Kieser-Training war ich bis letztes Jahr schmerzfrei.
    Nun kriege ich auch Diclofenac, Katadolon, Krankengymnastik, Psychotherapie... und dennoch geht es nicht wirklich weiter. Das Blutbild hat keine auffälligen Werte gezeigt. Der Test auf Morbus Bechterew war negativ. Ich habe einen kleinen Bandscheibenvorfall zwischen L5/S1 und eine Vorwölbung zwischen L4/L5. Der neurologische Befund ist allerdings unauffällig. Sowohl mein Osteopath/Chiropraktiker/Schmerztherapeut als auch die Neurochirurgen im Krankenhaus Köln-Merheim meinten, dass mein Bandscheibenvorfall für meinen Zustand irrelvant ist. Den habe ich wohl auch schon seit Jahren.

    Und jetzt? Ich bin total ratlos und am Boden zerstört, weil ich nicht weiß, wie es beruflich und privat mit mir weitergehen soll. Ich drehe total durch und weiß an einigen Tagen überhaupt nicht, wie ich noch an eine Genesung glauben soll. Zumal meine Krankenkasse jetzt auch nur Probleme macht und mich quasi als Simulantin hinstellt und die Krankengeldzahlung einstellt.

    Könnte eine Facetten-Infiltration vielleicht helfen? Oder eine Kur? Ich würde ALLES tun!!!

    Besten Dank schon einmal für Eure Tipps!
     
  2. anne136

    anne136 Neues Mitglied

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    Hallo!
    Da hast du ja auch schon einiges hinter dir. Es erinnert mich stark an mich, nur dass ich etwas weniger stark betroffen bin. Mir fehlt auch noch eine Diagnose, der Termin beim Rheumatologen steht noch aus.
    Wann es bei mir anfing, weiß ich nicht, aber es zieht sich schon lange durch mein Leben. Ich kann ebenfalls sehr schlecht sitzen, es tut einfach nur weh. Auch bücken, schnelles laufen, Treppensteigen etc. merkt man bei jedem Schritt. Auch bei mir ist die linke Seite stärker betroffen. Aufgrund dieser Problematik kann ich auch kaum mehr Cello spielen. Gut, ich bin kein Berufsmusiker, aber eine gute Hobbycellistin und habe viel mit studierten Musikern zusammengespielt, und nun könnte ich nach 15 min spätestens das Instrument in die Ecke werfen. Meine Blutwerte sind bislang auch alle unauffällig, der Orthopäde meint, es könnte was rheumatisches sein, zumal Cortison als einziges gut hilft, aber letztendlich macht er auch nichts. Manuelle und Physio habe ich auch hinter mir. Der Physiotherapeut sagt immer, ich solle Sport machen, mach ich inzwischen auch regelmäßig 2-3 die Woche, ich merke aber gar keinen Unterschied. Die manuelle Therapie war zum Ende der Sitzungen leicht erfolgreich, der Therapeut hat meine Pomuskeln bis zum geht nicht mehr geknetet und ich hätte nur schreien können. Im Gegensatz zu dir bin ich aber voll berufstätig und renne den ganzen Tag als Krankenschwester durch die Klinik und stemme Patienten. Inzwischen fällt es vielen auf, dass ich oft "Anlaufschwierigkeiten" habe, anfangs etwas steif und humpelig bin, was sich aber bei ständiger Bewegung wieder gibt, auch fällt es oft auf, dass ich mich sehr vorsichtig hinsetzte, alle glauben dann ich hätte Rückenschmerzen.
    Protrusio der BWK, Schulter, Nacken und sonstige Rückenbeschwerden habe ich immer mal wieder, aber nicht ständig. Die kommen oft durch die nicht optimale Statik bei mir und den Beruf.
    Auch bei mir soll das ISG Schuld sein, alles andere ist noch unklar.
    Strahlen die Beschwerden auch seitlich und in die hinteren Oberschenkel aus?
    Dir alles Gute und gute Besserung, würde mich freuen wieder von dir zu lesen, da ich mich so in dir erkenne.
    Gruß Anne
     
  3. siggimaus3101

    siggimaus3101 Neues Mitglied

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    Hallo Micha
    Das kommt mir alles bekannt vor was du schreibst.
    Meine KK hat auch einfach die Zahlung eingestellt!
    Zu Unrecht ! Ich hab mit meiner Gewerkschaft Wiederspruch
    eingelegt und Recht bekommen.
    Ich war jetzt 10 Tage im KH in Emmerich und hab eine Wurzelblockade
    und Facetteninfiltrtion bekommen.
    Ich bin bis jetzt fast Schmerzfrei und das soll mindestens 1-2 Jahre
    anhalten!

    m.f.g Sigrid
     
  4. Mchicha

    Mchicha Neues Mitglied

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    @anne136, Ausstrahlung ins Bein

    Hallo Anne,

    erst einmal vielen Dank für Deine Antwort. Ist zwar irgendwie blöd, aber irgendwie baut es einen auf, dass man nicht der einzig "Gelackmeierte" mit diesem Problem ist. Wie Du Deinen Beruf schaffst, ist mir ein Rätsel - gerade als Krankenschwester...

    In meiner ganz schlimmen Phase strahlten die Schmerzen auch aus. Komischerweise war im Oberschenkel nix, es ging erst ab dem Knie los und dann quer über das Schienbein auf den Fußrücken, Längswölbung bis zu den Zehen. Den Fuß konnte ich zeitweise bei jeder Bewegung richtig laut knacken lassen. Dieser Ausstrahlungsschmerz fühlte sich an, als laufe da eine brennende Flüssigkeit durch mein Bein. Zwischendrin hieß es dann "Ischias". Das habe ich zum Glück nur noch sehr selten. Hier hat mir Diclo dispers sehr geholfen. Insgesamt muss ich echt sagen, dass ich von Orthopäden total enttäuscht bin. Ich war bei drei verschiedenen, die mich alle nicht wirklich ernst zu nehmen schienen und sich wochen- bzw. monatelang auf die Diagnose Bandscheibenvorfall gestützt haben. Mal ne Spritze hier, mal ein Schmerzmittel da... und schwupps, stand man nach 3 Minuten wieder vor der Tür.

    Ich merke auch, dass ein gewisses Maß an Bewegung Linderung verschafft. Allerdings ist der Grat zwischen Besserung und Überforderung oft nur sehr schmal. Psychische Belastungen lassen die ganze Problematik sofort in die Höhe schnellen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass bei mir körperliche Probleme und ein Burnout zusammenfallen. Nur dass ich mit dem Burnout besser umzugehen weiß, als mir der körperlichen Seite, weil ich da keinen wirklichen Ansatzpunkt habe. Fühle mich oft einfach hilflos. Und wenn dann noch der Spaß an allem, was man liebt, verloren geht, ist das der ganzen Sache auch nicht wirklich zuträglich. Bei mir ist es nicht das Spielen eines Musikinstruments, sondern vor allem das Reisen. Das kann ich echt knicken. Gerade hat mein Mann "unseren" Jahresurlaub alleine angetreten (der Arme, den macht die Situation auch fix und fertig), während ich nach wie vor die gleichen 4 Wände anstarre...

    Sport darf ich noch nicht machen. Da sagt mein Arzt, das sei in meinem Stadium eher kontraproduktiv. Wenn ich ein gewisses Niveau erreicht habe, hält er aber Muskelaufbautraining für absolut erforderlich. Fragt sich nur, wie ich dieses Niveau erreichen soll...

    Würde mich auch freuen, wieder von Dir zu lesen und drücke Dir die Daumen, dass Dir eine konkrete Diagnose gestellt wird!

    LG, mchicha
     
  5. Mchicha

    Mchicha Neues Mitglied

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    @siggimaus3101, Facetteninfiltration/Wurzelblockade

    Hallo!

    Das klingt interessant. Was war denn Deine genaue Diagnose? Die Neurochirurgen haben Ende Januar auch davon gesprochen, man könne mal eine Facetteninfiltration machen. Zuerst hielten sie aber eine konservative Behandlung für angebracht. Ich weiß nicht, ob ich nach 3,5 Monaten zu ungeduldig bin, wenn ich jetzt diese Infiltration in Betracht ziehe?!

    Aber was ist nach 1 bis 2 Jahren? Das ganze Spiel von vorne? Direkt die nächste Infiltration? Oder gibt es irgendwas, was Du an Therapie zwischendrin machst, was die ganze Sache endgültig beheben kann bzw. einem Neuaufflackern entgegenwirkt?

    Naja, und gegen die KK muss ich jetzt per Einspruch vorgehen. Als hätte man nicht genug Probleme. Und das nach gerade einmal 1,5 Monaten Krankengeld!

    Würde mich sehr über erneute Antwort freuen!

    LG, Mchicha
     
  6. siggimaus3101

    siggimaus3101 Neues Mitglied

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    Hallo Michi
    Meine Diagnose :pseudoradikuläres Lumbalsyndrom bei ISG -Affektion
    und Osteochondrose L5/S1.
    ASR bds.positiv angedeuteter verkürzter Ischiokruralmuskulatur.
    Der Doc sagt das sollte mindestens 1-2 Jahre anhalten ,dann kann man das wiederholensollte ich aber nach ca.5 Monate wieder die gleichen
    Schmerzen haben werde ich eine neue Bandscheibe bekommen.

    m.f.g Sigrid
     
  7. Erato

    Erato Guest

    wie das alles anfing

    Hallo Mchicha,

    so wie bei Dir fing das alles bei mir vor ca. 13 Jahren auch an.
    Ich verlor damals auch meinen Job, die Kündigung war mit entsprechenden Kommentaren versehen. Allerdings habe ich mich nie krank gemeldet, so dass ich auch nie in die "kein Krankengeld-Situation" geriet. Das Jahr Arbeitslosigkeit, welches sich logischerweise anschloss, war auch dringend nötig, um mich in einen halbwegs alltagstauglichen Zustand zu versetzen. Mit enormer Angst ging ich dann in den Halbtagsjob. Gott sei dank habe ich dem bis zum nächsten Schub stand gehalten. Diesen Job verlor ich auch - allerdings schon ein Jahr vor dem Schub (da fing es mir aber auch schon an, deutlich schlechter wieder zu gehen), so dass ich üblerweise es mit der Hartz IV-Problematik zu tun bekam - das habe ich gekonnt umschifft, indem ich mich pro forma selbständig machte.

    Wie gesagt, fing bei mir auch mit der ISG-Problematik an, heute bin ich bei Wirbelsäule allgemein und BWS im Besonderes angekommen. Glücklicherweise hat die Szintigrafie das bestätigt, für mich erstaunlicherweise aber auch andere Gelenke, an denen ich gar nicht so viel Probleme habe. Sei's drum, geh' zum Rheumatologen, sprich Untersuchungen an und auch Befürchtungen hinsichtlich Erkrankungen. Leider hat man bei mir damals noch nicht viel mehr sehen können auch nicht bei den Antikörpern.

    Ich wünsche Dir, dass Du nicht eine so lange Leidenszeit wirst durchstehen müssen, ehe man die Psychoausrede nicht mehr anbringen kann. Gut, dass Du die Therapie machst, dann können sie Dir wenigstens nicht mehr sagen, machen Sie erstmal das (habe denselben Weg genommen und die Bestätigung, dass ich weder an einer schweren Depression leide - es hieß lediglich "depressive Verstimmungen", was ja irgendwie jeder mal hat und bei mir infolge des Todes meiner Mutter auftrat -, noch irgendwelche Psychosen, Neurosen und andere -osen). Hab's auch noch von einem anderen Fachmenschen (Mediziner) schriftlich. Notfalls lass Dir das auch bestätigen, dass Deine körperlichen Probleme eher nicht von der Psyche herrühren, so kannste den schwarzen Peter zurückgeben.

    (Mir geht diese Psychoausrede wirklich langsam auf den Keks, wenn ich das jetzt mal mit Emotion so äußern darf. Is ja auch so praktisch, weil ja quasi niemand von sich behaupten kann, keine einzige Ecke zu haben, wo er nicht vielleicht angreifbar wäre - so wird man quasi mundtot gemacht *grrrr* Wer ehrlich zu sich selbst und einen echten seelischen Leidensfaktor hat, geht freiwillig zum Psychologen, um sich Hilfe zu holen)

    Viele Grüße
    Erato
     
  8. merre

    merre Aktives Mitglied

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    ganz kurz

    Die Iliosakralgelenke heißen jetzt Sakroiliakalgelenke.....was man kaum aussprechen kann.
    Einen Test auf Morbus Bechterew gibt es nicht.
    Allerdings zeigt eine Entzündung wie beschrieben, eine Sakroilitis, auf eine beginnende Spondylitis ankylosans (MB). Eine Bestimmung auf HLAB-27 Positivität könnte das untermauern, muß aber nicht - das haben die sicher gemacht.
    Aber wir haben auch Bechtis ohne diesen Marker.
    Eine Psoriasis-Arthropatika wäre ebenfalls denkbar, dabei muß die Psoriasis nicht gehäuft auftreten, kleine oder sogar einzelne Stellen reichen (z.B. im Haaransatz).
    Gibt es eine Beteiligung kleiner Gelenke / Fingerend-oder Großzehengrundgelenk ??
    Wenn es schwer zu diagnostizieren ist wird gern Bandscheibenvorfall oder Aschialgie genommen....

    Aber bei tiefsitzenden Rückenschmerzen, zum Teil in die Beine ausstrahlend ist immer noch der Verdacht auf den Bechterew bestehend.
    Dazu könnten Sachen wie:(das sollte erfragt werden !)
    -nächtlicher Ruheschmerz, oft in der zweiten Nachthälfte
    -Morgensteifigkeit
    -Besserung bei Bewegung
    -Sehnenansatzentzündungen
    -Iritis (Regenbogenhautentzündung)
    -Darmerkrankungen
    begleitend in Erscheinung treten.
    Wenn unklare Diagnose bei den Blutuntersuchungen sollten ein Schobertest, Ottmaße und anderes gemacht werden.
    Bei Entzündungen in den Kreuzdarmbein (Sakroiliakalgelenken) kann es zu einer Fehlhaltung des Beckens kommen, die sollte man abprüfen.
    Ist die Wirbelsäule beteiligt heißt das Ankylose und Kyphose und zwar eine thorakolumbale Krümmung.

    NSAR (nichtsteoridale Antirheumatika) solten anfangs verbessernd wirken.

    Wenn man eine "richtige Dröhnung Aspirin" einimmt und die helfen.....wäre schon ein Anhaltspunkt und die Magenschmerzen "kann man mal ab"...

    Ach ja Bandscheibenvorfall mit Taubheit in den Beinen "aber hallo", da möchten die Herren doch mal in die Spur gehen......das ist ein Freifahrtsschein in die Klinik, weil da durch die Bandscheibe Nerven abgedrückt werden, dass zeigt sich dann oft innenseitig als Taubheit im Oberschenkelbereich.

    Wenn das aber so wie geschildert ist, denke ich eher an Rheuma...ja länger man das hat - je besser lässt sich das diagnostizieren......

    Also wenn nicht weiterkommst schickst mir ne PN, bin im mom eh son bissl "kämpferisch" drauf - ist immer gut bei manche Ärzte (sorry Doc L)

    Gruß "merre"