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info: paracetamol seit 1. juli 08 rezeptpflicht bei packungsgrößen ab 10g und mehr

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von lexxus, 15. September 2008.

  1. lexxus

    lexxus Neues Mitglied

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    hallo miteinander,
    gestern abend kam das thema im chat auf und wurde leider nicht ganz korrekt wiedergegeben, so dass für manche ein falscher eindruck bezüglich der nebenwirkungen des paracetamols entstehen könnte. deshalb dieser beitrag, aber auch für jene, die es noch nicht wissen.

    paracetamol ist seit dem 01.07.2008 bei packungsgrößen, die mehr als 10gramm wirkstoff enthalten (entspricht 10 000mg = 20 tabletten a 500mg) rezeptpflichtig. die gängige packungsgröße von 30 stück wird also auf 20 reduziert, die noch freiverkäuflich ist. der grund liegt darin, dass paracetamol, wie viele andere medis auch, in hohen dosen toxisch wirkt und schwere leberschäden verursacht. so erschreckend das auch erst einmal klingen mag, paracetamol wird, wie viele andere medis auch, über leber und nieren abgebaut, was bei langzeiteinnahme und überdosierung schwere schäden nach sich ziehen kann. diese tatsache ist seit langem bekannt, weshalb grundsätzlich gilt, je weniger schmerzmittel, oder auch allgemein medikamente, desto besser für leber und nieren. die tageshöchstdosis für einen erwachsenen mit durchschnittlich 75kg körpergewicht liegt bei 3000 mg.
    gerade weil hier im forum viele auf schmerzmedis angewiesen sind ist es klar, dass es sich bei rheumis nicht immer vermeiden lässt, solche über längere zeiträume einzunehmen. wichtig dabei ist, dass der arzt über die einnahme informiert ist und regelmässig die blutwerte kontrolliert werden, was bei den meisten ja sowieso der fall ist.

    paracetamol ist nicht nur ein schmerzmittel, sondern wirkt auch fiebersenkend, weshalb die gestrigen falschen (viel zu geringen) mengenangaben im chat womöglich den/die eine/n oder andere/n dazu verleiten könnten, aus angst vor möglichen schäden, den eigenen kindern bei hohem fieber kein paracetamol zu geben. dazu sei gesagt, dass die gefahr von schweren fieberkrämpfen bei kindern unter 4 jahren bei temperaturen über 38,5 °C besteht, weshalb immer ein fiebersenkendes medi gegeben werden sollte, wobei aber immer auch die dosierungsangaben in der packungsbeilage beachtet werden sollen und zwar besser nicht nach altersangabe, wie oftmals der fall, sondern besser nach körpergewicht. fieberkrämpfe bei kleinkindern können deutlich schwerwiegendere folgen haben, als die richtig dosierte gabe eines schmerzmedis, die in der regel keine nachwirkungen hat !!!

    wer vernünftig und bewusst mit seiner medikation umgeht und alkohol (der ja auch über die leber abgebaut wird) in kombination mit medis meidet, braucht sich wegen der neuen verordnung also keine gedanken zu machen.

    lieben gruß und schmerzarme tage wünscht
    lexxus
     
    #1 15. September 2008
    Zuletzt bearbeitet: 15. September 2008
  2. Mimimami

    Mimimami Immer ein (B)Engel

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    Hi Lexxus, :wave:

    vielen Dank für den für mich wertvollen Hinweis. :top:

    Das habe ich nicht gewußt.
     
  3. Patty

    Patty Mitglied

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    Danke für deine Mühe, war ja gestern dabei und es klang von dem einem oder anderen doch etwas anders.
    Mein Kinderdoc sagte auf meine Frage heute morgen, bange machen gilt nicht und wenn man Verantwortungsbewußt mit Medikamenten umgeht droht niemanden Gefahr.
    Die Gefahr wurde aufgedeckt, da einige sich mit Paracetamol wohl versucht haben sich umzubringen, das heißt dieses Mittel in extrem hohen Mengen genommen haben.
    Das trifft auf uns Eltern und unseren Kinder wohl nicht zu.
     
  4. lexxus

    lexxus Neues Mitglied

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    hallo patty,
    man kann sich mit fast jedem medikament umbringen, wenn man es nur ausreichend hoch dosiert. bei paracetamol kann es bereits bei der einnahme eines blättchens (also 10 tabs a 500 mg) zu leberversagen kommen. dumm dennoch, wer diese option als selbstmordmittel wählt, weil leberversagen und der schrittweise ausfall aller anderen organe bei vollem bewusstsein ein ziemlich grausamer tod sein dürfte. zudem, es hindert trotzdem keinen daran einfach zwei packungen zu kaufen und selbst wenn die apotheken nicht mehr als eine auf einmal verkaufen sollten, dann kauft man die zweite eben woanders. die option des paracetamols als selbstmordmittel habe ich bereits vor 7 jahren in einer heilpädagogischen fortbildung von einem apotheker gehört und selbst da dürfte die erkenntnis nicht mehr neu gewesen sein.

    die ursache für diese regelung ist nicht neu, der verkauf nur inzwischen beschränkt, es ist einfach eine sachliche und gesetzliche festlegung, nicht mehr und nicht weniger, die allerdings, gerade wegen der bereits längeren bekanntheit reichlich spät kommt. anbei ein zitat aus der paracetamol-packungsbeilage eines bekannten herstellers aus dem jahre 1996 (!!!): Überdosierung und Anwendungsfehler - Bei Überdosierung mit Paracetamol- .... 500 Tabletten können anfangs (1.Tag) Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Schläfrigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. Trotz Besserung des subjektiven Allgemeinbefindens am 2. Tag kann es zu einer fortschreitenden Schädigung der Leber kommen bis hin zum Leberkoma am 3. Tag.
    eine noch ältere packungsbeilage habe ich derzeit leider nicht zur hand, würde aber wetten, dass die problematik auch in früheren packungsbeilagen bereits geschildert wurde.

    denk mal dran, mit welchem bimborium damals vioxx vom markt genommen wurde. damals waren die kardiovaskulären nebenwirkungen eine neue erkenntnis, weil es sich um noch recht neue präparate handelte. aber auch wenn vioxx vom markt ist, so sind dennoch immer noch so einige coxibe auf dem markt, die auch recht häufig verordnet werden, nur eben inzwischen unter berücksichtigung der oben genannten erkenntnis. (paracetamol gehört nicht in die arzneimittelgruppe der cox-2-hemmer, es handelt sich hier lediglich um ein beispiel zur verdeutlichung der panikmache durch die medien).

    ein wichtiger leitsatz der bei der einnahme von medis IMMER zu berücksichtigen ist, wurde auch hier im forum schon oft genug genannt: "KEINE WIRKUNG OHNE NEBENWIRKUNG!!!". dieser satz sagt eigentlich schon alles. wenn paracetamol tatsächlich so schwere leberschäden verursachen würde, dass bei bewusster und vernünftiger handhabe (also nicht regelmässig große mengen) bereits schwere schäden auftreten würden, dann hätte man es längst vom markt entfernt (so wie seinerzeit das kavakava, welches schwere leberschäden, trotz pflanzlicher herkunft verursachte [was ja manchem suggeriert das sei gesünder], bei diesem war das ausmaß der schäden vermutlich so groß, dass es bis heute nicht wieder auf dem markt erschienen ist, auch nicht mit einschränkungen).

    ich denke, das, was gestern im chat verwirrend und für manche auch errschreckend war, war die tatsache, dass eine information mit falschen dosierungsangaben in den raum gestellt wurde, ohne dass sich der "informant" vorher noch einmal ausreichend belesen hat, sondern halbwissend weitergegeben hat, was im radio (vermutlich beiläufig) gehört wurde. zudem darf man auch nie vergessen, dass die medien dazu neigen, sachliche informationen maßlos zu übertreiben bzw. informationen u.u. auch inhaltlich und sachlich zu verfälschen.

    lieben gruß
    lexxus

    ps: für novalgin/novaminlsulfon würde übrigens grundsätzlich dasselbe gelten, nur ist dieses eben schon immer rezeptpflichtig gewesen.
     
    #4 15. September 2008
    Zuletzt bearbeitet: 15. September 2008
  5. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    zur komplettierung über paracetamol eine kopie aus thread

    user für user: studien!

    gruss marie


    Paracetamol – ein COX-2 Hemmer?

    Fazit:
    Diese Daten erklären die analgetische und anti-entzündliche Wirkung von Paracetamol ebenso wie sein generell den traditionellen NSAIDs überlegenes gastrointestinales Sicherheitsprofil.
    Angesichts der beträchtlichen COX-2-Hemmung sollte man die kürzlich definierten Warnhinweise für COX-2-Hemmer in Bezug auf kardiovaskuläre unerwünschte Wirkungen auch für Paracetamol überdenken.
    weiterlesen..........

    http://www.rheuma-online.de/news/artikel/paracetamol-ein-cox-2-hemmer.html
     
    #5 15. September 2008
    Zuletzt bearbeitet: 15. September 2008
  6. Kadde

    Kadde Mitglied

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    Danke Lexxus!!!!

    So ist es, sofern man dazu in der Lage ist.

    Sehr sehr schön zusammengefasst.

    Kadde. :D
     
    #6 15. September 2008
    Zuletzt bearbeitet: 15. September 2008
  7. Aquarell

    Aquarell Sharpie

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    Vielen Dank für die Info, Lexxus!!
     
  8. kissi

    kissi Neues Mitglied

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    hallo lexxus,

    erstmal vielen dank für den beitrag!
    ich selber nehme ja jetzt auch schon seit ein paar monaten täglich 1750mg paracetamol (ich habe 44kg). was mir leider in letzter zeit immer häufiger auffällt und mich irgendwie stutzig macht ist, dass ich trotz dieser menge an paracetamol immer wieder mal fieber habe. frage mich schon, ob das überhaupt sein darf ud so und finds auch komisch, denn was soll ich denn dann nehmen, wenns mal mehr wird? noch mer paracetamol kann ich nicht nehmen, ist so schon hochdosiert genug.
    was ich nicht genau weißist, ob meine ständige übelkeit auch vom paracetamol kommen kann?!?

    lg und danke
    kissi
     
  9. kissi

    kissi Neues Mitglied

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    hab was vergessen:
    ab welcher zeit hochdosierter einnahme kanns eigentlich schädlich werden und kann es auch sein, dass es da ich es schon länger jetzt recht viel nehm, deswegen nicht mehr so gut wirkt/hilft?

    lg und danke
    kissi
     
  10. lexxus

    lexxus Neues Mitglied

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    hallo kissi,
    wie es sich bei dir und der einnahme des paracetamols verhält kannst du nur mit deinem arzt klären. ich denke, ein wichtiges kriterium ist der regelmäßige check der blutwerte (was ja bei dir der fall sein dürfte), wobei in der regel auch die leberwerte überprüft werden.
    zu der sache mit dem fieber würde ich meinen, dass du dazu besser deinen arzt interviewen solltest. fieber kann verschiedene ursachen haben, so dass es möglich wäre, dass bei bakteriellen infektionen das fieber leichter zu senken ist, als bei systemischen entzündungen. zudem bin ich nicht darüber im bilde, ob der fiebersenkende effekt bei regelmäßiger einnahme nicht im laufe der zeit womöglich aufgehoben wird.
    als sehr magenempfindlicher mensch ist mir von paracetamol bisher noch nicht übel geworden, was aber nicht heissen muss, dass es bei dir genauso ist. ich würde mich da nicht so sehr aufs paracetamol versteifen, sondern alle anderen medis, die du noch so nimmst, als potentielle auslöser checken, das paracetamol aber eben auch nicht grundsätzlich ausschließen.

    lieben gruß
    lexxus
     
  11. Speedy (HeJo)

    Speedy (HeJo) Mitglied

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    Da frage ich mich nur, warum Paracetamol dann nicht ab sofort generell nur noch mit Rezept erhältlich ist? Für mich würde das logischer klingen, denn nur dann könnte dem Mißbrauch des Medikamentes etwas Einhalt geboten werden! :confused:

    Oder liege ich da falsch?

    LG,

    Speedy :)
     
  12. lexxus

    lexxus Neues Mitglied

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    hallo speedy,
    da gebe ich dir völlig recht, ich sehe das genauso. vermutlich würde aber eine reine rezeptgeschichte einen aufstand unter den ärzten verursachen, weil man das dann nicht mehr als privatkiste abhandeln könnte und somit sämtliche patienten, die paracetamol benötigen das budget zusätzlich belasten würden, wobei es vermutlich nicht der preis macht, sondern die masse der patienten, die es einnehmen, selbst, wenn dies unregelmässig der fall ist. die frage wäre auch, ob eine reine rezeptgeschichte wirklich potentiellen missbrauch stoppen würde, schließlich kann man sich von mehreren ärzten seine präparate verordnen lassen. und aspirin ist ja auch immern noch verkäuflich, mit denselben, wenn nicht sogar schlimmeren nebenwirkungen (z.b. innere blutungen bei überdosierung).

    vielleicht ist die neue regelung einfach nur ein-darauf-aufmerksam-machen, dass schwere leberschäden die folge von unsachgemäßem gebrauch sind, denn warnungen, ohne entsprechende gesetzmäßige regelungen werden von den meisten menschen ja eh nicht ernst genommen. auf diesem wege wurde es wenigstens, auch in den medien, öffentlich thematisiert.

    lieben gruß
    lexxus
     
  13. kissi

    kissi Neues Mitglied

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    hallo lexxus,
    danke für die antwort!

    lg kissi
     
  14. Speedy (HeJo)

    Speedy (HeJo) Mitglied

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    du hast schon recht lexxus.

    nur leider wird es auch genau so schnell wieder aus den medien raus sein und in vergessenheit geraten.:(
     
  15. lexxus

    lexxus Neues Mitglied

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    hallo speedy,
    ich glaube, am ende spielt es auch keine rolle, was die neue regelung sagt. wer dazu geneigt ist, unvorsichtig mit medikamenten umzugehen oder einen hang zu drogen im allgemeinen hat, der lässt sich dadurch auch nicht abhalten. und wer bei der selbständigen dosierung von medis vorher die packungsbeilage befragt und diesbezüglich verantwortungsbewusst mit sich und seinem körper umgeht, den betrifft das sowieso nicht. die, die es hören sollten, hören i.d.r. sowieso weg. traurig, aber so isses und wird sich wohl auch nicht ändern lassen.
    lieben gruß
    lexxus
     
  16. Colana

    Colana Musikus

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    Hallo lexxus,

    hab Dank für die Info...

    Ich habe gestern noch 2 Packungen Paracetamol á 30 Tbl für 0,75/Packung erstanden... Ich denke mal, dass die sich verrechnet haben zu meinen Gunsten...

    Viele Grüße
    Colana