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ich weiß grad nicht mehr weiter

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von wanda, 13. Februar 2006.

  1. wanda

    wanda Neues Mitglied

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    Hallo ihr!

    Bin grad sowas von durchn Wind.. Ich hab das Gefühl, bei mir geht irgendwie alles den Bach runter.. Ich habe mehr Schmerzen als sonst,
    seit Wochen plagt mich der Ischias, dazu tut mir mir auch alles andere,
    Knie, Fuß, Rücken weh und das doofe naßkalte, windige, Bibber und Frier-
    Wetter trägt auch nicht grade zur Besserung bei:-(

    Die letzten Tage gings mir gar nicht gut, war ganz depri, nachdem ich bei
    meiner Hausärztin war und die den Verdacht äußerte, das irgendwas am
    Knochen (den Wirbeln oder so..) :eek: :eek: :eek: zerstört sein könnte und das die ständigen Schmerzen hervorruft. Da is mir natürlich erstmal schlecht geworden u hab mir die wildesten Sachen ausgemalt. Freitag war ich aber in der Rheuma-Ambulanz und bin ein bissl beruhigt, da die Ärztin dort meinte, es sei wahrscheinlich nix Schlimmes.. Wurde geröntgt und jetzt warte ich auf den Befund...!
    Außerdem hab ich einen Termin für die Tagesklinik, wo ich vor zwei Jahren war...Das ist schon mal gut, mir geht´s jetzt besser, wo ich weiß, dass was passiert..

    Aber ich hab irgendwie das Gefühl das alles wächst mir über den Kopf,
    ich komm mit dem Leben so grade gar nicht klar!
    An manchen Tagen geht´s mir damit superschlecht, fühle mich schweinemäßich alleine, hab das Gefühl, keiner kann verstehen, wie´s mir geht und was das bedeutet und denke, alles, alles, alles ist gaaanz furchtbar schlimm. Dann wieder bin ich superpositiv und betrachte die Krankheit eher als eine Art Freund.

    Aber Tatsache ist, dass ich im Moment, auch durch die Verschlechterung in den letzten Wochen, in so ner krassen Phase bin, wo sich echt Entscheidungen aufdrängen, die meine Zukunft und ganz wichtige Dinge auch für mein gegenwärtiges Leben betreffen..
    Deshalb hab ich grad das Bedürfnis ganz viel drüber nachzudenken und auch zu reden,mit den Menschen zumindest, die mir nahestehen. Denn ich hab das Gefühl, ich muss mich damit identifizieren lernen, dass ich chronisch krank bin. Und das kann ich nur so langsam aber sicher, wenn ich es auch zum Thema mache. Und das überfordert, glaub ich, im Moment alle Menschen um mich rum..
    Dazu kommt, dass mein Freund nach einem intensiven Gespräch vorgestern meinte, er wüßte nicht, ob er mit der Situation
    weiterhin umgehn kann, also sich immer wieder mit diesen Problemen
    und der Krankheit zu befassen... Bis jetzt war er immer sehr für mich da und hat zu mir gehalten.. Das tut mir so unendlich weh, denn
    ich hab das Gefühl, dass ich nicht mehr die Gleiche bin, nicht mehr so
    lieben- oder begehrenswert, das ich nur noch schwierig und traurig bin!
    Mein Herz ist sooo schwer, das ist im Moment einfach alles zu viel.

    Sorry, mußte mich mal so ausheulen... [​IMG] Is schwierig das alles.
    Ich hoffe, ihr versteht meine Gedanken! Es tut so gut, das hier mal loszuwerden!! Danke!
     
  2. Brigitte44

    Brigitte44 Guest

    Liebe Wanda
    Ich bin erst kurz bei euch aber ich kann dich so gut verstehen!!!!!!
    Mir geht es im moment zwar ein wenig besser(cp) aber auch ich habe das Gefühl das bis auf meine allerbeste Freundin mich niemand mit dieser Krankheit ernst nimmt. Erst die Mitleitsvolle Frage "wie geht es dir denn" dann der lapidare Satz "das wird schon wieder gut" Auch das Problem mit deinem Freund kann ich gut verstehen ,ich habe mich erst letzten sommer von meinem Mann getrennt(22 Jahre verheiratet) Bei mir kommen noch Geldsorgen hinzu weil mein ex keinen Unterhalt zahlt und ich auch noch Arbeitslos bin(44-cp ist man da noch vermittelbar) . Da fällt man halt manchmal in ein tiefes Loch. Einen richtigen Trost hab ich jetzt auch nicht zur Hand ,aber versuch erstmal jede schmerzarme Minute zu geniessen (man ist ja so bescheiden geworden) und freue dich auf den Frühling.


    ich wünsche dir von Herzen bessere Zeiten und weniger SChmerzen:)


    Alles gute Brigitte
     
  3. Madita

    Madita Giraffenfan

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    Hallo Wanda !

    Bitte mach Dich nicht verrückt. Du hast ja jetzt schon was unternommen und es geht voran.
    Richtig, Du solltest Deine Krankheit als Freund betrachten. Auch wenn man diesen Freund nicht gerade lieb hat, sollte man ihn an nehmen. Ich bezeichne meinen als Untermieter und habe gelernt mit ihm zu leben. Habe seit Oktober die Diagnose cP. Hier habe ich viel gelesen und habe mir vorgenommen, gar nicht erst in ein so tiefes Loch zu fallen. Klar, bei so heftigen Schmerzen nicht leicht. Ich kriegte es aber immer besser in den Griff. Habe mehr an schöne Dinge gedacht, auch wenn ich meinen Mann mal wieder bitten musste, mir ne Dose oder ähnliches zu öffnen. Genauso habe ich MTX angenommen und der Erfolg zeigte sich nach 4 Wochen. Die Schmerzen wandelten sich mehr und mehr. Mittlerweile habe ich keine Schmerzen mehr. Das wünsche ich Dir natürlich auch und darum siehe positiv in die Zukunft, denn Du hast ja den Termin für die Tagesklinik.

    Alles Gute wünscht Dir Gabi
     
  4. Garfield

    Garfield Aktives Mitglied

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    Liebe Wanda,

    oh doch - es gibt hier sehr sehr viele, die dich sehr gut verstehen können.
    Gerade weil viele von uns solche oder ähnliche Dinge durchmachen mussten, verstehen sie dich.

    Ich hoffe, dass dein Freund sich eines besseren besinnt und dir den Halt gibt, den du zur Zeit brauchst.

    Viele von uns (einschliesslich meine Wenigkeit) sind in Gedanken bei dir und drücken dir die Daumen, dass es dir rasch besser geht.

    Fühle dich virtuell vom Garfield gedrückt.

    [​IMG]

    LG vom zur Zeit sonnigen Niederrhein
     
  5. HermineGranger

    HermineGranger Neues Mitglied

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    Hallo Ihr beiden,

    ja, es ist immer wieder eine Berg- und Talfahrt für die Seele. Aber einen riesigen Trost hab ich schon mal für Euch: Auch mit Rheuma ist man genauso liebens- und begehrenswert wie vorher auch. Was habe ich als erster gelernt? Ich kann jetzt nicht mehr wie vorher leben, aber ich kann genauso schön leben, nur eben neu. D.h. andere Krafteinteilung, anderer Rhythmus, den Körper nicht mehr ignorieren, sondern akzeptieren. Ehrlich, manchmal bin ich wütend auf ihn und er wahrscheinlich auch auf mich. ;) Aber der Körper und ich lernen Tag für Tag einander zu respektieren. Wird noch ein ganz schöner Weg, aber ich bin wild entschlossen, ihn zu gehen. :D Wanda, Du siehst, ich habe auch Tage, da isses mein Kumpel Rheuma und dann gibts wieder Momente, wo ich Kumpel Rheuma sagen möchte: Du kannst mich mal und nicht mal das. :D

    Klar, man sieht es uns nicht unbedingt auf den ersten Blick an und dann kommen Sprüche wie: Och Rheuma, das wird schon wieder.
    Leider hat es sich noch nicht rumgesprochen, dass rheumatische Erkrankungen nicht eine Alterserscheinung ist, die sich mit ein bisschen Katzenfell und Latschenkiefer-Stinkebad ausmerzen lässt. Dann vielleicht noch ein Wärmepflasterchen auf die geschundenen Rheumaknifften und die Welt is wieder in Ordnung. :D Ich zucke mittlerweile darüber mit den Schultern, denn für die Dummheit anderer kann ich nix. ;)

    Ich habe schon ein paar schmerzhafte Lektionen lernen müssen und eine der wichtigsten war: Es kommt nicht darauf an, keine Probleme mehr zu haben (Das is ja illusorisch.). Es kommt schlichtweg darauf an, wie ich damit umgehe. Lamentiere ich und suhle mich im Selbstmitleid oder packe ich es an und orientiere mich an der Lösung. Ich habe gemerkt, dass die letztere Variante die eindeutig bessere ist. So lerne ich auch langsam, nicht ständig das Mäntelchen der Harmonie rauszuholen, sondern auch Schluss-Striche zu ziehen. Kumpel Rheuma und ich akzeptieren nur noch das, was uns gut tut. :) Wie heißt es immer so schön: Es ist nicht schlimm, mal in einem Loch zu sitzen, man sollte es nur nicht tapezieren. ;)

    Ich wünsche Euch viel Kraft und Zuversicht, denn das Rheuma macht Euch weder besser, schlechter, schöner noch hässlicher als andere Menschen.

    Herzliche Grüße
    Hermine
     
  6. KatzeS

    KatzeS Neues Mitglied

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    Hallo! Ich kann dich auch gut verstehen. Die meisten Leute wissen halt nicht, wie das ist. Aber das ist ja auch normal. Bevor ich krank wurde, war mir auch nicht klar, dass man in meinem Alter (zu der Zeit 21) überhaupt Rheuma bekommen kann. Frustrierend ist es natürlich, wenn man es den Leute immer wieder erklärt und sie es trotzdem nicht verstehen. Dann kommt schonmal ein Spruch, der einen sehr verletzt oder wütend macht. Wenn ich zum Beispiel jemandem (Freunde oder nahe Verwandte) sage: dies und das kann ich im Moment nicht machen, es geht mir nicht gut. Oder andeute, dass ich mit den Uni-Kursen gerne kürzer treten würde, weil das einfach mit der Krankheit noch mehr Energie kostet als bei normalen Leuten. Dann werde ich oft mit großen Augen angeguckt und habe manchmal sogar fast ein sclechtes Gewissen. Aber das ist doch Quatsch! Ich bin krank, kann nichts dafür und warum sollte ich mich zwingen so weiter zu machen wie bisher, wenn es nunmal nicht mehr so ist wie vorher? Das muss ich mir selbst immer wieder klarmachen. Und ich denke, je öfter ich nach außen auch zeige, ich kann das einfach nicht und es ist auch mein gutes Recht, mich so zu verhalten, wie ich es tue, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass das die anderen einsehen. Aber mir fällt das auch schwer. Ich kann verstehen, dass es hart ist, wenn dein Freund so etwas sagt. Ich bin froh, dass mich mein Freund so unterstützt und ich habe trotzdem diese Gedanken, dass ich nicht mehr so liebens- und begehrenswert bin, obwohl er mir immer wieder das Gegenteil sagt und zeigt. Ich kann aber auch deinen Freund nicht verstehen. Wenn er dich wirklich liebt, dann sollte er zu dir halten. Du würdest für ihn sicher das Gleiche tun und niemand kann wissen, was später mal ist. Nur weil es dich getroffen hat und nicht ihn, heisst das nicht, dass es ihm nicht auch mal schlecht gehen könnte. Ansonsten lass dich nicht unterkriegen. Wenns einem richtig schlecht geht, kann es ja eigentlich nur wieder besser werden! Ich denke mir dann immer: da musst du jetzt durch und danach ist es auch wieder gut. Ich wünsche dir viel Glück, KatzeS
     
  7. wanda

    wanda Neues Mitglied

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    danke

    Liebe Brigitte, Gabi, Garfield, Hermine,

    vielen vielen Dank für eure lieben und ermutigenden, aufmunternden
    Zeilen, ich bin sooo froh dieses Forum gefunden zu haben.
    Fühle mich das erste Mal richtig verstanden und das gibt mir Kraft zurück!!! Es ist echt doll, wie offen und lieb ihr einen aufnehmt:) :)

    Ich möchte ja selbst positiv an all das rangehn und akzeptieren, dass
    ich mit dem "Kumpel" auskommen muss. Is ja manchmal auch ein ganz
    netter... @Hermine: ist ein sehr schöner Vergleich!!

    Im Moment fällt´s mir ein bissel schwer, aber bin hoffentlich auf nem ganz guten Weg, für mich Lösungen zu finden, was die Zukunft angeht. Also wie und wo ich arbeiten kann. Wie ich mir meinen Alltag einteile, damit ich das
    kräftemäßig packe usw.


    Es tut gut, dass alles hier mal rauslassen zu können!

    !!!Ich drück euch mal ganz doll!!

    Wanda
     

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  8. wanda

    wanda Neues Mitglied

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    Hallo KatzeS,

    Danke!! für Deine Antwort, tut gut zu wissen, dass man verstanden wird!

    Du hast recht, man sollte dazu stehen können und offen mit der
    Krankheit umgehen, das fällt mir sooo schwer.
    Einzugestehen, dass ich einfach nicht kann, auch wenn ich will. Das
    ich eben nicht so funktionieren kann wie andere...
    Die meisten Leute, mit denen ich drüber rede, können sich das nicht annähernd vorstellen, wie es mir manchmal mit dem Rheuma geht und
    denken: Da, wo nix zu sehn ist, kann auch nichts sein..
    Aber zum Glück gibt´s ja auch ein paar andere, die wirklich zuhörn können!

    Find ich doll, wie Dein Freund für Dich da ist. Das war meiner eigentlich auch immer, aber irgendwie scheint momentan der Wurm drin zu sein bei
    mir... Ich kann nur das Beste hoffen.. Und versuchen, nicht schwarz zu sehen!!

    Liebste Grüße
    Wanda