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Ich bin ein untragbarer Zustand

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Silvia, 12. September 2003.

  1. Silvia

    Silvia Guest

    Gebt mir mal eure Schulter her, denn ich könnte nur noch heulen.
    Diese Woche habe ich defacto meinen Job verloren, weil ich lt. meinem Chef durch mein häufiges kranksein (Zitat) ein untragbarer Zustand für die Firma und meine Arbeitskollegen geworden bin. Das ist echt bitter, sowas vor den Latz geknallt zu bekommen.

    Ich habe seit 5 Jahren cP und habe in der ganzen Zeit mir nie erlaubt, mal für längere Zeit in den Krankenstand zu gehen, trotz Schüben und obwohl's mir oft hundeelend war. Klar haben sich die scheibchenweise genommenen Kranktage (mal hier ein Tag, mal da ein, zwei Tage) in Summe doch zu jeweils ca. 4 Wochen pro Jahr zusammengeläppert. Anfang des Jahres war ich 2 Wochen wegen einer nötigen Knie-OP im Krankenhaus und jetzt habe ich einen seit Mai andauernden massiven Schub. Da war ich jetzt nochmal 2x für je 1 Woche krankgeschrieben. Das ist dem Chef jetzt zuviel, das wäre nicht mehr tragbar. Er hat mich angeschnauzt, als ob ich erst seine Erlaubnis einholen müsse um krank zu sein. Das würde alles schon viel zu lange dauern bei mir, er wolle jetzt wissen bis wann ich wieder voll arbeitsfähig bin, etc. etc. So ein Armleuchter, dabei hatte ich ihm von Anfang an über meine Krankheit reinen Wein eingeschenkt und auch klar gemacht, dass dies nicht einfach wieder so verschwinden wird. Er hat mir dann klipp und klar erklärt, wenn er nicht damit rechnen könne, dass ich in absehbarer Zeit wieder konstant und voll verfügbar sei, dann werde er mich ersetzten.
    Ich sagte dann zu ihm, wenn das so ist, dann muss ich auch keine Rücksicht mehr auf die Firma und den Job nehmen und gehe gleich auf unbestimmte Zeit in den Krankenstand – was ich schon zu Beginn meines Schubes hätte machen sollen und können. Darauf hin meinte er, ja das wäre wohl das Beste, denn sie würden sich ohnehin zum erstmöglichen Termin von mir trennen.

    So und nun sitze ich zuhause, bin vom Arzt mal bis auf weiteres krankgeschrieben und habe das Gefühl mein ganzes Leben und alles um mich herum geht in tausend Stücke. Das kam alles so plötzlich und unerwartet. Immer hatte die Firma so verständnisvoll getan und ich war ja auch nie länger am Stück krank. Bei anderen Arbeitskollegen wurden auch längere Krankenstände immer problemlos akzeptiert (so ist eine Kollegin aus der Abteilung nun schon seit 8 Wochen ununterbrochen weg!), und meine Leistungen haben auch gestimmt.

    Ich könnte nur noch heulen. Ich schlafe nicht mehr und habe tausend Zukunftsängste. Wirklich sehr förderlich für meine cP. Ich weiss nicht wie das alles noch weitergehen soll. Ich bin Alleinverdienerin, mein Mann hat derzeit auch keine Aussicht auf einen Job und dadurch dass er zu hause war bei unserem Kind, auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.Und mit einer chronischen Krankheit muss ich mich bei einer anderen Firma auch gar nicht mehr bewerben gehen. Ich bin erst 39 und gehöre schon auf's Abstellgleis?
    Jemand soll mich endlich aus diesem Albtraum aufwecken.

    Silvia
     
    #1 12. September 2003
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12. September 2003
  2. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Liebe Silvia,

    es macht mich traurig zu lesen, wie wenig immer wieder einige von uns bereit sind, den Kampf aufzunehmen. Geh sofort zum Anwalt für Arbeitsrecht, verklage die Firma sofort und gegen den Mann erstattest du eine Anzeige, deren Inhalt dir der Anwalt deklarieren wird - so geht es einfach nicht.

    Wenn du eine Kündigung hinnimmst, bist du selber Schuld. Kampf heisst die Devise, Abfindung ist das Zauberwort !!

    Ich habe cP seit 10 Jahren und ich habe gelernt, mich nur noch gut versichert mit Anwälten vorwärts zu bewegen - zahlt sich immer aus :):)

    Also, Kopf hoch und sofort handeln ! Nicht lange warten !!

    Liebe Grüsse und alles Gute !
    Pumpkin
     
  3. Matthias

    Matthias Neues Mitglied

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    Ich schliesse mich Uschi inhaltlich voll an.
    Das geht nur mit Anwalt und Du bist im Recht.

    Gibt es für die Auseinandersetzung Zeugen ?
    Wenn nein, dann hast Du NIEMALS gedroht jetzt "krank zu machen", so könnte Dir das nämlich zu Deinen Ungunsten ausgelegt werden.

    Die Krankheitsmenge ist meines erachtens kein Grund für eine Kündigung.
    Wenn es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt, mit denen du bei der Gelegenheit auch mit "entsorgt" wirst, kriegt er Dich so nicht raus.
     
  4. Peti

    Peti Guest

    mensch du arme maus.aber du darfst nicht aufgeben.gehe zu einen anwalt,lass dir nichts gefallen,du hast rechte!!!!!!!!!!!!!!!!!!was meint den dein chef wer er ist?du darfst es ihn nicht so einfach machen.kämpfe es ist dein recht und was dir zusteht kannst du dir erkämpfen.auch wenn es ein schwerer weg ist du wirst es schaffen.........keine kündigung anehmen......zeige deine fäuste,denn damit rechnet dein chef nicht.so einfach kann er es sich nicht machen.auf unsere unterstützung kannst du zählen:mad:
     
  5. Silvia

    Silvia Guest

    Hallo Ihr Lieben

    Danke erstmal für eure aufmunternden Worte. Aber gegen die Kündigung werde ich nichts machen können. Wo ich arbeite (nicht D) sieht die Gesetzeslage etwas anders aus, da kann man nach einer bestimmten Wartefrist auch im Krankenstand gekündigt werden.
    Auch habe ich ja nicht gedroht, dass ich im Fall einer Kündigung krank "mache". Das hat mir mein Arzt schon vor Monaten angeraten, aber weil ich den Job behalten wollte, habe ich immer gesagt, nein Krank schreiben käme nicht in Frage. Als ich dann letzte Woche wieder beim Arzt war, hat der gesagt ich würde nie vom Schub runter kommen wenn ich mich ständig überfordere, ich müsse einfach eine Weile eine Ausszeit nehmen.. Darauf hin wollte ich das dann der Firma schonend beibringen. Worauf das dann halt wie beschrieben eskaliert ist.

    Da bei uns gesetzlich eine Kündigung wie gesagt eben auch im Krankenstand möglich ist, glaube ich nicht, dass ich da rechtlich viel dagegen machen kann.

    Trotzdem danke fürs zuhören.

    Silvia
     
  6. leben

    leben Neues Mitglied

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    Kündigung

    Liebe Silvia

    Es ist wirklich schäbig, wie heutzutage die Arbeitgeber mit 'uns' umgehen. Meiner Meinung nach wirst du diese Kündigung kaum anfechten können. Könnte mir zum Beispiel vorstellen dass die Aussage: Sie sind ein untragbarer Zustand für die Firma und meine Arbeitskollegen geworden dann so interpretiert wird. " Die Arbeitskollegen sind überfordert ihre Arbeit zu übernehmen während deiner Abwesenheit, die Arbeit kann nicht Termingerecht erledigt werden, und somit schadet dies der Firma. So geht das ! (Spreche aus eigener Erfahrung. Ich nehme mal an dass die Gesetze in der Schweiz für die massgebend sind. ) Also in der Schweiz könnte man zum Beispiel beim Arbeitsgericht unentgeltlich Klage einreichen. - Das es was bringt glaube ich aber kaum.

    Beispielsweise wurde meiner Freundin nach 19 Jahren Tätigkeit in einer Firma - man kann sagen auf gleiche Weise gekündigt worden. Sie konnte gar nichts machen ! Alles was dabei rausgekommen ist -ich habe sie, wir haben sie verloren- Sie hat das ganze treiben nicht verkraftet und ist daran verstorben. (Tödlicher Herzinfarkt) Kenne mindestens vier solche unfähre Kündigungen - und es konnte nichts dagegen getan werden.

    Einen dringenden Rat möchte ich dir geben. Dein Firma hat für dich eine Versicherung gegen Krankheit abgeschlossen. Bei dieser Vers. musst du unbedingt anrufen und dich einzeln Versichern lassen. Die müssen dich nämlich aufnehmen auch wenn du Krank bist. Weiter müssen die dann
    80 % vom Lohn zahlen für zwei Jahre wenn du vom Arzt krankgeschrieben wirst. Die Vers. ist zwar nicht billig, aber es lohnt sich auf jeden Fall wenn du Krank bist. Den im Krankheitsfall kriegst du auch kein Arbeitslosengeld. Dies ist ein gutgemeinter Rat an dich.

    Wenn du Fragen hast, und ich diese beantworten kann mache ich das gerne.

    Wünsche dir viel Kraft.

    Es grüsst dich Chris

    [​IMG]
     
    #6 12. September 2003
    Zuletzt bearbeitet: 12. September 2003
  7. Schnuffi

    Schnuffi Guest

    Nutzt eh nix

    Hallo Chris

    Offenbar habe ich mit meinem alten User probleme, musste mich deshalb neu registrieren.

    Das mit deiner Freundin tut mir echt leid.Das ist die Welt in der wir leben. Nur Leistung zählt und wer mit der Herde nicht mehr mithalten kann, wird ausgemustert.
    Das mit der Versicherung habe ich nicht gewusst, da werde ich mich gleich mal erkundigen. Du hattest im übrigen Recht mit deiner Annahme wie die Formulierung im Fall einer Kündigung aussehen wird. Genau so in etwa wurde mir das dann auch in einem zweiten Gespräch mitgeteilt.
    Ich denke deshalb auch, dass es nicht viel Sinn macht die Kündigung anzufechten, da bei uns ohnehin die rechtliche Absicherung des Arbeitnehmers mehr als dürftig ist. Abgesehen davon, selbst wenn ich es durchboxen könnte – was hätte ich dann wohl für ein Arbeitsklima zu erwarten? Das würde ich auch psychisch niemals durchstehen. Hab da schon so meine Erfahrungen gemacht.

    Ich hätte da noch so einige Fragen, gerade bezgl. Versicherung etc., würde mich da aber gerne mal direkt mit dir in Verbindung setzen. Kann ich dich per Email kontaktieren?

    LG
    Silvia
     
  8. Monsti

    Monsti das Monster

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    Servus Silvia,

    sei mal virtuell umärmelt! Schöner Mist!

    Leider kann ich Dir kaum Tipps geben, weil ich nach dem Studium über 15 Jahre lang selbständig war und nie Sozialversicherungsbeiträge bezahlt hatte. Ich war halt krankenversichert, mehr nicht.

    Nachdem ich vor rd. 4 Jahren mein Büro wegen zunehmender gesundheitlicher Probleme aufgeben musste, ging es mir stimmungsmäßig ähnlich wie Dir, denn mein Mann wurde fast gleichzeitig arbeitslos und blieb es auch über viele Monate.

    U.a. war diese Situation eine Chance, mich endlich mal um meine Gesundheit zu kümmern und mich auf völlig neue Werte zu besinnen. Überhaupt veränderten wir damals fast alles in unserem Leben, um heute wirklich rundrum zufrieden zu sein.

    Hätte ich nicht unsere Ferienwohnung im Haus, wäre ich heute vermutlich als Tagesmutter tätig. Wäre das nicht auch etwas für Dich?

    Kopf hoch und liebe Grüße von
    Monsti
     
  9. Schnuffi

    Schnuffi Guest

    Hi Monsti

    Im Moment habe ich einfach sooooo einen dicken Kopf, ich kann gar nicht mehr klar denken. Ich habe keine Ahnung wie das alles weitergehen soll und mir graust schon jetzt vor der ganzen Rennerei von Amt zu Amt und Versicherungen etc.

    Was das ganze noch erschwert, ist das ich absolut keine Ahnung habe wie für mich die rechtliche Lage aussieht bezgl. weiterer Versorgung wie Krankengeld, eventl. Rentenantrag stellen ja/nein?, bekomme ich den überhaupt jetzt schon? Wenn ich Arbeitslose beantrage muss ich einen Job annehmen für den ich eigentlich überqualifiziert bin, oder der mir dann körperlich zu anstrengend ist? Eben tausend Fragen und derzeit keine Antworten. Ich war im Ausland beschäftigt und falle unter das dortige Arbeits- und Versicherungsrecht. Wie schwierig das ist, überhaupt selbst von den zuständigen Behörden eine vernünftige Auskunft zu bekommen, habe ich gemerkt als ich bzw. mein Mann in Karenz gegangen sind. Denn teilweise ist das Recht und die Versicherungen aus meinem Heimatland zuständig, teilweise wieder die Behörden vom Arbeitsort.

    Mir war zwar schon seit einiger Zeit klar, dass ich wohl kaum noch 15-20 Arbeitsjahre bis zur regulären Pensionierung packen werde. Aber mit ein paar Jahren habe ich doch fix noch gerechnet. Auch dass sich die Firma innert kürzester Zeit derart fies verhält, hätte ich nicht gedacht. Und eigentlich hätte es dazu auch gar keinen Grund gegeben. Ich bin seit 10 Jahren dabei und habe oft erlebt, wie Kollegen (sogar in meiner Abteilung) für längere Zeit ausgefallen sind, und keinem wurde gleich gekündigt. Der Firma (650 MA) gehts wirtschaftlich auch prächtig, davon abgesehen kostet ein längerer Krankenstand sie ja auch nichts, denn das ist über eine entsprechende Taggeldversicherung abgedeckt.
    Immer wurde ich über den Klee hinaus gelobt für meine Leistungen und habe super Beurteilungen erhalten, sogar noch bei der letzten, Anfang Jahres. Deshalb habe ich auch nie damit gerechnet, dass die mir mit Kündigung kommen. Und jetzt innert weniger Monate Kehrtwende um 180 Grad. Da soll einer schlau draus werden.

    Als das mit der Kündigung dann fix angekündigt wurde, habe ich auch noch angemerkt, dass sie mich ja nicht gleich auf den erstmöglichen Termin kündigen müssen. Sie könnten mich ja ruhig mal im Krankenstand belassen, solange der Arzt das verschreibt. Sollte ich dann wieder arbeitsfähig werden kann man mich ja immer noch kündigen. Aber nein - gekündigt wird gleich.
    Finde ich einfach ziemlich oberfies.

    Aber machen werde ich wohl nichts dagegen können, da fehlen mir ehrlich gesagt auch die Nerven dafür.

    Silvia (Schnuffi)
     
  10. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Silvia-Schnuffi,

    na klar, ich versteh Dich supergut! Wie wäre es, wenn Du abends mal in den Chat kommst? Da kannst Dich auskotzen, wirst verstanden und bekommst vielleicht wertvolle Ratschläge.

    Liee Grüße von Monsti
     
  11. B00MER

    B00MER Guest

    Hallöle,
    möchte Dir einen dreifachen Mutmachknuddler schicken, das Ganze über die Rechtsabteilung laufen zu lassen. Insofern Du eine Rechtsschutzversicherung incl. Arbeitsrecht hast, kann Dir so gut wie überhaupt nix passieren. Diese Versicherungen greifen meist dann, wenn man Aussicht auf Erfolg hat. Und der scheint bei Dir gegeben.
    Allerdings.... hoffe ich, Du hast keine Zeugen, für Deinen verständlichen Ausrutscher mit der Androhung, Dich jetzt endgültig krank schreiben zu lassen. Das könnte in die Hose gehen.
    Insofern keine Zeugen steht Aussage gegen Aussage, leider auch was die Kündigungsäußerungen Deines Chefs betreffen. Die könntest Du aber wirklich ins Feld führen, wenn Dir tatsächlich gekündigt wird.
    Da dieser Stress für Deine Gesundheit genau das Falsche ist, schick ich Dir jetzt mal eine Riesentüte Vertrauen, dass alles irgendwie in Ordnung gehen wird.
    Liebe Grüße B00MER
     
  12. Mni

    Mni Aktives Mitglied

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    man meint, die Welt

    stürzt ein- das hab ich auch schon erlebt, liebe Silvia, im letzten Jahr- und ich bin mutterseelenallein...und weiß, wie sich sowas Fieses anfühlt (wurde allerdings gemobbt)-und war dann erst mal arbeitslos.

    Das bei Dir ist echt die Härte. Kann Dir nur einen Mutmachknuddler schicken- und trau DIch erst mal, krank zu sein und wieder gesundheitlich auf die Füsse zu kommen. Wie es rechtlich in Deinem Land aussieht- da kann Dir ein Anwalt helfen...aber informier Dich uns schgöpf wirklich alle Möglichkeiten aus!!!
    Sag uns, wie es weitergeht, und komm in den chat oder erzähls uns hier- auch nur Verständnis und Reden hilft oft schon- ein wenig zumindest..
    Liebe Grüße von Monique
     
  13. Robert

    Robert R-O-süchtiger Freßbär ...

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    Untragbarer Zustand ...

    Hallo Silvia,

    laß Dich zuerst mal ganz lieb knuddeln, und vor allem glaub Deinem Chef nicht, daß Du ein untragbarer Zustand bist ... Du bist ein Mensch und kein Zustand! Dein Chef ist vielleicht einer, mir fielen da jetzt ein paar wenig nette Formulierungen ein.

    Du schreibst ja nicht, in welchem Land Du arbeitest, aber nichts desto trotz gibt es auch da sicherlich ein Arbeitsrecht, in dem sich Anwälte gut auskennen, und warum solltest Du Deinem Chef nicht nach diesen Äußerungen auch mal ein wenig Danpf unter dem Hintern machen!

    Ich kann Dir nur den Rat geben: Stell Dich auf die Hinterbeine und ziege Deinem Chef, daß er so nicht mir Dir umgehen kann und darf!

    Alles Liebe und Gute, ich drück Dir die Daumen!

    Robert
     
  14. Schnuffi

    Schnuffi Guest

    Ich danke euch erstmal für eure aufmunternden Worte.

    Die meisten raten mir, die Sache anzufechten, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ich da grosse Chancen habe. Der Schutz für den Arbeitnehmer ist bei uns ohnehin sehr dürftig und rechtlich kann man mir auch im Krankenstand (nach Wartefrist) kündigen, da habe ich mich schon erkundigt und machen kann ich gar nichts dagegen. Ob Krankheit als Kündigungsgrund angeführt werden darf weiss ich nicht, aber wenn nicht dann wird die Firma mit Sicherheit eben andere Argumente ins Feld führen, wie dass ich die Anforderungen nicht mehr voll erfülle, etc. etc. Was leider ja zum Teil ja auch stimmt.

    Ich mache mir selber grosse Vorwürfe, weil ich halt nicht weiter die Zähne zusammengebissen habe und mich krankschreiben lies. Mein Arzt wollte mich schon seit einiger Zeit krank schreiben, weil ich seit Mai einen massiven Schub habe, MTX nicht mehr anschlägt und die BSG schon auf über 120 ist. Er meinte nur immer einzelne Tage oder mal 1 Woche Auszeit bringen mir gar nix, ich müsste mal längere Zeit zur Ruhe kommen eventl. auch auf Kur, etc. Mir war von Anfang an klar, dass die Firma das nicht akzeptieren würde, dass da mein Job auf dem Spiel steht (denn die Position ist zu anspruchsvoll um sie immer mit Temporärlösungen zu überbrücken). Ich habe darauf hin meinen Arzt gebeten mich NUR 50% arbeitsfähig zu schreiben (geht bei uns). Ich dachte, dass wäre die einzige Chance wie ich Gesundwerden und Job noch einigermassen auf die Reihe bekommen könnte. Auf diesen Vorschlag ist der Chef dann nicht eingegangen und hat mir klar gesagt, dass in jedem Fall – egal ob jetzt 50% oder 100% - ich ersetzt werden würde, wenn die Firma nicht damit rechnen kann, dass ich in absehbarer Zeit wieder voll und vor allem konstant verfügbar und belastbar bin. Na welcher Rheumatiker kann das schon?
    Die ganzen Diskussionen sind auch nicht im Streit abgelaufen, sondern es wurde alles ganz sachlich und ruhig besprochen.

    Es hätte auch keinen Sinn gehabt, meine Krankheit zu beschönigen oder Versprechungen zu machen, die ich eh nicht erfüllen kann, den bei uns kann der Arbeitgeber jederzeit eine Untersuchung durch einen eigenen Vertrauensarzt anordnen. Also habe ich eben auch sehr offen dargelegt, dass bei meiner Krankheit vermutlich immer wieder mit Schüben und somit Ausfällen zu rechnen ist, besonders eben auch dann, wenn ich sehr stark belastet bin. Und das war dann somit auch der Todesstoss für mich. Ich habe meinem Chef eben gesagt, wenn der Job so oder so – egal was ich mache – flöten ist, dann macht es für mich einfach keinen Sinn mehr, mich auch noch die 50% trotz Schmerzen ins Büro zu schleppen, dann würde ich eben gleich den Empfehlungen meines Arztes folgen und eben zu 100% zu Hause bleiben. Ja ich weiss, vermutlich war das nicht sehr schlau, aber es wäre echt über meine Kräfte gegangen, mit sooooo einem Kopf voller Sorgen und psychischer Belastung dann weiterzuarbeiten (von meinen Rheumaschmerzen gar nicht zu reden). Und für die 50% Geschichte, die ich zuerst angeboten habe, gab's gleich eine entsprechende Krankmeldung vom Arzt, die jetzt aber durch eine neue Meldung ersetzt wurde. Das war vermutlich auch nicht so optimal. Aber ehrlich gesagt, ich hatte ziemlich sicher damit gerechnet, dass das eine gangbare Alternative für die Firma wäre, mit der sie einverstanden sein werden. Tja so kann man sich irren. Die anderen Mitarbeiter sind auch schon informiert worden, was der Chef denen da genau mitgeteilt hatte weiss ich nicht, denn er hat mich da nie dazu geholt.
    Tja also das wäre die ganze Geschichte. Rechtlich also für mich vermutlich auf sehr dünnem Eis, sollte ich das Ganze anfechten.

    Was ich nicht verstehe ist, dass sie mir einen solchen Schlag ins Kreuz geben, und mich gleich zum erstmöglichen Termin kündigen wollen. Damit verliere ich nämlich dann sämtliche Ansprüche aus der Versicherung (wird obligatorisch durch die Fa. abgeschlossen) – auch die Möglichkeit bei dieser Versicherung eventl. eine Invalidenrente zu beantragen/erhalten.
    Bei einem längeren Krankenstand übernimmt die Lohnzahlung bis zu 2 Jahren ohnehin die Versicherung, und sollte ich vom Arzt vorher wieder arbeitsfähig geschrieben werden, könnte ja dann immer noch gekündigt werden (weil der Posten dann halt schon anderweitig besetzt ist). Aber was die Vorhaben, ist für mich der Supergau, denn somit stehe ich dann finanziell ohne jede Absicherung und auch zukünftige Rentenansprüche da. Da verstehe ich eben die Welt nicht mehr. Die brechen mir mit einem Federstrich das Genick.

    Wie soll das nur weitergehen. Mein Mann steckt noch mitten in der Ausbildung/Umschulung und wollte sich eigentlich selbstständig machen. Aber wir haben keine Ahnung ob er davon dann auch tatsächlich leben kann. Andere Jobs sind für ihn rar gesät (deshalb wollte er sich ja selbstständig machen), und ich bin nur noch ein Klotz am Bein.

    Schnuffi
    :confused: :( :confused: :(
     
  15. B00MER

    B00MER Guest

    Hallo Schnuffi,
    *erschrockenguck* hab gerade Dein "Ich bin ein Klotz am Bein" gelesen und darüber gestolpert. Manchmal fühle ich mich auch so. Das sind meist Tage an denen ich mit mir selbst nicht klar komme. Umso mehr erschreckt es mich aber auch bei anderen. Wenn ich diesen Satz ausspreche, geht es mir VERDAMMT mies.
    Ich weiß zwar momentan keinen Rat für Dich. Will Dich aber wissen lassen, dass ich an Dich denke.
    Vielleicht solltest DU wirklich über eine Liste abarbeiten, was zu tun ist. Ich z.B. neige in solchen Situationen manchmal dazu, vor lauter Bäumen den Wald nicht zu sehen. Das ist der Moment an dem ich mich knallhart auf den Po setze und von mir erwarte, dass in Bälde alles was gerade an mir zehrt und nagt auf dem Zettel steht. Bereits beim durchlesen kommt mir manches dann schon nicht mehr ganz so gewichtig vor.
    Dieser Zettel wird dann kontinuierlich abgearbeitet, je nachdem zu welchem Thema ich mich gerade fit fühle. Kommt ein Hammer, suche ich gezielt bei diesem Thema nach Lösungen. Lasse den großen Wust erst mal außen vor. So bekomme ich das Gefühl, doch noch was zustande zu bringen.
    Ich weiß wie sehr eine unklare Zukunft, überhaupt wenn sie mit finanziellen Unsicherheiten einhergeht, belasten kann. Durch mein Kranksein hatte ich auch viele Ausfälle zu verkraften. Mußte Ausstellungen absagen. Nichts von dem, was ich mir mit diesem Umzug erwünscht und erträumt habe, ist seit diesem Unfall in Erfüllung gegangen. Ich wollte eine kleine Kunstgalerie aufbauen. Dazu wollte ich einen kleinen süßen Kotten umbauen. Der Bohrhammer stand schon drin, als ich angefahren wurde.
    Leider hat dieser Unfall wohl eine Rheumaerkrankung losgetreten, die zuvor schon in mir geschlummert hat.

    Ich wünsche Dir die Kraft nicht den Mut zu verlieren. Manche Dinge kommen anders und oftmals stellt es sich viel später heraus, warum es gut für einen war. Sicherlich kein Trost, wenn man mitten im Strudel schwimmt und den Kopf über Wasser halten muß. Aber... immer wieder glaube ich an den Funken Wahrheit.

    Dir alles Liebe, Kraft und den Mut, die Dinge anzugehen, die jetzt wichtig für Dich sind

    B00MER
     
  16. Mni

    Mni Aktives Mitglied

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    kann mich nur

    @Boomers Worten anschließen!!

    Sooo schwarz, wie es aussieht, ist es meistens nicht- und nach schwarzen Tagen kommt doch immer wieder die Sonne durch!!

    Deine Gesundheit/ Besserung/ Ruhe/ Auszeit IST eben jetzt erst mal das WIchtigste!!! Es werden sich neue Türen öffnen!!
    Paß auf Dich auf! liebe Grüße von monique
     
  17. Matthias

    Matthias Neues Mitglied

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    Der Wert und die Würde eines Menschen darf sich NIEMALS aus der Arbeitskraft definieren.
     
  18. klaraklarissa

    klaraklarissa Neues Mitglied

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    @matthias .... "Der Wert und die Würde eines Menschen darf sich NIEMALS aus der Arbeitskraft definieren." ... leider ist das in der heutigen Gesellschaft genau das Gegenteil ... aber es darf so nicht sein und ..

    ...liebe Silvia, Du darfst das so nicht hinnehmen. Hast Du eine Möglichkeit, ? für Dich kostenfrei , Dich gegen eine derartige Kündigung durch Deinen Chef zu wehren???

    Wenn Ja, dann tu es einfach! Schalte einen Anwalt ein und lass ihn machen ..guck von weitem zu, versuch Kraft zu tanken. Er macht das für Dich !!!

    Hast Du keine entsprechende Versicherung, weis ich nicht genau, was ich Dir raten soll. Ich kenne die Gesetzmäßigkeiten in Deinem Arbeitsland nicht.
    Gibt es nicht einen Sozialberater, der Dir in diesem Falle weiterhelfen kann?

    Jedenfalls drück ich Dich ganz vorsichtig und wünsche Dir, das Du .... auch mit Hilfe Deines Mannes einen Weg findest ... , denn es wird Euer Weg sein.