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Hundekaputt

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Berni, 21. Oktober 2003.

  1. Berni

    Berni Neues Mitglied

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    Hallo Leute,

    seit etwas mehr als einer Woche fühle ich mich so hundekaputt, dass ich kaum auf den Beinen stehen kann. Arbeiten ist nahezu nicht mehr möglich, weil ich mich nicht konzentrieren kann. Ich bin nicht müde, sondern schwach und erschöpft. Außerdem werde ich langsam apathisch, auch ein wenig depressiv (obwohl ein sehr lebenslustiger Mensch bin).

    Woher kann so etwas kommen?

    Ich nehme Dayrun gegen Rheuma oder Bechterew oder woher auch immer die Schmerzen kommen.

    Oder vielleicht von der vielen Arbeit der letzten Wochen? Aber eine 48-Stunden-Woche habe ich früher ohne weiteres weggesteckt (bin erst 35, hört sich so an, als sei ich schon 92).

    Oder ist es irgendwie typisch für Rheuma, dass man nicht mehr so viel Kraft hat?

    Würde mich freuen, wenn jemand einen Erfahrungswert hätte.

    Danke Berni
     
  2. Trudi

    Trudi Neues Mitglied

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    Hallo Bernie!!!

    Diese Muedigkeit und Abgeschlagenheit und auch das depressive Tief gehoert zu unserem Rheuma leider ebenso wie die Schmerzen. Mir selbst ging es ebenso, dass ich ploetzlich nicht mehr so konnte wie frueher. Das aergerte mich am allermeisten. Irgendwie musste ich mein ganzes Leben umkrempeln. Heute lass ich oefters fuenfe grade sein und damit geht's mir viel besser.

    Liebe Gruesse und alles Gute
    Trudi
     
  3. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Hallo,

    ja - Rheuma und seine Mitkrankheiten zehren am Körper. Das sowieso geschwächte Immunsystem lässt Dauerstress und Dauerbelastungen immer weniger zu :(

    Auch ich musste es lernen - kleinere Schritte, kürzere Wege, mehr Pausen, längere Ruhephasen sind ein absolutes Muss. Alles, was man erzwingen will, ruft eine Antireaktion des Körpers hervor.

    Für uns Rheumis gilt wohl: eine gesunde Seele hat einen gesunden Geist und beide zusammen bilden einen kräftigen Körper.

    Ich bin heute 53, in Rente eigentlich, aber ich will es wieder wissen und gehe begrenz arbeiten. 6 Std. täglich - sitzend, ruhig, stressfrei - und dennoch merke ich es auch, dass mein Rythmus ein anderer ist, dass ich leicht Stress habe und der Körper signalisiert mir, daß er eigentlich diese Art von Tätigkeiten nicht mag.

    Lerne einfach alles langsamer anzugehen und nimm dir Hilfen wo du es brauchst. Tust du es nicht, wirst du schneller krank, öfter krank und immer schwächer.

    In diesem Sinne - alles Gute.

    Pumpkin
     
  4. Berni

    Berni Neues Mitglied

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    Dank für diese Worte. Das sagt einem kein Arzt.

    Ich komme mir immer vor wie ein Simulant. Und dann diese hämischen Worte von Freunden und Familie: "Du bist aber auch gar nicht mehr belastbar."

    Ich muss mir wohl einen neuen Job suchen. Andauernde Hochleistung und 50-Stunden-Woche - ich weiß nicht, wie das gehen soll. Ich schäme mich schon selbst für die schlechte Arbeit, die ich abliefere. Und meine Kollegen sind alles andere als verständnisvoll (sie wissen auch nichts von meinem Rheuma).

    Nachdenkliche Grüße
     
  5. SchirmerElke

    SchirmerElke Stehaufmännchen

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    Hallo Bernie

    ich fände es gar nicht schlecht, wenn Du Dein Umfeld
    von der Krankheit informierst . Hast Du da schon mal
    drangedacht? Vielleicht ist man dann ein bischen
    einsichtiger. Ich finde schon.
    Laß Dir Zeit und alles Gute


    Gruß schirmchen
     
  6. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Berni,

    leider, leider gehört das genauso zum Rheuma wie die Schmerzen. Ich persönlich finde die bleierne Müdigkeit, gepaart mit mangelnder Konzentration und Lustlosigkeit sogar noch schlimmer als die Schmerzen. Und wenn ich grad in einem Schub stecke, nehme ich trotz normaler Nahrungsaufnahme regelmäßig mächtig ab (bin eh schon dürr), was mir zeigt, dass der Körper auf Hochtouren läuft. Und ein Körper, der sich wie wild gegen sich selber zur Wehr setzt, hat halt nimmer soviel Kraft für anderes - eigentlich logisch ...

    Zum Glück bekomme ich seit Anfang März eine für mich wirklich gut passende Basistherapie, so dass wenigstens ein Teil der früheren Leistungsfähigkeit wiedergekommen ist. Von dem Medi, das Du bekommst, hab ich übrigens noch nie gehört. Ist es ein Basismedikament?

    Mit Rheuma sollte man tatsächlich vom bisherigen Lebensrhythmus Abschied nehmen. Du wirst sehen, es wird Dir dann viel besser gehen. Auch das Geheimhalten halte ich nicht für gut. Ich weiß, beim Begriff Rheuma denkt der uninformierte Normalmensch gleich an die alten Omas und Opas, bei denen es mal hier und mal da in den Gliedern reisst. Dass entzündliches Rheuma etwas völlig anderes ist, sogar schon Kleinstkinder betreffen kann und den gesamten Organismus samt Psyche beeinträchtigt, das weiß kaum einer. Also muss man ihnen das sagen!

    Liebe Grüße aus Tirol von
    Monsti
     
  7. Samira

    Samira Neues Mitglied

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    Hallo Berni

    ich kann mich den anderen nur anschliessen, leider ist es so, das Rheuma den ganzen Körper betrifft und man nicht mehr so leistungsfähig ist wie früher. Obwohl ich diesen Zustand nun schon seit 7 Jahren kenne, tue ich mich auch immer noch schwer damit, ich nehme mir viel zu viel in viel zu wenig Zeit vor und denke einfach nicht daran, dass ich damit dann wieder total überfordert bin und irgendwann geht dann gar nichts mehr.
    Aber ich kann heute auch mal fünf grade sein lassen und immer öfter gelingt es mir auch, auf meinen Körper zu hören.
    Das ich mich heute sehr viel schlechter konzentrieren kann, belastet mich auch sehr.

    Ich denke auch, du solltest den Leuten sagen was mit dir los ist, früher habe ich es auch nicht getan, aber ich habe die Erfahrung gemacht, das Bekannte die mittlerweile etwas besser Bescheid wissen über meine Erkrankung, ganz anders mit mir umgehen, früher waren sie wohl auch eher der Meinung, Rheuma ist eine "alte Leute Krankheit" und da hat man vielleicht mal ein Ziehen in den Knochen, aber nicht schlimmes.

    ich wünsche dir Kraft und den Mut über deine Krankheit zu reden

    liebe Grüße

    Samira