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Honorareinbußen bei langen Wartezeiten

Dieses Thema im Forum "Krankenkassen und Pflegeversicherung" wurde erstellt von Marie2, 4. September 2011.

  1. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    heute vormittag gefunden ...


    Warten auf Arzttermin

    Regierung will Kassenpatienten besser stellen

    Gesundheitsminister Daniel Bahr will gegen zu lange Wartezeiten für Kassenpatienten vorgehen. Ärzten könnten Honorareinbußen drohen.

    Niedergelassene Ärzte müssen nach "Spiegel“- Informationen künftig mit Gehaltseinbußen rechnen, falls Kassenpatienten zu lange auf einen Termin warten müssen. Das geht dem Magazin zufolge aus dem neuesten Entwurf für ein Gesetz zur ärztlichen Versorgung hervor


    http://www.welt.de/finanzen/versicherungen/article13583425/Regierung-will-Kassenpatienten-besser-stellen.html

    http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,784205,00.html



    schaun wir mal ;-)

    lieben gruss marie
     
  2. unknown

    unknown Guest

    Dazu habe ich meine eigene zum Teil unbequeme Meinung:

    Das ganze behandelt wieder einmal nur die Symptome und nicht die Ursachen der langen Wartezeiten.
    Zum einen sind die Langen Wartezeiten auf eine Behandlung durch den Facharzt einem System geschuldet, in welchem der Patient ohne Zwischenschaltung eines Hausarztes, der alles managt einen oder mehrere Fachärzte nutzen kann ohne das ein Hausarzt eine medizinische Notwendigkeit sieht. Zum Teil werden viel Zeit und Geld von Patienten in Anspruch genommen, welche mit ihrem "kleinen Wehwehchen" ebenso gut von einem niedergelassenen Hausarzt behandelt werden könnten, nur weil diese mit teilweise selbst gestellten Diagnosen die in Deutschland die Umgehung eines Hausarztes als adäquates Mittel ansehen eine Augenscheinlich "besserer" Behandlung zu erreichen.
    Eine Koordination der Behandlung durch den Hausarzt könnt viele unnütze oder gleichzeitig mehrfache Terminierung für ein und das selbe Leiden vermeiden, Dies schränkt die Wahlfreiheit in der Behandlung nur unwesentlich ein. Eventuellen Einwürfen bezüglich der medizinischen Unfähigkeit einiger Hausärzte , möchte ich insoweit entgegentreten, das im vorliegenden Fall der Hausarzt lediglich koordinierend jedoch nicht medizinisch handeln muß und letztlich nur die Verschiedenen Ergebnisse zusammenführen und an Kompetente Stellen weiterreichen muß. Jetzt wo mein Hausarzt dies mich betreffend tut sind sowohl er als auch ich wesentlich Zufriedener und kann sogar kleine Erfolge verbuchen.

    Die andere Seite ist das liebe Geld durch die Limitierungen der Behandlungspauschalen, welche den Ärzten zustehen ist eine Ausreichende Versorgung der Kassenpatienten nicht mehr uneingeschränkt möglich. Deshalb transferieren viele Ärzte bereits Gelder von Privatpatienten in die Behandlung von Kassenpatienten deren Limit normalerweise längst erschöpft wäre. Ungeachtet der Tatsache, das diese Praxis gesetzlich alles andere als koscher ist, bleibt vielen Ärzten keine Alternative um Umfangreichere Behandlungen für Patienten welche an Ihr Limit gekommen sind zu gewärleisten. Der Ankauf neuer Praxistechnik gehört ebenso zu diesen Bereich, wie die Verordnung teurer Medikamente, wenn das Verordnungslimit bereits am 15. des Monats Ausgeschöpft ist, und der Arzt für den Rest der Zeit nur noch unter Sanktionen weiter behandeln kann.
    Jedem von uns dürfte der Unterschied der Rezepte an Monatsbeginn und -ende ins Auge gefallen sein.
    Ohne der Ärzteschaft einen Generalablass zugeben wäre eine grundlegende Neuordnung des Gesundheitssystems in Deutschland von Nöten.
    Der jetzige Flickentepich welche durch Politische Inkompetenz und egoistische Macht-(Wiederwahlpolitik) angerichtet wird, lässt sich durch Strafandrohung an die falsche Adresse nicht beheben und ist letztlich nur Augenwischerei und kein brauchbarer Lösungsansatz. Letzlich werden wir als (chronische) Patienten die Rechnung für das alles bezahlen müssen und sei es nur , das der einzige Facharzt in der Gegend am 16. des Monats seine Praxis schließt weil im die Finanziellen Mittel ausgegangen sind und er erst am nächsten 1. wieder Gelder bewilligt bekommt oder ab 16 kein Humiera mehr verschrieben wird, oder oder oder . Sollange Privatpatienten nötig sind um eine besser Mitversorgung der "Gewöhnlichen" zu gewährleisten , wäre das durch Gesundheitsminister Daniel Bahr angestrebte Verfahren eher Kontraproduktiv und der falsche Weg für das Wohl des Patienten.

    Das Wohl der FDP dürfte dadurch jedoch gesichert sein, passt doch das Ganze zu dem Roten Faden welcher sich durch die Gesundheitspolitik letzten 20jahre (für die Westdeutschen auch länger) zieht: "Die anderen sind Schuld und wenn wir schnell genug ein Bauernopfer finden müssen wir um die Wählerstimmen nicht fürchten, noch Pflasterchen aufs System und es rollt noch ein Legislaturperiode.
    Wann wachen die Damen und Herren in Nadelstreifen mal auf und machen Politik statt 4jahre langen Wahlkampf, bis das Spiel von vorn beginnt.
    In dieser Hinsicht können wir alle Politiker , egal welcher Coleur in einen Sack stecken und mit einem Knüppel draufhauen , wir treffen immer einen Schuldigen.
    Ärzte und Patienten tragen hier Wohl die wenigste schuld, bestenfalls als desorientierter und ewig betrogener Wähler.

    Erzesel