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Hilfe was soll ich tun??? Heilpraktiker vs. Schulmedizin

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von redstarlight, 11. November 2008.

  1. redstarlight

    redstarlight Neues Mitglied

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    Da hier ja sehr viele Erfahrene Leute angemeldet sind, würde ich Euch gerne mal um Rat fragen, weil ich wirklich nicht mehr weiß wie ich mich entscheiden soll..

    Ich fange mal von vorne an, vor gut einem halben Jahr fingen bei mir die Schmerzen in den Finger- und Handgelenken, sowie in den Ellenbögen an. Nach einigem unsichern Warten, lauferei von einem Arzt zum andern bin ich schließlich bei einem Rheumatologen gelandet der bei mir rheumatoide Arthritis festgestellt hat und eine Basistherapie mit 10mg MTX pro Woche, einen Tag später 5mg Folsäure und pro Tag 5mg Cortison angefangen hat.

    Dann dachte ich mir - bin ja noch jung, kann nicht ewig Medikamente nehmen, da muss man doch irgendwas machen können... Also kam ich über meine Mutter zu einer Heilpraktikerin die (angeblich) einen Pilzbefall bei mir festgestellt hat (dieser könnte an den Schmerzen Schuld sein). Sie behandelt nun diesen Pilz und jetzt wird bei mir zusätzlich 1x pro woche eine Eigenbluttherapie für das Rheuma gemacht (die Medikamente vom Rhaumadoc nehme ich unverändert weiter).
    Heute morgen war ich dann bei meinem Hausarzt um das mit dem Pilz überprüfen zu lassen (die Heilpraktikerin hat diesen in einem 5Min Schnelltest festgestellt, das kam mir komisch vor). Mein Hausarzt meinte nun das ist Schwachsinn, so einen Pilz kann man nicht in 5 Min feststellen, das würde Tage und Wochen dauern. Rheuma könne sie auch nicht heilen, das wäre alles nur Geldmacherei, ich soll mir nicht das Geld aus den Fingern saugen lassen. Er hält davon also überhaupt nichts.

    Jetzt weiß ich überhaupt nichts mehr... wirkt diese Eigenbluttherapie überhaupt??? (Ich konnte nach 8 Wochen jedenfalls noch keine Besserung feststellen), hat jemand Erfahrung damit???
    Soll ich lieber der Schulmedizin vertrauen???
    Bin da halt noch ziemlich unerfahren und würde gern ein paar Meinungen dazu hören...
     
  2. Tennismieze

    Tennismieze Neues Mitglied

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    @redstar
    die Entscheidung, welcher regulären Medizin oder Alternativmedizin Du den Vorrang einräumst, mußt Du schon selber fällen. Jedenfalls sollte Dir klar sein, daß gerade auf dem Rheuma-Sektor viele falsche Fuffziger unterwegs sind, die Dir das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Ob Deine Heilpraktikerin dazu gehört, kann keiner von ferne beurteilen. Das Risiko, in absehbarer Zeit mit zerstörten Gelenken dazusitzen, trägst allein Du.

    Wenn Dir wegen dieser Pilzgeschichte schon Zweifel kommen, recherchier doch mal via Google nach diesem Pilz. Wenn es eine reelle Sache ist, findest Du auch renommierte Medizinseiten im Web. Ist es eine kommerzielle Geschichte stolperst Du hauptsächlich über Geldschneider.

    Über MTX und Cortison wirst Du hier und anderswo jede Menge Information finden und auch Leute, die diese Medikamente schon verwendet haben. Ich selbst habe in meiner Rheuma-Anfangszeit auch 1 Jahr lang MTX genommen. Mir hat es damals zu 3 Jahren Remission verholfen. Cortison wird zwar immer wieder verschrien, gegen die Wirkung an sich wird meist nichts gesagt, weil Corti eben das Medikament gegen Entzündungen ist, die wiederum für die Gelenkschäden verantwortlich sind.

    Jedenfalls solltest Du Dich damit anfreunden, daß Dich die rheumatoide Arthritis Dein ganzes Leben begleiten wird. Nur hängt es halt von Deinen Entscheidungen ab, ob und wie lange Du im Rollstuhl sitzen wirst und wie schnell Du vielleicht künstliche Gelenke benötigst.
     
  3. Judith

    Judith Mitglied

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    Schulmedizin

    Hallo,

    ich finde, die Schulmediziner haben keine anderen Ideen, als eben Medikamente zu verschreiben und lehnen oft genug alles andere ab. Das haben sie ja im Studium gelernt. Ich habe mich über zweieinhalb Jahre beim Heilpraktiker behandeln lassen und es hat sehr gut angeschlagen. Sollte ich nochmal vor der Entscheidung stehen, sprich, die frische Diagnose haben, dann würde ich es immer zuerst mit Alternativen Heilmethoden versuchen. Hardcore-Medikamente kann man dann noch immer einsetzen, wenn das nicht hilft. Horch mal in dich rein, was dir eher entspricht. Allerdings ist es schon wichtig, jemanden zu finden, der sein Fach wirklich gut versteht und bei dem es eben keine Geldmacherei ist (natürlich gibt es solche...). Außerdem muß man bereit sein, sein Leben umzustellen (z. B. die Ernährung) und konsequent zu sein.

    Alles Gute für dich
    Judith
     
  4. JH-RA

    JH-RA Jeanne

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    Hallo redstarlight,

    du schreibst, dass du noch so jung bist und ich finde es traurig, wenn man sich in jungen Jahren schon mit der Schwere einer solch schmerzhaften Krankheit auseinander zusetzen hat - dafür hast du mein Mitgefühl!

    Nichtsdestotrotz, hört sich deine Therapie (10 mg MTX, 5 mg Cortison) sehr vernünftig an und wenn die Schmerzen erst vor einem halben Jahr begonnen haben, so hast du die rheumatoide Arthristis schon in einem recht frühen Stadium feststellen lassen, was widerum positiv ist im Bezug auf Remission und Gelenksveränderungen (die dir dadurch möglicherweise erspart bleiben).

    Ich würde nicht riskieren einzig einer Heilpraktikerin zu vertrauen. Wenn es keine erheblichen Mehrkosten darstellt, z. B. weil ihr eine private Zusatzversicherung habt - die diese Leistungen abdecken, kann es ja erst einmal nicht groß schaden zusätzlich eine Heilpraktikerin aufzusuchen.

    Aber eine liebe Bekannte von mir, die selbst Heilpraktikerin ist, sagte mir, dass sie mir (mit der RA) immer auch den Gang zum Schulmediziner empfehlen würde!

    Liebe Grüße

    Jeanne
     
  5. sabsi

    sabsi Neues Mitglied

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    Hallo

    Tja,was soll man dazu sagen?Im Prinzip musst du selbst entscheiden,Risiken bergen beide Seiten.Wenn du allerdings das Gefühl hast bei deiner HP nicht in guten Händen zu sein,dann würde ich mir eine andere suchen.Die "Schulmedizin" würde ich trotzdem nicht links liegen lassen.Schau mal hier (hoffe es klappt) http://www.rheuma-online.de/phorum/search.php?searchid=1740665 da gibt es unter anderen auch was zur Eigenbluttherapie zu lesen.
     
  6. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo,

    grundsätzlich bin ich gegenüber alternativen Therapien offen und nutze sie auch regelmäßig, aber was Du schreibst, klingt für mich sehr heftig nach Scharlatanerie. Dein Hausarzt hat vollkommen Recht: Rheumatoide Arthritis ist nicht heilbar, man kann mit geeigneten Therapien aber in eine Remission kommen, d.h. die Erkrankung ruht.

    Pilzbefall ist übrigens einer der Lieblingsbefunde von Heilpraktikern. Ich wette mit Dir, dass bei jedem anderen, der diese Heilpraktikerin aufsucht, ebenfalls Pilzbefall "diagnostiziert" wird.

    Ich fürchte, Ihr werft das Geld zum Fenster raus.

    Liebe Grüße
    Angie
     
  7. Savolo

    Savolo Neues Mitglied

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    hallo redstarlight,
    ich bin prinzipiell ansolut kein gegner von heilpraktikern (bin selbst eine, mache aber ausschließlich klassische homöopathie; manche naturheilkundliche verfahren sind bessere schulmedizin mit sanften methoden), aber der eigenbluttherapie stehe ich eher skeptisch gegenüber. gerade auch in deinem fall. das eigenblut, das dir gespritzt wird, enthält ja wohl auch MTX, da du das ja schluckst und ob das wirklich so das gelbe vom ei ist... an welchem wochentag nimmst du denn das MTX, wann kriegst du die eigenbluttherapie? und kriegst du einfach dein blut unverändert gesptitzt oder wird das noch verändert, z.b. durch zusätze?
    außerdem, um dir die eigenbluttherapie schmackhaft zu machen, hätte es gar keiner (angeblichen) pilzdiagnose bedurft, erkrankungen des rheumatischen formenkreises gehören ohnehin schon zu den bevorzugten indikationen für eine eigenbluttherapie.
    diese methode soll den (angeblichen) pilzbefall genauso wegdrücken wie das MTX das rheuma. aber hier werden nur teile der komplexen krankheit rheuma erkannt und somit behandelt. warum gilt rheuma als schulmedizinisch nicht heilbar? das liegt z.t. sicher daran, dass rheuma von den meisten rheumatologen nur als körperliche krankheit angesehen und dementsprechend behandelt wird (mit medis).
    ich rate dir daher, die wohl eher nutzlose eigenbluttherapie aufzugeben und dir stattdessen einen guten klassischen homöopathen zu suchen (kann arzt oder heilpraktiker sein), der dich nicht nur als eine art kaputtes auto betrachtet ("mit etwas schmiermittel läuft's wieder rund" [bis zum nächsten kolbenfresser]), sondern auch dein seelenleben mit im blick hat. ob du dann das MTX weiternimmst oder damit aufhörst, kannst du dann entscheiden!
    lg, sabine
     
  8. grummelzack

    grummelzack Barbara

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    Ein fehlgeleitetes, überschießendes Immunsystem ist in der Regel veranrwortlich für entzündete Gelenke.
    Und jetzt , redstarlight, frage ich dich, wie ein genetisch fehlgesteuertes Immunsystem durch Eigenblut in die richtige Bahn gelenkt werden kann?

    Gendefekt bleibt Gendefekt und ist auch durch Eigenblut nicht heilbar.
    Quelle:
    Melchers, I.1; Cattaruzza, M.
    Zeitschrift für Rheumatologie, Volume 66, Number 4, July 2007 , pp. 326-327(2)
    Springer Verlag

    Ich bin immer wieder platt mit welchen Therapieansätzen so manche Heilpraktiker einen Patienten überzeugen wollen.

    mfg
    Barbara
     
    #8 11. November 2008
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2008
  9. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Barbara,

    Das ist nicht ganz korrekt, da die Rheumatoide Arthritis nicht zu den Erbkrankheiten gehört. Ohne "genetisch" stimmt es aber. Es wird bei der RA lediglich eine Disposition vererbt. Es existiert aber kein bestimmtes Gen, das für RA verantwortlich wäre - anders als z.B. bei MB, bei dem das Gen HLA B 27 eine große Rolle spielt. ;)

    Liebe Grüße
    Angie
     
  10. redstarlight

    redstarlight Neues Mitglied

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    Danke schonmal für Eure lieben Antworten, es ist immer hilfreich verschiedene Meinungen zu hören! Das macht mir meine Entscheidung (wie auch immer sie jetzt ausfallen wird) bestimmt leichter...

    Zu der o.g. Frage...Ich nehme Di das MTX, die Sitzungen bei der Heilpraktikerin habe ich meistens Mi oder Do morgens. Die ersten 2x bekam ich es unverändert, und jetzt vermischt mit Teufelskralle.
     
  11. paloma

    paloma Neues Mitglied

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    Hallo redstarlight [​IMG]

    Hier meine Erfahrung: ich bin auch jung, und vor langer Zeit konnte die Schulmedizin bei mir keine Diagnose feststellen. Viele ärtze haben mir gesagt, dass sie nicht wissen, was ich habe. Ich ging dann, zu einer Heilpraktikerin in Durlach (Karlsruhe). In 2 Untersuchungen (ungefähr in 4 Stunden) hat sie festgestellt, dass ich Allergie zu Milch hatte und dass meine Schmerzen und Fieber aufgrund Psyschologische Probleme aufgetauch wurden. Ich habe 300 euro bezahlt für die Untersuchungen und mehr als 100 für Tropfen und Tabletten,die sie mich verschrieben hat. Ich sollte auch gar keine Milch Produkte nehmen. Drei Monate später bin im Krankenhaus gelandet, nach eine Woche lang 39º Fieber und ohne laufen zu können. Die ärtze haben gasagt, dass ich viel zu schlank war, dass ich in einem sehr reduzierten Ernährungzustand war. 5 Tage später hatte ich eine Diagnose: eine Vaskulitis. Wenn ich jetzt denke an wie viel Quatsch sie mir erzählt hat... Wenn ich noch ein bisschen gewartet hätte, würde ich nicht hier sein, also,mir ist es klar, wer mein leben geretet hat und wer mir geholfen hat. Ich sage nicht, dass alle so sind, aber mindestens muss man nicht einfach an alles glauben, vor allem mit solchen Erkränkungen, wo sie sooo viel ausnutzen können.
    Viel Glück.
     
  12. koschka

    koschka Neues Mitglied

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    Hallo, selbst wenn man davon ausgeht, dass Pilze irgendwelche Schmerzen (normalerweise ist da eher von Blähungen und Verdauungsproblemen die Rede) verursachen können, Entzündungen und typische Blutwerte für Rheuma können sie sicherlich nicht hervorrufen und da ich jetzt davon ausgehe, dass die Diagnose RA bei dir durch typische Blutwerte usw. festgestellt wurde, will ich behaupten, dass du die Pilze (falls du welche hast, denn zur Fesstellung solcher Pilze muss man eine Stuhlprobe ins Labor einsenden) zumindest was Rheuma angeht vergessen kannst.
     
  13. Savolo

    Savolo Neues Mitglied

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    hallo angie,
    du hast natürlich völlig recht, dass RA keine erbkrankheit ist. dasselbe gilt aber auch für MB. HLA B27 ist ein antigen, kein gen!! wieso ist sonst seine feststellung in fast jedem labor möglich?
    lg, sabine
     
  14. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Redstarlight,

    seit meinem 8. Lebensjahr habe ich Psoriasis. In der Kindheit und Jugend hatte ich sie permanent, im Erwachsenenalter nur noch in einzelnen Schüben. Derzeit sehe ich mich diesbezüglich in einer Remission. "Geheilt" ist die Psoriasis aber ganz sicher nicht, und sie kann jederzeit erneut ausbrechen.

    Mein früherer Heilpraktiker sagte mir ganz klar, dass er bei einer Psoriasis nur begleitend tätig sein kann, d.h. zusätzlich zu schulmedizinischen Therapien. Genauso ist es bei der RA. Du kannst ernährungstechnisch etwas tun, um den Entzündungen entgegen zu steuern, Du kannst gezielt Sport treiben, um die Symptome über die Dauer zu lindern, und Du kannst Dich um Deine Psyche kümmern (Stressvermeidung!) - wer Dir aber erzählt, irgendwelche Pilze seien die Ursache einer diagnostizierten RA, der erzählt schlicht und einfach peinlichen Blödsinn.

    Ich kann Dir nur empfehlen (falls Du weiterhin an alternativen Therapieansätzen interessiert bist), Dich an eine fähige Person zu wenden. Dort, wo Du jetzt bist, bist Du ganz sicher falsch.

    Liebe Grüße
    Angie
     
  15. visepa

    visepa Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich schliess mich mal an was die Pilzgeschichte betrifft, würde mir auch noch mal konkret sagen lassen, welcher Pilz das denn bitte sein soll und dann selber recherchieren.

    Ob nun die Eigenblutsache unbedingt rausgeschmissenes Geld ist, da bin ich mir wiederum nicht so sicher. mein hausarzt, dem ichs ehr vertraue,. macht die auch oft bei angeschlagenem Immunsystem und eine Stärkung desselben kann wohl jeder mit RA gut gebrauchen...

    Generell on nun alternativ oder Schulmedizin...schwieirge Frage, steh grad selbst davor. Bei mir Diagnose noch arg frisch bzw noch kurz vor Bestätigung und als ich mich vor 4 W. vor Schmerzen wand, nahm ich freiwilligst Kortison und nehm es noch derzeit, weil ich einfach den Alltag als berufstätige Alleinerziehende überstehen muss. Generell würde ich aber alternative Methoden bevorzugen, habs in der eigenen Familie erlebt, das so was wirken kann, aber das dauert machmal ein wenig länger...

    Viel Glück!!!!
     
  16. grummelzack

    grummelzack Barbara

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    hallo visepa

    Basismedikamente fahren ein überschießendes Immunsystem auf ein gesundes Maß herunter. Eine Stärkung ist in diesen Fällen eher unangebracht und wirkt Immunregulierenden Medikamenten entgegen.

    Barbara
     
  17. visepa

    visepa Neues Mitglied

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    Hi Barbara,

    ich meinte das Ganze eher auf eine erhöhte Infektanfälligkeit bezogen, von der ich Zusammenhang mit einigen Medis schon gelesen habe oder lieg ich da komplett falsch?

    Grüße
     
  18. ErikaSt

    ErikaSt ErikaSt

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    Hallo Redstarlight,
    ich wäre auch sehr vorsichtig bei Deiner Heilpraktikerin. Denn wenn Du eine sicher diagnostizierte RA hast, ist es ungeheuer wichtig, so früh wie möglich den Entzündungen Einhalt zu gebieten. Was durch Cortison geschieht, welches sofort die Entzündungen eindämmt. Was aber auch langfristig durch ein Basismedikament geschieht, welches dafür sorgt, dass die Entzündung eingedämmt bleibt, nicht wieder aufflammt oder im Idealfall sogar zum Stillstand gebracht wird. Mit MTX hast Du eine sehr gute, auch bereits lange erprobte Basismedikation erhalten. MTX ist ein Medi, welches aufgrund seiner langjährigen Praxis sehr gut erforscht ist. Es verursacht auch verhältnismäßig wenig Nebenwirkungen. Es gibt auch noch weitere Basismedis, über die Du hier auch sehr viele Infos finden kannst. Wichtig ist bei jeder ernsten, chronischen Erkrankung, mit dem Medi zu beginnen, welches am besten und längsten erforscht wurde. Denn die RA ist eine fiese Erkrankung, die Dich leider Dein Leben lang begleiten wird. Somit sind sowohl Du als auch jeder Dich behandelnde, verantwortungsbewusste Arzt daran interessiert, mit den verhältnismäßig „harmlosen“ Medis zu beginnen. Denn leider wirken nicht alle Medis bei jedem Patienten gleich. So ist es nicht ungewöhnlich, dass man erst einmal mehrere probieren muss, bevor dann eines gefunden wird, welches auch gut wirkt. Es kann auch durchaus vorkommen, dass ein Medi gut wirkte, aber aufgrund einer Zunahme der Krankheitsaktivität nicht mehr wirkt, oder nicht mehr so gut. Dann kann es sinnvoll sein, ein zweites Basismedi zusätzlich zu nehmen. Oder kurzfristig das Corti zu erhöhen. Oder en völlig anderes, neueres Medi zu nehmen.

    Zu dem Pilzbefall:
    Wie Koschka bereits schrieb, ist ein Pilzbefall i. d. R. nur durch eine Stuhl-Untersuchung erkennbar. Ich habe diese Untersuchung auch machen lassen, allerdings bei meinem Hausarzt. Weil ich wissen wollte, was ich noch selber zusätzlich machen kann. Hierfür wird die Stuhlprobe in ein Labor geschickt, welches viele unterschiedliche Untersuchungen macht. So kam bei mir z. B. heraus, dass ich nicht nur einen leichten Pilzbefall habe, sondern auch, dass meine Darmflora viel zu basisch ist. Was recht ungewöhnlich ist. Denn üblicherweise ist sie zu sauer. Die Labor-Untersuchung kostete ca. 5,00€. Das anschließende, sehr ausführliche Gespräch mit meinem HA, der mir auch Ernährungs-Empfehlungen gab, kostete ca. 50,00€. Also nicht sehr viel, bedenke ich, was ich alles erfuhr.

    Zur alternativen Behandlung:
    Es gibt einige sicherlich gute zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten. Auch dazu findest Du einiges hier im Forum. Wichtig ist aber immer, egal was Du zusätzlich machst, dass Deine Ärzte davon wissen, bestenfalls sich miteinander absprechen. Denn auch alternative Behandlungen sind nicht risikofrei.

    Einnahme-Tag MTX und Tag der Eigenblutbehandlung:
    Du schreibst, am Dienstag nimmst Du das MTX. Am darauf folgenden Tag dann die Folsäure.
    Aber ebenfalls bereits am darauf folgenden Tag bekommst Du die Eigenblutbehandlung! Das ist, m. E. nach eindeutig zu früh! Denn Dein Körper muss ja erst einmal die wöchentliche MTX-Einnahme verkraften. Dann bereits am darauff olgenden Tag wieder eine stressvolle Behandlung – lieber nicht. Denn jede Behandlung ist Stress für Deinen Körper. Du solltest ihm mindestens 2 Tage Ruhe gönnen, bevor Du ihn erneut belastest. Denn nicht nur negativer Stress kann für spürbares sich-schlechter-fühlen sorgen, auch positiver Stress. Dein Körper leistet eh schon Schwerstarbeit mit der RA, gönne ihm etwas Ruhe und gib ihm die Möglichkeit, sich etwas zu erholen, bevor Du ihm weitere, gut gemeinte Unterstützung gibst.

    Überschießendes Immunsystem:
    Wie bereits geschrieben, ist die Ursache für RA, sowie für jede andere rheumatische Erkrankung auch, unser überschießendes Immunsystem. Weswegen mittels Medikamenten unser Immunsystem heruntergefahren wird, sprich es wird geschwächt.
    Aus dem Grund ist es kontraproduktiv, das Immunsystem zu stärken! Denn es ist bereits zu stark! Würde es noch mehr gestärkt, würde dadurch auch die RA gestärkt. Was im krassen Widerspruch steht zum eigentlichen Ziel von z. B. MTX, welches ja das Immunsystem schwächen soll. Deshalb: Hände weg von Stärkungsmittelchen wie Echinacea, Zink o. ä. Bitte vorher grundsätzlich den Arzt fragen. Denn was vor unserer rheumatischen Erkrankung richtig war, ist nun falsch!

    Ich hoffe, ich konnte einiges vertiefend erklären. Ansonsten: Fragen, fragen und noch mal fragen. Hier im Forum, aber auch die Dich behandelnden Ärzte. Schreibe Dir einmal alles auf, auch wie Du Dich fühlst, wann es Dir besser geht, wann schlechter. So lernst Du Deinen Körper nicht nur besser kennen, sondern wirst auch vertrauter und sicherer im Umgang mit Deiner Erkrankung.

    Ich wünsche Dir alles Gute, vor allem schnelle Besserung
    Liebe Grüße
    Erika
     
  19. grummelzack

    grummelzack Barbara

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    hallo redstarlight

    colana hat einige sehr wertvolle Tips zusammenmgestellt für leute die sich noch nicht sehr gut mit ihrem Handycap auskennen. Vielleicht schaust du mal rein

    http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=35231

    und zur Teufelskralle ist noch anzumerken, daß auch pflanzliche, alternative Heilmethoden in Wechselwirkung zu MTX stehen und diese gilt es zu beachten. Gerade ein MTX Patient mus ein sehr sorgfältiges Auge auf die Wechselwirkungen haben



    @ ErikaSt
    Danke für deine vertieften Infos über das Immunsystem

    @visepa
    dann versuch doch bitte auch das zum Ausdruck zu bringen was gemeint ist, nur so lassen sich Mißverständnisse weitesgehend ausräumen.

    Ich wünsch euch allen einen angenehmen Abend
    lg
    Barbara
     
    #19 12. November 2008
    Zuletzt bearbeitet: 12. November 2008
  20. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Barbara,

    visepa hatte in ihrer Antwort u.a. eine Frage verpackt. Was sie meint, hat sie doch zum Ausdruck gebracht.

    Bekannt ist, dass v.a. TNF-alpha-Blocker das Immunsystem so sehr ausbremsen können, dass banale Infektionen gefährlich ausarten können. Ich spritze seit einigen Wochen Enbrel und habe ehrlich gesagt Angst, dass sich unter dieser Therapie meine seit 4,5 Jahren ausgestandene, vorher über 30 Jahre lang bestehende chronisch-eitrige Pansinusitis mit Bronchitis wieder etablieren könnte. Ich denke, das ist es, was visepa meint.

    Liebe Grüße
    Angie