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Heinz Erhard

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Samira, 19. November 2003.

  1. Samira

    Samira Neues Mitglied

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    Die Made_

    Hinter eines Baumes Rinde
    wohnt die Made mit dem Kinde.
    Sie ist Witwe, denn der Gatte,
    den sie hatte, fiel vom Blatte.
    Diente so auf diese Weise
    einer Ameise als Speise.
    Eines Morgens sprach die Made:
    "Liebes Kind, ich sehe grade,
    drüben gibt es frischen Kohl,
    den ich hol. So leb den wohl!
    Halt, noch eins! Denk, was geschah,
    geh nicht aus, denk an Papa!"
    Also sprach sie und entwich. -
    Made junior aber schlich
    hintendrein; und das War schlecht!
    Denn schon kam ein bunter Specht
    und verschlang die kleine fade
    Made ohne Gnade. Schade!
    Hinter eines Baumes Rinde
    ruft die Made nach dem Kinde.



    mein Lieblingsgedicht von Heinz Erhard

    Kunibert

    Es war einmal ein altes Schloss,
    und Kunibert, so hiess der Boss.
    Er hatte Maegde, er hatte Knechte,
    und eine Frau, das war das Schlechte.


    Ihr Mund war breit, ihr Hals war lang,
    und es klang scheusslich, wenn se sang!
    Drum zielte er mit Korn und Kimme,
    und Wut auf sie, das war das Schlimme.


    Es machte bumm, natuerlich lauter,
    da viel se um, zum Himmel schaut er,
    und spricht, das Auge voll Gewaesser:
    Vielleicht singt se da oben besser!
     
  2. Neli

    Neli Optimistin

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    Heinz Erhardt

    Kinder

    Kinder haben es so leicht,
    haben keine Sorgen,
    denken nur, was mach ich jetzt,
    nicht, was mach ich morgen...

    Kinder haben es so schwer,
    dürfen niemals mäkeln
    und sich wie der Herr Papa
    auf dem Sofa räkeln...

    Kinder haben es so leicht,
    dürfen immer spielen,
    essen, wenn sie hungrig sind,
    weinen, wenn sie fielen...

    Kinder haben es so schwer,
    müssen so viel lernen und,
    wenn was im Fernsehn kommt,
    sich sofort entfernen...

    Kinder haben es so leicht,
    naschen aus der Tüte,
    glauben an den lieben Gott
    und an dessen Güte...

    Kinder haben es so schwer,
    müssen Händchen geben —
    und auf dieser blöden Welt
    noch so lange leben...
     

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  3. Samira

    Samira Neues Mitglied

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    Urlaub im Urwald

    Ich geh' im Urwald für mich hin ...
    Wie schön, daß ich im Urwald bin:
    man kann hier noch so lange wandern,
    ein Urbaum steht neben dem andern.
    Und an den Bäumen, Blatt für Blatt,
    hängt Urlaub. Schön, daß man ihn hat!

    Der Wurm

    Am Fuß von einem Aussichtsturm
    saß ganz erstarrt ein langer Wurm.
    Doch plätzlich kommt die Sonn, herfür
    erwärmt den Turm und auch das Tier.
    Da füngt der Wurm an sich zu regen.
    Und heißt jetzt Regenwurm deswegen.
     
  4. Samira

    Samira Neues Mitglied

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    Das Lama

    In dem Land des weisen Brahma
    lebte jahrelang ein Lama,
    dem es niemals wollte glucken,
    weit im Bogen auszuspucken.

    Schrecklich litt es seelisch wegen
    diesem seinem Unvermögen;
    und die Tränen warn ihm nah,
    wenn es andre spucken sah.

    Heimlich übte es im Sitzen
    oder Stehn, den Mund zu spitzen,
    um dann zielgerecht durch dessen
    Spalt den Strahl hinauszupressen;
    doch selbst in bequemster Lage
    förderte es nichts zutage.

    Und - so endet dieses Drama -
    schließlich mußte unser Lama
    vor den Thron des Brahma traben,
    ohne je gespuckt zu haben.
     
  5. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    Heinz Erhardt

    Hallo an alle,

    ich liebe die Gedichte von Heinz Erhardt...am besten von ihm selbst vorgetragen. Ich habe wohl jeden Film mit ihm gesehen, manche mehrfach. Ich kann mich darüber köstlich amüsieren, die Mimik...einfach nur klasse :p


    Die polyglotte Katze

    Die Katze sitzt vorm Mauseloch,
    in das die Maus vor kurzem kroch,
    und denkt: "Da wart nicht lang ich,
    die Maus, die fang ich!"

    Die Maus jedoch spricht in dem Bau:
    "Ich bin zwar klein, doch bin ich schlau!
    Ich rühr mich nicht von hinnen,
    ich bleibe drinnen!"

    Da plötzlich hört sie - statt "miau" -
    ein laut vernehmliches "wau-wau"
    und lacht: "Die arme Katze,
    der Hund, der hatse!
    Jetzt muß sie aber schleunigst flitzen,
    anstatt vor meinem Loch zu sitzen!"

    Doch leider - nun, man ahnt's bereits -
    war das ein Irrtum ihrerseits,
    denn als die Maus vors Loch hintritt -
    es war nur ein ganz kleiner Schritt -
    wird sie durch Katzenpfotenkraft
    hinweggerafft! - - -

    Danach wäscht sich die Katz die Pfote
    und spricht mit der ihr eignen Note:
    "Wie nützlich ist es dann und wann,
    wenn man 'ne fremde Sprache kann ...!"


    ------------------------------------------------------

    Der Kabeljau

    Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
    im Wasser schwimmt ein Kabeljau.
    Da kömmt ein Hai von ungefähr,
    ich glaub' von links, ich weiß nicht mehr,
    verschluckt den Fisch mit Haut und Haar,
    das ist zwar traurig, aber wahr. ---
    Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
    im Wasser schwimmt kein Kabeljau.




    köstlich...einfach nur köstlich...
    :D :D :D
    Sabinerin
     
  6. Samira

    Samira Neues Mitglied

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    Hallo Sabinerin

    mir geht es genauso, ich hab zwar im Bekanntekreis jemand der ihn hervorragend nachahmen kann, aber er selber ist einfach nicht zu übertreffen




    Der Stier

    Ein jeder Stier hat oben vorn
    auf jeder Seite je ein Horn;
    doch ist es ihm nicht zuzumuten,
    auf so 'nem Horn auch noch zu tuten.
    Nicht drum, weil er nicht tuten kann,
    nein, er kommt mit dem Maul nicht 'ran!


    Drei Bären

    Ein Brombär, froh und heiter, schlich
    durch den Wald. Da traf es sich,
    daß er ganz unerwartet, wie's
    so kommt, auf einen Himbär stieß.

    Der Himbär rief - vor Schrecken rot - :
    "Der arme Stachelbär ist tot!
    Am eignen Stachel starb er eben!"
    "Ja", sprach der Brombär, "Das soll's geben!"
    und tottete - nun nicht mehr heiter -
    weiter ...

    Doch als den "Toten" er nach Stunden
    gesund und munter vorgefunden,
    kann man wohl zweifelsohne meinen:
    Hier hat der andre Bär dem einen
    'nen Bären aufgebunden!
     
  7. Neli

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    Passend zur Jahreszeit!

    Der Mathematiker

    Es war sehr kalt, der Winter dreute;
    da trat und außerdem war's glatt,
    Professor Wurzel aus dem Hause,
    weil er 'was einzukaufen hat.

    Kaum tat er seine ersten Schritte,
    als ihn das Gleichgewicht verließ.
    Er rutschte aus und fiel
    und brach sich die Beine und noch das und dies.

    Jetzt liegt er nun völlig gebrochen
    im Krankenhaus in Gips und spricht:
    Ich rechnete schon oft mit Brüchen,
    mit solchen Brüchen aber nicht!

    Heinz Erhardt
     

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  8. Samira

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    und noch eins

    Spätzlein

    Es war einmal ein grauer Spatz,
    der saß ganz oben auf dem Dache,
    und unten hielt die Miezekatz
    schon seit geraumer Weile Wache.
    Da sagte sich das Spätzlein keck:
    "Mich kann das Biest nich überlisten!"
    Bums, kam ein Habicht um die Eck
    und holte sich den Optimisten. -
    So kann es allen denen gehn,
    die glauben, nur sie wärn die Schlauen.
    Man darf nich nur nach unten sehn,
    man muß auch mal nach oben schauen
     

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  9. Neli

    Neli Optimistin

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    Noch ein Gedicht

    Rechtschreibung

    Define schwimmen schnell und leis
    (man schreibt sie mit "ph" ich weiß
    doch schreibt man ja auch Tele"f"on,
    und das bereits seit langem schon)-
    sie schwimmen (wie gesagt mit "f")-
    sie schwimmen - vorn ihr alter Scheff
    (wir schreiben schließlich auch "Shofför")-
    sie schwimmen also durch das Meer.

    Was heißt durchs "Meer"? - Sogar durch "Meere"!
    Und manche altgediente Mähre,
    wie überhaupt so manches Ferd
    (mit "V" wär es total verkehrt)
    glaubt, es sei wie ein Delphien!
    (Das zweite "e" ist schlecht für ihn.)

    Orthogravieh - das sieht man hier-
    ist nicht ganz leicht für Mensch und Tier!
     

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  10. Neli

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    Der Schauspieler

    Er sprach zu der Theaterleitung,
    nachdem er dreimal ausgespuckt:
    "Mein Name steht in dieser Zeitung
    nie eingerahmt, nie fettgedruckt!

    Dabei spiel ich die längsten Rollen,
    mal bin ich heldisch, mal geduckt,
    ich probe auch, solang Sie wollen,
    doch niemals bin ich fettgedruckt!"

    Ganz ohne Probe selbstverständlich
    starb gestern er, hat kaum gezuckt …
    Heut steht er in der Zeitung
    endlich schön eingerahmt und fettgedruckt!
     

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  11. merre

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    Ja der merre hat ne 3-er CD von olle Heinz....kann man immer wieder reinhören. Einfach gut!

    Der Fischer
    (Frei nach Johann Sebastian Goethe)

    Das Meer ist angefüllt mit Wasser
    und unten ist's besonders tief,
    am Strande dieses Meeres saß er,
    d.h. er lag, weil er ja schlief.
    Und nun nochmal: Am Meere saß er,
    d.h. er lag, weil er ja schlief,
    und in dem Meer war sehr viel Wasser
    und unten war's besonders tief.

    Da plötzlich teilen sich die Fluten,
    und eine Jungfrau kam herfür,
    auf einer Flöte tat sie tuten,
    das war kein schöner Zug von ihr.
    Dem Fischer ging ihr Lied zu Herzen,
    obwohl sie falsche Töne pfoff - - -
    man sah ihn in das Wasser sterzen,
    dann ging er unter und ersoff.
     

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  12. merre

    merre Aktives Mitglied

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    anderes Gereimtes

    ja mal aus Sicht der chronisch Kranken:
     

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  13. Neli

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    ...

    Die Nacht bedeckt die Dächer,
    Und in dem Aschenbecher
    Verglimmt die Zigarette.

    Es ruh'n fast alle Räder,
    Der Tag verging wie jeder
    Als Glied in einer Kette.

    Wir hören Eulen singen
    Und sehnen uns nach Dingen
    Die man so gerne hätte.

    Heinz Erhardt
     

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  14. Neli

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    Wochenende

    Sonntagsruhe
    Langes Wochenende

    Nicht alle, aber viele streben
    danach, nach Gottes Wort zu leben.

    Man geht zur Kirche, liest die Bibel
    und weiß dadurch, was gut, was übel,
    und ist bestrebt von ganzem Herzen,
    die Sünde restlos auszumerzen.

    Doch ein Gebot, trotz Buß und Beten,
    hat man schon öfter übertreten,
    und dies Gebot, das man verletzt,
    heißt so - von Luther übersetzt - :

    „Sechs Tage lang sollst du was tun,
    am siebten aber sollst du ruhn!“,
    doch nie und nirgends wird gesprochen
    von unseren Fünf-Tage-Wochen!-

    Ob dadurch nun, mein lieber Christ,
    das lange Weekend Sünde ist?

    Heinz Erhard
     
  15. Neli

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    noch ein Gedicht

    Wie sie alle rennen und rasen,
    Als ob es ihr Leben gilt,
    Durch den Wald der Häuser und Straßen
    Wie von Hunden gehetztes Wild.

    Noch schneller, noch schneller, noch schneller
    Dem eigenen Schall hinterher -
    Sie könnten's nicht ertragen,
    Wenn der andre noch schneller wär.

    Nicht so eilig, nur nicht so eilig,
    Wenn du dir Zeit läßt, hast du vom Leben mehr.
    Langsam, langsam, nur immer schön langsam,
    Bei zuviel Vollgas, da ist der Tank bald leer.

    Nicht so hastig, nein - nur nicht so hastig,
    Denn daß man Zeit spart, das ist ein Selbstbetrug.
    Sachte, sachte, nur immer schön sachte,
    das bißchen Leben, das vergeht noch schnell genug.
     

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  16. Neli

    Neli Optimistin

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    noch ein Gedicht

    Sehnsucht

    Ich sehne mich nach einem Häuschen
    in Bayern oder an der Spree,
    ein Zimmer braucht es nur zu haben,
    dazu ein Bad und ein W.C.

    Im Zimmer würde ich notieren,
    was ich beim Baden grad gedichtet,
    und im W.C. würd' dann das Machwerk
    von mir gleich hinterrücks vernichtet.
     

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  17. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    auf dem Land
    Zwei Blumen gingen durch das Korn,

    sie gingen alle beide vorn -

    Denn hinten wollte keiner sein,

    nein, hinten war die Luft nicht rein!
     

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  18. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    Ort:
    auf dem Land
    An die Bienen
    Bienen! Immen! Sumseriche!
    Wer sich je mit euch vergliche,
    der verdient, daß man ihn töte!
    Daß zumindest er erröte!
    Denn, wie ihr in Tal und Berg schafft
    ohne Zutun der Gewerkschaft,
    ohne daß man euch bezahle,
    ohne Streik und Lohnspirale,
    täglich, stündlich darauf bedacht,
    daß ihr für uns Honig macht,
    ihr seid's wert, daß man euch ehre!
    Wobei vorzuschlagen wäre -
    ob nun alt ihr, ob Novizen -
    euch von heute ab zu siezen!
    Unser Dank, unser Applaus
    säh in etwa dann so aus:
    "Sehr geehrte Honigbienen!
    Wir Verbraucher danken Ihnen!"
     

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  19. SuMiKo

    SuMiKo die knackige

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    Ort:
    Ruhrpott
    kurz aber gut!!!

    Die nas, ob spitz ob platt
    zwei flügel, nasenflügel hatt,
    doch hält sie nicht viel vom fliegen,
    nee das laufen scheint ihr mehr zu liegen.



    Das leben kommt auf alle fälle aus einer zelle,
    doch manchmal endet`s auch bei strolchen in einer solchen.

    gruss sumi :cool:
     
  20. Neli

    Neli Optimistin

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    Das Unwetter

    Urahne, Großmutter, Mutter und Kind
    in dumpfer Stube versammelt sind. -

    's ist Mittwoch. Da hört man von ferne
    ein leises Grollen. Mond und Sterne
    verhüllen sich mit schwarzen, feuchten
    Wolkenschleiern. Blitze leuchten.

    Und es sind versammelt in dumpfer Stube
    Urahne, Großmutter, Mutter und Bube. -

    Das Gewitter kommt näher mit Donnerschlag -
    und noch fünf Minuten bis Donnerstag!

    Es heult der Sturm, es schwankt die Mauer,
    der Regen prasselt, die Milch wird sauer -,
    und in dumpfer Stube - man weiß das schon -
    sind Urahne, Großmutter, Mutter und Sohn.

    Ein furchtbarer Krach! Ein Blitz schlägt ein!
    Der Urahne hört was und sagt: "Herein!" -
    Die dumpfe Stube entflammt und verglimmt
    mit Urhammel, Großbutter, Butter und Zimt ...


    * Frei nach Ludwig Uhland, dem Erfinder der gleichnamigen Strasse.
     

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