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HAllo Bin neu hier

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von corinna19, 15. März 2004.

  1. corinna19

    corinna19 Guest

    Hallo ihr lieben wollte mich mal vorstehlen
    Mein name ist corinna 19

    Habe heuteerfahren das ich rheuma habe
    Da ich leider noch nicht so viel über diese krankheit weis würde ichmich freuen mehr von euch zu erfahren

    Also wen ihr lust habt dan schreib mir einfach


    Lg corinna
     
  2. laface

    laface Mitglied

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    hallo corinna,

    ich bin zwar schon 34 aber ich denke, dass ich dir trotzdem schreiben darf oder?? "kleiner joke"

    wurde es bei dir zweifelsfrei festgestellt?
    wenn ja, hast du mal den arzt gefragt um welche art rheuma es sich handelt?
    wirst du medikamentös eingestellt? es sind viele fragen ich weiß, doch jetzt solltest du dich erstmal in ruhe mit dieser diagnose "rheuma" anfreunden. dein leben ist damit nicht zuende. manche haben leichte verlaufsformen von rheuma, andere leider eher schwere. wichtig ist das du dir ganz schnell über eines klar wirst. deine psyche spielt eine sehr wichtige rolle. also denke positiv, dann wirst du sehen..... das leben geht weiter.

    gruß
    laface
     
  3. gisela

    gisela kleine Käsemaus

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    Hallo Corinna,
    oh je es ist immer erstmal ein Schock, wenn man solch eine Diagnose bekommt. Hier bei uns bist Du aber gut aufgehoben.

    Was für eine Art von Rheuma hast Du denn??? Wenn Du weiter nach oben schaust, kannst Du Dich auch bei "Krankheitsbilder" etwas schlau machen.

    Vielleicht ein bißchen zu mir. Ich bin schon etwas älter als Du (43 Jahre) und verheiratet. Bei mir wurde Anfang 1999 CP- ähnliche Psoriasisarthritits (Psoriasis = Schuppenflechte) diagnostiziert. Seitdem nehme ich MTX, Cortison, Ibuprofen usw... Mir geht es durch meine Medis eigentlich recht gut.

    Also keine bange, Du siehst man kann auch mit Rheuma gut leben. Wenn der erste Schock erstmal (durch uns) überwunden ist ( bist Du RO-süchtig) und die Medis gut wirken, schaut die Welt auch gleich wieder anderes aus.

    Liebe Grüße
    gisela
     
  4. Petra16

    Petra16 Neues Mitglied

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    hallo corinna!
    auch von mir ein herzliches willkommen!
    ich hab auch erst seit kurzen (naja 2 jahre eben) rheuma und bin 17.
    es stimmt wirklich- das leben geht auch mit rheuma weiter... wirst sehen... mein vorschreiber haben ja schon einiges dazu geschrieben!
    lg petra
     
  5. Brinki

    Brinki Neues Mitglied

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    :) Hallöchen

    Ein herzliches willkommen auch von mir, aber VORSICHT: RO MACHT SÜCHTIG!!!!!!!!
    Es tut mir leid, das Du so eine Diagnose bekommen hast, aber glaube mir , davon geht die Welt nicht unter.
    Aber jetzt erst mal zu mir: Ich bin 35 Lahre alt und komme ganz aus Deiner Nähe nämlich aus Langenberg bei Rheda Wiedenbrück. Ich habe seit 6 Jahre cP, aber man festgestellt das die Erkrankung imm Moment am " schlummern " ist. Zur Zeit ist mein Doc noch am Untersuchen ob ich Fibromyalgie oder Morbus Bechterew dazubekommen habe.
    Bis vor kurzen sahen meine Therapie so aus: 20mg Arava, 15mg Mobec, 5mg Cortison bei ganz heftigen Schmerzen 200mg Tramadolor und 1x wöchentl.10mg Lantarel. Das hört sich gewalltig an . aber dadurch hatte ich eine ganz gute Lebensquallität. Zur Zeit muß ich mich mal wieder in Gedult üben, was nicht gerade meine Stärke ist.
    Laß Dich nicht unterkriegen und habe Gedult mit Dir und der Wirkung der Medis, es wird schon werden
    Machs gut und alles liebe wünscht Dir
    Brinki :) :)
     
  6. corinna19

    corinna19 Guest

    Danke erstmal für die netten antworten
    War heute bei meiner hausärztin sie schickt mich zum rheumatollogen

    mal sehen was er so sagt.

    By schönen abend noch

    Corinna
     
  7. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Corinna,

    auch von mir ein herzliches Willkommen! Erzähl doch mal, was beim Rheumatologen herausgekommen ist.

    Liebe Grüße aus Österreich von
    Monsti
     
  8. Brinki

    Brinki Neues Mitglied

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    :) Hallo,
    vielen Dank für Deine E- Mail. Ich bin auch noch nicht lange hier und muß Dir deshalb auf diesem Wegw antworten. Mein Rheumatologe ist Dr. Scheibel in Paderborn. Ich fühle mich da ganz wohl. Er hört mir zu und zeigt sehr viel Verständnis.Der Doc hat bei mir auch verstgestellt, das meine cP am schlummern ist und wie gesagt ersucht jetzt noch nach meiner weiteren Diagnose. Die cP ist bei mir schon mit 12 Jahren das erste malaufgetretten. Aber innerhalb von 2 Jahren und jedermenge Medis ist sie zum Stillstand gekommen. Wenn ich jetzt so überlege begann dann alles wieder mit 20 aber diesmal sehr schleichend.Mal mehr oder weniger Schmerzen in den Gelenken, Rückenschmerzen, Müdigkeit usw. Während meinerb 1. Schwangerschaft ging es mir super. Danach kamen die Schmerzen wieder, aber ich habe gedacht ,da ich so eien Wonneproppen hatte läge es daran. Mit der Zeit verschlimmerten sich aber erstmal die Rückenschmerzen, die mit KG und Medus behandelt wurden. Dann wurde ich noch einmal Schwanger und die Schmerzen waren wieder wie weggeblasen. Ca.6 Monate nach der Entbindung und einer schweren Krankheit von meinen Mann ging dann gar nichts mehr. Ich konnte mich kaum noch bewegen, hatte wahnsinnige Schmerzen und geschwollene Gelenke. Damit begann eine fast 1-jährige Odysse von einem Arzt zum Andern, bis dann mein Hausarzt mich zu einem Rheumadoc überwies. Der hat obwohl ich keine Entzündungswerte im Blut hatte durch eine Szintigraphie die cP letztendlich festgestellt. Bis ich dann die für mich richtigen Medis hatte hat es aber fast noch 1 Jahr gedauert.
    Ich hoffe ich habe Dich jetzt nicht mit meiner langen Geschichte " erschlagen ". Eines habe ich aber über die ganzen Jahre gelernt, das man nie den Kopf in den Sand stecken darf, weil die Beschwerden dann noch schlimmer werden. Das schaffe ich natürlich nicht immer. Im Moment gelingt es mir auch nicht so gut, aber da muß ich mal wieder durch.
    Hast Du denn schon einen Rheumadoc? Wenn nicht kann ich Dir den Dr. Scheibel empfehlen, auch wenn das eine weite Fahrt ist ( von uns ca.1 Std. )
    Bis bald und alles Gute wünscht Dir
    Brinki
    :) :) na klar kannst DU zu mir DU sagen :) :)
     
  9. bocico

    bocico Neues Mitglied

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    Willkommen im Club

    Hallo Corinna,

    ich weiß, die Diagnose ist erst mal wie ein Schlag ins Gesicht. Es dauert lange, bis man die Krankheit akzeptiert. Ich selbst bin auch noch nicht ganz so weit.

    Wichtig ist jetzt erst mal, dass du von einem Rheumatologen gründlich untersucht wirst und du vielleicht eine Diagnose über die Art deines Rheumas bekommst. Auch wäre dann eine Basistherapie sinnvoll. Hier im RO kannst du dich umfangreich über das Thema Rheuma schlau machen.

    Ich selbst (47 J., weibl.) bin auch noch ein Rheuma-Neuling. Mitte Dez.2003 bekam ich urplötzlich höllische Schmerzen und dicke, heiße Gelenke im Knie und an den Händen. Nach 4 Wochen Behandlung beim Hausarzt ging ich dann zum internistischen Rheumatologen. Die Diagnose "seronegative (=negativer Rheumafaktor) chron. Polyarthritis (cP)" und meine erste Mtx-Spritze (Basistherapie) bekam ich dann Ende Februar. Zur Zeit geht es mir ganz gut. Ich weiss allerdings nicht, ob es schon vom Mtx kommt oder vom Cortison und den Schmerzmedis, die ich schon von Anfang an nehme. Ich hoffe, dass ich das Mtx auf Dauer gut vertrage.:( :(

    Lass mal was von dir hören, wie es dir so beim Rheuma-Doc ergangen ist.

    Mach's gut und eine schmerzfreie Zeit wünscht dir


    bocico
     
  10. Günter

    Günter Guest

    :confused:

    Hallo Corinna, ich kann mir vorstellen, dass eine derartige Diagnose in Deinem Alter einen Tiefschlag bedeutet. Ich möchte Dir aber den Rat geben und ich glaube, dass ich mit 57 Jahren einen Ratschlag erteilen darf, bevor Du irgendwelche Medikamente nimmst, vorher alle Möglichkeiten alternativer Behandlungsmethoden auszuschöpfen. Da es sich bei rheumatischen Krankheitsbildern sehr oft um Stoffwechselstörungen handelt, sind Heilfasten und die Umstellung der Ernährung bewährte Mittel seine Probleme in den Griff zu bekommen. Meine Frau und ich haben selbst lange negative Erfahrungen mit teilweise bedenkenlos durch Ärzte verordnete Medikamente gemacht, bis wir das Heilfasten und die Umstellung der Ernährung als alternative Lösung kennengelernt haben. Wenn Du mehr erfahren möchtest, kannst Du mir gerne unter: guenter.mankau@gmankau007.de ein Mail schreiben. Wichtig ist, dass Du kämpfst, nicht alles akzeptierst was Ärzte Dir erzählen und verschreiben, immer alles hinterfragst, nach alternativen suchst und nicht in Depressionen abgleitest. Ich wünsche Dir die Kraft die Du benötigst um die Krankheit zu besiegen.

    Viele Grüße von Günter
     
  11. Annika

    Annika Kenner

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    Hamburg
    hallo Corinna

    dann mal herzliches willkommen ich selber habe rheuma seid ich 3 jahre alt bin und man kann mit rheuma leben wenn du rat braust ich stehe gerne zu verfügung;) deine annika aus hamburg
     
  12. corinna19

    corinna19 Guest

    Danke

    Hallo ihr lieben
    Erstmal vielen lieben dank für die tollen vielen narichten.
    Ist schön wen man nicht alleine ist.

    Wen ihr lust habt dan schreibt mir doch enfach mal ne email

    corinna-bartnik@web.de

    Würde mich echt freuen

    ps:(bitte keine Perversen oder so emails)


    Lg corinna
     
  13. Dr.Langer

    Dr.Langer rheuma-online Doc

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    Hallo Corinna,

    die Forumsteilnehmer wissen, daß ich mich normalerweise aus dem Forum heraushalte, da es ein Erfahrungsaustausch von Betroffenen ist.

    Allerdings war es einer der wichtigsten Beweggründe für den Start von rheuma-online vor nunmehr 7 Jahren, den Patienten mit schweren rheumatischen Erkrankungen das Schicksal zu ersparen, daß es damals mehr als heute gab, was aber immer noch nicht die Ausnahme ist:
    Daß sie nämlich

    · die Diagnose ihrer rheumatischen Erkrankung zu spät bekamen und damit schon gleich zu Anfang ganz viele Behandlungschancen vertan wurden

    · eine gezielte, wirksame Therapie nicht begonnen wurde und damit irreversible, unumkehrbare Schäden an den Knochen und Gelenken eintraten, die zu vermeiden gewesen wären

    · zunächst mehrere Schleifen durch alle möglichen alternativen Behandlungsformen durchmachten, bevor sie zuletzt, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war und kurz vor dem Ertrinken stand, dann endlich doch zu einem Fachmann gelangten, der mit einer vernünftigen, wissenschaftlich abgesicherten Therapie begann und endlich die Wende im Erkrankungsprozeß einleitete.


    Es ist lieb, daß Günter Dir einen guten Rat erteilen möchte. Ich selber bin noch nicht 57 Jahre alt und verzichte nicht nur deshalb darauf, Dir einen guten Ratschlag zu geben.

    Am Herzen liegen mir aber einige Infos, damit Du dann selber entscheiden kannst, was für Dich das Richtige und das Beste ist:

    · Es gibt etwa 400 verschiedene rheumatische Erkrankungen, darunter ziemlich harmlose und ziemlich schreckliche, zum Teil sogar ganz schreckliche und lebensbedrohliche

    · Die wenigsten dieser 400 verschiedenen Erkrankungen gehen auf Stoffwechselstörungen zurück. Vor allem die schwer verlaufenden, gefährlichen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind immunologisch bedingt, d.h. das Immunsystem ist – durch verschiedene Ursachen – in seiner Funktion gestört und greift den eigenen Körper an, anstatt ihn vor Feinden von außen zu schützen

    · Heilfasten oder eine Umstellung der Ernährung oder vergleichbare Maßnahmen sind bei diesen Erkrankungen nicht wirksam. Es gibt zwar die Beobachtung, daß man beispielsweise mit Heilfasten bei der rheumatoiden Arthritis für einen kurzen Zeitraum, in der Regel kurz nach Beginn des Fasten und für etwa zwei bis vier Wochen danach, eine gewisse Besserung der Beschwerden erzielt, manchmal für diese Zeit auch eine deutliche Symptomlinderung.

    · Danach kommt es aber regelmäßig wieder zu einer Verschlechterung, manchmal sogar zu rechten Schubsituationen der Erkrankung, so daß es nach dem Heilfasten schlimmer ist als vorher. Das gilt auch für Heilfastenkuren, die unter professioneller Anleitung und ärztlicher Anleitung in dafür spezialisierten Kliniken durchgeführt wurden (ich kann diese Feststellung mit dem Schicksal von Patienten belegen, die ich wegen eines schweren Schubes ihrer rheumatoiden Arthritis im Anschluß an eine solche Heilfastenkur, auch in dafür sehr bekannten Spezialkliniken, unmittelbar anschließend an das Heilfasten stationär in der Rheuma-Fachklinik behandeln musste)

    · Auch sonstige alternative Behandlungsansätze jedweder Form führen nur dazu, daß wertvolle Zeit vertan wird und enorme Chancen verspielt werden, so früh wie möglich Schlimmeres zu verhüten und eine Remission einzuleiten, was heute bei einer ganzen Reihe von selbst schweren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie bei der rheumatoiden Arthritis (chronischen Polyarthritis) mit einer realistischen Chance möglich ist. Entscheidend ist, daß mit den heute zur Verfügung stehenden wirksamen Behandlungsmöglichkeiten so früh wie möglich begonnen wird.


    Ich habe im folgenden einmal die wichtigsten Beiträge aus rheuma-online zu diesem Themen- und Fragenkomplex zusammengestellt.

    Nicht berücksichtigt habe ich dabei die mittlerweile fast unüberschaubar große Zahl von Forumsbeiträgen, in denen die Betroffenen selber von ihrem Schicksal erzählen und in denen in der überwiegenden Mehrzahl herauskommt, daß es ein Riesen-Fehler ist, wenn man mit dem Beginn einer gezielten antirheumatischen Therapie zu lange wartet. Und daß es heute in vielen Fällen schicksalsentscheidend ist, ob man gleich zu Anfang zu einem Fachmann kommt, d.h. einem spezialisierten, modern behandelnden internistischen Rheumatologen, oder aber zu einem Arzt, der noch in den Vorstellungen des letzten Jahrtausends denkt und „Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises“ noch auf der Grundlage von Behandlungsideen behandelt, die aus den grauen Vorzeiten der Rheumatologie stammen.


    Ich beginne mit einer Antwort, die ich seinerzeit auf eine Frage von Anke aus Schweden gegeben habe. Ich glaube, sie ist immer noch aktuell und trifft Dein Problem im Kern. Anschließend einige meines Erachtens wirklich wichtige neue Erkenntnisse zu dem sogenannten „therapeutischen Fenster“ zu Beginn der Erkrankung und auch einige der neuen und neuesten Erkenntnisse darüber, was eine moderne langwirksame antirheumatische Therapie vermag. Abschließend noch einige Antworten zu Useranfragen, die das Thema auch stark berühren. Dabei sind auch einige Anfragen zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten.

    Beste Grüße und viel Power, die Du jetzt brauchst, um zusammen mit einem qualifizierten Arzt die Zukunft zu gestalten und Lebensperspektiven zu erhalten.

    Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer


    Diagnose „Rheuma“ – und was nun?

    Anke M. aus Schweden:

    Was wird denn gemacht, wenn die Diagnose "Rheuma" feststeht? Gibt es Möglichkeiten der Therapie, oder werden lediglich die Symptome behandelt, um die Krankheit erträglicher zu machen, weil es keine Heilungsmöglichkeiten gibt?

    Antwort:

    Bei der Therapie der rheumatoiden Arthritis unterscheidet man solche Behandlungsansätze, die lediglich die Symptome lindern, von Therapieformen, die den Verlauf der Erkrankung grundlegend beeinflussen und im günstigsten Fall eine Remission bewirken, d.h. eine Heilung einleiten sollen. Eine vollständige Remission bedeutet dabei das völlige Fehlen von Symptomen und Befunden und kommt von der Wahrnehmung des Patienten einer Heilung gleich. Allerdings unterscheidet sich die Remission zunächst von einer echten Heilung der Erkrankung dadurch, dass sich die Remission sehr häufig nur durch eine längerdauernde Einnahme von Medikamenten erhalten lässt. Die Situation ist – auch wenn das Bild in vielen Details nicht stimmt – so ähnlich wie bei der Zuckerkrankheit, bei der sich sehr häufig die Erkrankung auch nicht völlig heilen lässt, wo es aber durch die regelmäßigen Injektionen von Insulin heute sehr gut gelingt, dass der Patient ein weitgehend normales Leben führen kann und auch eine weitgehend normale Lebenserwartung hat.

    Die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten der rheumatoiden Arthritis sind sehr gut auf unserer neuen „Tochterseite“ TIZ dargestellt (http://www.tiz-info.de). Dort kann man auch online kostenlos eine Broschüre von mir zur rheumatoiden Arthritis und den modernen Therapiemöglichkeiten anfordern.

    Zusammengefasst ist auf dem Stand der heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse die wesentliche Botschaft für die Therapie der rheumatoiden Arthritis:

    Wenn die Diagnose einer rheumatoiden Arthritis feststeht, muß sofort (!!!!!!!), d.h. ohne Zögern und ohne Zeitverzug, eine langwirksame antirheumatische Therapie eingeleitet werden (DMARD-Therapie, Therapie mit disease modifying antirheumatic drugs). Nur eine solche Therapie ist in der Lage, den Verlauf der rheumatoiden Arthritis entscheidend zu beeinflussen und im günstigsten Fall eine komplette Remission einzuleiten. Für sämtlichen anderen Therapieansätze einschließlich aller naturheilkundlichen Behandlungen, homöopathischen Therapien, Ernährungsumstellungen, physikalischen Therapieformen, Klimaumstellungen oder was auch immer an Behandlungen „gehandelt“ wird, ist ein solcher Effekt nicht belegt.

    Je früher eine solche Therapie mit langwirksamen Antirheumatika bzw. DMARD´s begonnen wird, umso höher ist die Chance auf eine komplette Remission und einen günstigen Krankheitsverlauf auch in der Zukunft. Umgekehrt bedeutet das: Je länger die Zeit verstreicht, bis mit einer solchen Therapie begonnen wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass an den Gelenken, am Gelenkknorpel und an den Knochen Schäden auftreten, die sich dann auch durch eine nachfolgend einsetzende wirksame Therapie nicht mehr vollständig korrigieren lassen.

    Früher haben die Rheumatologen geglaubt, dass eine rheumatoide Arthritis alles in allem eine mehr oder weniger harmlose Erkrankung sei, die zwar für die Betroffenen und ihre Angehörigen eine Fülle von Lasten und Leiden mit sich brächte, aber die Patienten in ihrer Zukunft und in ihrem Leben nicht ernsthaft bedroht. Diese Vorstellung war lange Zeit auch die gültige Lehrmeinung auf den Universitäten und wurde entsprechend in den medizinischen Lehrbüchern verbreitet. Da sich solche Lehrmeinungen in der Medizin leider sehr lange halten, ist diese Auffassung von der rheumatoiden Arthritis als „harmloser“ Erkrankung heute auch noch in vielen Köpfen von Hausärzten, nicht-rheumatologisch spezialisierten Internisten, Orthopäden oder anderen Ärzten. Fatal ist, dass solche Vorstellungen sehr häufig auch noch in den Köpfen von politischen und gesundheitspolitisch relevanten Entscheidungsträgern sowie bei manchen Kostenträgern festsitzen und dazu führen, dass die gesundheitsökonomischen Folgen schwerer rheumatischer Behandlungen heute vielfach noch maßlos unterschätzt werden. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass sehr oft noch die Einsicht dafür fehlt, dass die konsequente und qualifizierte Behandlung von schweren rheumatischen Erkrankungen nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für das Gesundheitssystem und die Gesellschaft eine vorrangige Aufgabe darstellt.
    Der durch keine wissenschaftlichen Daten unterlegte Glaube von der rheumatoiden Arthritis als einer harmlosen Erkrankung führte für die Patienten zu schicksalshaften Folgen.
    Für die Therapie ergab sich nämlich daraus in der Vergangenheit die strategische Vorgabe, man müsse in erster Linie auf mögliche Nebenwirkungen der antirheumatischen Therapie schauen. Dies führte zu recht passiven, zurückhaltenden, mehr reagierenden als aktiv-bewegenden Behandlungsformen. So habe ich zu Beginn meiner rheumatologischen Ausbildung vor etwas mehr als 20 Jahren noch gelernt, dass mit einer damals sogenannten „Basistherapie“, z.B. mit intramuskulär gespritztem Gold, erst dann begonnen werden sollte, wenn sich im Röntgenbild die ersten Zerstörungen am Gelenkknochen (sogenannte Erosionen oder auch sogenannte Usuren) nachweisen ließen. Damit wurde der Beginn einer wirksamen Therapie auf einen Zeitpunkt verschoben, an dem das Kind eigentlich schon in den Brunnen gefallen war, d.h. an dem bereits Schäden an den Gelenken eingetreten waren, die in der Folge auch durch eine dann noch so wirksame medikamentöse Behandlung niemals mehr vollständig zu reparieren waren.

    Ähnliche Sichtweisen spiegeln sich in der sogenannten „Stufentherapie“ oder „therapeutischen Stufenleiter“ der langwirksamen Antirheumatika wieder, die für eine lange Zeit in den 80er Jahren und frühen 90er Jahren die vorherrschende rheumatologische Behandlungsstrategie darstellte und die mit Sicherheit auch heute noch bei vielen Ärzten als das gültige Paradigma das therapeutische Vorgehen bestimmt.

    Was bei einer solchen therapeutischen Strategie oftmals aus dem Blickfeld geriet, war die immer deutlicher werdende Tatsache, dass die rheumatoide Arthritis – unzureichend behandelt - eine schwer verlaufende Erkrankung ist, die für die Betroffenen nicht nur mit eingreifenden psychosozialen Folgen verbunden ist, sondern sie sogar nachhaltig in ihrer persönlichen Existenz und in ihrem Leben bedroht.

    So steht inzwischen fest, dass bei einer nicht ausreichend konsequenten und unzureichend wirksamen antirheumatischen Therapie ein großer Teil der Patienten bereits in den ersten Jahren der Erkrankung erwerbsunfähig wird – mit allen ökonomischen und sozialen Konsequenzen für sie selber und ihre Familie - , und dass sich bei einer unbehandelten oder unzureichend behandelten schweren rheumatoiden Arthritis die Lebenserwartung um mehr als 10 Jahre verkürzt – dies entspricht einer erhöhten Sterblichkeitsrate, wie man sie in derselben Größenordnung bei bösartigen Tumoren (z.B. bei einem M. Hodgkin) oder bei schweren Herzerkrankungen (z.B. einer koronaren Herzerkrankung mit 2 betroffenen Herzkranzgefäßen) findet.

    Was heute glücklicherweise ebenfalls feststeht: Die rheumatoide Arthritis hat ihren Schrecken verloren. Den Rheumatologen stehen heute Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die zu Behandlungserfolgen führen, die noch vor 10 Jahren als beinahe undenkbar erschienen. So gelingt es heute immer häufiger, durch die modernen Medikamente Patienten in eine komplette oder nahezu komplette Remission zu bringen, und ganz aktuelle Daten, die u.a. gerade erst auf dem kürzlich beendeten Kongress der amerikanischen Rheumatologen (ACR-Kongress) in New Orleans präsentiert wurden, zeigen, dass sich durch eine qualifizierte Therapie das erhöhte Sterblichkeitsrisiko bei der rheumatoiden Arthritis entscheidend verringern oder im günstigsten Fall sogar aufheben lässt.

    Allerdings ist es für das verbesserte „outcome“, d.h. die angesprochene günstigere Prognose der rheumatoiden Arthritis entscheidend, dass die richtige Therapie zum richtigen Zeitpunkt durch die richtigen Therapeuten durchgeführt wird.

    Die entscheidenden Eckpunkte sind dabei:

    · Therapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten (DMARD´s) oder krankheitskontrollierenden Substanzen (DCARD´s) so früh wie möglich

    · Ausreichend konsequente, ggf. auch „aggressive“ Therapie gleich von Anfang an

    · Therapie durch spezialisierte Rheumatologen so früh wie möglich und engmaschige Therapieüberwachung durch spezialisierte Rheumatologen im weiteren Krankheitsverlauf

    Man weiß heute, dass das sogenannte „therapeutische Fenster“ sehr schmal ist und dass es bei der rechtzeitigen Einleitung einer Behandlung mit langwirksamen antirheumatischen, krankheitsmodifizierenden Substanzen (LWAR, DMARD´s, „Basismedikamenten“, DCARD´s) auf wenige Wochen ankommt. Eine andere Bezeichnung für ein solches therapeutisches Fenster, die ich jetzt gerade kürzlich erst auf dem vor einigen Tagen beendeten ACR-Kongress in New Orleans gehört habe, ist der Begriff „window of opportunity“ (Johannes Bijlsma aus Utrecht am 29. Oktober 2002 auf einer Expertendiskussion zur Frage der „richtigen“ Therapie der rheumatoiden Arthritis), d.h. frei übersetzt so ähnlich wie: „Der günstige Augenblick ist kurz“ oder: „Die entscheidende Gelegenheit ist schnell verpasst“.

    Zur Bedeutung einer schnellen Therapieeinleitung haben wir in rheuma-online in der letzten Zeit sehr viel geschrieben; wie wichtig das ist, ist nicht zuletzt gerade erst auf dem ACR-Kongress deutlich geworden (siehe dazu auch mein November-Editorial in rheuma-online mit den neuesten Erkenntnissen zur Therapie rheumatischer Erkrankungen). Ebenfalls sehr viel geschrieben haben wir zur Bedeutung der fachrheumatologischen Behandlung, in der Regel durch qualifizierte internistische Rheumatologen. Und von einer nicht zu unterschätzenden Bedeutung ist der Patient selber. Zahlreiche Untersuchungen, darunter auch eigene Studien, belegen sehr eindrucksvoll, dass die Prognose der rheumatoiden Arthritis bei Patienten besser ist, die über ihre Erkrankung und die Therapie ausreichend Bescheid wissen. Dies ist nicht zuletzt der Grund, warum wir rheuma-online für so wichtig halten und warum wir beispielsweise mit unserem neuen OMORA-Programm (Online Monitoring der Rheumatoiden Arthritis) Instrumente entwickelt haben, die dem Patienten helfen, seine Erkrankung selber zu monitoren und die Therapie auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.

    http://rheuma-online.de/fua/23.html


    Rheuma-Früherkennung

    Gabriele P.:

    Seit einigen Wochen habe ich morgens in einigen Fingergelenken der linken Hand beim Aufwachen Schmerzen. Nach einigen Bewegungsübungen verschwinden diese aber wieder fast vollständig.

    Meine Frage: Könnte es sich bei mir um eine beginnende rheumatische Erkrankung handeln und ab welchem Beschwerdezustand ist ein Gang zum Arzt sinnvoll? Und zu welcher Art Arzt soll ein erster Gang führen?

    Antwort:

    Die alles entscheidende Frage ist, ob es sich bei den geschilderten Beschwerden um Frühsymptome einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung handelt, insbesondere um eine beginnende rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis), oder um eine beginnende Polyarthrose. Ist es eine beginnende rheumatoide Arthritis, ist höchste Eile geboten, auch wenn die Symptome im Augenblick noch so harmlos klingen mögen. Nach allem nämlich, was wir heute wissen, gibt es bei der rheumatoiden Arthritis ein sogenanntes „therapeutisches Fenster“, in dem sich das weitere Schicksal der betroffenen Patienten entscheidet. Dieses therapeutische Fenster ist sehr kurz und liegt bei etwa drei bis vier Monaten. Wenn in diesem Zeitraum, d.h. in den ersten drei bis 4 Monate nach Krankheitsbeginn, nicht sofort mit einer wirksamen Therapie begonnen wird, kommt es in vielen Fällen bereits zu Schäden an den Gelenken, die sich selbst bei einer anschließend korrekt durchgeführten, rheumatologisch geleiteten, qualifizierten Behandlung nicht mehr vollständig korrigieren lassen.

    Wichtige Anzeichen einer rheumatoiden Arthritis sind u.a.:

    · Gelenkschmerzen vom entzündlichen Typ, d.h. Schmerzen in den Gelenken, die in Ruhe oder sogar in der Nacht auftreten, mit zunehmender Ruhigstellung der Gelenke stärker werden und mit zunehmender Bewegung zurückgehen

    · Überwärmungsgefühl oder sogar ein Hitzegefühl und Brennen in den Gelenken

    · Besserung der Symptome unter Kälteeinwirkung, z.B. unter kaltem Wasser

    · Schwellungen der Gelenke, d.h. Weichteilschwellungen in den Gelenken und um die Gelenke, möglicherweise in Verbindung mit einem Gelenkserguß (vermehrter Produktion von Gelenkflüssigkeit)

    · Beteiligung mehrerer Gelenke mit einem typischen Gelenkbefallsmuster, d.h. insbesondere die Beteiligung der Fingergrundgelenke und der Fingermittelgelenke und der Zehengrundgelenke

    · Symmetrischer Gelenkbefall, d.h. Beteiligung von Gelenken in den verschiedenen Gelenkregionen auf beiden Seiten des Körpers, z.B. im Zeigefingergrundgelenk und Mittelfingergrundgelenk rechts und im Daumengrundgelenk und im Ringfinger- und Kleinfingergrundgelenk links

    · Ausgeprägte Morgensteifigkeit, die nicht nur ganz kurz anhält, sondern eine halbe Stunde und länger andauert und z.T. sogar über den ganzen Vormittag oder den ganzen Tag nicht verschwindet

    Weitere Informationen zum Krankheitsbild der rheumatoiden Arthritis mit Hinweisen zur Diagnostik finden sich in rheuma-online, außerdem auf unseren neuen TIZ-Seiten (http://www.tiz-info.de), wo man auch kostenlos eine Broschüre von mir zu diesem Krankheitsbild anfordern kann.

    Zur Polyarthrose haben wir aktuell einen Beitrag in unserer Rubrik „Was ist eigentlich....“ geschrieben (siehe weiter unter auf der Seite).

    Wenn man den Verdacht auf eine beginnende rheumatoide Arthritis hat, sollte man unverzüglich zusehen, dass eine Vorstellung bei einem internistischen Rheumatologen erfolgt, damit ohne Verzögerung eine rheumatologische Diagnostik erfolgt und eine adäquate Therapie eingeleitet wird.

    http://rheuma-online.de/fua/16.html


    rheuma-news: Einfluß einer frühzeitigen Basistherapie auf den radiologischen Verlauf bei der rheumatoiden Arthritis

    Patienten mit rheumatoider Arthritis, die frühzeitig mit einer Basistherapie behandelt wurden, zeigten im Verlauf von 4 Jahren im Röntgenbild ein geringeres Fortschreiten ihrer Gelenkzerstörung als Patienten, die anfangs nur mit Schmerzmitteln behandelt wurden.


    Der Volltext des Beitrags unter: http://rheuma-online.de/news/273.html


    rheuma-news: Einfluß einer `aggressiven´ Basistherapie auf das Berufsleben von Patienten mit rheumatoider Arthritis

    Die Kombination aus verschiedenen Basismedikamenten wirkt sich bei Patienten im frühen Stadium einer rheumatoiden Arthritis positiv auf das berufliche Leistungsprofil aus.

    http://rheuma-online.de/news/259.html


    rheuma-news: Intensivierte Therapie der rheumatoiden Arthritis zahlt sich aus

    Neue Studienergebnisse belegen, dass die frühzeitige intensive Behandlung der rheumatoiden Arthritis mit engmaschigen Kontrollen der Krankheitsaktivität sowohl das Befinden als auch Blutwerte und radiologische Veränderungen äußerst positiv beeinflussen.

    http://rheuma-online.de/news/219.html


    rheuma-news: In den ersten Krankheitsjahren schreitet die Gelenkszerstörung bei rheumatoider Arthritis am schnellsten voran

    Innerhalb der ersten zwei Jahre entwickeln 90% der Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) Knochenerosionen. Dies zeigte eine Studie mit 181 Patienten mit RA, die über einen Beobachtungszeitraum von 10 Jahren untersucht wurden.

    http://rheuma-online.de/news/134.html


    rheuma-news: Die Sicherheit der langwirksamen antirheumatischen Therapie (“Basistherapie”) und biologischen Therapie bei rheumatoider Arthritis

    In dieser sehr großen US-amerikanischen Studie an 16.003 Patienten mit rheumatoider Arthritis wurde die Sicherheit der konventionellen langwirksamen antirheumatischen Therapie und der neuen biologischen Substanzen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mär von den "gefährlichen" Basismedikamenten beendet werden sollte.

    http://rheuma-online.de/news/55.html


    rheuma-news: Noch einmal, weil es so wichtig ist

    Bei früher Arthritis so früh wie möglich zum Spezialisten. Durch frühe Diagnose und Therapie läßt sich heute die Prognose der rheumatoiden Arthritis entscheidend verbessern.

    http://rheuma-online.de/news/31.html


    rheuma-news: Sofortiger Therapiebeginn mit einer Basistherapie ist bei einer beginnenden rheumatoiden Arthritis für die weitere Prognose entscheidend

    Ob bei Patienten mit einer beginnenden rheumatoiden Arthritis innerhalb der ersten 3 Monate mit einer langwirksamen antirheumatischen Therapie („Basistherapie“) begonnen wird oder nicht, macht sich noch 3 Jahre später im Röntgenbild bemerkbar. Daraus ergeben sich tiefgreifende Konsequenzen für zukünftige Behandlungsstrategien.

    http://rheuma-online.de/news/24.html


    Anhaltende Vollremission: Die neue konkrete Utopie der Rheumatologie

    · Entscheidend neu ist auch die Erkenntnis, dass es sich bei den schweren rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis (chronischen Polyarthritis) um Krankheitsbilder handelt, die bereits von Anfang an als vordringlich behandlungsbedürftig eingestuft werden müssen. In der Vergangenheit sind durch verspätete Diagnostik und verzögert eingeleitete, gezielte Therapien Behandlungschancen verspielt worden, die später nicht mehr zu korrigieren waren. Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, dass es bei diesen Erkrankungen in der Anfangsphase auf wenige Wochen ankommt, in denen sich das weitere Schicksal der Betroffenen entscheidet. In dieser Hinsicht unterscheidet sich eine rheumatoide Arthritis nicht von Erkrankungen wie beispielsweise Krebs oder schweren Herzerkrankungen.

    http://rheuma-online.de/news/2002-06/zukunft.php3


    Verdacht auf beginnende rheumatoide Arthritis: Was tun?

    Tina:

    Ich habe zunehmende, teilweise sehr starke Schmerzen in den Händen und Vorfüßen, zunehmend auch Schwellungen in zahlreichen Gelenken. Bei den Blutuntersuchungen zeigen sich Hinweise auf eine rheumatoide Arthritis.

    Der CCP Wert ist ganz deutlich erhöht, der HLA DR4-Wert niedrig, aber positiv (Auch HLA DRB1*0404 ist positiv). Mein Arzt will aber trotzdem noch nichts unternehmen, da es mir relativ gut ginge und ich noch keine deutlichen Gelenkschwellungen habe. Was meinen Sie dazu ?

    Antwort:

    Individuelle Beratungen darf ich über das Web nicht machen.

    Allgemein kann man sagen, daß der CCP-Wert hochspezifisch für eine rheumatoide Arthritis / chronische Polyarthritis ist.

    HLA DR4 ist eine Art Blutgruppeneigenschaft, da gibt es nur ja oder nein. Wenn es positiv ist, heißt das bei Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis, daß eine ungünstigere Verlaufsform vorliegt, speziell dann, wenn die sogenannten shared epitopes positiv sind (z.B. HLA DRB1*0404).

    Gelenkschwellungen sind bei jungen, gesunden Frauen nicht normal, auch dann nicht, wenn sie nicht stark ausgeprägt sind. Und in Verbindung mit einem positiven Nachweis von CCP sind sie dringend verdächtig auf eine beginnende rheumatoide Arthritis.

    Alles weitere, insbesondere auch zur Frage des therapeutischen Fensters, d.h. dem Zeitraum, an dem sich das weitere Schicksal eines Patienten mit rheumatoider Arthritis entscheidet, findet man in rheuma-online in genügender Hülle und Fülle.

    http://rheuma-online.de/news/134.html

    http://rheuma-online.de/news/31.html

    http://rheuma-online.de/news/24.html

    http://rheuma-online.de/news/23.html

    http://rheuma-online.de/news/2002-06/zukunft.php3

    http://rheuma-online.de/kongressnews/2002-02/prognose-verlauf-cp.php3

    http://rheuma-online.de/kongressnews/2002-01/besserung-verlauf-cp.php3

    http://rheuma-online.de/kongressnews/2002-01/cpp-antikoerper-cp.php3

    Grundsätzlich ist unsere Botschaft: Hit hard and early - rheumatoide Arthritis frühzeitig und konsequent behandeln!

    http://rheuma-online.de/fua/119.html


    Verdacht auf beginnende chronische Polyarthritis – Was tun?

    N.N.:

    Bei mir besteht der Verdacht auf eine chronische Polyarthritis. Ich hatte ganz schlimme Schmerzen in den Schultern, Handgelenken, Knien... immer wechselnd. Ich konnte es kaum aushalten und teilweise war alles steif. Ich bekam dann 7,5 mg Cortison und eine Tablette Rantudil über ca. 5 Wochen.

    Die starken Schmerzen sind erst mal weg, aber ich habe Schwierigkeiten in den Händen und Vorfüßen. Jeder Schritt tut weh. Kann man dagegen was machen und kommen die anderen Schmerzen ohne Medikamente evtl. zurück ?

    Kann ich ernährungsmäßig etwas machen ?

    Ich habe die Vermutung, dass die Schmerzen bei mir durch ein hochprozentiges Eiweißpräparat ausgelöst wurden, kann das sein ?

    Antwort:

    Aus der Ferne ist es natürlich weder möglich noch erlaubt, individuelle Ratschläge und Empfehlungen zu einer Diagnose oder einer Therapie zu geben.

    Allgemein kann man sagen, dass beim Verdacht auf eine beginnende chronische Polyarthritis mit Nachdruck eine entsprechende qualifizierte Diagnostik, am besten bei einem internistischen Rheumatologen, durchgeführt werden sollte, um bei Vorliegen einer solchen Diagnose das sogenannte „therapeutische Fenster“ nicht zu verpassen. Wir haben dazu in rheuma-online in zahlreichen Antworten auf entsprechende Anfragen und auch in den rheuma-news sehr viel geschrieben.

    Cortison und cortisonfreie Entzündungshemmer wie Rantudil wirken nur auf die Symptome, sind aber bei einer chronischen Polyarthritis / rheumatoiden Arthritis nicht in der Lage, den Krankheitsprozeß langfristig günstig zu beeinflussen. Dazu ist eine sogenannte langwirksame antirheumatische Therapie notwendig. Allerdings sollte vor Einleitung einer solchen Therapie zunächst einmal die Diagnose abgesichert werden.

    Diätetische Maßnahmen können in einem sehr beschränkten Umfang die Symptome lindern; auch dazu findet sich in rheuma-online eine ganze Menge an Infos. Durch eine Ernährungsumstellung alleine ist aber eine Einflussnahme auf den immunologisch vermittelten Entzündungsprozeß bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen nicht möglich.
    Hinsichtlich auslösender Faktoren kann auf dem Hintergrund des heutigen Wissens eine einzelne mögliche Ursache weder völlig ausgeschlossen noch mit Sicherheit angenommen werden. So ist die Auslösung einer rheumatoiden Arthritis durch Fremdeiweiße denkbar. Allerdings gibt es zu dieser Frage keine sicheren Hinweise aus entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen.

    Für die Therapie ist die anfangs auslösende Ursache vermutlich auch zweitrangig. Ich bringe hier gerne das Bild von einer Lawine, die durch ganz unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden kann, so einen Skifahrer, den Überschallknall eines Düsenjets, ein kleines abrutschendes Schneebrett einen Hang höher, eine Sprengladung etc.

    Auch wenn die auslösende Ursache der Lawine unterschiedlich ist, nimmt sie in der Folge ihren Weg ganz unabhängig von dem auslösenden Faktor. In der Medizin nennt man dies die gemeinsame pathogenetische Endstrecke, d.h. egal, wie eine Erkrankung gestartet worden ist, nimmt sie in vielen Fällen einen ganz bestimmten, durch körpereigene Mechanismen und Abläufe vorgezeichneten und festgelegten Weg.

    Die Therapie richtet sich dann auf diesen Krankheitsverlauf, wobei man den Auslöser schon im Auge behalten sollte, wenn er bekannt ist oder ein entsprechender Verdacht besteht.
    Wenn sie dabei ein hochprozentiges Eiweißpräparat im Auge haben, wäre es sicherlich nicht sonderlich sinnvoll, dieses weiterhin einzunehmen.

    Oder, um im Lawinenbild zu bleiben: Wenn man weiß, dass der Skifahrer nach Auslösen der ersten Lawine weiter abseits der Piste im lawinengefährdeten Gelände weiterfährt, sollte man dies natürlich unterbinden, damit er nicht noch mehr Katastrophen anrichtet.

    Unabhängig davon geht es aber im Hinblick auf den ersten Lawinenabgang darum, hier, so es möglich ist, den Schaden so weit wie möglich zu begrenzen.

    Die beste Schadensbegrenzung bei der chronischen Polyarthritis / rheumatoiden Arthritis ist zumindest mittelfristig und langfristig gesehen die unverzügliche Einleitung einer wirksamen krankheitsmodifizierenden Therapie.

    http://rheuma-online.de/fua/102.html


    Psoriasisarthritis – Wann mit einer langwirksamen antirheumatischen Therapie („Basistherapie“) beginnen?

    B.B.:

    Ich bin 28 Jahre und habe seit 12 Jahren Gelenksbeschwerden abwechselnd im linken, jetzt im rechten Knie (chronische Schwellung). Seit ich 13 bin, habe ich auch Psoriasis, die ich zurzeit jedoch gut im Griff habe (Kopfhaut, Ellbögen).

    Seit 2 Jahren habe ich auch Beteiligung der Ellbogen und des Kiefergelenkes. Die Beschwerden im Kiefergelenk konnte ich jedoch mit einer Aufbißschiene lindern.

    Im rechten Kniegelenk und in den Ellbogen habe ich jedoch schon Bewegungseinschränkungen, was mir große Sorgen macht, auch im Kiefergelenk.

    Ich war schon sehr früh bei Rheumatologen. Die schickten mich jedoch wegen zu wenig Beschwerden wieder nach Hause. Vor ca. 1,5 Jahren war ich bei einem Rheumatologen, der mir Deflamat verschrieben hat (2 x täglich). Da ich von dieser rein symptomatischen Therapie nicht begeistert war, brach ich sie ab.

    Ich ging vor ca. einem halben Jahr zu einem Rheumatologen, der mir die Diagnose seronegative Oligarthritis stellte (Blutbefund, Kniepunktat). Er empfahl mir eine Basistherapie mit Resochin und bei Schmerzen NSAR.

    Aus Angst vor den Nebenwirkungen wollte ich vorher noch eine homöopathische Behandlung probieren. Diese hat bis jetzt jedoch wenig Erfolge. Zusätzlich habe ich kürzlich meine Ernährung umgestellt nach der TCM. Ich habe das Gefühl alles ausprobieren zu müssen, bevor ich zu diesen starken Medikamenten greife (Nebenwirkungen, was ist, wenn ich ungewollt schwanger werde; komme ich von den Medikamenten wieder weg, wenn ich einmal beginne..). Und was, wenn ich dieses Medikament nicht vertrage (Augen), kommt dann das nächst stärkere?

    Was raten Sie mir?

    Antwort:

    Die Psoriasis-Arthritis und Psoriasis-Spondarthritis, d.h. eine Beteiligung von Gelenken und Wirbelsäule bei einer Psoriasis (Schuppenflechte) gehören in die Gruppe der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Es handelt sich damit um schwerwiegende Krankheitsbilder, die bei fehlender oder unzureichender Behandlung zu erheblichen Folgen für die Gesundheit, die Lebensqualität und das Leben der Betroffenen und zu tiefgreifenden Beeinträchtigungen bei der Haushaltsarbeit und der beruflichen Tätigkeit, aber auch in der Familie und in der Freizeit führen können.

    So entwickeln im Krankheitsverlauf einer Psoriasis-Arthritis 40-57% der Patienten eine deformierende Arthritis, d.h. Gelenkverformungen und Zerstörungen von Gelenkknorpel und Knochen, bei 17% der Patienten mit deformierender Arthritis sind 5 und mehr Gelenke betroffen, und bei 11-19% der Betroffenen kommt es zu einer anhaltenden und bedeutsamen Behinderung. Andere Angaben nennen sogar einen progressiv-destruierenden Verlauf mit Beteiligung von 5 und mehr Gelenken bei mehr als 40% der Betroffenen und eine schwere funktionelle Beeinträchtigung bei 11%.

    Anfangs wurde angenommen, dass es sich bei der Psoriasisarthritis um eine vergleichsweise harmlose Erkrankung handelt, die nur wenige Gelenke betrifft und in der Langzeitperspektive nur mit wenig Gelenkdestruktion (Schäden an Knochen und Gelenken) einhergeht. Zunehmend wird aber, wie bei der rheumatoiden Arthritis, deutlich, dass es sich bei der Psoriasisarthritis in vielen Fällen um ein schwerverlaufendes, folgenschweres Krankheitsbild handelt, das mit einem polyartikulären Gelenkbefall, fortschreitender Gelenkzerstörung, zunehmender Einschränkung der funktionellen Kapazität bis hin zu schwerer Behinderung und sogar mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko einhergeht.

    Die Diagnose einer Psoriasisarthritis wird oft erst nach längerem Krankheitsverlauf gestellt. Daraus resultiert, dass Patienten mit Psoriasisarthritis oftmals noch seltener als Patienten mit vergleichbaren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, beispielsweise der rheumatoiden Arthritis, eine adäquate Therapie bekommen und in der Folge entzündliche Veränderungen an den Knochen und Gelenken, der Wirbelsäule und anderen Strukturen des Bewegungssystems erleiden, die bei rechtzeitiger Einleitung einer angemessenen Behandlung in vielen Fällen zu vermeiden sind.

    Die Probleme mit der Diagnose einer Psoriasis-Arthritis liegen zum einen daran, dass die Erkrankung oft nicht ganz typisch beginnt und insbesondere Ärzte, die rheumatologisch nicht sehr erfahren sind, zunächst an andere Ursachen der Beschwerden glauben. Speziell bei der Wirbelsäulenbeteiligung wird häufig zunächst eine bandscheibenbedingte Problematik vermutet.

    In vielen Fällen wird auch keine Verbindung mit den Hautveränderungen und den Symptomen im Bereich des Bewegungssystems hergestellt. Selbst Betroffenen ist oft der Zusammenhang zwischen Haut und Gelenken nicht bekannt.

    Weitere diagnostische Schwierigkeiten resultieren daraus, dass es charakteristische Laborbefunde für die Diagnose einer Psoriasisarthritis nicht gibt.

    Das vermutlich größte diagnostische Problem bei der Psoriasis-Arthritis und der Psoriasis-Spondarthritis dürfte allerdings darin bestehen, dass diese Krankheitsbilder innerhalb der Gruppe der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eine Sonderstellung einnehmen.
    So sind beide Erkrankungen dadurch gekennzeichnet, dass sie im Vergleich zu anderen entzündlichen Erkrankungen trotz Vorliegen einer hohen Krankheitsaktivität und raschem Fortschreiten der entzündlichen Veränderungen an Knochen, Wirbelsäule und Gelenken oft nur wenig systemische Entzündungsphänomene aufweisen. Man nennt dieses Reaktionsmuster auch „pauci-immun“ (von griech. pauci = wenig).
    So sind bei einer Psoriasis-Arthritis oder Psoriasis-Arthritis selbst in hochakuten Schubsituationen z.T. nur diskrete Entzündungszeichen bei den üblichen Blutuntersuchungen nachweisbar (z.B. Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) oder c-reaktives Protein, CRP), manchmal fehlen entsprechende systemische Entzündungszeichen sogar völlig.
    Hilfreich sind bei diesen Patienten zum Teil andere systemische Aktivitätsparameter, wie beispielsweise erhöhte Immunglobline im Serum, insbesondere auch erhöhte Werte für IgA (Immunglobulin A).

    Da bei den Blutuntersuchungen keine Entzündungszeichen gefunden werden, wird deshalb oft ein entzündlich-rheumatisches Krankheitsbild ausgeschlossen, obwohl ansonsten die klassischen Symptome und Befunde einer Psoriasis-Arthritis oder einer Psoriasis-Spondarthritis vorliegen.

    Das Ziel der modernen Therapie einer Psoriasis-Arthritis bzw. Spondarthritis ist es, das Eintreten von röntgenologisch sichtbaren Veränderungen an Knochen, Gelenken oder Wirbelsäule zu verhindern.

    Leider beginnt aber eine adäquate Therapie der Psoriasis-Arthritis oftmals erst spät, nicht zuletzt wegen der beschriebenen diagnostischen Probleme. Deshalb sieht man bei einer größeren Zahl von Patienten bereits bei der Erstdiagnose charakteristische Veränderungen im Röntgenbild, die dann die Diagnosestellung selbst bei solchen Patienten erlauben, bei denen aktuell keine Psoriasis an der Haut nachweisbar ist oder bei denen sich die Psoriasis bislang im Krankheitsverlauf noch nicht an der Haut manifestiert hatte.

    Es gehört zu den wesentlichen Erkenntnissen der modernen Rheumatologie, dass sich die schwerwiegenden Folgen bei vielen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen umso eher vermeiden oder zumindest abschwächen lassen, wenn die Erkrankung so früh wie nur irgend möglich wirksam behandelt wird. Von der rheumatoiden Arthritis weiß man, dass es bei diesem Krankheitsbild ein sogenanntes therapeutisches Fenster von ca. 12 bis 14 Wochen nach Krankheitsbeginn gibt, in dem durch eine zielgerichtete, effiziente Therapie im günstigsten Fall sogar anhaltende Remissionen erzielt werden können.

    Auch im weiteren Krankheitsverlauf sind heute bei der Therapie vieler entzündlich-rheumatischer Erkrankungen erhebliche Fortschritte gemacht worden. So ist es heute auch bei bereits eingetretenen Röntgenveränderungen möglich, durch moderne Medikamente ein weiteres Fortschreiten der Entzündungsprozesse zu stoppen und unter optimalen Bedingungen sogar Heilungsphänomene einzuleiten.

    Eine wesentliche Voraussetzung für einen optimalen therapeutischen Erfolg ist die möglichst frühe Diagnose. Untersuchungen zur rheumatoiden Arthritis zeigen, dass schwerwiegende Gelenkschäden bereits innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre nach Erkrankungsbeginn auftreten. Eine hochaktive rheumatoide Arthritis kann schon während der ersten Krankheitsmonate zu irreversiblen, dauerhaften Gelenkschäden führen. Die Chancen auf eine komplette Remission und die Einleitung einer Heilung sinken mit zunehmender Krankheitsdauer und mit dem Fortschreiten der entzündlichen Prozesse.

    Für die Psoriasis-Arthritis und die Psoriasis-Spondarthritis liegen derzeit entsprechende Untersuchungen noch nicht in dem Umfang wie bei der rheumatoiden Arthritis oder beim M. Bechterew vor. Zunehmend wird aber auch hier deutlich, dass sich die Prognose eines Patienten mit Psoriasis-Arthritis und Psoriasis-Spondarthritis ganz wesentlich in den ersten Monaten und in den nachfolgenden ersten ein bis zwei Jahren nach Krankheitsbeginn entscheidet.

    Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Psoriasis-Arthritis oder Psoriasis-Spondarthritis sollte deshalb mit Nachdruck eine gezielte Diagnostik erfolgen, damit frühzeitig und rechtzeitig eine wirksame Therapie eingeleitet werden kann. Im Zweifelsfalle empfiehlt es sich, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig eine Untersuchung bei einem spezialisierten Rheumatologen zu veranlassen.

    Die modernen Therapiekonzepte der Psoriasis-Arthritis können heute auf eine ganze Reihe von wirksamen Behandlungsverfahren zurückgreifen.

    Die besten therapeutischen Erfolge lassen sich bei Anwendung der traditionellen langwirksamen Antirheumatika mit niedrig dosiertem Methotrexat erzielen, bei manchen Patienten ist aber auch intramuskulär verabreichtes Gold gut wirksam. Einige Patienten profitieren von Sulfasalazin. Neuere Studien zeigen eine sehr gute Wirksamkeit von Leflunomid (Arava). Für Resochin ist eine Wirkung bei der Psoriasisarthritis nicht gut belegt.
    Bei Versagen der traditionellen langwirksamen Antirheumatika sollten die neuen biotechnologischen Medikamente zum Einsatz kommen. Aus dieser Gruppe ist derzeit Etanercept (Enbrel) in Deutschland für die Therapie der Psoriasisarthritis zugelassen.
    Hinsichtlich der in der Regel überhaupt nicht auftretenden, möglichen Nebenwirkungen sollte man zunächst und in allererster Linie darüber nachdenken, welche sicheren „Nebenwirkungen“ durch die Krankheit selber zu erwarten sind. Der bisherige Krankheitsverlauf hat in Ihrem speziellen Fall ja bereits gezeigt, dass der Verzicht auf eine wirksame Therapie nicht ohne Folgen geblieben ist.

    Eine Schwangerschaft sollte grundsätzlich bei allen genannten Medikamenten nicht eintreten. Allerdings gibt es ja heute eine Reihe von Möglichkeiten, um die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Schwangerschaft sehr gering zu halten.

    Bei allen genannten Medikamenten handelt es sich nicht um Präparate, von denen man wie im Falle von Rauschmitteln / Drogen wie Heroin oder Kokain abhängig wird. Insofern gibt es beim Absetzen auch keinen Entzug im eigentlichen Sinne. Allerdings kann ein zu schnelles Beenden der Therapie dazu führen, dass man einen Rückfall erleidet und die Krankheitsaktivität erneut wieder auftritt.

    Im übrigen rate ich im Hinblick auf die Therapie und die Notwendigkeit einer wirksamen Therapie sehr zur Lektüre des Beitrags zur chronischen Polyarthritis in Rheuma von A-Z, weil dort recht gut beschrieben ist, worum es im Kern bei der Therapie schwer verlaufender, entzündlich-rheumatischer Erkrankungen geht.

    http://rheuma-online.de/fua/98.html


    Homöopathische Therapie bei Rheuma

    A.L.:

    Gibt es noch andere Behandlungsmöglichkeiten bei Rheuma, z.B. homöopathische Therapien?

    Antwort:

    Die Frage kann so allgemein nicht beantwortet werden, da sich hinter dem Oberbegriff „Rheuma“ etwa 400 verschiedene Erkrankungen verbergen, die alle mehr oder weniger unterschiedlich verlaufen und vor allem auch ganz unterschiedlich behandelt werden müssen.

    Hinsichtlich der schwer verlaufenden, entzündlich-rheumatischen und immunologischen Systemerkrankungen wie der chronischen Polyarthritis (rheumatoiden Arthritis), dem M. Bechterew, den Kollagenosen oder den Vaskulitiden kann man allerdings sagen, dass hier eine alleinige homöopathische Therapie nicht ausreicht und in Einzelfällen als alleinige Therapie sogar lebensgefährlich werden kann. Seriöse Homöopathen wissen das auch und lehnen bei solchen Diagnosen eine homöopathische Behandlung als alleinige Therapiemaßnahme ab. Möglich ist im individuellen Einzelfall eine unterstützende homöopathische Therapie als flankierende, ergänzende Maßnahme zu einer traditionellen antirheumatischen Therapie.

    http://rheuma-online.de/fua/54.html


    Beginnende entzündlich-rheumatische Erkrankung: Ist die Therapie mit Brennesselextrakt ausreichend?

    Karin G., 49 Jahre:

    Laut behandelndem Orthopäden besteht der Verdacht einer beginnenden rheumatischen Erkrankung. Im Zusammenhang mit einer Anfang Dezember 2000 aufgetretenen starken Schwellung des Handgelenkes wurde eine Yersinieninfektion festgestellt, die 4 Wochen mit Antibiotika behandelt wurde. Jetzt, nach 2 Jahren, traten wieder ähnliche Beschwerden auf: Schwellung und Schmerzen im Handgelenk, das Gefühl geschwollener Finger (ohne Schmerzen) und starke Schmerzen im hinteren Fussbereich. Die Beschwerden bleiben allerdings nicht konstant, die starke Schwellung ist inzwischen abgeklungen, das "veränderte" Gefühl in den Händen und der Schmerz in den Füssen aber hält bereits länger an. Mein Orthopäde hat ein Röntgenbild, MRT und ein Blutbild anfertigen lassen. Das Röntgenbild zeigte Veränderungen am Handgelenk, die MRT zeigte "schwarze Punkte"(?) in den Handknochen, das Blutbild ergab keine Rheumawerte, aber (soweit ich verstanden habe) einen sehr schlechten Wert im Bereich des Immunsystems und einen leicht erhöhten Leberwert. Verordnet wurde mir ein Brennesselpräparat (Hoxalpha), welches ich seit 3 Wochen einnehme.

    Kann so eine entzündliche Rheumaerkrankung beginnen? Ist die Behandlung (Medikament) angemessen?

    Antwort:

    Aus der Ferne kann, darf und will ich keine individuellen Empfehlungen zur Diagnose und Therapie geben. Allgemein kann man allerdings sagen, dass vieles aus Ihrer Schilderung nach einer beginnenden entzündlich-rheumatischen Erkrankung klingt, wahrscheinlich aus der Gruppe der seronegativen Spondarthritiden (Spondylarthropathien, siehe Näheres dazu in Rheuma von A-Z). Die „Rheumawerte“ im Blut müssen dabei nicht unbedingt nachweisbar sein, insbesondere nicht bei Krankheitsbeginn.

    Wenn tatsächlich eine entzündlich-rheumatische Erkrankung vorliegt, ist heute die vorwiegende Ansicht der meisten Experten, dass so rasch wie möglich eine wirksame krankheitsmodifzierende, remissionsinduzierende Therapie eingeleitet werden sollte. Da es sich bei dem genannten Brennesselpräparat um eine Substanz handelt, für die es ohnehin nur sehr wenig Evidenz zur Wirksamkeit gibt, ist damit die Therapie im Hinblick auf die Krankheitskontrolle einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung nicht ausreichend.

    http://rheuma-online.de/fua/47.html


    Langwirksame antirheumatische Therapie – Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Start?
    Christel G.:

    Seit einiger Zeit verfolge ich alles Neue auf der rheuma-online-Seite, die ich wirklich fantastisch finde. Nun habe ich mal eine Frage an Sie, den Experten. Vor einigen Monaten habe ich die Diagnose chron. Polyarthritis bekommen. Meine Beschwerden sind bislang sehr gering. Das Mittelgelenk des rechten Mittelfingers ist dick, das rechte Zeigefingergrundgelenk leicht geschwollen, sowie die beiden Daumen leicht schmerzhaft. Das war über Monate alles. Es vergehen also Tage, da merke ich rein gar nichts. Mein Arzt hat mir natürlich zur Therapie mit Mtx geraten, was ich bislang abgelehnt habe. Ich bin zur Zeit in Behandlung bei einer Homöopathin, die es mit klassischer Homöopathie versucht. Über den Erfolg bin ich mir selbst nicht im klaren, weil ich ja auch nicht weiß, wie die Krankheit ohne verlaufen würde. Ich befinde mich in einem großen inneren Konflikt. Einerseits möchte ich mich nicht womöglich unnötig großen medikamentösen Nebenwirkungen aussetzen, andererseits möchte ich in der Behandlung natürlich auch nichts versäumen und mir später mal Vorwürfe machen müssen.
    Nun meine Frage an Sie. Was ist Ihre Meinung zur Homöopathie? Muß ich auch bei der geringen Symptomatik schon schwerwiegende Gelenkschäden befürchten? Kann man vielleicht nach einem halben Jahr schon etwas zu Verlauf und Prognose sagen?

    Antwort:

    Ihre Frage hat einen relativ leicht zu beantwortenden und einen extrem schwierig zu beantwortenden Teil.

    Zunächst das Leichtere. Wir selber haben vor einigen Jahren einmal in Kooperation mit der Universität Freiburg und erfahrenen homöopathisch tätigen Ärzten eine wissenschaftliche Studie zur Therapie der chronischen Polyarthritis durchgeführt, die zuletzt abgebrochen werden musste, da ein größerer Teil der Patienten im homöopathischen Therapiearm wegen Unwirksamkeit dieses Therapieansatzes nicht mehr weiter an der Studie teilnehmen wollte.

    Im Klartext heißt das: Die eigenen Untersuchungen zur homöopathischen Behandlung der chronischen Polyarthritis durch erfahrene, engagierte homöopathisch tätige Ärzte sind nicht danach, dass man diesen Behandlungsansatz stark favorisieren sollte. Allerdings handhabe ich es in meiner eigenen Praxis so, dass ich Patienten, die eine homöopathische Behandlung flankierend, d.h. parallel neben der tradtionellen antirheumatischen Therapie durchführen möchten, nicht davon abhalte und sie in enger Kooperation mit den Homöopathen betreue.

    Und nun das Schwierige, nämlich die Frage nach möglichen Versäumnissen bei einer zu spät eingeleiteten langwirksamen antirheumatischen Therapie.

    Sicher ist, dass es bei der chronischen Polyarthritis / rheumatoiden Arthritis ein sehr schmales therapeutisches Fenster gibt, in dem sich das weitere Wohl und Wehe eines Patienten entscheidet. Wird in diesem therapeutischen Fenster eine wirksame remissionsinduzierende, krankheitsmodifizierende Therapie mit einem langwirksamen Antirheumatikum (LWAR, „Basistherapeutikum, „DMARD“ = disease modifying antirheumatic drug) begonnen, ist der weitere Verlauf der Erkrankung wesentlich günstiger als bei Patienten, bei denen dies versäumt wird. Die Wahrscheinlichkeit für eine komplette Remission, d.h. günstigenfalls für die Einleitung einer endgültigen Heilung, wächst umso mehr, je eher mit einer solchen Therapie begonnen wird.

    Allerdings ist die Voraussetzung für diese Aussage, dass es sich bei der vorliegenden Erkrankung auch wirklich um eine rheumatoide Arthritis handelt, und dies ist manchmal gerade bei Krankheitsbeginn sehr schwierig zu entscheiden, insbesondere dann, wenn die Erkrankung nicht mit dem klassischen Krankheitsbild, z.B. der Schwellung von sehr vielen Gelenken, starken Schmerzen, ausgeprägter Morgensteifigkeit und hoher Blutsenkung und hohem CRP, womöglich noch hohem Rheumafaktor im Blut, beginnt. Sondern eher schleichend, unterschwellig und anfangs ohne große Symptome.

    Selber verfolge ich die Strategie, eine krankheitsmodifizierende Therapie lieber einmal zu viel als einmal zu wenig einzuleiten, da nach aller Erfahrung die Folgen der unzureichend und zu spät behandelten Erkrankung sehr viel schlimmer sind als die möglichen Nebenwirkungen der Behandlung. Krankheitsmodifizierende Therapie ist dabei nicht identisch mit Methotrexat (Mtx). Glücklicherweise gibt es je nach Lage der Dinge ein breites Spektrum an differentialtherapeutischen Möglichkeiten, dass in der Regel eine auf die individuelle Situation maßgeschneiderte Therapie zulässt.

    Im übrigen wird die Gefährlichkeit der modernen medikamentösen antirheumatischen Therapie leider auch heute noch viel zu stark überschätzt. Dies hängt nicht selten mit der mangelnden rheumatologischen Ausbildung, Weiterbildung und Erfahrung der meisten Ärzte ab, die sich trotz fehlender spezieller fachrheumatologischer Qualifikation in unserer Republik dazu berufen fühlen, Patienten mit schweren rheumatischen Erkrankungen zu behandeln. Wenn eine solche Therapie durch einen erfahrenen internistischen Rheumatologen durchgeführt und überwacht wird, ist ihre Sicherheit sehr hoch und geht selten mit schweren, folgenreichen Nebenwirkungen einher.

    Was in Ihrer speziellen Situation und bei Ihrem Krankheitsbild der richtige Weg ist, kann aus der Ferne nicht beurteilt werden. Auf jeden Fall gilt der Rat, so früh wie möglich einen qualifizierten Fachmann aufzusuchen, da gerade in der Anfangsphase einer rheumatoiden Arthritis selbst kleine Versäumnisse große Folgen in der Zukunft haben können.

    Empfehlenswerte Lektüre aus den rheuma-news:

    „Early is too late“ oder: Sofortiger Therapiebeginn mit einer Basistherapie ist bei einer beginnenden rheumatoiden Arthritis für die weitere Prognose entscheidend (http://rheuma-online.de/news/?id=24)

    und: „Noch einmal, weil es so wichtig ist“ (http://rheuma-online.de/news/?id=31)

    http://rheuma-online.de/fua/45.html
     
  14. Valanessa

    Valanessa Guest

    Auch neu hier

    Hallo Corinna,

    bin neu hier und habe beim durchschmökern Deinen Beitrag gelesen. Kurze Frage -wer hat bei Dir welche Art Rheuma diagnostiziert?Hat man schon Medikamente eingesetzt?Frage weil ich auch seit ca 3 Jahren mit diesen Fragen rund um das Thema Rheuma beschäftigt bin und nach sehr schmerzhaften Krankheitsphasen wieder lange schmerzfreie Phasen habe in denen ich dann sehr im Zweifel um meine Diagnose bin. Werde von einem Internist.Rheumatologen behandelt-weiß aber auch nicht ob ich mir nicht doch mal eine zweite Meinung einholen sollte...Festgestellt habe ich wohl in der Vergangenheit das die seelische Verfassung eine große Rolle bei dieser Krankheit spielt.Will sagen "die Seele"muß gesund sein-man darf nicht den Mut verlieren und muß positiv denken und der Krankheit nicht die Übermacht geben.
    Würde mich sehr freuen von Dir zu hören-übrigens komme ich auch aus Delbrück!!

    Viele Grüße und
    genieße den Tag an dem es Dir gut geht!!
    Valanessa
     
  15. Susi

    Susi Neues Mitglied

    Registriert seit:
    17. September 2003
    Beiträge:
    109
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Corinna,

    besser spät als nie: Herzlich Willkommen im RO-Forum.

    Ich bin auch noch relativ jung: 24. Bei mir herrscht Verdacht auf seronegative Spondylathropathie und sekundäre Fibromyalgie (die so gut wie sicher ist). In den nächsten Tagen erhalte ich meinen schriftlichen Befund der Rheumaambulanz Dresden (Uniklinik). Stehe deswegen schon ein wenig unter Strom.

    Bei mir hat alles vor ca. 3 - 4 Jahren angefangen und ich bin auch nur auf mein Drängen hin von meinem HA zum Rheumatologen überwiesen worden. Sonst stände ich immer noch mit meinen Schmerzen allein da. "Manche Menschen haben halt Schmerzen", waren die Worte meines HA. Er steht der Fibromyalgie sehr kritisch gegenüber ("das ist was für psychisch Affektierte"), aber davon lass ich mich nicht einschüchtern. Ich hatte Glück, eine nette, verständnisvolle und kompetente Rheumatologin zu "erwischen".

    Ich wünsche dir für die Diagnosefindung alles Gute und das es dir bald besser geht.

    Liebe Grüße,

    Susi
     
  16. Günter

    Günter Guest

    Guter Rat

    Hallo, war lange nicht hier, aber die Antwort von Herrn Dr. Langer reizt mich. Bitte entschuldigen Sie Herr Dr. Langer, dass ich als medizinischer Laie und "Nur-Patient" gewagt habe zu "Mucken". Sicher ist, dass neben der klassischen (Pharmaindustrie geprägten) Ärzteschaft, alternativen bestehen.

    Sarkasmus und Ironie sind bei diesem Thema sicherlich nicht angebracht, denn mein Rat basiert auf eigenen Erfahrungen mit Ärzten, deren teilweise unbedachte Verschreibungspraxis schon als Fahrlässig bezeichnet werden muss. Was bringt es eigentlich, wenn ich schmerzfei bin aber anschließend die Leber oder Nieren nachhaltig geschädigt sind. Sicherlich sind heute Medikamente auf dem Markt, die nicht mehr die verherenden Nebenwirkungen früherer Rheuma-Medikamente haben und zur Not gibt es ja auch wieder Medikamente gegen die Nebenwirkungen. Ich habe auch nicht behauptet, das Fasten das Seeligmachende ist und bei jedem Rheuma hilft. Sicherlich liegt, wie immer, die Wahrheit in der Mitte. Fasten, einhergehend mit nachhaltiger Ernährungsumstellung und deutlich reduzierte Medikamentennahme. Ansonsten empfehle ich auch Literatur zu diesem Thema von Herrn Dr. H. Lützner in seinen Antworten auf immer wieder gestellte Fragen!

    Es folgt ein Zitat aus der Internetseite von Herrn Dr. Lützner: Kann man mein Rheuma/ meine Gicht durch Ernährung beeinflussen?

    Rheumatische Erkrankungen lassen sich durch Fasten und Ernährung sehr gut behandeln - nur leider nicht bei jedem Menschen und in jedem Stadium der Erkrankung: abgemagerte, chronisch Kranke mit vielen Medikamenten haben leider wenig Chancen.

    Im Frühstadium sollte jede Rheuma- oder Schmerzbehandlung mit Fasten und Ernährung beginnen. Probieren Sie in Form einer Selbsthilfe, sofern Sie sicher sind, daß Ihr Körper ansonsten gesund ist. (Siehe Literatur: "Rheuma und Gicht -Selbstbehandlung durch Ernährung.")
    Kranke müssen sich durch fastenerfahrene ÄrzteInnen beraten lassen. Zitat Ende!

    Nachzulesen bei: http://www.fastenfuergesunde.de/Fragen/fragen.html

    Gruß Günter
     
  17. Colana

    Colana Musikus

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    Schleswig-Holstein
    Hallo Günter,

    leider hast Du bei Deinen Aussagen vergessen, dass chronisch Kranke wie Rheumatiker, Diabetiker etc. in eine Fastenklinik gehören, sie es nicht - ich wiederhole nicht - alleine machen dürfen....

    Ich selber für mich faste (nach einer Mandel-OP) mit diesem Buch "Wie neugeboren durch das Fasten" ( ich bin im Heilfasten angeleitet worden und mache es zum Teil bis zu 24 Tagen unter ärztlicher Aufsicht) nun schon seit 13 Jahren ein Mal im Jahr, aber weggegangen ist mein Rheuma (ich habe seit 21 Jahren cP) nicht.... man kann es sicherlich etwas "eindämmen" (ich kann es im Augenblick nicht anders beschreiben, sorry), aber ansonsten...... Und ich gehöre zu denjenigen, die gute Erfahrungen gemacht haben...., aber wenn ich jemals stärkere Medis benötigen werde, dann werde ich sie auch nehmen, da ich keine Lust habe, je wieder diese Schmerzen zu haben... nicht aus der Wanne zu können, weils vor Schmerzen nicht geht...

    Rheuma- bzw. chronisch Kranke gehören in die Hände von erfahrenen Ärzten und nicht selbst behandelt. Und ich kann nur abraten, wenn der Patient eine Gruppe von abgestimmten Medis einnehmen muss, überhaupt ans Fasten zu denken, es sei denn, der Patient fragt beim Arzt an, ob er es befürwortet, da nur er es überblicken kann, ob ein Fasten überhaupt in Frage kommt........

    Vielleicht hast Du ja tatsächlich das Glück und gehörst zu den ganz wenigen, bei denen es zu 100 % anschlägt... ich hoffe und bete, dass es so für Dich bleibt....

    Ich wünsche einen schönen Abend und eine schmerzfreie Zeit
    Colana
     
  18. Glitzerchen

    Glitzerchen Guest

    Heilfasten

    Meine Hausärztin ist auch Ärztin für Naturheilverfahren, sie und ich versuchen
    soviel wie möglich über die Naturschiene abzuwickeln, aber vom Heilfasten
    hat sie mir dringend abgeraten. Mein Körper würde das nicht mitmachen.
    Da ich mich eh sehr gesund ernähre, ist es wohl dann auch nicht wirklich so
    nötig. Aber Günter, bitte nicht sagen, das es wohle jede7r machen kann,
    nein, kann nämlich nicht jede/r.

    Liebe Grüße
    Glitzerchen
     
  19. Monsti

    Monsti das Monster

    Registriert seit:
    30. April 2003
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    Ort:
    am Pillersee in Tirol
    Hi Colana und Glitzi,

    und Recht habt Ihr! Ab jetzt auch für Günter:

    Naja, und wenn ich mit Fasten anfangen würde, wäre das eh eine ziemlich Katastrophe. Bin ja schon froh, wenn ich tolerables Untergewicht erreiche.

    Das Gedönse zur Pharmaindustrie kann ich mittlerweile nicht mehr hören. Sicher, die verdient gut an uns. Okay, solange uns damit geholfen wird, ist mir das ziemlich wurscht. Bisher hat bei mir kein einziger Heilpraktiker oder naturheilkundlich orientierter Arzt auch nur annähernd das erreicht, was ich jetzt mit meiner neuesten Therapie erlebe. Leider eher das Gegenteil, und ich hatte es viele Jahre lang mit viel Geduld versucht. Ich möchte wirklich nicht mehr tauschen mit den Zeiten, als ich mir nicht mal mehr die Zähne putzen konnte, als schon das Rühren in der Kaffeetasse eine schmerzhafte Herausforderung und unsere Stiege ein unüberwindliches Hinternis war.

    Natürlich habe ich keine Gicht oder sonst eine Stoffwechselerkrankung. Die Gicht lässt sich mit einer veränderten Ernährung behandeln, logisch. Nicht umsonst war sie während der Hungerzeiten nach dem 2. Weltkrieg so gut wie ausgestorben.

    Das hat aber mit den Autoimmunerkrankungen kein Stück zu tun.

    Grüßle von
    Monsti
     
  20. petra78

    petra78 Guest

    Hallo Günther,

    natürlich kann und sollte man die Gicht durch Diät behandeln.

    Kann man mein Rheuma/ meine Gicht durch Ernährung beeinflussen?

    Gicht ist ja auch kein Rheuma in dem Sinne, sondern eine Störung im Purinsäurestoffwechsel mit nachfolgender Hyperurikämie, also Harnsäureerhöhung im Blut. Diese Harnsäurekristalle lagern sich schlussendlich in den Gelenken ab und verursachen dort eine heftige Entzündung.
    Der an Gicht erkrankte muss also eine purinarme Kost essen.

    Wäre es allerdings so einfach Rheuma zu behandeln, würden wir uns sicher nicht damit herumschlagen so heftige Medikamente wie Mtx o.ä. einzunehmen und die Nebenwirkungen und Einschränkungen einer solchen Therapie ertagen.
    Natürlich sollte man sich gesund ernähren, aber das sollte schließlich jeder andere auch.

    Lieben Gruss, Petra