Hallo Evje,
auch ich bin in der Schule - auf der besseren Seite des Pultes -. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es ein Glück ist, als Lehrer/in berufstätig zu sein, wenn man eine rheumatische Erkrankung hat. Ich habe Bechterew.
Das Gute: Ob ich sitze oder stehe, kann ich je nach Situation abwechseln. Ich habe zweitweise auf einem Pezzi-Ball im Zimmer gesessen und mittlerweile einen Kipphocker (gibt es von Löffler, etwas teurer oder aus Kunststoff und wirklich preiswert vom VS-Versand, der stellt Schulmöbel her).
Wenn ich einen Schub habe, dann stehe ich früher auf, dosiere die Schmerzmittel entsprechend und weiß, dass ich um spätestens 13 Uhr die letzten Schüler vor mir habe. Meist schlafe ich danach zu Hause einige Stunden (halt mit noch mehr Schmerzmitteln) oder liege mal auf einem der Sofas im Klassenzimmer, korrigiere dann spät am Abend.
Wichtig war mir auch, dass sowohl das Kollegium, als auch die Schüler Bescheid wissen; mir macht dies das Arbeiten dann auch leichter möglich, wenn ich mal total steif in die Schule komme oder nach 3 oder 4 Stunden "die Segel streichen" muss.
Meist habe ich auch Sachen so vorbereitet, dass die Kinder z.B. in Gruppenarbeit oder an Lerntheken arbeiten, wenn es mir mehr als nicht gut geht. (Wobei sie so auch arbeiten, wenn es mir gut geht.) Nummer vom Arzt, Schmerzmitteldepot im Lehrerzimmer ist den Kollegen auch bekannt. Das erwies sich als sinnvoll, als mir mal jemand unbedacht herzhaft zur Begrüßung auf den Rücken schlug - mit der gefühlten Kraft eines Eisbären... Bei Bechterew extrem ungünstig... Ich hatte dann mal 2 Stunden keinen Unterricht...
Also: Vielleicht legst du dir für den Unterricht "Notfall-Stunden" zurecht, wenn du nicht fit bist, ansonsten Kollegen aufklären. Meine Schüler "leiden" auch nicht mit mir mit. Sie sehen zwar manchmal, dass ich schweißgebadet werde (z.B. im Schub), sehen mich aber auch "locker" damit umgehen und sind da wirklich problemlos... Gerade, wenn du Grundschüler hast, ist das weniger ein Problem.
Wenn ich viel zu schleppen habe, dann bringe ich die Sachen nur zur Schulhaustür (aus dem Kofferraum des Autos) und die Kinder holen es dort ab. Macht denen Spaß und klappt immer.
Du wirst deinen Weg mit deinen Schülern und Kollegen/innen finden.

Und warum es ein Glück ist, als Lehrer/in zu arbeiten? Weil ich merke, dass die 12 Wochen Schulferien das Schuljahr unglaublich gut strukturieren und diese Pausen super sind, für mich als Bechti. In einem anderen Arbeitsverhältnis hätte ich 4 Wochen frei.... Und hier kann ich problemlos Rehatermine, persönliche Vorsorgeaktionen etc. in den Ferien machen, ohne das Arbeitsverhältnis zu belasten.
Gutes Gelingen,
Pezzi