Gluten & Rheuma ?

Dieses Thema im Forum "Ernährung" wurde erstellt von Christina, 16. Juli 2002.

  1. Christina

    Christina Guest

    Hallo,

    ein HP verwies mich heute auf einen Zusammenhang zwishcen Glutenunverträglichkeit und Rheuma, insbesondere bei zusätzlicher entzündl. Hautbeteiligung (was bei mir eher nicht vorliegt).

    Hat einer von Euch davon schon mal was gehört?


    Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß ich mich seit etwas mehr als einem Jahr zunehmend vermehrt von Getreide ernähre. Dh. z.B. als Kartoffel oder Reisersatz...

    Hat mich jetzt ins Grübeln gebracht.

    Herzliche Grüße christina
     
  2. Silvia

    Silvia Guest

    Hallo Cristina

    So, mal sehen ob ich das noch halbwegs korrekt zusammenbekomme.

    Lt. meinem HP bewirkt eine Autoimunerkrankung eine Eiweiss-Stoffwechselstörung. D.h. der Körper verwertet das über die Nahrung aufgenommene Eiweiss nicht genügend --> zuviel Eiweiss im Blut --> bewirkt bzw. begünstigt die Entzündungsvorgänge im Körper.

    Deshalb wird bei einer Naturheilkundlichen Rheumatherapie (meist) auf eine eiweissarme (besonders das tierische)und oft auch auf eine zumindest glutenarme (Gluten = Klebereiweiss im Getreide) Ernährung geachtet. Ebenso wichtig ist eine basische Ernährung. Rheumis sind meist auch stark übersäuert was ebenfalls die Entzündungen begünstigt.

    Alleine schon aufgrund des Säure/Basenhaushalts ist eine getreidereiche Ernährung eigentlich nicht zu empfehlen, da Getreide zu den säureüberschüssigen Lebensmittel gezählt wird. Vollkorn-Getreide schneidet etwas besser ab, aber die Weissmehle sind eigentlich leere Kohlenhydrate die im Körper zu Zucker verstoffwechselt werden und Zucker säuert sehr stark !!!
    Sehr basische Lebensmittel sind aber Kartoffeln, Reis, etc. also eigentlich genau dass, was du bewusst weglässt.

    Ob das tatsächlich so stimmt, da gehen die Lehrmeinungen wohl sehr auseinander. Ich jedenfalls wurde bei meiner Therapie vom HP auf eine eiweissarme und die ersten 6 Monate auch glutenfreie Diät gesetzt. Ich selbst merke eine Veränderung meiner Schmerzen besonders wenn ich zuviel Fleisch erwische.

    Grüsse
    Silvia
     
  3. Christina

    Christina Guest

    Hallo Silvia,

    danke für die Aufklärung. Als ich es las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. ich hatte total verdrängt, daß Getreide Säureüberschuß hat.

    Ich hatte mich falsch ausgedrückt. Ich ersetze nicht wirklich Kartoffeln und Reis. Nur wollte ich etwas mehr Abwechslung in meinem Speiseplan, zumal ich eher wenig Fleisch esse. Und daher mehr Getreide. Grundsätzlich Vollkorn.

    Scheint als überprüfe ich doch besser noch mal mein Speiseplan...
     
  4. Dina

    Dina Guest

    Hallo !
    Ob es generell so ist, kann ich nicht sagen. Allerdings wurde bei mir ( M.Bechterew) im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes eine Glutenunverträglichkeit festgestellt.( Ich ahnte davon nichts und schob die Magen-Darmkrämpfe immer auf die Medikamente )
    Viele Grüße
    Dina
     
  5. Silvia

    Silvia Guest

    Hallo Christina

    Ich kenne das Problem mit dem Speiseplan nur allzugut, da mich mein HP auf eine beinharte Diät gesetzt hat und ich diese nun auch schon über 2 Jahre beibehalte. Naja, ich muss dabei aber gestehen, dass sich seit einiger Zeit mein "Sündenregister" ganz schön anhäuft.*g*

    Aber es gibt für Getreide auch wirklich gute Alternativen, die auch lecker schmecken. Da mein kleiner Sohn auch eine Weizenallergie hat, habe ich viel auf Hirse, Quinoa, Amaranth, etc. umgestellt. Gerade Hirse ist sehr vielseitig verwendbar, und schmeckt auch gut. Hirse ist ausserdem sehr Mineralstoffreich, was für Rheumis auch immer gut ist. Hirse gibts z.B. als Mehl, Gries, ganze Körner, etc. Man kann sogar damit backen. Gutes, vielseitig verwendbar und sehr gesund sind auch Kichererbsen, die in der südländischen/orientalischen Küche viel verwendet werden.
    Es ist nur eine Frage der Umgewöhnung. Wenn du mal im Internet auf vegetarische oder veganische Seiten gehst findest du auch massenhaft Rezepte.

    Viel Glück beim probieren.
    Silvia
     
  6. häsin

    häsin Registrierter Benutzer

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    Als ich auf glutenfreie Ernährung umgestellt habe, konnte ich MTX und Cortison bald absetzen. Bin jetzt seit über einem Jahr ohne Medikamente beschwerdefrei. Was für mich wie ein Wunder ist, denn als das Rheuma bei mir ausbrach, hätte ich ohne Medikamente bald nicht mehr alleine leben können bzw ich konnte kaum mehr laufen und die Hände nicht mehr bewegen und hätte schreien können vor Schmerzen. Ich hoffe, das war wirklich der Grund und dass ich jetzt geheilt bin!
     
  7. Uschi(drei)

    Uschi(drei) Registrierter Benutzer

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    @häsin du schreibst auf einen Beitrag von 2002.


    Uschi
     
    #7 13. Dezember 2015
    Zuletzt bearbeitet: 13. Dezember 2015
  8. DesperadoGirl

    DesperadoGirl Registrierter Benutzer

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    Hallo Häsin,

    davon abgesehen, dass es ein alter Thread ist, der hier reaktiviert wurde, interessant ist das Thema doch auf jeden Fall, zumal es sehr viele Rheumatiker gibt, die Magen-Darmprobleme mit sich herumschleppen. Bei mir wurde Zöliakie zwar ausgeschlossen, aber da mir das bei meinen trotzdem bestehenden Problemen nicht half, habe ich mich selbst auf glutenfrei gesetzt und bin damit endlich beschwerdefrei geworden. Im Zuge dessen konnte ich auch mein MTX reduzieren. Der Darm ist nun mal das zentrale Organ und, wenn da etwas im Argen liegt, zieht das oft einen Rattenschwanz körperlicher Probleme nach sich.

    Wenn du schon seit einem Jahr keine Gelenkschmerzen mehr hast, stehen die Chancen schon sehr gut, dass du mit der Behandlung der Glutenunverträglichkeit auch den Auslöser für deine Gelenkbeschwerden beseitigt hast. Ich wünsche dir, dass es so bleibt:top:.
     
  9. MiaBailey

    MiaBailey Neues Mitglied

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    Hallo zusammen.
    Ich möchte gerne das Thema gerne mal wieder nach vorne bringen, da ich das zuvor Gesagte nur bestätigen kann. Ich hatte heftiges Rheuma in meinen Händen, habe dann Cortison und anschließend MTX verschrieben bekommen. Zusätzlich stellte sich eine Glutenunverträglichkeit und eine Fructoseintoleranz heraus. Unter Glutenverzicht habe ich mit meinem Arzt die Dosis von MTX auf null gesenkt. Ich wollte unbedingt weg von den Spritzen. Jetzt nehme seit einem halben Jahr keine Medikamente mehr und bin beschwerdefrei. In der Zeit hatte ich an 2 aufeinander folgenden Tagen gesündigt und schon fingen die Gelenkschmerzen wieder an. Allerdings gingen sie unter glutenfreier Ernährung ebenso schnell wieder weg. Ich kann nur empfehlen es einfach mal auszuprobieren. Es gibt inzwischen so viele Alternativen zum Weizenmehl zu kaufen.
     
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  10. Gertrud

    Gertrud Registrierter Benutzer

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    Ich bin ja auch glutenfrei unterwegs - noch dazu vegan, weil ich vermutlich auch auf tierische Eiweiße ungut reagiere. Ich komme ganz gut mit der Ernährung klar, obwohl es natürlich ziemlich aufwändig und anstrengend ist - im eigenen Haushalt geht das noch, aber bei Einladungen oder Restaurantbesuchen o.ä. wird es schon fast unmöglich.

    Mein Auslöser waren vor allem Darmbeschwerden - und die habe ich damit gut in den Griff bekommen. Dass das Rheuma nun unmittelbar darauf reagiert hätte, kann ich nicht sagen - allerdings geht es mir damit gerade auch ganz gut.

    @MiaBailey - nur zur Info, weil du von "Alternativen zum Weizenmehl" schreibst - hier muss man sich genau informieren, denn Gluten ist in mehr als in nur Weizen, z.B. auch in Dinkel, teilweise sogar in Haferflocken und natürlich zugesetzt in 1000 Lebensmitteln.
     
  11. MiaBailey

    MiaBailey Neues Mitglied

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    Ich weiß. Die 1.000 zugesetzten Lebensmittel meide ich. Ich koche viel selbst, dann weiß ich, was drin ist. Haferflocken gibt es in glutenfrei. Mein Brot backe ich selbst mit selbstgemachtem Vollkornroggensauerteig und Vollkorndinkelmehl. Das vertrage ich gut, nur halt kein Weizenmehl.
     
  12. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Und du bist tatsächlich durch diese Ernährung symptomfrei geworden?
    Wie lange hat es gedauert, bis dein Rheuma durch diese Ernährung "geheilt" wurde?
    Es gibt ja viele Menschen, die in Remission sind, auch ohne Ernährungsumstellung, deshalb würde ichs gern verstehen, was Rheuma mit Gluten zu tun hat. Von der Arachidonsäure weiß ichs.

    Ich hab ebenfalls Gluten gestrichen, weil ich Darmprobleme hatte. Außerdem habe ich meine Ernährung umgestellt, wie es angeraten ist.
    Aber meinem Rheuma ist das völlig egal.
     
  13. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    ….dann haben deine Beschwerden ursächlich nichts mit dem Gluten zu tun....

    Du sagtest oben, dass du "Glutenverzicht" betreibst - das lässt sich mit Roggen und Dinkel nicht vereinbaren.
     
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  14. Gertrud

    Gertrud Registrierter Benutzer

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    So ist es! Das hat mich jetzt auch gewundert!
     
  15. MiaBailey

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    Ich hatte ab August 2018 fühlbare Entzündungen in den Händen, Schmerzen und Morgensteifigkeit in den Gelenken. Besser wurde es dann im Winter erstmal mit Cortison und später mit MTX. Parallel kam die Vermutung durch starke Beschwerden einer Glutenunverträglichkeit auf. Hinzu kam nach einem Test eine Fructoseintoleranz. Dann Ernährungsumstellung (kein Weizenmehl/ Gluten mehr, wenig Fruchtzucker und weniger Fleisch). Mitte 2019 waren alle Entzündungen weg und ich war beschwerdefrei. Dann haben wir die Dosis immer weiter runtergefahren. Seit Januar 2020 nehme ich nichts mehr und alles ist prima. Ich hatte davon zuvor in einem Bericht von einer Frau gelesen und hoffte, dass es auch bei mir klappen würde, weil ich nicht mein Leben lang Spritzen nehmen möchte. Ich glaube, dass man über eine gute Ernährung viel erreichen kann. Denn meine Darmbeschwerden sind passé und dazu habe ich ein besseres Hautbild bekommen. Ich kann nicht sagen, ob es bei jedem klappt.
     
  16. MiaBailey

    MiaBailey Neues Mitglied

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    Zum einen wird beim Sauerteig durch die Fermentation und lange Ruhezeit vom Teig der Glutengehalt stark abgebaut und zum anderen, unterscheiden sich die Eiweiße/Gluten bei den Getreidesorten. Weizen wurde der Industrie zuliebe auf einen hohen Glutengehalt gezüchtet.
    Außerdem bekommen ich wieder Beschwerden und Gelenkschmerzen wenn ich z.B. Kuchen aus Weizenmehl essen.
     
  17. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Das weiß ich alles, Mia, aber eine Glutenunverträglichkeit ist nicht abhängig von der Dosis und betrifft ALLE glutenhaltigen Speisen.
    Eine echte Glutenunverträglichkeit benötigt lebenslangen Verzicht auf jegliches Gluten!
     
  18. Hallo liebe MiaBailey,

    ich finde deinen Ansatz sehr interessant und versuche auch Weizenmehle zu vermeiden.
    Backe auch mein Brot selbst mit der 12 Std. Regel und vertrage das ganze recht gut.

    Allerdings ist echt so, das viele Nahrungsmittel verstecktes Gluten enthalten.
    Hier mal eine Liste mit allen Glutenhaltigen und Glutenfreien Nahrungsmitteln.

    Erschreckend ist, das selbst im Senf Gluten enthalten ist.:aeh:
    Wusste ich bis dato auch nicht.

    Es ist sehr schwer sich komplett "Glutenfrei" zu ernähren. Aber nicht unmöglich.
    ...Versuch macht klug.;)

    Ich würde aktuell auch fast alles ausprobieren, wenns irgendwie hilft.
    Danke nochmal für deinen Denkanstoß, und hoffe dir gehts ganze lange so gut wie jetzt. :)

    Liebe Grüße Indeed
     
  19. Sinela

    Sinela Registrierter Benutzer

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    Das ist mit Gelatine nicht anders. Die ist in Lebensmitteln drin, in denen man sie nie vermuten würde.
     
  20. MiaBailey

    MiaBailey Neues Mitglied

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    Ja, zum Glück gibt es die Zutatenauflistung, aber gibt auch viele glutenfreie Produkte von Schär oder glutenfreies Brot und wer mag Pizza und Nudeln im Lidl. Ansonsten koche ich viel selbst. Mein Lieblingsitaliener biete ebenfalls glutenfrei Pizza an. Im Restaurant ist es aber noch selten.
     
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