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GdB - Widerspruch nach Akteneinsicht

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von ingrid-anna, 17. August 2008.

  1. ingrid-anna

    ingrid-anna Neues Mitglied

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    Hallo, (sorry, mein Text ist etwas lang geworden:o)

    ich hatte mich nun durchgerungen, nach fast 3 Jahren Erkrankung (Vaskulitis - Riesenzellenarteriitis = Entzündung der Aorta abdominalis, dies ist eine Entzündung der Hauptarterie im unteren Bauchbereich) einen GdB-Antrag über den VdK zu stellen.

    Seit Anfang des Jahres nehme ich außer Cortison (derzeit ausschleichend 6 mg - klappt aber nicht so ganz, der CRP geht immer wieder hoch) noch 20 mg MTX (Spritze) als Basismedikament dazu.

    Mein Gesundheitszustand hat sich leider in den letzten 1 bis 1/2 Jahren nicht unbedingt stabilisiert, außerdem sind zu der Grunderkrankung diverse andere Beschwerden, die teilweise durch die Medis bedingt sind, dazubekommen.

    Da hätten :rolleyes: wir zum Beispiel die

    -cortisonbedingte Myopathie (Muskelschwäche, vorzugsweise in den
    Oberschenkeln)
    - erhöhter Augeninnendruck durch das Corti
    - Bluthochdruck durch Corti
    - Osteoporose durch Corti ( bisher 2 Rippenbrüche)
    - Dranginkontinenz (woher weiß keiner)

    als "Hauptbeschwerden" zu der Vaskulitis.

    Die Vaskulitis kommt vom CRP her nicht "zur Ruhe", d.h., seit 3 Jahren haben wir (damit meine ich meine Ärztin und mich;)) es nicht geschafft,
    das der CRP (Entzündungsparameter) endlich mal stabil wird, d.h., er ist immer mehrfach erhöht und mein allgemeines Befinden (extreme Müdigkeit, stark reduziertes Allgemeinbefinden usw.) dementsprechend. Noch dazu kommt die Muskelschwäche, aufgrund der ich auch nicht mehr so belastbar bin und nach kurzer Zeit schnell ermüde.

    Wortfindungsstörungen, Vergesslichkeit, Gleichgewichtsstörungen und Angstzustände denke ich, kommen von den Medis (haben ja auch viele hier im Forum) und langsam werden auch meine depressiven Phasen mehr/öfter, so dass ich darüber nachdenke, ob es vielleicht nicht angebracht wäre, eine Therapie zur Krankheitsbewältigung zu machen.

    In der GdB-Tabelle heißt es:

    "Die Beurteilung des GdB bei Vaskulitiden richtet sich nach Art und Ausmaß der jeweiligen Organbeteiligungen sowie den Auswirkungen auf den Allgemeinzustand, wobei auch eine Analogie zu den Muskelkrankheiten in Betracht kommen kann. Für die Dauer einer über sechs Monate anhaltenden aggressiven Therapie soll ein GdB von 50 nicht unterschritten werden"

    Vor einer Woche habe ich nun einen GdB von 30 - unbefristet - bekommen, mit dem ich aufgrund meiner Vaskulitis-Erkrankung und meinen andauernden Krankheitssymptomen/-einschränkungen nicht einverstanden bin. Mit dem VdK wurde Widerspruch (und Akteneinsicht) eingelegt. Und hier nun die Begründen für GdB 30 (nach Akteneinsicht) und nicht wie beantragt GdB 50:

    "entzündliche Gefäßerkrankung der Bauchaorta, welche unter der Kombinationstherapie mit Cortison und Methtrotrexat in der Bildgebung nicht mehr nachzuweisen ist *), und die im Labor nur zu einer geringen**) Erhöhung der Entzündungsparameter führt, so dass allein unter diesem Aspekt ein GdB von 30 zustünde.

    Ob die Allgemeinsymphtome wie Kraftlosigkeit, Abgeschlagenheit, Wortfindungsstörungen, Vergesslichkeit, Angstzustände und Gleichgewichtsstörungen der Vaskulitis zuzuschreiben sind oder eventuell einer bislang nicht diagnostizierten seelischen Störung entspringen, bleibt offen."


    *) seit einem Jahr sind (Gott sei Dank) in den bildgebenden Verfahren keine Entzündungen mehr "nachweißbar". Wobei meine Entzündungsparameter (CRP und die BSG) leider nicht "nachziehen", weswegen ich Anfang Juni 08 auch in der Uniklinik Erlangen noch mal gründlich untersucht wurde, um eventuelle weitere Gefäßentzündungen ausszuschließen.

    **) Die Definition, ab wann ein CRP erhöht ist:

    - ein CRP ist normal, wenn es mit 0,5 mg/dl gemessen wird
    - eine deutliche Erhöhung liegt etwa bei 5 - 10 mg/dl vor
    - hohe Werte liegen über 10 mg/dl
    - CRP über 20 mg/dl sind sehr hoch usw.


    Meine gemessenen CRP-Werte in diesem Jahr lagen im Schnitt immer (mit ganz wenigen Ausnahme auch mal unter 10 mg/dl), über
    10 mg/dl (13, 15, 18 und auch 25). Ich bin seit über 2 Jahren wöchentlich beim Arzt zur Blutabnahme, weil der CRP nicht stabil runterzukriegen ist, und wir das Corti senken müssen; auch wegen der cortisonbedingten Muskelschwäche, die vor einem Jahr in der Uniklinik Erlangen diagnostiziert wurde.

    Jetzt weiß ich nicht so genau, wie ich den Einsspruch formulieren kann und wie ich am besten meine Symptome konkretisiere und beschreibe. Das Problem ist, dass die Vaskulitis eine "seltene" Erkrankung ist und viele Ärzte sie gar nicht unbedingt "kennen". Ich habe in diesem Sinne keine Schmerzen, aber mein Allgemeinbefinden ist extrem reduziert und es wird immer besonders schlimm, wenn der CRP wieder gestiegen ist.

    Und mit "...seelischen Störungen entspringt" weiß ich jetzt auch nicht so recht was anzufangen. Psychoschiene??:confused:

    Was meint ihr dazu? Lieben Dank schon mal :yllove: und ein :bussi:

    an ALLE:)

    ingrid-anna
     
  2. Sprotte79

    Sprotte79 Sprotte79

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    Hallo Ingrid-Anna,

    ich habe zwar keine Vaskulitis, kenne aber ein paar Leute damit. Ich kann dir nur raten, auf jeden Fall psychotherapeutische Hilfe zur Krankheitsbewältigung in Anspruch zu nehmen. Außerdem kannst du dann den Therapeuten bitten, sich auch in der Angelegenheit zu äußern.
    Ich würde den Abschnitt Ob die Allgemeinsymphtome wie Kraftlosigkeit, Abgeschlagenheit, Wortfindungsstörungen, Vergesslichkeit, Angstzustände und Gleichgewichtsstörungen der Vaskulitis zuzuschreiben sind oder eventuell einer bislang nicht diagnostizierten seelischen Störung entspringen, bleibt offen. nicht negativ werten. Die Wortfindungsstörungen solltest du aber nochmal abklären lassen. Ebenso die Vergesslichkeit. Hattest du denn mal einen Schlaganfall oder ähnliches? Wenn du eine diagnostizierte seelische Störung hast, könnte sich das "positiv" auf den GdB auswirken.

    Bei weiteren Fragen oder sonstigem Interesse kannst du mir gerne eine PN schreiben.

    Liebe Grüße,
    Britta
     
  3. Katjes

    Katjes Bekanntes Mitglied

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    hallo ingrid-anna,
    hilft dir der vdk nicht beim begründen und formulieren des widerspruches?

    mir hat der vdk bei meinem widerspruch gegen die ablehnung meiner
    berentung sehr geholfen.

    leider kann ich dir sonst nicht weiterhelfen,außer das ich an deiner stelle auch eine therapie zur krankheitsbewältigung machen würde.

    liebe grüße
    katjes
     
  4. ingrid-anna

    ingrid-anna Neues Mitglied

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    Hallo Britta, vielen Dank für Deine Antwort.

    Wortfindungsstörungen und Vergesslichkeit sowie Wahrnehmungsstörungen habe ich im Juni 2008 in der Uniklinik Erlangen mit angegeben. Deswegen wurde auch ein MRT des Schädels gemacht. Aber, außer

    "minimale Wandirregularität der linken A. carotis interna und zwei unspezifische hyperintens Läsionen"

    die lt. meiner Internistin "normal altersbedingt" wären, wurden keinerlei Hinweise gefunden. Das ist für mich erstmal insoweit ok, weil es nach dem Schädel-MRT auch keinen Hinweis auf eine ZNS-Vaskulitis (Zentrale Nervensystem-Vaskulitis) gibt.

    Ich vermute nun, dass diese Begleiterscheinungen doch mehr medikamentenabhängig sind und habe das auch von anderen RO'lern hier öfters gelesen. Wahrnehmunngsstörungen stehen z.B. als Nebenwirkung bei MTX beschrieben (hab' mir extra noch mal den Beipackzettel durchgelesen :D)

    Hallo katjes, auch erstmal Danke für Deine Antwort.

    "...hilft dir der vdk nicht beim begründen und formulieren des widerspruches?"

    Ich denke, der VdK kann auch nur schreiben bzw. den Widerspruch formulieren mit dem, was ich vorgebe :(. Da der VdK diese Erkrankung auch nicht kennt, sind die Bearbeiter doch sicherlich darauf angewiesen, was ich für den Widerspruch zusammenstelle? :confused:

    Ich hatte hier gelesen, dass man bei einem Widerspruch die Einschränkungen, die durch die Erkrankung entstehen, genauer definieren soll und inwieweit sie einem daran "hindern", am "normalen" Alltagsleben teilzunehmen bzw. dies zu bewältigen.

    Leider ist die Einschätzung der Internistin vom Versorgungsamt, die die ärztliche Stellungnahme hinsichtlich der Vaskulitis und der Entzündungsparameter abgegeben hat, sehr daneben, da auch ohne Entzündungszeichen in den bildgebenden Verfahren die Vaskulitis aktiv sein kann. Was man auch an dem ständig erhöhten CRP und der Blutsenkung erkennen kann.

    Und wenn es mir mit den erhöhten Entzündungswerten so wunderbar gehen würde, was ich natürlich gerne hätte, müssten wir nicht ständig das Corti und MTX erhöhen. Ganz davon abgesehen, haben sie meine Muskelschwäche absolut "vergessen". Die taucht nirgendwo auf.

    Dafür wurden mir für

    - Grüner Star (Glaukom) 10 GdB
    - Osteoporose 10 GdB
    - Bluthochdruck 10 GdB
    - Unwillkürlicher Harnabgang 10 GdB
    - Pityriasis lichenoides chronica (das ist eine Sonderform der Schuppenflechte) 10 GdB

    gegeben. Die allerdings keine Auswirkungen auf den Gesamt-GdB haben.

    Mhm, was mach' ich bloß:confused:.
    Kann ich denn den Arzt beim Widerspruch darüber "aufklären", dass seine Einschätzungen, z. B. hinsichtlich der Entzündungsparameter bei der Vaskulitis, nicht richtig ist? Sollte das besser meine Internistin in einem zusätzlichen Attest irgendwie formulieren (wobei meine Internistin leider keine Rheumatologin, sondern Nephrologien ist und ich für sie die einzige Vaskulitis-Patientin bin (ich bin aber trotzdem sehr zufrieden mit ihr - sie passt sehr gut auf mich auf;)).

    Ich weiß leider nicht, wie das mit dem Widerspruch fundiert ablaufen soll, damit das nicht ein ständiges Hin und Her gibt.

    Liebe Grüsse
    ingrid-anna
     
  5. Mücke

    Mücke Guest

    hallo ingrid anna,

    man hat deine myopathie(muskelschwäche) nicht vergessen sondern in die allgemeinsymptome gesetzt
    ich denke mal, dass man die myopathie durch "kraftlosigkeit" ersetzt hat

    ich würde im widerspruch auch darauf hinweisen, dass es bei dir kein allgemeinsymptom ist-wenn ich es richtig verstanden habe^^
     
  6. klaraklarissa

    klaraklarissa Neues Mitglied

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    hallo ingrid - anna,

    du musst wirklich deine einschränkungen gegenüber der kommission darlegen, denn letztendlich kommt es nur darauf an, was dich von einem "normalen gesunden menschen" bei der teilhabe am normalen leben unterscheidet.
    wie lange kannst du stehen, gehen, sitzen, lesen, schreiben.... ? brauchst du hilfsmittel? wie schnell ermüdest du? bist du dann "unbrauchbar".... so das du dich unbedingt hinlegen musst, oder "nur" reduziert? schmerzen....durchfall ... verstopfung .... minderbelastung wegen weiterer zu erwartender knochenbrüche .... ich habe mir mittlerweile 17 rippenbrüche zugezogen ( 10 + 5 + 2 ... und immer wieder neue...)
    du musst deinen zustand umschreiben .... plausiebel machen, wie sich dein leben negativ verändert hat.... !
    richtig helfen kann dir dabei eigentlich niemand, denn nur du selbst weist, wie es um dich bestellt ist. schreibe alles auf, was dir einfällt an einschränkungen und beschwerden.
    diagnosen, laborbefunde u.ä. spielen eher eine untergeordnete rolle.

    ich habe progressive systemische sklerose, vaskulitis, cp, osteoporose, diabetis, grauer star, nierenversagen ........ und noch etliches mehr.
    habe 80% mit G und H und sonderparkberechtigung, werde aber jetzt auch noch einmal einen verschlimmerungsantrag stellen.
    bin z.zt. wenig hier bei r.o., da mein psycholoch scheinbar immer noch zu tief ist...

    dir wünsche ich alles gute und halt die ohren steif


     
  7. ingrid-anna

    ingrid-anna Neues Mitglied

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    Hallo Mücke, danke für Deine Antwort. Werde beim Widerspruch auf jeden Fall auf die Muskelschwäche eingehen. Denn diese Erkrankung/Einschränkung ist nach der Vaskulitis mit am gravierensten.

    Liebe klaraklarissa, Danke für Deine Info. Ich wünsche Dir sehr,
    dass Du es schaffst, Dich aus diesem "P.-Loch" wieder zu befreien. Nimmst Du denn therapeutische Hilfe in Anspruch?

    OK, werde also die relevanten gesundheitlichen Einschränkungen/Behinderungen im Alltagsleben mit meinen eigenen Worten schildern bzw. beschreiben (da kann aber schon ein bißchen was zusammenkommen;)). Ich dachte auch, dass ich das nicht dem VdK überlassen sollte, das zu formulieren.

    Was für eine Vaskulitis-Art wurde denn bei Dir diagnostiziert?

    Alles Liebe für Dich [​IMG]
    ingrid-anna
     
  8. KerstinB.

    KerstinB. Mitglied

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    Hallo Ingrid-Anna!
    Bei meinem Rentenverfahren hatte die Anwältin (vom VDK) eigentlich auch keine Ahnung, was meine Erkrankung ist (Morbus Wegener). Letztendlich habe ich ihr die Widerspruchsbegründung geschrieben, und sie hat es eigentlich "nur" übernommen. Ich bin bei dem Schreiben auf jeden einzelnen Punkt des Gutachtens eingegangen, der nicht gestimmt hat.
    So oder so ähnlich würde ich es an Deiner Stelle auch vorbereiten und das dann mit der Anwältin besprechen oder es ihr geben. Die bastelt sich dann einen Schriftsatz daraus.
     
  9. ingrid-anna

    ingrid-anna Neues Mitglied

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    Hallo Kerstin, so ähnlich hatte ich mir das nämlich auch schon gedacht. Bin eigentlich zum VdK gegangen, damit ich mir diese Arbeit evtl. ersparen kann, habe aber dann doch gemerkt bzw. vermutet, dass ich das wohl alles am besten selbst formuliere.

    Danke für die Info.
    [​IMG]
    ingrid-anna