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frage zu yersinien-arthritis

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von pablo56, 16. September 2008.

  1. pablo56

    pablo56 Neues Mitglied

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    hallo,
    zuerst mal vielen lieben dank für die antworten zu meinem heutigen zahnarztbesuch. jaaaa!! die betäubung hat gewirkt. hab ich mir mal wieder umsonst in die hosen gemacht.
    anschließend war ich noch beim rheuma-doc. stuhlprobe (1 woche wartezeit) war im bezug auf yersinien negativ. die blutuntersuchung vor 1 woche hatte aber schon die diagnose yersinien-induzierte arthritis ergeben.
    der zweite rheuma-doc in der praxis (wohl noch in der ausbildung) wunderte sich, daß ich auf grund der diagnose (laut blutwerte) noch kein antibiotikum bekommen habe. also, eine woche unnützes warten.
    er gab mir dann für 10 tage doxycyclin und meinte, wenn es dann nicht besser wird, müsse man wohl von einem chronischen prozeß ausgehen.
    dr. langer hat im internet einige artikel veröffentlicht, wo man von einer mindestens 3 monate dauernden antibiotika-therapie ausgeht.
    stellt sich die frage: wie verklickert man das dem rheumatologen, ohne daß er fragt, sind sie der arzt oder ich?
    was würdet ihr tun?
    für gute ideen schon mal lieben dank.
    gruß und wenig schmerzen
    pablo
     
  2. Daria

    Daria Gesperrter Benutzer

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    Die Antibiotikatherapie bei einer Yersinieninduzierten Arthritis ist umstritten!
    Liegt die Infektion schon länger zurück, ist eine Therapie mit Antibiotika sinnlos.
    Ist die Infektion dagegen noch "frisch", kann man mit Antibiotika behandeln. Aber auch da gehen die Meinungen auseinander.
    Oft chronifiziert sich die Arthritis, dann helfen sowieso nur noch basismedikamente. So war es jedenfalls bei mir.
     
  3. waschbär

    waschbär Neues Mitglied

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    Hallo Pablo,

    welche Yersinien-Werte waren denn erhöht? IgG? IgM, IgA?
    Allerdings wäre eine yersinienbedingte Polyarthritis eher ungewöhnlich.

    Zur Therapie bei einer vermuteten Yersinien-bedingten Arthritis habe ich schon einmal etwas geschrieben:

    http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=34199&highlight=yersinien

    Wegen der Yersinienwerte: da gibt es sehr unterschiedliche Ansichten.
    Erhöhte IgA und IgG-Werte sprechen für eine längere Zeit zurückliegende, aber eventuell noch irgendwo (im Darm oder einem Gelenk) aktive Yersinieninfektion.
    Es gibt Ärzte, die sagen: solange keine Durchfälle und/oder Bauchschmerzen vorhanden sind, ist es nicht notwendig antibiotisch zu behandeln. Selbst wenn die Gelenkbeschwerden durch Yersinien ausgelöst wurden, es ist inzwischen eine Fehlreaktion des Immunsystems, das anstatt der Yersinienanteile Teile Deines Gelenkes angreift.

    Es gibt andere Ärzte, die sagen eine hochdosierte Antbitotikatherapie über viele Wochen sei immer noch sinnvoll.

    Ich persönlich glaube eher den ersteren Ärzten.

    Gruß waschbär
     
    #3 17. September 2008
    Zuletzt bearbeitet: 17. September 2008
  4. pablo56

    pablo56 Neues Mitglied

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    hallo waschbär,
    danke für deine antwort. was du sagst, klingt ja sehr professionell. hast du was mit einem medizinischen beruf zu tun? oder manchmal informiert man sich als betroffener so umfassend. dazu neige ich auch, bin aber erst seit mitte juni mit der sch.. krankheit konfrontiert.
    mein rheuma-doc spricht von einer infektiösen arthtritis, ausgelöst durch yersinien. habe mir heute die blutwerte kopieren lassen.
    YerIgG ist positiv
    YerIg ist negativ
    IGA und IGG sind beide 0

    ansonsten ist dieses 1 1/2 seitige DIN A 4 blatt für mich ein buch mit 7 siegeln.
    weißt du was über den wert HLA B 27? falls dieser marker vorhanden ist, neigt man meines wissens nach eher zu einer chronifizierung.
    auf meinem laborverlaufsblatt ist dieser wert garnicht aufgeführt.
    falls du noch was weißt, teile es mir bitte mit. vielen dank.
    gruß pablo
     
  5. waschbär

    waschbär Neues Mitglied

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    Hallo Pablo,


    http://www.labor-limbach.de/Yersinien-Infektion.140.0.html

    Reaktive Arthritis
    [​IMG]beginnt i.d.R. 1-4 Wochen nach dem Beginn der intestinalen Symptome (oft aber ohne Angabe vorangegangener Darmsymptomatik)
    [​IMG]am häufigsten sind die Gelenke der unteren Extremitäten betroffen; 25% mono-, 50% oligo- und 25% polyartikuläre Erkrankung
    [​IMG]heilt i.d.R. in 3-12 Monaten aus, kann sich aber auch chronisch oder auch rezidivierend entwickeln
    [​IMG]bei 60-80% HLA-B27 nachweisbar
    [​IMG]in d.R. Persistenz von Yersinia-spezifischen IgA­ Ak
    [​IMG]assoziiert mit der Persistenz von pathogenen Yersinien im darmassoziierten lymphatischen Gewebe


    [​IMG]

    Was in der o.g. Info steht ist: es kommt bei durch Yersinien ausgelöste Arthritis in 75% zu einer Arthritis, die <4 Gelenke (in der Regel große Gelenke) betrifft, in 25% kann es zu einer Polyarthritis kommen.

    HLAB7 ist ein Genmarker. Wenn dieser positiv ist, neigt man eher dazu, bei Kontakt mit entsprechenden Bakterien eine Arthritis zu entwickeln.

    Etwas vereinfacht erklärt: Bei der Yersinienarthritis (und anderen infektgetriggerten Arthritisarten) "verwechselt" der Körper Bakterienanteile mit Körpergewebe. D.h., der Körper versucht, die Bakterien zu bekämpfen.
    Bestimmte Geweben ähneln Bakterienanteilen (z.B. Gelenkinnenhaut) und werden dann auch angegriffen (Autoimmunreaktion).

    So wird verständlich, warum eine Gruppe der Ärzte es nicht für sinnvoll hält in einem solchen Fall antibiotisch zu behandeln - die Autoimmunreaktion ist in Gang und kann durch Antibiotika nicht gestoppt werden.

    Die andere Gruppe der Ärzte meint, die Bakterien selbst sind noch irgendwo im Körper und "unterhalten" die Arthritis ..

    Wenn ich Deine Laborwerte richtig verstehe ist bei Yersinien nur das IgG positiv (IgM und IgA negativ). Das spricht für eine durchgemachte, ausgeheilte Yersinieninfektion.

    Gruß waschbär