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Frage zu HLA-B27

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von pennywise, 13. Oktober 2004.

  1. pennywise

    pennywise Guest

    Hallo,

    bei mir wurde vor zwei Jahren eine reaktive Arthritis diagnostiziert.

    Im Zuge der Behandlung musste ich auch ins Krankenhaus wo durch Blutuntersuchung festgestellt wurde das der Wert HLA-B27 bei mir
    positiv ist.

    Nach 6 Monaten Cortison ging es mir wieder besser und seitdem
    habe ich keinerlei Beschwerden mehr. Entzündungswerte im Blut
    sind auf normal seit über einem Jahr...

    Jetzt möchte meine Versicherung von mir wissen ob der er Wert HLA-B27 mittlerweile negativ ist ... meine Frage nun: geht das überhaupt? Ich meine
    wenn der HLA-B27 einmal festgestellt wurde, dann kann der doch nicht
    wieder verschwinden, oder doch?

    Vielleicht könnt ihr mir hier fachkundigen Rat geben.

    Vielen Dank und Grüße
    Sebastian
     
  2. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hi,

    HLA-B27 ist ein genetisches merkmal und kann demnach nicht verschwinden.

    http://www.bechterew.com/hlab-27.htm

    dies ist ein ganz interessanter link, und wenn du magst,
    klick ruhig auch mal die nächste seite: epidemiologie an.

    lg
    marie
     
  3. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Sebastian,

    HLA-B27 ist ein genetisches Merkmal, d.h. wer positiv ist, wird auch immer positiv sein. Schau doch mal unter "Rheuma von A-Z", dort steht einiges dazu.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  4. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Hla-b...

    Also HLA bedeutet human leucocyte antigen und bezeichnet ein System von Gewebsantigenen beim Menschen, die bei vielen Erkrankungen eine Rolle spielen und deshalb zur Diagnostik herangezogen werden. Chemisch gesehen besteht das HLA-System aus Proteinen. Sie sitzen auf nahezu allen Körperzellen. Sie lassen sich im Labor am leichtesten auf bestimmten weißen Blutkörperchen, den Lymphozyten bestimmen. Zur Unterscheidung werden sie mit Buchstaben und Zahlen benannt.

    Zum Beispiel haben 95 % aller Bechterew Erkrankten dieses Merkmal, bei Gesunden kommt es nur zu 7 - 8 % vor.

    HLA-Moleküle hat jeder Mensch auf der Oberfläche kernhaltiger Zellen. Diese HLA-Moleküle haben wichtige Funktionen in der Kommunikation zwischen den Zellen untereinander. Im Falle einer Infektion werden mittels HLA-Molekülen die Bakterien oder Viren den Immunzellen (Abwehrzellen) präsentiert, damit diese die Infektion wirksam bekämpfen können. HLA-B27 ist nur eines dieser vielen verschiedenen HLA-Moleküle, die ein Mensch besitzen kann. In Europa sind 6-13% aller Menschen positiv für HLA-B27 (in Berlin 9,3%). HLA-B27 zu besitzen ist also etwas durchaus Normales und macht für sich genommen nicht krank. Im Gegenteil, viele experimentelle Untersuchungen zeigten, dass Grippeviren besonders gut bekämpft werden von Menschen, die HLA-B27 positiv sind.

    Andererseits ist aber auffällig ist, dass überdurchschnittliche viele Patienten mit SpA positiv für HLA-B27 sind: etwa 90% der AS-Patienten und 40-70% der Patienten mit anderen SpA sind HLA-B27 positiv. Dennoch macht HLA-B27 allein keine Diagnose. Nur wenn andere SpA-typischen Symptome/Zeichen vorliegen, kann ein positiver HLA-B27 Befund die Wahrscheinlichkeit erhöhen, wirklich an einer SpA erkrankt zu sein. Welche Rolle HLA-B27 bei diesen Erkrankungen spielt, ist noch ungeklärt. Wenn eine SpA vorliegt, hat der HLA-B27 positive Patient statistisch gesehen ein größeres Risiko, eine Wirbelsäulenbeteiligung mit entzündlichem Rückenschmerz und auch AS zu entwickeln. Ferner muß er mit einem eher chronischen und eher schwereren Krankheitsverlauf rechnen.

    Positivität zu HLA-B27 bleibt bestehen.

    Vielleicht will Deine Versicherung wissen, ob trotz Besserung eine chronische Erkrankung wahrscheinlich ist.

    Gruß "merre"