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Fibromyalgie und Psyche?

Dieses Thema im Forum "Austausch für und mit Angehörigen" wurde erstellt von Babe, 18. Juli 2009.

  1. Babe

    Babe Neues Mitglied

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    18. Juli 2009
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    Hallo,

    ich habe eine für mich sehr dringende Frage. Meine Mutter leidet schon länger an Fibromyalgie und ist zur Zeit auch deswegen in Reha. In psychologischer Behandlung ist aufgrund ihrer Schmerzen und anderer Dinge.
    Jedoch hat sie manchmal Phasen, in denen ich sie als "nicht mehr ganz zurechnungsfähig" beschreiben würde... Ich glaube, dass sie ihre eigene Situation dann nicht richtig einschätzen kann, sie behauptet von sich dann andere Leute "zu therapieren", mischt sich in alles ein, anstatt sich um ihre Probleme zu kümmern und spricht jeglichen Person (in der Familie, Ärzte, Therapeuten) ihre Kompetenz ab und überträgt ihre Situation auf andere. Außerdem glaubt sie dann irgendwie das sie mediale Fähigkeiten hätte und spüren könnte was andere fühlen.... Ich weiß das hört sich alles sehr schwammig an, aber besser erklären kann ich es nicht... Rationales Denken ist in solchen Phasen für sie anscheinend ziemlich unmöglich.

    Ist dies normal bei Fibromyalgie Patienten?
     
  2. Dirgni

    Dirgni Neues Mitglied

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    Fibromyalgie

    Hallo Babe,
    willkommen hier im Forum.

    Ich weiß nicht, ob ich dir wirklich weiterhelfen kann. Meine Mutter leidet ebenfalls nach diversen Krebserkrankungen sehr stark unter Fibromyalgie.

    Das Verhalten deiner Mutter, welches du beschreibst, hat meine Mutter nicht an sich. Sie lässt sich allerdings sehr schwer darauf ein, bei neuerlichem Unwohlsein ihre Hausärztin um Rat zu fragen. Sie diagnostiziert sehr oft selbst und wartet leider zu lange, um sich Hilfe zu holen. So bricht die Gürtelrose beispielsweise erst massiv aus, bevor sie bei den ersten Anzeichen (sie kennt diese, da sie häufiger unter Gürtelrose litt) ihre Ärztin aufsucht, um gleich Medis zu nehmen. Ansonsten bekommt sie für ihre Fibro und diverse andere Schmerzen Morphiumpflaster.

    Ansonsten lehnt meine Mutter jegliche psychologische Hilfe ab.

    Liebe Grüße
    Dirgni
     
  3. Colana

    Colana Musikus

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    Hallo Babe,

    es ist schon mal gut, wenn sie wegen der Schmerzbewältiung in psychotherap Behandlung ist... Das gehört zu einer guten Fibro-Therapie mit dazu.

    Zu dem anderen Bereich kann ich nichts sagen, ich denke, das kann nur der Doc entscheiden, ob das okay ist. Vielleicht kann kälble etwas dazu schreiben. Sonst ticker sie mal per PN an.

    Oder

    www.fibromyalgie-treffpunkt.de

    die Frage direkt an Dr. Erpenbach stellen. Da dauert es nur manchmal etwas mit der Antwort, weil er nicht jeden Tag reinschaut.

    Gute Besserung für Deine Mutter
    Viele Grüße
    Colana
     
  4. Krümmel

    Krümmel Neues Mitglied

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    Fibromyalgie

    Hallo Babe
    Also ich kann nicht sagen das ich so reagiere wie deine Mutter das einzige was mir selber aufgefallen ist seit ich weiß das ich Fibro habe ist:
    Ich lasse mir ungern etwas abnehmen bitte kaum um Hilfe obwohl ich sie nötig habe
    Ich habe auch gemerkt das wenn es mir psychisch nicht gut geht das ich mehr schmerzen empfinde
    Was die Ärztr betrifft so spreche ich denen zwar nicht kompetenz ab aber ich habe weniger Vertrauen wie früher
    Ich bin allgemein etwas anders geworden seit ich krank bin
    Ich bin berreits Pflegestufe2 und benötige viel Hilfe aber ich habe mich schon verändert das kann ich von mir behaupten
    Auch merke ich das es schwieriger geworden ist für die Angehörigen mir alles recht zu machen manchmal ärgere ich mich über mich selber das ich so geworden bin!!
    Aber was ich dir sagen kann ich habe keine mentalen Fähigkeiten entwickelt
    Lass deine ma eine gute Psychotherapie machen vieleicht hilft es ihr
    dir wünsche ich viel Kraft alles aus zu halten
    lg Krümmel
     
  5. Babe

    Babe Neues Mitglied

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    Danke für eure Antworten....

    Ja, es ist bestimmt nicht einfach für alle Beteiligten... vielleicht muss ich einfach akzeptieren das meinem Mom in bestimmten Fällen einfach etwas speziell ist...
     
  6. Mitchel

    Mitchel Neues Mitglied

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    Das "fühlen was andere fühlen" nennt sich Empathie.
    Viele Menschen haben das.Wenn man aber nicht weiß wie man es auch wieder losläßt,kann man sich mit den Schmerzen und Gefühlen anderer selbst ne Schwere Last aufbürden.
    Was die Fibro angeht kann ich selbst nicht viel zu sagen.
    Ich selbst hab die Diagnose Rheuma mit Begleitung Fibro erst seit April.
    Wurde aber wohl auch durch Gürtelrosen ausgelöst.
     
  7. enya

    enya Mitglied

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    Hallo Babe,
    das Verhalten deiner Mutter ist nicht Fibro-typisch, sondern eher eine Eigenschaft ihrer selbst, um die Situation auszuhalten zu können. Sie scheint mit ihren eigenen Problemen, Schmerzen und vielleicht auch Ängsten derart überfordert zu sein, dass sie sich lieber um andere kümmern möchte, weil sie sich selbst nicht zu helfen weiß. Sie möchte empathisch sein, und gerät dabei in eine Übertreibung, indem sie dich und andere mit ihrem Helfen und Besserwissen bedrängt. Das geht vielen Menschen so, die ihre eigenen Probleme nicht wahrhaben wollen oder sich damit nicht auseinander setzen wollen. Denn die eigenen Probleme anzuerkennen ist schmerzhafter, als sich um die Probleme anderer zu kümmern.
    Vielleicht helfen dir diese Gedanken, deine Mutter zu verstehen. Und damit meine ich nicht, dass du das Verhalten deiner Mutter gut finden musst. Eine Situation zu verstehen kann jedoch helfen, sie besser aushalten zu können.
    Und vielleicht findet ihr mal eine ruhige Minute, in der du deiner Mutter sagen kannst, wie es dir mit ihrer Erkrankung geht, wie sie auf dich wirkt und wie schwer die Situation für dich ist. Um Streit zu verhindern, mach ihr keine Vorwürfe, sondern teile ihr einfach deine Gefühle mit. Vielleicht hilft es euch in eurer Beziehung zueinander.

    Liebe Grüße
    Enrike