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Familienterror hinter mich gebracht

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Catzilla, 24. Mai 2004.

  1. Catzilla

    Catzilla HundKatzMaus

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    Hallo ihr Lieben,

    nein ich bin nicht untergetaucht, hatte nur Besuch :mad: . Meine Schwester war mit Mann und Kind ne Woche hier, ich bin fix und fertig und mit den Nerven ziemlich am Ende, mal ganz zu schweigen von den nicht mehr aufhördenen Schmerzschüben am ganzen Körper :( .

    Findet ihr das normal wenn man bei seiner Schwester zu Besuch ist daß man sich benimmt wie ne Prinzessin auf der Erbse ohne Rücksicht auf meine Krankheit(die ich ihrer und auch dem Rest meiner Familie nach ihrer Ansicht nicht habe)? Die hat die ganze Zeit mich nur gescheucht, über Alles gemeckert, meine ganze Wohnung verändern wollen, mir die Öfen ausgemacht....und...und....und....... Mußte 2 mal täglich kochen, was mich früher im gesunden Zustand nicht gestört hat, aber ich hatte solche Schmerzen. Am Freitag dann is es passiert, ein Wort war zuviel und ich bin regelrecht ausgerastet, es wurde mir Alles zuviel, sie ist dann stochsauer am Samstag abgereist, was mir aber in meinem Zustand relativ egal war, das Schlimmste fand ich nur daß die Kleine mir nicht auf Wiedersehen sagen durfte, die kann doch niks dafür. Und jetzt erzählt sie überall rum, daß ich die Böse bin(wie immer) und sie doch nur helfen wollte. Ich bin mittlerweile so weit daß ich niks mehr mit meiner Familie zu tun haben will, denn ich habe die Kraft nicht mehr und mag nicht mehr.

    Eine verzweifelte Nikki(Catzilla)
     
  2. Ulla

    Ulla "hessische Hexe"

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    Hallo nikki,
    du ärmste *tröst* *tröst*

    Es scheint so üblich zu sein das die Familie ( nicht Partner und Kinder) unsere Erkrankungen nicht akzeptieren wollen.

    Es ist aber immer wieder beruhigend das wonanders ähnlich abläuft.

    Genieße die ruhe und sei froh das du jetzt wieder ohne Besuch bist

    Alles liebe und wenig Schmerzen wünscht Dir Ulla
     
  3. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    @Catzilla

    Guten Morgen liebe Nikki,

    zuerst einmal vorsichtige Tröstknuddler und viele liebe Genesungswünsche an Dich :)

    Ich kann Deinen Frust verstehen. Ich kann Dich verstehen, daß Du so verzweifelt bist, aber ich möchte dazu noch einige Zeilen schreiben und hoffe, daß Du Dich nicht angegriffen fühlst.

    Ich denke jeder kennt diese Situationen, die Du geschildert hast. Früher ging alles, Frau (und/oder auch Mann) konnte beidhändig kochen und gleichzeitig putzen, wirbelte durch die Wohnung/durch das Haus. Frau/Mann empfang Gäste, alles verlief fast reibungslos.

    So, und dann kam die Erkrankung.

    Mit der Zeit läuft alles ein wenig schwerfälliger ab, Frau/Mann hat weniger Kraft und Energie, und vor allem durch die ständigen Schmerzen auch noch ein dünnes Nervenkostüm und die bekannte schützende "dicke Haut" ist dünner geworden.

    Und dann kommen Familie und/oder Freunde zu Besuch. Frau/Mann macht sich selbst Stress und es eskaliert.

    Chronische Schmerzerkrankungen, die NICHT offensichtlich sind z.B. durch Gipsverband, durch Schienen etc. werden vom Umfeld nicht so "ernst genommen", weil es einfach nicht nachvollziehbar ist.
    Frau/Mann beteuert, erklärt, "beweist", daß sie/er krank ist....und...funktioniert trotzdem so wie vorher, nur mit viiiiiiel größerem persönlichen Aufwand also vorher, nur das sieht niemand.

    Ich hatte das die vergangenen Tage schon mal zu einem anderen Thread geschrieben.

    Das persönliche Umfeld sieht nur das, was WIR ihm zeigen. Wenn ich also ständig sage, erkläre, daß ich krank bin, Schmerzen habe, erschöpft bin und trotzdem das gleiche Pensum wie früher leiste (weil ich es mir vielleicht selbst beweisen will ;);) ), dann KÖNNEN die anderen Menschen es nicht verstehen, wie auch? *schulterzuck*

    In Deinem Fall meine ich damit, daß ich persönlich (ich rede nur von mir!!) es schon ungewöhnlich finde, zweimal täglich zu kochen. Sorry, aber das habe ich früher nicht gemacht und heute erst recht nicht (noch nicht mal für meinen Ehemann *bg*)

    Mmh, vielleicht findest Du mich anmaßend, aber ich bin der Überzeugung, daß es immer "einen gibt, der macht" und "einen gibt, der machen lässt". Damit meine ich, daß Deine Schwester Dich "zwar gescheucht hat", aber Du es ja auch zugelassen hast.
    Nein, es ist NICHT ok, daß Deine Schwester Dich scheucht, aber DU hättest auch "Nein" sagen können ;)

    Es ist schwer, keine Frage. Es ist ein typisch weibliches Problem "Grenzen zu setzen", aber dies ist notwendig, ob Frau nun krank ist oder nicht.

    Meine Familie hat auch Jahre nicht wahrhaben wollen, daß ich krank bin. Ich musste mir schlimmste Unterstellungen anhören und bin daran sehr verzweifelt. Aber letztlich lag es häufig an mir, weil ich trotz Schmerzen und Einschränkungen immer weiter funktioniert habe und mir selbst nicht eingestehen wollte, daß ich krank bin.

    Manchmal denke ich, meine Eltern hätten das Ausmaß meiner Erkrankung begriffen und bei manchen Äusserungen schüttel ich innerlich den Kopf, weil sie es nicht begriffen haben, nicht begreifen wollen oder können.
    Noch schlimmer ist meine ältere Schwester. Von der höre ich manchmal Dinge, da tippe ich mir an die Stirn und sage: "Sie kann nicht anders" *g*
    Mir ist es heute auch egal, ob sie es begreifen oder nicht. ICH muss es begreifen und habe es begriffen, ich habe es meinem Mann begreiflich machen können, unsere Freunde stellen überhaupt kein Problem dar. Sie hören meine Worte so, wie ich sie sage, ohne etwas zu bewerten oder beurteilen.
    Aber ich habe auch gelernt meine Grenzen zu erkennen, "Nein" zu sagen und es öffentlich zu machen, daß ich krank bin und Einschränkungen habe.
    Heute erkenne ich, daß ich mich mit meinem damaligen Verhalten (sagen, daß ich krank bin und trotzdem so funktionieren wie sonst) einfach nur unglaubwürdig gemacht habe.

    Jeder muß seinen Weg gehen. Und liebe Nikki, MEINE Erfahrungen kann nich nur erzählen, sie müssen aber keineswegs zu DEINEN Erfahrungen werden. Ich wollte lediglich meine Sicht zu den Dingen schildern.

    Ich sende Dir nochmals ganz herzliche Genesungsgrüße und fühle Dich mal vorsichtig geknuddelt
    Sabinerin
     
  4. engel

    engel Guest

    Hallo

    Hallo Catzilla

    sg mal haben wir zwei die gleiche Schwester???? ;)
    Ich habe irgendwann den Kontakt für immer abgebrochen
    ich finde es auch immer nur schade für die Kinder

    Aber dadurch das ich den Kontakt nicht mehr zu ihr habe geht es mir viel besser.

    Du ahst schon das richtige getan
    hast wahrscheinlich viel zu lang damit gewartet

    Jetzt werde erst mal deine Schmerzen wieder los und komme zur ruhe

    ich knuddel dich ganz lieb

    Engel
     
  5. Easy

    Easy Das Schaf

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    Hi Nikki,

    ich möchte gern folgenden Satz von Sabinerin (die mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen hat :) ) zitieren:

    "Mmh, vielleicht findest Du mich anmaßend, aber ich bin der Überzeugung, daß es immer "einen gibt, der macht" und "einen gibt, der machen lässt". Damit meine ich, daß Deine Schwester Dich "zwar gescheucht hat", aber Du es ja auch zugelassen hast.
    Nein, es ist NICHT ok, daß Deine Schwester Dich scheucht, aber DU hättest auch "Nein" sagen können "


    Ich bin die jüngste in meiner Familie, meine beiden Schwestern sind wesentlich älter als ich. Ich genoss eine Erziehung, in der mir beigebracht wurde, dass ich niemals widerspreche und immer anderen gefalle - was leider sogar von meiner ältesten Schwester ausgenutzt wurde. Als ich mit 19 Diabetikerin wurde, schob meine Schwester Frust, dass ich konsequent meine Diät einhalten konnte, was sie nicht schaffte, obwohl sie dringend abnehmen wollte. Bei jedem Treffen mit ihr hat sie mich dann zum Kuchen bzw. Eis essen eingeladen - und ich traute mich nicht NEIN zu sagen! Das nur als ein Beispiel. Ich bin auch oft zu Verabredungen gegangen, zu denen ich überhaupt gar keine Lust hatte. Viele "Tipps" habe ich bekommen, wie ich meine Wohnung einrichten kann (soll ???), welche Medikamente mir gut tun würden - und wenn ich mal einen Vorschlag nicht sofort aufgegriffen habe, war sie tödlich beleidigt.

    Es hat sehr, sehr lange gebraucht, aber ich habe gemerkt, das es so nicht weitergehen kann, weil ich mich in meiner Haut sehr unwohl gefühlt habe und ich mich oft gefragt habe, wer ich eigentlich bin und warum ich immer (für andere) zu funktionieren habe. Und ich lernte NEIN zu sagen.

    Natürlich wurde es jetzt erst recht schwierig, bisher hatte ich immer funktioniert und auf einmal wurde die "Kleine" unbequem! Ich habe es aber durchgehalten und es geht mir damit viel, viel besser.

    Leider muss ich zugeben, dass ich auch keinen Kontakt mehr zu meiner ältesten Schwester habe. Auslöser dafür war eigentlich eine Lappalie, aber meine Schwester hat damals entschieden, sich einfach nicht mehr bei mir zu melden - und ich war es unendlich müde, ihr wieder hinterher zu rennen, wo ich mir wirklich nichts vorzuwerfen habe. Also hab ich's bleiben lassen und es geht mir damit wirklich gut. Wenn sie so wenig Interesse an mir hat - ich kann damit gut leben.

    Verstehe mich jetzt bloß nicht falsch, ich will dir jetzt sicher nicht raten, den Kontakt zu deiner Schwester abzubrechen :eek: , aber sei ruhig egoistischer, sage freundlich aber deutlich, wenn du etwas nicht möchtest und lass dich nicht unter Druck setzen. Das macht krank.

    Lieben Gruß

    Easy
     
  6. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    wow, wenn ich das hier so lese.......
    es ist traurig und beschämend, wie wenig familiäres mitgefühl zuweilen
    vorherrscht. und es tut mir für alle sehr leid, die so den kontakt zu
    familienangehörigen verloren haben. dies ist wohl immer der letzte
    und bitterste schritt.

    nun, meine eltern sind mit sich selbst sehr beschäftigt, und mehr als
    die frage meiner mutter: na wie gehts denn? kann ich auch nicht
    erwarten. mein vater würde nie auf den gedanken kommen, mich
    anzurufen und zu fragen, wie es mir geht. mein bruder eh nicht, den
    habe ich samt familie leider auch abgehakt, aber das schon vor meiner
    cp-erkrankung, da ist einfach kein familiengefühl bei seiner
    familie, muss man wohl so akzeptieren.

    meine vorschreiberinnen haben bereits vortrefflich geantwortet, ich
    kann mich nur anschliessen und noch einmal betonen wie wichtig es
    ist NEIN zu sagen, ich musste das auch lernen, und seitdem geht es mir
    psychisch besser.

    lg
    marie
     
  7. Ruth

    Ruth Bekanntes Mitglied

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    hallo catzilla

    schön, daß du wieder bei ro bist. hatte dich schon vermißt.nun schalte erst mal von deinem doch ziemlich schrecklichen besuch ab...ciao ruth
     
  8. VerenaHH

    VerenaHH KrankeSchwester

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    Hallöchen zusammen;

    also wenn ich Eure Geschichten so lesen, bin ich froh, vor ca. drei Jahren sämtliche Familienkontakte abgebrochen zu haben.
    Ich wohne jetzt 800 km von allem was mit Familie zu tun hat weg. Ich schreibe mit niemandem, ich telefoniere mit niemanden, zu Besuch kommt auch keiner.... und Ihr könnt Euch kaum vorstellen wie froh ich darüber bin. Wir hatten immer ne harmonische Familie, jeder hat bei jedem mitgemischt, man hat sich spontan besucht.............etc.

    Ich werde keine Kontaktversuche beantworten und weiterhin diese Freiheit geniessen. Jetzt will ich das dies alles so bleibt.
    Ich bin an sich ein sozialer Mensch, aber das kann ich auch gut ohne Familie ausleben. :D Man hat sich seine Verwandten ja nicht ausgesucht.
    Schlechtes Gewissen habe ich deswegen auch keines.
    Das die Familie damit Probleme hat so eine chronische Erkrankung zu akzeptieren oder eventuell sogar darauf Rücksicht zu nehmen, lässt sich von Psychologen sicher fein erklären, aber wenn ich keinen Kontakt habe, kann auch so etwas kein Problem machen. Auch meine Familie kam damit überhaupt nicht klar und für voll genommen hat das von denen auch keiner.

    Also lasst Euch von Familie nicht stressen. Auch das sind nur Menschen und man kann sich ja zum Glück aussuchen mit welchen Menschen man Kontakt will und mit welchen nicht. Nur weil man verwandt ist, muss man sich nicht mögen oder verstehen.


    Gruss
     
  9. lexxus

    lexxus Neues Mitglied

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    liebe catzilla,

    auch vom mir einen dicken knuddler und gute besserung.

    wenn mich meine familie mal wieder stänkert denke ich immer: freunde kann man sich aussuchen, familie nicht! das beruhigt mich dann immer ein wenig. aber erst dahin kommen zu müssen so zu denken ist sicher auch nicht gut. letzten sommer ging es mir ziemlich bescheiden. meine schwester mit kindern und ich saßen bei meinen eltern im garten. damals war die rheumafgeschichte auch für mich noch ziemlich neu. gegen die schwellungen und schmerzen hatte ich beim kaffeplausch nebenbei immer die finger in bewegung gehalten. dann ging plötzlich die lästerei los. ich soll mich mal nicht so haben und wahrscheinlich übertreibe ich eh nur. mein vater meinte dann noch, daß er auch häufig schmerzen hat ( das das mit 63 jahren normal sein könnte hatte er nicht in erwägung gezogen). wie auch immer, ich hab den tag hinter mich gebracht und auch nicht mehr viel gesagt, denn was soll man noch dazu sagen? in meiner familie ist es üblich mehrmals wöchentlich miteinander zu telefonieren. und so bin ich einfach mal eine geschlagenen woche nicht ans telefon gegangen. sie haben mir den anrufbeantworter vollgequatscht, sie haben mich mit sms belegt, sie haben versucht meinen freund auf dem handy anzurufen und sind sogar so weit gegangen meine freunde anzurufen. meine telefone haben eigentliich ununterbrochen geklingelt. nach einer woche, und nachdem meine freundin mir zugeredet hatte endlich wieder ans telefon zu gehen (sie war angenervt von den ständigen anrufen meiner schwester) habe ich mir meine familie zur brust genommen und jedem einzelnen die meinung gesagt und auch hinzugefügt, daß wenn sie mich nicht ernst nehmen mich auch gar nicht erst mehr anzurufen brauchen. und siehe da, plötzlich hatte ich eine ganz verständnisvolle familie. manchmal muss man eben einen radikalen weg gehen um zum zeil zu gelangen. aber du musst auch für dich wissen: ist es dir das wert, oder wäre es einfacher den kontakt deutlich einzuschränken?

    du schreibst, daß du erst nach geraumer zeit explodiert bist. ich denke, wenn menschen sehen, daß man sich nur abrakert, ohne sich zu beschweren und dann explodiert man plötzlich, dann können sie das oft einfach auch nicht verstehen. drum denke ich ist es wichtig immer rechtzeitig "stop" zu sagen. es wird für die anderen ja auch zur gewohnheit, daß man einfach weiter "funktioniert".
    ich denke, daß es trotzdem dazugehört, wenn man sich für einige tage bei jemanden zu besuch einquartiert, auch im haushalt mitzuhelfen, schlieslich wohnt man ja im grunde umsonst. und das gilt auch für familie!

    wünsche dir, daß du bald einen weg findest, mit dem du gut leben kannst ohne dir den zoff deiner schwester anzutun.

    liebe grüsse und knuddler
    lexxus
     
  10. Brinki

    Brinki Neues Mitglied

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    Und ich habe gedacht

    nur mir wäre soetwas passiert
    Hallo Ihr Lieben
    Wenn ich all Eure " Berichte lese, lese ich gleichzeitig meine Geschichte. :mad: Es ist schon unglaublich, was man sich von seiner Familie und Freunden anhören muß. :( Ich habe heute noch damit zu kämpfen, das ich nicht mehr so im Haushalt " wirbeln " kann wie vor ein paar Jahren noch. Die blöden Komentare wie, "stell dich nicht so an, du nimmst doch die ganzen Medikamente " wenn sie nicht helfen dann muß man sie auch nicht schlucken " oder was mir besonders weh tat " Du bist gerade ( schon?) 35 Jahre alt. Was willst Du machen wenn Du 50 bist?" :confused: :mad: usw usw. Ich könnte noch Seitenweise weiter schreiben, aber die Erfahrungen habt ihr ja auch alle gemacht.
    Ich denke mal, das viele Mitmenschen sich einfach nicht mit unserer Krankheit " belasten "wollen, "denn es ist doch einfacher sich mit den schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen".
    Unser Familie und Freundeskreis hat sich nach Ausbruch meiner Krankheit drastisch reduziert, aber das schöne an diesen paar Menschen ist das ich immer auf sie zählen kann und sie Verständnis für meine Krankheit aufbringen und dafür werde ich ihnen immer Dankbar sein :)
    Brinki
     
  11. shirana

    shirana Auf den Hund gekommen *g*

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    vor dem Wasser, hinter dem Wasser überall Wasser ;
    Hallo Nikki *tröstknuddelerle*

    Und auch SAbinerin Recht geb.

    Ich bin zwar Einzelexemplar , hatte die aber die gleichen Probs wie du am Anfang ( mit Onkel, Tante usw..Freunden)

    Klar, irgendwann, als ich vor lauter Frust mal wieder am heulen war und alles raus musste, schrie ich die leute an.
    Dann wurde mir die Situation aber auch mal bewusst, wie es denn aussieht, ich klage zwar, kann aber noch mein Pensum schaffen?????
    Wie unglaubwürdig....wenn ich Aussenstehende wäre, würd ich mir ja selber nicht glauben.

    Ich fing an , mich für meinen ( doch extremen Ausraster) zu entschuldigen, dabei hab ich Fotokopien einiger Textseiten gemacht, um die Leute aufzuklären, was ich habe. Habe mit denen gesprochen, wie es mir geht, wie ich mich fühle.
    ich habe weiterhin Unverständnis erwartet ( Wenn es so war, dann konnten sie mich mal, denn ich hab alles versucht, um die Situation deutlich zu machen)
    aber das Gegenteil war der Fall. Interessiert hörten sie mir zu, stellen Fragen usw....
    Ich habe danach nie einen Hehl daraus gemacht, auch nicht das ich in der damaligen Situationen ( als es mir sehr schlecht ging) auch einen Psychater dazu gezogen habe.


    Heute ( nach knapp 3 Jahren) kommen mir die Menschen , die darüber aufgeklärt sind, sehr offen rüber. ( manchmal sogar zu hilfsbereit, aber für die ist es halt auch schwer, die Grenze zwischen Mitleid und HIlfsbereitschaft zu finden) .
    Wir haben immer gerne Gäste im Haus, auch zur Übernachtung.
    Nächsten Samstag kommen ein paar Jungs aus Gögas Clique zu Besuch, und damit ich nicht zuviel Arbeit habe, bringen die ihr Abendessen ( Salate usw...) selber mit.
    Irgendwie süß!!!!
    Für diese Geste revanchier ich mich natürlich gerne mit einem Katerfrühstück am anderen Morgen *g*

    War nicht immer leicht, seine Gefühle und auch seine Krankheit offen zu legen, aber ich hab die Erfahrung gemacht das es mir damit besser geht und das Umfeld auch besser so damit zurecht kommt, als das es nicth weiss , wie mit mir umgehen.

    Leider gibt es trotzdem die Idioten ( sorry stimmt doch) die auch bis heute noch meinen, so lange ich nichts sehe, hat die nix....
    Ähm.......mit denen ist der Kontakt auch bis auf Guten Tag und Guten Abend auch gegessen........


    Euch allen ein schönen Restmontag und eine erfolgreiche Woche mit keinen schmerzen ( oder wenigsten wenige)

    biba
     
  12. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    Hallo Catzilla,


    es tut mir leid, dass Du diese schlechte Erfahrung in Deiner Familie machen musstest, aber aus den Antworten ersehe ich, dass viele das gleiche Schicksal teilen. Sei froh, dass Deine Schwester abgereist ist.

    Leider habe ich keine eigenen Geschwister und mir immer einen Mann mit Geschwistern gewünscht. Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Jetzt bin ich mit 3 Schwägerinnen "gesegnet". Seitdem ich dauernd irgendeine andere Krankheit habe (die ich mir genau wie Ihr alle "nicht ausgesucht" habe), kommen sie mit guten Ratschlägen.

    Seitdem bekannt ist, dass meine Leberwerte nicht i.O. sind heißt es von zwei Ökos: "Die (das bin ich) soll mal zu den Weight Watchern gehen, wenn die abnimmt, geht es der auch wieder gut!"

    Also, du siehst, auch ich bin eine der Leidensgenossinen.
    Sei in den Arm genommen und getröstet. Es kommen auch wieder bessere Tage. Komm zu uns, wenn man mal drüber gesprochen (bzw. geschrieben) hat, geht es gleich wieder besser. [​IMG]

    LG
     
  13. pumuckl

    pumuckl (Sym)Badisches Mädel

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    Hallo catzilla,

    ich merke, du machst dir noch Vorwürfe, dass die Situation eskalierte. Das brauchst du nicht. Es war höchste Zeit dafür, dass du gesagt, dass es so nicht weiter gehen kann und komm nicht auf die Idee bei deiner Schwester anzurufen und dich zu rechtfertigen.

    Sabinerin hat Recht, du hättest schon viel früher NEIN sagen müssen. Ich bin auch so eine, die allen alles recht machen will, aber das geht nicht. Das geht nicht mal bei Gesunden.

    Allen Menschen recht getan ist eine Kunst die niemand kann!

    Ich bin jetzt auch erst dabei zu lernen, "nein" zu sagen. Das ist nicht nur in der Familie so, auch bei der Arbeit. Jeder kommt und will was und fragt: "könntest du mal ...." oder: "du kennst dich doch aus, helf mir mal ..."
    Wenn ich nicht nein sage, bin ich unglaubwürdig, so wie es schon viele hier gesagt haben.

    Erhol dich gut und mach dir keinen Kopf!

    Liebe Grüße
    pumuckl
     
  14. gisela

    gisela kleine Käsemaus

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    Hallo Nikki,
    lass Dich erstmal lieb umärmeln.

    Ich kann Dich sehr gut verstehen. Du merkst ja jeder von uns, auch ich , haben schon solche Erfahrungen gemacht. Wie lexxus schon schrieb. Freunde kann man sich aussuchen. Verwandschaft hat man. Tja leider ist es so.

    Du must unbedingt lernen "NEIN" zu sagen. Es ist nicht einfach, aber wenn man den ersten Schritt gemacht hat, dann hat man ein super Gefühl und ist stolz auf sich. Glaub mir. Ich habe früher auch immer zu allem ja und amen gesagt, aber man wird nur ausgenützt. Im Beruf, wie im Privatleben. Es dauert, ich arbeite heute noch an mir, aber es wird mit der Zeit immer besser.

    Also jetzt erhol Dich erstmal von dem Ganzen und beruige Deine Nerven.

    Ich wünsche Dir das es Dir auch schmerzmäßig schnell wieder besser geht.

    Liebe Grüße und lass es Dir gut gehen
    gisela
     
    #14 24. Mai 2004
    Zuletzt bearbeitet: 24. Mai 2004
  15. klaraklarissa

    klaraklarissa Neues Mitglied

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    Hallo Catzilla,

    Du solltest kein schlechtes Gewissen haben, nein, du hast das Richtige getan, den ersten Schritt, Dich zu wehren, zu sagen und zu machen was Du willst. Es tat not.

    Selbst mache ich gerade auch ähnliche Erfahrungen, länger dauernd, sehr langsam, selbst kaum begreifend ... mit einer anderen Sichtweise auf mich selbst, auf Familie, Freunde und Bekannte, jasogar auf behandelnde Ärzte.
    Es ist in den letzten Jahren so vieles auf mich eingeströhmt, das ich damit wohl nie richtig fertig werden werde, oder doch ??? Weis nicht.

    Vor 3 Jahren war ich "noch nicht krank" , im vergangenen Jahr sollte ich unbedingt EU Rente beantragen, jetzt bin ich EU .. bis vorr. zur Altersrente ... hmmm .... also etwa doch krank??? :confused: Na son Ding aber auch.

    Die klugen Ratschläge:

    < linksdrehendes Wasser
    < Herbalife
    < blablabla ........................

    habe ich mir jetzt ausdrücklich verbeten!! Ich kanns einfach nicht mehr hören.

    Manch einem Mitmenschen wird jetzt, wo der Rentenbescheid bekannt wird, bewußt, wie es mir geht, was eigentlich los ist.... spät, aber immerhin

    Natürlich trifft auch mich ... wie so viele hier....die "Immerfunktionierschuld".
    Aber ich lerne täglich ... ;)

    gute Nacht
     
  16. liebelein

    liebelein Carpe Diem.....

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    kann nur zustimmen....

    diese grenzerfahrung wie sabinerin und viele andere beschrieben hat, kenne ich auch nur allzu gut.

    wie sollten andere erkennen, wie krank ich bin, wenn ich es ihnen nur immer wieder gesagt aber nicht gezeigt habe......und auch mal stopp gesagt habe usw.!meine taten und meine worte standen einfach nicht in einklang.....so wie mein körper und meine seele nicht.....

    tja, wahrscheinlich auch, weil ich angst hatte nicht mehr gemocht oder geliebt zu werden wenn ich nicht mehr funktioniere.

    aber ich sag dir was, jetzt werde ich ehrlicher gemocht und geliebt als je zuvor und das ist für mich eindeutig ein "krankheitsgewinn" sofern man von sowas schreiben kann und ich mich heute auch am liebsten wieder in jede ecke schmeißen möchte.

    manchesmal ist die "verwandtschaft" garnicht so schlimm(jedenfalls nicht alle) und die, die nicht mit mir lernen wollen, bleiben halt auf ihrem teil der strecke.

    sie gehen einen anderen weg als ich.....wird immer wieder passieren....auch mit freunden,partnern etc....und gehört wie alles andere zum leben dazu.

    jetzt schau erstmal liebe nikki, wie du mit dem hier geschriebenem klar kommst und mach dir nicht zuviele vorwürfe...denn das hilft dir nicht weiter........!versuche einen für dich vielleicht auch besseren weg zu begehen.....

    (ist ein harter weg, ich weiß. hab einige betroffene bei mir in der wassergruppe der rheumaliga und die machen gerade auch ähnliche situationen durch wie firma/freunde und familie........).


    schick dir ganz liebe gedanken und das du einen weg für dich und die dir wichtigen menschen finden wirst.

    alles liebe

    liebi:)
     
  17. Catzilla

    Catzilla HundKatzMaus

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    Vielen Dank @ alle für die lieben Worte!

    Ich finde es traurig lesen zu müßen daß es leider vielen so ergeht wie mir. Bin zu dem Entschluß gekommen daß ich diesen mentalen Terror nicht mehr will, denn auch die Distanz von 600 Kilometern hat nichts geändert, habe lange darüber nachgedacht. War vor Jahren schon mal soweit denn es ist ja nicht das erste Mal. Es tut zwar verdammt weh, aber es geht nicht anders, ich hab weder die Kraft noch die Nerven dafür mir ständig Vorwürfe oder sonstiges anhören zu müßen.

    Laut Aussage meiner Eltern bin ich ja eh die schlechte Tochter die nie so sein kann wie ihre Schwester (und auch nicht will), früher haben die mich ins Heim gesteckt wenn ich ein Schweinekind war wie meine Mutter gesagt hatte, heute können sie mich nicht mehr abschieben, sonst würden sie es mit Sicherheit wieder tun.

    Nochmals danke für eure Unterstützung, das hat mir sehr geholfen, es ist für mich schön zu wißen daß mir unbekannte Menschen mehr Verständniss und Liebe entgegenbringen aber auf der anderen Seite auch traurig zu wißen daß die eigene Familie einen nicht will und nicht akzeptiert.



    Nikki(Catzilla)
     
  18. Glitzerchen

    Glitzerchen Guest

    Lass dich knuddeln

    Nikki lass dich einfach mal knuddeln,
    du wurdest und wirst mit deiner Schwester verglichen, bei mir waren
    es Cousinen, wenn ich doch nur ein bischen wie die wäre............
    Lass dich nicht unter kriegen, denn du bist in deiner Art ganz einfach
    etwas einmaliges.

    Liebe Grüße
    Glitzerchen
     
  19. katzenmaus

    katzenmaus tierliebe

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    hallo catzilla
    auch für mich sind deine erfahrungen nichts neues.seit ich cp habe, das werden jetzt 7 jahre hat sich mein freundeskreis auch reduziert,ja wenn sie kummer o ähnliches hatten war man immer gefragt.seit ich krank bin merke ich erst das manche ziemlich egoistisch sind,kamen sie früher oft zum feiern usw so lassen sie sich heute kaum mehr blicken.aber die familie ist nerviger.Habe meine grossmutter 20 j bei uns gehabt weil sie mich groszog und besonders der eine sohn von ihr ist ein rechtes ekel.für seine mutter zu versorgen war ich gut, als er dann nach ihrem tot mal anrief was wir machen,sagte ich das ich cp habe ,mein sohn hat morbus crohn und der soviel abgenommen habe (fast 40 kg) war der kommentar : was denn in unserer familie hatte noch keiner sowas,rheumatologe?
    noch nie gehört,Soviel abgenommen? war ja eh viel zu fett hätte der mal besser mehr gelernt .Meine schwiemu, sonst ganz ok meint nur mensch was seid ihr ne kranke familie.sowas macht einen ganz schön fertig und es dauert bis man sich darrüber hinweggesetzt hat. ich wünsche dir alles gute und lass dir nix gefallen,man lernt... liebe grüsse katzenmaus