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Fachkräftemangel????

Dieses Thema im Forum "Krankenkassen und Pflegeversicherung" wurde erstellt von bise, 15. Dezember 2012.

  1. bise

    bise Neues Mitglied

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    hallo, kennt ihr das auch?
    seit 3 jahren werde ich von einem pflegedienst gespritzt; war mit diesem immer sehr zufrieden und bemühte mich stets, eine angenehme patientin zu sein (d.h. ich meckerte nie, selbst wenn es etwas zu beanstanden gab).
    heute morgen flatterte mir die kündigung für januar ins haus.
    wegen personalknappheit könne ich nicht mehr versorgt werden. kräfte, die gegangen sind, konnte der dienst nicht mehr ersetzen, so kam es zu der engen personaldecke.
    ich solle mich um einen anderen bemühen. als wenn das so einfach wäre. dies war der nächstgelegene sozialdienst.
    jetzt stehe ich auf dem schlauch, wie komme ich an jem. anders, der mich spritzt?
    lg
     
  2. Tortola

    Tortola Aktives Mitglied

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    an bise

    Hallo Bise!

    Was mußt Du denn spritzen? MTX oder ähnliches? Kannst Du das nicht allein versuchen? Ich habe immer Angst vor dem Spritzen, bin immer froh, wenn es
    "geklappt hat". Aber da muß man wohl durch. Ich drücke Dir die Daumen für Deine nächsten Spritzen - Du kannst das auch allein!

    Liebe Grüße von Tortola
     
  3. Ally

    Ally Neues Mitglied

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    Hallo bise
    Also einen fachkräftemangel gibt es absolut. Immer weniger junge Menschen wollen krankenschwester oder Altenpfleger werden. Das liegt hauptsächlich an dem Preis - leistungsverhältnis. Viel Arbeit,viel Stress und schlechte Bezahlung. Ich bin Krankenschwester und arbeite auch bei einem ambulanten Pflegedienst. Mit Leidenschaft!:)ich bin darüber erschrocken, daß man dir so einfach eine Kündigung schreibt. Sowas haben wir noch nie gemacht!!!! Noch nicht einmal Patienten abgelehnt. Spritzen ist ja noch nicht einmal aufwendig für einen Pflegedienst. Und ja auch nicht unbedingt uhrzeitabhängig. Könnte mir die Kündigung evtl so erklären,daß dein Pflegedienst ab nächstes Jahr keine examinierten Pflegekräfte mehr hat??? Denn Spritzen dürfen nur examinierte Pflegekräfte. Ich hoffe du findest einen neuen guten Pflegedienst!!
    Ganz liebe Grüße Ally
     
  4. bise

    bise Neues Mitglied

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    selber spritzen geht nicht (mehr); die finger sind zu deformiert, ich kann sie nicht mehr koordinieren in der bewegung. etliche male schon mit leeren spritzen getestet, sie fliegt mir aus der hand.

    natürlich frage ich mich, weshalb so plötzlich, schliesslich haben sie mir noch vorige woche ein muster mitgegeben, wie der haus doc ab januar die verordnung ausfüllen soll.
    3 häuser weiter betreuen sie einen patienten jeden tag - häufig 2 x -. ich glaube, dass sie nicht genug bei mir abrechnen können. (ich weiss nicht, was die gkv für die verordnung von häusl. krankenpflege zahlt.). bei mir dauert der einsatz immer höchstens 5 minuten; alles ist morgens hergerichtet; kaum stehen sie vor der tür, mache ich schon auf. auch von der haustür ist es dann nur noch ein kurzer weg, wenige schritte (5-6), dann kann schon die spritze gesetzt werden.
    jetzt ist es schwierig für mich, einen anderen pflegedienst zu finden. die anderen befinden sich am gegenüberliegenden ende des ortes, der anfahrtsweg beträgt mindest 12 km (der jetzige hat nur 3 km), weil durch stadtmitte nicht gefahren werden darf.

    könnte die physiotherapeutin mir zu lasten der gkv die spritze setzen? die physio ist pflegerisch ausgebildet, sie hat das schon einige male bei mir gemacht. doch sollte das auf dauer sein, müsste das korrekt geregelt werden mit verordnung etc. kennt sich jemand damit aus (nur für den fall, dass ich von den anderen wg. des zu langen anfahrtsweges absagen kassiere).
    lg
     
  5. pfanni

    pfanni Neues Mitglied

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    Fachkräftemangel

    Hallo bise, kann das Spritzen vieleicht die Arzthelferin beim Hausarzt übernehmen?
    Wenn deine Finger schon Verformungen aufweisen, hast du vieleicht auch schon eine Pflegestufe?,dann erhälts du von der Pflegekasse einen bestimmten Betrag und kannst davon das Spritzen bezahlen (vieleicht auch einen privaten Pflegedienst?).Ich wünsche dir jedenfalls eine schnelle Lösung für dein Problem. LG Pfanni
     
  6. bise

    bise Neues Mitglied

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    natürlich kann das die arzthelferin übernehmen.
    doch wie dahin kommen. zum künftigen haus doc muss ich per bus fahren, ich bin dann immer knapp 1 stunde unterwegs hin und 1 stunde für zurück.

    natürlich kann ich einen privaten pflegedienst anheuern, doch den gibt es hier nicht. ich muss jemanden finden, der spritzen kann und will - das ist das problem.

    lg
     
  7. Ally

    Ally Neues Mitglied

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    Ich glaub nicht das die Physiotherapeutin sich das Spritzen verordnen lassen kann, weil das mit ihrem eigentlichen Auftrag(Gymnastik nehme ich mal an) nicht im Zusammenhang steht. Patienten die schon alles parat haben sind sehr gern gesehen;):).für eine Injektion gibt es nicht soviel Geld für den Pflegedienst. Sind pro Tag so um die 5€ plus wegepauschale. Bitte die pflegedienstleitung doch um ein Gespräch und frag nach dem Grund. Vielleicht hat der andere Pflegedienst ja auch Patienten die bei dir in der Nähe wohnen.
    Drück dir die Daumen Ally
     
  8. Blonder Brummer

    Blonder Brummer Neues Mitglied

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    Fachkräftemangel

    @ Pfanni,
    Spritzen verordnet der Arzt, der sie angesetzt hat. Läuft über eine sogenannte Verordnung. Auch wenn jemand eine Pflegestufe hat, braucht er das Spritzen nicht selber bezahlen.

    @ bise,
    es erstaunt mich sehr, dass eure Pflegedienste nicht bereit sind, mehr als 15 km Anfahrt in Kauf zu nehmen. Die Versorgung im häuslichen Bereich fängt ja oft mit Spritzen an. Im Laufe der Zeit kommen ja durch körperliche Einbußen des Patienten immer mehr Aufgaben hinzu (Pflegestufe).
    Ich kann mir vorstellen, dass Ally gar nicht so verkehrt liegt.

    Viel Glück bei der Pflegedienstsuche
    LG BB

     
  9. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hallo Bise,

    Der Anfahrtsweg sollte für dich keine Rolle spielen. Frage bei der anderen Stelle einfach mal nach ob das machbar wäre mit dem Spritzen.

    Gruß Kukana
     
  10. bise

    bise Neues Mitglied

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    Kuki, die anfahrtswege spielen für die sozialstationen eine gr., eine sehr, sehr gr. rolle - so wird es mir immer gesagt.
    ich habe schon öfters hören müssen, dass sich "das" nicht lohnen würde.
    ich wohne hier in einem neubaugebiet, etwas vor der stadt. das war lange zeit für mich überhaupt kein problem. alle 20 minuten fährt ein bus ins zentrum, darauf konnte und kann ich mich einstellen. viele arbeitnehmer wohnen hier in dieser gegend, natürlich auch pflegekräfte und mitarbeiter von sozialdiensten, von denen wg. der kids etliche in teilzeit sind.
    im anfang bin ich davon ausgegangen, dass diese umstände für mich idealer nicht sein könnten. doch pustekuchen: die mitarbeiter kamen von daheim, d.h. ein fussweg von teilweise 2-3 minuten zu mir , sie gingen von mir auch wieder sofort heim und ich erhielt am monatsende eine rechnung, über die ich zunächst dachte, die berechnung sei wohl auf einen irrtum zurückzuführen.
    die sog wege- oder anfahrtspauschale betrug bei jedem einsatz fast soviel wie das honorar für eine stunde bei mir. es wurde km nach abgerechnet von der einsatzzentrale zu mir und zurück. da ich immer nur 1 stunde bzw. 90 minuten die leute täglich beansprucht habe, kannst du dir ja vorstellen, wie hoch die rechnung dann unerwartet ausfiel. es wurde an der realität vorbei abgerechnet. seitdem suche ich mir die leute aus ohne einschaltung der zentrale.
    natürlich könnte ich meinen jetzigen pflegedienst auch mit weiteren versorgungaufgaben (wie duschen, cremen, haarewaschen etc) beauftragen. das habe ich sogar schon mal ausprobiert. leider hat das nicht geklappt.
    die leistung war eine katastrophe für mich und die vorgelegte rechnung sprengte mein budget.
    sobald ein rheumi von fremder hilfe abhängig wird, hat er probleme en masse.
    morgen werde ich dort mal anrufen und nachhaken, was los ist. der kasse werde ich das problem schildern, vielleicht fällt denen dazu was ein.
    ich weiss von einigen chronikern hier, dass sie bei der lösung solcher probleme "knallhart" reagieren, sie rufen den diensthabenden notarzt an. solch ein verhalten liegt mir jedoch nicht.
    lg
     
  11. käferchen

    käferchen Guest

    Hallo Bise,
    ich kann mir schon sehr gut vorstellen dass die derzeitige Situation für Dich ein grosses Problem darstellt.

    Man kann und darf natürlich nicht alle Pflegedienste "Über einen Kamm scheren", und sicherlich gibt es auch gute Dienste wie Ally sie beschrieben hat wo sie tätig ist.
    Fakt ist aber dass die Realität oft anders ausschaut. Ein sehr guter Freund von mir hat einige Jahre bei verschiedenen ambulanten Pflegediensten gearbeitet. Möglichst viele Patienten in kurzer Zeit "abarbeiten", da bleibt selbst für ein kurzes Gespräch mit dem Patienten wenig Zeit, und für viele ältere Menschen ist der Pflegedienst oft auch die einzige Möglichkeit sich mit jemanden zu unterhalten wenn man nicht mehr täglich vor die Tür kommt.

    Bei mir um die Ecke befindet sich auch ein Pflegedienst, wenn ich sehe wie oft dort freie Stellen ausgeschrieben sind, kann ja nicht von ungefähr kommen. Die Mitarbeiter werden oft verheizt, wer nicht mitmacht kann ja gehen.
    Ich arbeite selber im Pflegebereich und wenn ich sehe und höre dass immer mehr junge Leute die den Beruf des Gesundheits-und Krankenpflegers einschlagen schon gleich wissen, dass sie nach der Ausbildung gleich weitermachen, studieren etc. gibt ja zahlreiche Berufswege die man danach einschlagen kann. Nur die Arbeit "am Patienten" ist für viele unattraktiv geworden. Schlechte Arbeitszeiten, Schichtdienst, schlechte Bezahlung für die anspruchsvolle und verantwortungvolle Tätigkeit etc....

    Bise, ich würde an Deiner Stelle ein Gespräch mit dem Pflegedienst suchen und der Krankenkasse. Hast Du eventuell die Möglichkeit von Spritze auf Pen umzusteigen, oftmals sind Pens einfacher zu handhaben wie Fertigspritzen.

    Ich wünsche Dir auf jedenfall alles Gute und das Du bald wieder eine gute häusliche Versorgung hast.

    Liebe Grüsse vom
    Käferchen
     
  12. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @käferchen

    Blieben noch zu ergänzen: wenig bis fehlende Wertschätzung, schlechter Umgang, verbale Zumutungen und manchmal sogar tätliche Bedrohungen - sicher nicht flächendeckend, aber keine Seltenheit mehr.

    Unserer Gesellschaft ist einerseits gute Pflege nicht mehr viel wert (auch wenn - politisch gewollt - etwas Anderes propagiert wird, die Rahmenbedingungen sprechen für sich!) und andererseits ist auch die individuelle Anspruchshaltung mitnichten immer angemessen.

    @bise

    Ich wünsche dir viel Glück für eine akzeptable Lösung ;)
     
  13. bise

    bise Neues Mitglied

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    bei Frau Antje
    @ käferchen,
    bei diesem medi gibt es keinen pen.
    die spritze dieses medi ist relativ "neu". sie ist etwas "schwierig" zu handeln, für rheuma hände nicht ganz einfach; auch die bedienungsanweisung des herstellers muss bei der anwendung beachtet werden.

    bei manchen basis medis gibt es nur infusionen, wie ihr alle wisst.

    mir graut vor der aussicht, dass in naher zukunft der rheuma doc nicht mehr nach dem patienten das basis medi vorschlägt, welche substanz am besten geeignet ist, sondern danach urteilt, ob die rheuma hände noch eine spritze selber setzen können und im verneinungsfall nur noch medis einsetzt, die per infusion gegeben werden müssen. das würde für viele rheumis einen ausschluss von potenten substanzen bedeuten.

    @ Frau Meier
    patienten, die klar bei verstand sind, werden sich hüten bzw. sich 2 x überlegen, ob sie pflegekräfte in irgendeiner weise "angreifen" dürfen. das gegenteil trifft eher zu, sie sind bereit, einiges in kauf zu nehmen, nur um überhaupt versorgt werden zu können. da wird schon manche kröte
    freiwillig geschluckt .
    ich glaube eher, dass robuste gesunde, die null ahnung vom dienst am patienten haben, sich über pflegeberufe "erhaben" fühlen. so ist mein ganz persönl. eindruck.
    der grund liegt sicherlich darin, dass krankheit verdrängt wird, dass kranke ausgegrenzt und abgeschoben werden.
    wo erlebt man heute noch, dass kranke am alltagsleben teilnehmen können?

    ich werde morgen berichten, was ich herausgefunden habe.

    lg
     
  14. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @bise

    Bei allem Respekt:

    Ich habe mir die Angriffe von Patienten (und/oder Angehörigen) nicht aus der Tasche oder gar meiner Fantasie gezogen, sondern ganz konkrete persönliche Erfahrungen geschildert.
    Das schließt ja gegenteilige Missstände - wie etwa schlechte Behandlung von Schutzbefohlenen - nicht aus. Die waren aber in meiner Antwort auf käferchen nicht das Thema und sind auch keineswegs eine Einbahnstraße, auch wenn gerne einseitig Kranke als alleinige Opfer gesehen werden. So trivial ist die Realität keineswegs.

    Was du mit "robusten Gesunden, die null Ahnung vom Dienst am Patienten haben und sich über Pflegeberufe erhaben fühlen" im Zusammenhang mit meinem Beitrag gemeint haben könntest, wirst du selbst am besten wissen. Es ändert an meinen einschlägigen Erfahrungen nichts, und
    diese Charakterisierung hat mit meiner Person herzlich wenig zu tun!

    Ich kann schon nachvollziehen, dass du unzufrieden und nicht gut versorgt bist; das ist aber nur einer von zahlreichen schlimmen Aspekten der aktuellen Entwicklung im Gesundheitswesen, für die persönlich sicher niemand etwas kann ;)

    Gruß, Frau Meier
     
    #14 16. Dezember 2012
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16. Dezember 2012
  15. bise

    bise Neues Mitglied

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    bei Frau Antje
    Respekt zurück.

    natürlich kenne auch ich genügend fälle, in denen patienten das pflegepersonal angegriffen hat.....
    doch bei näherem hinsehen wurde den aussenstehenden
    schnell klar: beginnende demenz, durchgangssyndrom etc.
    darum schrieb ich, "klar bei verstand".....

    mit "robuste Gesunde" meine ich all jene, die noch nie etwas mit krankheit i.w.s. zu tun gehabt haben, ihnen fehlt das vorstellungsvermögen, was in den pflegeberufen zu leisten ist und geleistet werden muss. wie sonst ist die geringe finanz. entlohnung überhaupt zu erklären? wer weiss, wieviel das pflegepersonal in der schicht schuften muss, wird sich 2 x überlegen, sofort doppelschicht anzuordnen und damit das pflegepersonal an die grenze von körperl. und psychischer belastungsfähigkeit zu drängen. wer weiss, dass die geringste unaufmerksamkeit
    beim medi herrichten zu fatalen folgen führen kann, wird diese arbeit anders bewerten. fehler in der pflege sind häufig irreparabel, nicht mehr korrigierbar. der pflegende kann nun mal nicht mit jemandem im schreibbüro verglichen werden, wo schreibfehler auf der seite leicht berichtigt werden können. früheren generationen war dies bewusst. die gemeindeschwester, die hebamme, der arzt waren hochgeachtet, wertgeschätzt. und heute?
    meine oma würde jetzt sagen: verfall der werte im leben...

    was soll ich darüber denken, wenn ich weiter oben lesen muss, dass heutige berufsanfänger, die ausbildung in der pflege nur als durchgangsstation ansehen, um sich später anders orientieren zu können?
    die pflege wird derzeit nicht angemessen entlohnt. darüber nachzudenken, empfiehlt sich.
    was und wem nützt das tollste medi, wenn es nicht angewendet werden kann? vor einer solchen entwicklung graut mir!!!!
    nix für ungut,
    lg
     
  16. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @bise

    Das Grauen vor dieser Entwicklung teilen wir; leider ist aber deine Vorstellung, dass nur "demente" oder "durchgängige" Patienten Pflegekräfte oder sonstiges Personal angreifen, nicht korrekt.

    Ich sprach nicht von Dementen und auch nicht von Alten - das ist ein gänzlich anderes Thema.
    Vielmehr sprach ich von Menschen, die - wie du sagst - bei klarem Verstand und trotzdem aggressiv, fordernd und übergriffig sind; solche habe ich wiederholt erleben "dürfen" und den Eindruck einer tendenziellen Zunahme. Das kommt zu den allgemeinen Missständen hinzu - der Narzissmus wächst in ungeahnte Himmel; das ist eine unschöne Einsicht, aber leider real!

    Übrigens: natürlich sind wir uns einig, dass Dinge wie Doppelschichten und unmenschliche Arbeitsbedingungen durch irrsinnige Arbeitsverdichtung und unfreundlichen/wenig achtenden und nicht wertschätzenden Umgang mit menschlichen Ressourcen widersinnig sind.
    Es hilft nichts: DAS ist die Realität, und sie ist u.a. von ökonomisch orientierten Verwaltungsapparaten UND pflegerisch einschlägig Vor- und Ausgebildeten in Führungspositionen geschaffen und nicht irgendwie zufällig oder unüberlegt entstanden.....leider!


    Wohin das führt, sehe ich jeden Tag :(


    Dass daher Berufsanfänger die Pflegeausbildung als "Durchgangsstation" sehen, kann ich sehr gut verstehen, auch wenn das den zu Pflegenden wenig gut gefällt. Wir werden in den nächsten Jahren einen ganz erheblichen Mangel an geeignetem Nachwuchs erleben, denn der Pflegeberuf erfordert Einiges: Grips, praktisches Talent, Einfühlungsvermögen, Belastbarkeit, Flexibilität, Verzicht auf jedes 2. freie Wochenende, kurzfristiges Einspringen, Nachtarbeit und vieles mehr.
    Wertschätzung? Naja, begrenzt, und zwar aus allen Richtungen. Lebensqualität? Jedenfalls unsicher, auch und vielleicht gerade für die, die aus Überzeugung pflegen.
    Ich könnte noch weiterschreiben.....

    Eines ist klar: renommieren lässt sich damit nicht, viel Geld verdienen auch nicht, den Arbeitstag gemütlich angehen erst recht nicht. Sowas muss mensch mögen und ist kein cooler "Job", sondern Knochenarbeit. Es ist legitim, sich etwas "Besseres" zu wünschen.

    Unsere Gesellschaft geht damit sehr lässig um - weil die Rendite der Boss ist :(

    Sehr traurig....
     
  17. saurier

    saurier Bekanntes Mitglied

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    an einem fluss
    fachkräftemangel

    @hallo

    ein pflegedienst ohne examiniertes fachpersonal geht gar nicht! genügend vo und vorgaben
    der kv/PK erzwingen diese grundsätzlich im pflegebereich.

    @physiotherapeuten unterliegen einer med.fachausbildung. (andere als einer fachkrankenschwester)
    sind gegenüber der durchführung von gkv leistungen nicht einsetzbar.

    @kündigung von leistungen an patienten durch pflegedienste haben vielschichtige gründe. u.a. art der
    leistung, fahrweg, umgang etc. wenn der pflegedienst genug patienten mit hoher pflegestufe hat, sind
    spritzen geben bei weitem fahrweg leider nicht ertragreich genug...so leid mir das tut, dies so schreiben
    zu müssen. aber kein kü grund, denn sie haben ein vertrag mit dir geschlossen.

    aus eigener erfahrung und arbeit in diesem bereich gab es solche kü bei uns aus fehlendem fachkräftemangel
    jedenfalls nicht. der pd musste leiharbeitnehmer beschäftigen bei ausfall von eigenem pd-personal um die
    arbeit sicherrn zu können.

    kenne diese art des umgangs mit patienten nicht. im gegenteil. jeder pd weiss, dass sich der zustand eines pat.
    in der regel nur verschlimmert (kann) oder so bleibt. wer wrd gesünder? beträfe nur pat. nach akut erkrankung,
    die ggf. pflege für gewisse zeit nach dem krh aufenthalt benötigen, aber das sind in der regel nicht die, die eine
    feste pflegestufe haben.

    andererseits völig unverständlich wenn der selbe pflegedienst in der selben straße leistungen ausführt.

    @nochmal das gespräch mit dem pd suchen und freundlich ergründen was da passiert ist. auch unter der
    option, dieses dann der pk der kk mitzuteilen. m.e. nach gibt es einen versorgungsmedizinischen grundsatz,
    der damit geschlossen wurde, dass die pflegeeinrichtung einen pflegekontrollbesuch durchführt, sich über
    die art und umfang der pflege informiert und einen verrtag mit dem pat.schliesst wo art und umafng festgelegt
    wird. durch die gesetzl.regelung der halbjährlichen pflegekontrollbesuche durch diesen pflegedienst ist die
    leistung weiter gesichert. da der pd rechtzeitig bei der pv ggf.notwendig höheren pflegebedarf anmelden muss
    würde auch für nicht mehr notwendige leistungen gelten.

    auszug aus der vorgabe der verbraucherinfo von der bek
    (...)Der Pflegedienst dagegen sollte sich nur durch eine lange, etwa sechswöchige Frist,
    vom Vertrag lösen können.(...)

    und (...)
    c) Fristlose Kündigung aus wichtigem Grund
    Sowohl Pflegebedürftige als auch Pflegedienst haben die Möglichkeit, den
    Pflegedienstvertrag aus wichtigem Grund fristlos zu kündigen. Beispiele für wichtige
    Gründe können sein: ein gestörtes Vertrauensverhältnis oder ein Zahlungsverzug des
    Pflegebedürftigen von mehr als zwei Monaten. Keinesfalls kann ein Pflegedienst die
    Pflege einstellen, weil Personalknappheit herrscht oder er andere Pflegbedürftige
    betreuen möchte.
    Räumt sich der Pflegedienst ein Recht auf fristlose Kündigung ein,
    so sollte geregelt werden, dass er so lange die vereinbarten Leistungen noch erbringt,
    bis die Pflege auf anderem Wege (z.B. andere Pflegedienst oder Heimunterbringung)
    gesichert ist.

    @bleibt nur einen anderen pflegedienst beauftragen, dazu über die pflegekasse sich die adresse eines
    pflegeberaters aus der nähe geben lassen und gespräch anmelden

    @findet sich wirklich keiner, ablehnungen schriftlich geben lassen und an die pk der kk wenden und
    um hilfe bitten. würde für biese bedeuten, die kü des vertrages am montag sofort an die pk per fax
    schicken.
    am besten deinen vertrag durchsehen und gucken was unter kü als grund möglich wäre und genannt
    wird. steht dies nicht drin, sofort gegen die kü wiederspruch einlegen und darauf dringen dass pflege
    solange geleistet werden muss, bist du einen anderen anbieter gefunden hast, der diese leistung
    durchführen kann.

    da nicht bekannt ist, welches die gründe wirklich sind, ist es schwer das ganze objektiv einzuschätzen
    oder beurteilen zu können. mein gefühl, da stimmt was nicht!

    sauri
     
    #17 16. Dezember 2012
    Zuletzt bearbeitet: 16. Dezember 2012
  18. käferchen

    käferchen Guest

    Hallo Bise, Hallo Frau Meier,
    ich stimme Euren beiden Beiträgen voll und ganz zu, Bise, muss Dir aber kurz widersprechen. Es gibt natürlich auch heute noch engagierte junge Menschen die sich den Beruf des Gesundheits-und Krankenpflegers aussucht um auch genau diese Tätigkeit auszuüben. Ich bin seit fast 28 Jahren nonstop in diesem Beruf tätig und ich kenne viele Kollegen die auch ohne eine eigene schwerwiegende Erkrankung den Beruf so ausüben wie man es erwartet. Das hat sicherlich auch was mit Überzeugung zu tun.

    Wenn ich aber lese bei den "Stellenangeboten" der Klinik in welcher ich arbeite (Klinik der Maximalversorgung wie es so nett heisst) dass für jeden der 2 Kurse die jedes Jahr im April und Oktober für die Ausbildung zur Gesundheits-und Krankenpflege /Kinderkrankenpflege starten, erstmal eine Online-Anmeldung erforderlich ist finde ich das grauselig. Heisst, der Interessent muss sich Online bei der Schule bewerben um überhaupt zu einem ersten Vorstellungsgespräch zugelassen zu werden. Da wird dann schon per PC kräftig ausgesiebt......Ohne überhaupt den Bewerber jemals zu Gesicht bekommen zu haben.

    Ich persönlich war immer ein Mathematik-Trottel, Kopfrechnen, Dreisatz-ok. Aber habe nie verstanden warum ich eine Tangente oder einen Kreisdurchmesser berechnen muss, habe ich in meinem weiteren Leben nie gebraucht. Mathe immer 5. Trotzdem bin ich seit 28 Jahren gut in meinem Beruf (ja ich weiss, Eigenlob stinkt), aber ich kann sehr wohl Infusionslösungen berechnen etc....
    Wenn ich mich heute bewerben würde, ich würde ja wohl nicht mal mehr nach den Kriterien zu einem Vorstellungsgespräch geladen. Und da denke ich dass viele motivierte, junge Menschen, die sich für einen solchen Beruf entscheiden, einfach gleich abgelehnt werden. Gerade in sozialen Berufen muss man die Person sehen die sich dafür entscheidet, und nicht einfach nur ein Blatt Papier, oder eine Online-Anmeldung.

    Die, die sich damit auseinandersetzten müssen, sei es als Patient oder Mitarbeiter wissen um die Problematik. Leider stösst das bei Vielen, die vielleicht an einer Änderung arbeiten könnten, auf taube Ohren. Aber, diese Personen haben auch die Möglichkeit, bei einer Erkrankung sich adäquat behandeln zu lassen.

    Ein grosses Problem unserer Gesellschaft.

    Liebe Grüsse und schönen Abend
    Käferchen
     
  19. bise

    bise Neues Mitglied

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    bei Frau Antje
    stop.
    ich habe keine fristlose kündigung erhalten - habe ich auch nirgendwo aufgeschrieben. die kündigung ist für mitte januar 2013.
    unstimmigkeiten mit dem personal gab es von meiner seite nicht.
    sie haben mir die gründe schriftl. dargelegt: personalmangel,
    die mitarbeiterinnen, die ich kenne, sind entweder im mutterschutz oder haben von sich aus gekündigt (dass sie ab.... eine neue stelle haben werden, hatten sie mir wochen vorher schon erzählt).

    der pd hat mir zum schluss seiner ausführungen noch geschrieben, er wolle mich beim finden eines neuen pd unterstützen. denn sie würden diese entscheidung sehr bedauern, doch wirtschaftl. gründe machten diese maßnahme notwendig.
    die pdleitung hatte mir gegenüber bei vorherigen telefongesprächen immer wieder geklagt, dass es kaum noch ausgebildete fachkräfte auf dem markt geben würde und mich sogar gefragt, ob ich pflegepersonal kennen würde, das einen job suche.

    dass ein patient in meiner strasse von dem pd betreut wird, kann ich von meinem balkon aus an dem parkenden pkw ersehen. (wenn der pkw dort abfährt, gehe ich sofort zur haustür - so einfach ist das).

    lg

    nachsatz:
    einen vertrag habe ich mit diesem pd nie abgeschlossen.
    ich hatte die ärztl. verordnung über häusl. krankenpflege (3 x spritzen in der woche).
    diese habe ich beim pd vorgelegt, das war alles.
    von diesem pd werde ich seit 4 jahren spritzenmässig versorgt.
     
    #19 16. Dezember 2012
    Zuletzt bearbeitet: 16. Dezember 2012
  20. saurier

    saurier Bekanntes Mitglied

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    an einem fluss
    fachkräftemangel

    @ja in meinen ausführungen steht wohl nicht, dass du eine fristlose kü bekommen hast,
    sondern lediglich warum man eine solche kü(auch fristlos) erhalten kann und welches
    kü gründe seien sollten, und welche kü gründe nicht zulässig sind und das sind in deinem
    fall personalgründe.

    dass der pd dir helfen will hast du leider am anfang deines themas nicht genannt.
    dann ist doch alles ok? dann wirst du auch einen pd finden.

    benötigst ja dann auch keine andere hilfe mehr, wenn sie dir dabei helfen.

    sauri