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ein neues Leben dank Morphin

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Bunny, 17. November 2010.

  1. Bunny

    Bunny Gesperrter Benutzer

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    Hallo,
    ich wollte mich mal wieder melden, nachdem ich vor einigen Jahren hier im Forum mal recht aktiv war und einfach auch das Bedürfnis hatte, Euch mitzuteilen, wie ich den Bechterew aus meinem Leben bekommen habe. Hier habe ich so manches Mal Hilfe erhalten und heute möchte ich Euch etwas davon zurückgeben. Daher ist der Text auch etwas länger geworden.

    Wie ich den Bechterew aus meinem Leben bekommen habe? Mit Morphin und Enbrel. Und der grandiosen Idee, die Worte des Rheumatologen zu ignorieren und auf einen Schmerztherapeuten aufzusuchen.
    Ich hatte – wie so viele hier – eine intensive und frustrierende Krankengeschichte hinter mir. Mit 27 hatte es mich erwischt, mit klassischer Steifigkeit aller Knochen am Morgen und immer stärker werdenden Schmerzen im ISG, der Hüfte und den Knien. Angefangen habe ich mit Celebrex, das hat so um die 3 Monate gewirkt, und endete irgendwo beim MTX. Dazwischen habe ich fast ausnahmslos alle anderen Medikamente (außer den damals neuen Produkten Enbrel und Remicade, das war 2005 oder so) bekommen und sie haben nie gewirkt oder nach kurzer Zeit ihre Wirkzung verloren. Was blieb, waren hefige Schmerzen, Krankschreibungen, eine Kur in einer orthopädischen Klinik (also eine echte Gruft ;-) und echte Existenzängste. Die ersten 4 Wirbel vom ISG aufwärts sind in dieser Zeit durchgesteift und psychisch ging es mir auch nicht gut.

    Ich ging wie ein alter Mann von 70 zur Arbeit, in einer gebückten Schonhaltung, bei der man mir den Schmerz auf große Entfernung ansehen konnte. Ich war bei Radiologen, Internisten, drei verschiedenen Rheumatologen im Hamburger Raum und es war immer das Gleiche: mit Schmerzen in die Praxis, mit einem Rezept für irgendeinen Entzündungshemmer wieder raus, aber die Schmerzen blieben.

    Irgendwann sagte dann mein damaliger Rheumatologe zu mir, daß er jetzt fast alle Medikamente durch habe und nur noch Enbrel übrig bliebe und er jetzt auch erst die Kosten gegenüber meiner Versicherung vertreten könne. Enbrel war ein großer Fortschritt und erstmals konnte ein Medikament auch mein Blutbild ändern, die Entzündungsmarker (besonders das CRP) gingen erstmals runter. Gegen einen Schub war auch Enbrel nicht ausreichend und wirkte schmerzhemmend lediglich die ersten 24 – 36 Stunden nach der Injektion. Als ich trotzdem mit Schmerzen wieder in seine Praxis kam, hat er mich an eine Hamburger Klinik abgeschoben und mir erklärt, daß er jetzt mit seinem Latein am Ende sei.


    Der Professor, der mich ab diesem Zeitpunkt behandelte, war auch keine echte Hilfe. Mehr als „möglicherweise Remicade“ fiel ihm auch nicht ein. Das wars, ich war 33 Jahre alt und es bleiben in der Therapie nur noch Remicade und hochdosiertes Cortison über. Was blieb, waren Rückenschmerzen, dicke Kniegelenke und Krankschreibungen.


    Dann wurde mir klar, daß ich die ganzen Jahre zum falschen Arzt gegangen bin. Mit Schmerzen geht man zum Anästhesisten! Obwohl ich privatversichert war, mußte ich in Hamburg 10 Monate auf den Termin warten, aber es war – im nachhinein – eine Wende in meinem Leben. Die Schmerztherapeutin war mit Morbus Bechterew vertraut und sagte mir, daß der Bechterew fast so schmerzhaft sie wie einige Formen des Krebses und schlug als Therapie gleich Morphin vor. Zuvor habe ich hin und wieder Tramal und Tilidin von Ärzten als Tropfen erhalten und sie hat mir gleich erklärt, daß das „unverantwortlich“ war, da Tropfen nicht als Dauertherapie taugen und gerade das Tilidin nicht für Rheumapatienten das richtige sei. Was war das für ein Triumph! Ich war plötzlich das das erste Mal seit etwa fünf Jahren schmerzfrei. Das war wirklich eine Wende in meinem Leben und ein riesiger Sieg über den Bechterew, weil ich erst jetzt, als ich schmerzfrei war, richtig dagegen angehen konnte. Meine Stimmung wurde besser, der Schmerz war weg, ich bin nicht mal mehr zum Rheumatologen gegangen und war dort seit fünf Jahren nicht mehr. Durchschlafen! Eine ganze Nacht ohne sich alle 5 Minuten drehen zu müssen, weil wieder etwas in dieser Position weh tat! Mein Hausarzt verschreibt mir seit dem regelmäßig das Enbrel und auch das Morphin, seit ich ihm meinen Opioid-Pass vorzeigte.
    Diesen Pass habe ich bei der Anästhesistin erhalten und dort steht meine Dosierung an Morphin drin. Erst haben wir bei 60mg retardiert 2 mal täglich angefangen und hatten nach 4 Wochen 120mg als richtige Dosis gemeinsam ermittelt. Nach der ersten Einnahme von Morphin mußte ich mich übergeben und ich trinke täglich 2 -3 Liter Wasser, weil ich sonst Verstopfung vom Morphin bekommen würde, diese Nebenwirkung hat jeder, weil das Morphin die Darmmuskulatur verlangsamt. Somit sieht seit 5 Jahren meine Medikation so aus: täglich um 10 und um 22 Uhr 2 Morphintabletten a 60mg retardiert und 1 x die Woche (früher 2x, das konnte ich deutlich strecken) spritze ich Enbrel.


    Durch die Schmerzfreiheit hat sich ALLES für mich geändert, ich konnte richtig aktiv gegen die Versteifung und den Bechterew angehen und habe mit dem Sport angefangen und bin sogar 2006 einen Marathon knapp unter 5 Stunden gelaufen. Seit 2005 konnte ich jeden Tag arbeiten gehen, habe mich sogar selbständig gemacht und arbeite heute jede Woche 50 Stunden. Ich habe mich scheiden lassen, habe wieder geheiratet und letztes Jahr ein Haus gebaut. Duch das Morphin führe ich wieder ein ganz normales Leben, bin uneingeschränkt leistungsfähig und der Bechterew, der früher so bestimmend und dominant über mein Leben war, ist zu einer völlig unbedeutenden Nebensache geworden: 2x am Tag Tabletten nehmen, 1x die Woche eine Spritze in den Bauch und alle 4 Wochen beim Arzt anrufen und um eine Rezept bitten und dann zur Apotheke. Einmal im Quartal gehe ich zum Blutabnehmen und kontrolliere meine Blutwerte selbst, mein Hausarzt kann das sowieso nicht und ich habe dadurch selbst einen besseren Überblick. Oftmals vergesse ich den Bechterew völlig und werde nur bei wenigen Gelegenheiten daran erinnert.


    Ob ich mittlerweile vom Morphin abhängig bin? Ja. Sobald ich kein Morphin mehr nehme, beginnen nach 8 Stunden die Schweißausbrüche und der erste Schmerz. Heftiger wird es nach 24 Stunden ohne Morphin und nach 36 Stunden habe ich Rückenschmerzen, die stärker sind als alles frühere an Schmerzen. Das geht dann soweit, daß ich rasende Kopfschmerzen bekomme und bis zum Erbrechen vor Schmerz. Zum Glück ist mir das nur ein einziges Mal bislang passiert.


    Ich will hier keine Werbung für Morphium machen, sondern Euch schreiben, wie ich den Bechterew aus meinem Leben verbannt habe und das mittlerweile schon seit 5 Jahren. Ich rate Euch, nicht allein auf eure Rheumatologen zu vertrauen, sondern bei Schmerzen zu den Ärzten zu gehen, die darauf spezialisiert sind. Vom Verhalten einiger Rheumatologen bin ich schwer enttäuscht; indem sie auf der Wirksameit ihrer Mediamente beharren und nicht einmal auf die Idee kommen, interdisziplinär zu arbeiten und den Patienten vom Schmerz befreien.

    Alles Gute euch allen. Ich wünsche euch auch einen Weg, wie ihr mit dieser Krankheit fertig werdet.
     
  2. gordonfreeman

    gordonfreeman Neues Mitglied

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    Herzlichen Dank für den Beitrag- sehr interessant! :top:

    Ich wollte ich wüßte noch mehr. Wenn ich "Bruchstücke" aus dem
    Netz zusammenfüge, bekomme ich ungefähr sowas:
    Anscheinend ist da ein Stoffwechselfehler in der "Hirnchemie"
    (Stichwort: Depression), Resultat: ein Mangel an gewissem Baustein,
    dadurch (evtl. jahrelange) Dauerbelastung für das Immunsystem.
    Dann erst entsteht als Folge, vielleicht die Autoimmunkrankheit.

    Gibt man dem Körper den fehlenden Baustein zurück, (diesen findet man
    wie es scheint, in der Schlafmohnpflanze-->Stichwort Opiate, hier
    in seiner Reinform), dann kann es sein, oder vielleicht ist es
    dann auch zwingend so, die Aktivität der Krankheit nachläßt...
    Weil sie dann ihren Nährboden verliert, der Mangel ausgeglichen ist...

    Wär eine tolle Sache: Man doktert also nicht mehr an den
    Auswirkungen herum, per Entzündungshemmern,
    sondern bekämpft gleich die zugrundeliegende Ursache..

    Wobei, die Versorgung mit Morphin müßte natürlich sichergestellt sein,
    und langfristig, genau wie beim Zuckerkranken,
    der das Insulin regelmäßig zuführen muß, weil sein Körper
    keines herstellt. Das ist das selbe vom Prinzip. Die Abhängigkeit
    ist schon vorher da, nicht die Droge macht das...
    Aber, besser so, als kein normales Leben mehr führen zu können,
    und nur dahinzusiechen. Nicht wahr?

    -Ich hatte mir schon vorgestellt, wie es wäre, es zu probieren, ich bau
    mir heimlich Mohn an (tja, hier leider verboten, BTMG..) und schau mal,
    ob ich auf diesem Wege meine PA selbst kurieren kann :p
    Aber ärztlich verschrieben wär natürlich praktisch.

    -Wie groß ist denn da die Chance, es verschrieben zu bekommen?
    Muß man erst "alles durch haben"?
    Wovon hängt das ab? Von der spez. Krankheit die man hat?
    Von der Versicherung? Vom jeweiligen Arzt?
    Auch vom Bundesland, in dem man lebt...?
     
  3. rephi38

    rephi38 Neues Mitglied

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    :)Hallo Bunny, es wäre echt toll gewesen, wie dein früherer Nickname war.
    Ich kann gleiches berichten und mein Rheumatologe hat mich zum Schmerztherapeuten geschickt. Ich nehme seit 2,5 Jahren hochdosiertes Morphium, bin sicherlich abhängig, aber dafür habe ich tage, an denen ich keine Schmerzen mehr habe.
    Natürlich habe ich im Umfeld miterleben müssen, dass viele Menschen sich vor Morphium ängstigen. Mit dem richtigen Schmerztherapeuten oder Arzt, der die Behandlung überwacht, kann nichts passieren. Ich, für mich bin froh dieses Medikament verschrieben zu bekommen.
    Negativ ist nur, dass sobald ich in eine Klinik komme, die Ärzte denken, sie müssten etwas an der Dosierung ändern, hat mich schon viele Nerven gekostet.
    Wäre aber froh etwas runter zu kommen, aber im Moment brauche ich es noch.
     
  4. Pezzi

    Pezzi Neues Mitglied

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    Hallo Bunny,
    etwas irritierend finde ich deinen Beitrag.
    Du hast Bechterew, schreibst etwas von Morphin-Abhängigkeit... und allem, was vor 2005 unternommen wurde, wegen des Bechterew...

    Hast du nie Gymnastik gemacht? Wie versteift bist du denn mittlerweile? Du warst nie im Heilstollen in Bad Gastein oder im Stollen in Bad Kreuznach? Nie in einer Reha für Bechtis?

    2005 lebte man auch in der Bechterew-Forschung nicht hinter dem Mond.
    Ich habe selber Bechterew und irgendwie klingt dein Beitrag für mich schwer nachvollziehbar.
    Unter welchem Nick warst du denn früher hier aktiv?
    Irgendwie juckt es mich in den Fingern, mal bei den Admins nachzufragen...

    LG
    Pezzi
     
  5. luke

    luke HYLO-VFKQHJJHULVFK

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    zu risiken und nebenwirkungen lesen sie die packungsbeilage und fragen sie ihren Dealer oder Drogenbaron
     
  6. Bunny

    Bunny Gesperrter Benutzer

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    Also ich will hier keine Werbung für einen Wirkstoff machen, sondern für eine Schmerztherapie. Mein größtes Problem war nie die Versteifung der Wirbelsäule oder die dicken Gelenke an sich, mein Problem waren immer die Schmerzen, die mit dem Bechterew einher gingen. Und dagegen hat mir eine Schmerztherapie, hier auf der Basis von Morphin (ich nehme die Generika, meistens "Morphin Hexal", 60mg Tabletten mit retardierter Wirkung) unglaublich geholfen.

    Natürlich habe ich früher Krankengymnastik gemacht und auch Massagen bekommen- heute brauche ich das nicht mehr. Mein Körper kann sich nun komplett schmerzfrei bewegen und ich werde nur noch der "physikalischen" Versteifung z.B. beim Bücken eingeschränkt. Wenn ich mich nach vorn bücke, dann komme ich mit den Fingerspitzen bis an den unteren Rand meiner Kniescheibe. Ich nehme keine Schonhaltung mehr ein und vermeide keine Bewegungen mehr wie früher, weil sie schmerzhaft waren und nicht selten hatte ich nach dem Gelenkschmerz auch noch Muskelschmerzen durch die Schonhaltung. Diesen Kreislauf habe ich durchbrochen dank des Opiates. Ich laufe ganz normal Treppen, bücke mich im Supermarkt vor dem Regal bis nach unten und habe so meine "Krankengymnastik"- und wenn ich nur eine Kiste Bier hebe, ich bewege mich wieder und nix tut mehr weh. Das mit dem Marathon ist nicht gelogen. Ich kann wieder laufen und Sport treiben und genau DAS ist gut für mich und keine Krankengymnastik.

    Eine Kur habe ich auch mal gemacht, in einer orthopädischen Klinik. Mit damals 32 oder so war ich ungefähr 40 Jahre unter dem Altersdurchschnitt. 4 Wochen nicht zur Arbeit war ja ganz nett, aber die ganzen Alten in dieser "Gruft" haben mich psychisch richtig runter gerissen, weil ich mich genauso fühlte wie die Alten: mein Leben ist zu Ende.

    Daher würde ich niemals in einen Radonstollen zwischen den kahlköpfigen Krebspatienten, den lallenden Behinderten im Rollstuhl oder den alten Omis mit dem Rosenkranz in der Hand gehen wollen. Ich will nicht krank sein, ich will keine Kranken und Behinderten sehen und ich will nicht bei jeder Gelegenheit über Krankheiten reden. Das reißt mich nur runter und ich gebe meiner Krankheit viel zu viel Raum in meinem Leben. Das will ich nicht, der Raum ist für mich, meine Familie, meine Arbeit und meine Hobbys.

    Und die Abhängigkeit von den Opiaten ist für mich eine tolerierte Nebenwirkung. Dann bin ich eben abhängig und nehme mein Leben lang Morphium- was soll`s? Morphium ist sein hundert Jahren in der Medizin bekannt und "ausgeforscht" und damit sicherer als so manches moderne Medikament, das in freier Wildbahn am Patienten getestet wird. Solange ich jeden Tag meine Dosis erhalte, geht es mir gut. Verglichen mit meinem Leben vor dem Morphin ist meine heutige Sucht wirklich "Peanuts".

    Und ja, ich kenne auch die aufgerissenen Augen von Ärzten, denen ich vom Morphin erzähle. Ein Skandal! Die lassen Dich eher vor Schmerzen schreien, bevor sie zu Opiaten jenseits der BTM Grenze greifen. Dabei sind Opiate genau dafür da: Menschen den Schmerz, egal woher er kommt, zu nehmen.
    Ich werde nicht "doof" davon im Kopf oder fühle mich wie besoffen, ich fahre ganz normal Auto und Motorrad mit Morphin im Blut, werde davon nicht schläfrig oder habe glasige Augen.

    Was an meinem Beitrag scher nachvollziehbar sein soll, verstehe ich übrigens nicht so ganz.

    Ciao!
     
  7. Bunny

    Bunny Gesperrter Benutzer

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    Das alles kann ich Dir nicht beantworten. Suche doch einfach einen niedergelassenen Anästhesisten auf und rede mit ihm über Deine Schmerzen. Bei mir erfolgte eine sehr ausführliche Anamnese und ich mußte diverse Fragebögen ausfüllen. Am Ende kam eben der Therapievorschlag "retardiertes Morphin" als Dauertherapie. Dabei ist es nun seit fünf Jahren geblieben, ich gehe jedes halbe Jahr in die Schmerzambulanz und sage kurz "Hallo", dann kommt die Frage der Ärztin, ob alles okay sei und die Dosis noch stimmt und dann geh ich wieder.
     
  8. rephi38

    rephi38 Neues Mitglied

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    Bunny, du mußt dich nicht entschuldigen.
    Ich war zu einem Vortrag: Schmerztherapie.
    Wo anerkannte Schmerztherapeuten die Behandlung
    mit Morphium erklärten und warum das für die Oragne
    besser ist, als so manches andere Medikament.
    Morphium geht nicht auf die Organe, es bringt nur eine
    Verstopfung mit sich. Damit kann ich leben, denn auch
    das habe ich im Griff.

    Luke, deine Art sich lustig zu machen, paßt hier wirklich nicht.
    Jeder ist von seinem Medikament abhängig, ob es MtX, Embrel
    oder, oder, oder eben das Morphium ist.

    Ich bin froh, dass meine Schmerztherapeutin mich mit Morphium
    behandelt, so habe ich doch schmerzfreie Zeit, die ich sonst nie hatte.
     
  9. Aquarell

    Aquarell Sharpie

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    Hallo Bunny,

    dein Bericht war für mich sehr interessant. Mein Doc hat mir auch schon zweimal vorgeschlagen Morphine zu nehmen. Bisher habe ich mich nicht durchringen können, weil ich Angst davor hatte/habe.
    Er hat mich zwar sehr gut informiert darüber aber es sind doch immer noch offene Fragen da.
    Du schreibst, daß du ganz normal Auto und Motorrad fährst, nicht schläfrig bist und so ...
    Ich dachte man könnte unter Morphinen kein Auto fahren, das war so eine meiner Ängste.
    Dann die Abhängigkeit ... ich kann euch auf der einen Seite echt gut verstehen so von wegen: dann bin ich halt abhängig. Ich hab da schon ein bißchen Bammel

    Vielen Dank für deine Infos, sie haben mir schon ein bißchen von der Angst (die vielleicht einfach auch nur Unwissenheit ist) genommen.
     
  10. ursl53

    ursl53 Neues Mitglied

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    Ich bekomme seit knapp zwei Jahren Fentanylpflaster und kann sagen, daß ich seither wieder lebe!

    Ich habe übrigens keinerlei Nebenwirkungen - auch keine Verstopfung, fahre Auto und bin nicht mehr abhängig von Rollstuhl und Krücken!!!!

    Seit etwa 2 Monaten geht es mir relativ gut im Vergleich zu den Vorjahren, so daß ich in Absprache mit meinem Rheumatologen und Schmerztherapeuten das Fentanyl auf insgesamt die halbe Dosis reduzieren konnte.

    Da ich Matrixpflaster benutze, habe ich nach jedem 2. oder 3. Pflasterwechsel ca. 1-2 mm mehr abgeschnitten. Alles schön langsam und kontrolliert (ich weiß, daß auch viele Ärzte die Meinung vertreten, daß man die Pflaster nicht schneiden soll!).

    Allerdings weiter runter gehts nicht. In zwei Wochen werde ich operiert und hätte kein Problem damit, wieder leicht aufdosieren, weil ich mit Enbrel pausieren muß.

    Ich bin mir sicher, daß ich nicht mehr abhängig von meinem Medikament bin, als jeder Diabetiker, der sein Insulin braucht.

    Also, nur Mut! Mit den richtigen Ärzten ist auch das möglich.
     
    #10 18. November 2010
    Zuletzt bearbeitet: 18. November 2010
  11. Pezzi

    Pezzi Neues Mitglied

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    Nur zur Info: Da gibt es keine "kahlköpfigen Krebspatienten" und "lallende Behinderte"; eine aktuelle Krebsdiagnose ist ein Ausschlußkriterium.

    Mich irritiert die Art deines Berichts, die geschwollenen Gelenke, deine Haltung zur Krankengymnastik sowie dein Denken, dass ein reines "Wegnehmen" der Schmerzen den Bechterew "besiegt" haben könnte. Deine Schmerzen mögen weg sein, die Bewegungseinschränkungen laufen unabhängig davon...

    Alles Gute für dich.
    Pezzi
     
  12. Ducky

    Ducky Guest

    mit btms darf man nciht autofahren...dass einige meinen sie können es doch, ist was anderes
    ich fahre auch fahrrad und drüfte es unter der derzeitigen medikation nicht
    u.a. auch fentanyl
     
  13. Neli

    Neli Optimistin

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    Bunny, wenn Du so denkst,
    was machst Du denn hier in einem Forum,
    wo fast alle durch ihre Erkrankung mehr oder weniger behindert sind?
    Ich denke, da bist Du hier absolut falsch,
    auch wenn Du, wie Du sagst, schon einmal hier gewesen bist.

    Ich bin sehr verärgert über die Art und Weise, wie Du über Kranke
    und Behinderte sprichst.

    Neli
     
  14. Bunny

    Bunny Gesperrter Benutzer

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    Der Beipackzettel verbietet es nicht bei Morphin. Tramal und Tilidin haben mich deutlich mehr mitgenommmen, zumindest bei den anfänglichen Dosierungen. Ich glaube, da steht es auch so drin "Straßenverkehr, Maschinenbedienung etc.".

    Unter Morphin fahre ich auf meinem Motorrad 220 km/h... kein Problem.

    Ciao
     
  15. Bunny

    Bunny Gesperrter Benutzer

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    Was war daran abfällig und ärgerlich? Glaubst Du etwa, ich würde es schreiben, wenn ich es nicht von anderen Rheumakranken mal gehört hätte?
    Außerdem ging es immer darum, wie ich mich dort fühle- und nicht Du.Ich bleibe auch dabei: die Anwesenheit von Leuten, denen es gesundheitlich dreckiger geht als mir, zieht mich runter und macht mich regelrecht depressiv.

    Aber Du hast recht, ich gehe wieder raus aus diesem Fourum und lasse den „Bunny“ heute wieder sterben. Und das hat zwei Gründe: der erste ist der, daß man sich wirklich nicht zu sehr mit seiner Krankheit beschäftigen sollte. Infos sind sehr wichtig, aber jeder hier in diesem Forum sollte sich mal überlegen, ob das gegenseitige Rumgejammere und Vergleichen von Dosierungen und Krankheitsverläufen nicht mittlerweile seine liebstes Hobby geworden ist.

    Der zweite Grund sind solche Leute wie Du: nicht lesen können, aber schimpfen. Lies meine Worte nochmal genau und such mal die Passage, in der ich etwas gegen behinderte Menschen äußere. Es gibt sie nicht. Leute wie Du zerstören Foren durch ihre Schimpftiraden.

    So, meine lieben Leute, mal wieder Zeit für einen Abschied. Vielleicht komme ich in 5 Jahren wieder und sage mal wieder „Hallo“. Bis dahin wünsche ich Euch allen (wirklich allen) alles Gute, das Medikament eurer Träume, das Euch besser Leben läßt und daß ihr den Spaß am Leben wiederfindet.

    Ciao!
     
  16. Neli

    Neli Optimistin

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    Hallo Buddy,

    ich verstehe nicht, was da für Dich so schlecht verständlich ist.

    Ich habe es doch in meinem Beitrag zitiert, was ich so unmöglich finde.

    Dass hat absolut nichts damit zu tun, dass Du nach vorne sehen willst und nichts mehr mit Krankheiten zu tun haben willst
    dank Morphin, was ja wirklich nicht verteufelt wird.

    Das letzte finde ich ja sogar ganz gut.
    Nach vorne gucken, das ist wirklich richtig,
    aber deshalb darf man mit Worten keine Behinderten beleidigen.

    Neli
     
  17. Bunny

    Bunny Gesperrter Benutzer

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    Das steht da nicht! Ich habe den Bechterew nicht besiegt, ich habe ihn für mein Leben gaaanz klein bekommen und natürlich ist er noch da.

    Und ein ganz klares Nein: ich habe durch die Schmerztherapie mit Morphin meine Verstiefung gestoppt! Da ist nicht ein Zentimeter mehr versteift in den letzten Jahren. Das liegt nicht an der primären Wirkung des Opiates, sondern an der Tatsache, daß ich jetzt wieder (scmerzfrei) Bewegungen ausführen kann, die früher nicht möglich waren. Der Kreislauf von Rückenschmerz -> Schonhaltung -> falsche Haltung -> verkürzte Muskeln -> Muskelschmerz und Verspannung ist DURCHBROCHEN. Ich versteife seit 5 Jahren nicht mehr, weil ich jetzt wieder Bewegungen machen kann wie ein Gesunder und meine Wirbelsäule Biegungen macht, die ohne Schmerzmittel früher nicht möglich waren.

    Ich bin mit 34 rumgelaufen als hätte ich einen Besenstiel im A....., aufrecht und gerade und Bücken und Drehen haben verflucht weh getan. Heute nicht mehr, heute kann ich laufen, springen und mit kleinen Jungs fangen spielen auf dem Spielplatz.

    So, jetzt reicht es. Alles Gute nochmal. Bunny wird jetzt gelöscht.

    Ciao!
     
  18. Tortola

    Tortola Aktives Mitglied

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    Wut!

    Pfui Teufel, Bunny!

    Was bist Du nur für ein Mensch! Wie kann man so menschenverachtend schreiben - lallende Behinderte, Omis mit Rosenkranz, Krebspatienten
    (ich hatte auch Krebs).
    Du brauchst nicht wiederzukommen, auch nicht nach fünf Jahren. Auf jemanden wie Dich kann jedes Forum verzichten!

    Tortola
     
  19. rephi38

    rephi38 Neues Mitglied

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    bunny auf dich können wir hier gut verzichten.


    ich nehme auch morphium, aber es hat mich
    psychisch nicht verändert, es nimmt mir die
    schmerzen, aber nicht den verstand.
     
  20. Muckel1986

    Muckel1986 Neues Mitglied

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    Wie wahr wie wahr...

    Bin selbst auch in einer Praxis, wo die Schmerztherapie durch geführt. Und das was ich hier so lesen durfte, passt da nicht so zusammen. Denn...

    • eine Schmerzbehandlung lindert nur die Symtome
    • die Ursache und evtl. weitere Schäden bleiben vorhanden
    • Schmerztherapeuten / Schmerztherapie versucht den Schmerz auf ein erträgliches Maß zu drücken und ihn nicht "weg" zu machen. Denn ist der Schmerz weg, so belastet man sich schnell viel zu sehr.
    Neben diesen Punkten finde ich es auch komisch, dass auf der einen Seite Morphium in den Himmel gelobt wird, auf der anderen Seite erwähnt wird, dass weiterhin ein Basismedikament gespritz wird. Also ist es wohl doch nur die Kombination?

    Und das sie die Entzündungswerte auf einmal verändern, kann nicht am Schmerzmittel liegen.

    Es sei jedem von uns gegönnt, wenn sie oder er weniger oder keine Schmerzen mehr hat und dies wünscht sich wohl jeder von uns. Doch das man Morphium einsetzt, ist eigentlich die letzte Wahl. Zu erst kommen Schmerzmittel (sowas wie Novalgin usw), dann Opioide (z.B. Oxycodon) dann geht man auf die Pflaster, dann Morphium Tabletten, dann evtl. Tropfen und erst danach gespritzt. Alle Ärzte die ich in laufe der Jahre kennen gelernt habe, setzte die Schmerzmittel mit folgendem Grundsatz ein: "so viel wie nötig, so wenig wie möglich".

    Und nur Positiv sind die Schmerzmittel auch nicht. Es gibt da auch Punkte, die nicht gut sind:

    • Gefahr einer psychischen und/oder körperlichen Abhängigkeit
    • Probleme mit dem Magen oder Darm
    • verschlechterte Konzentration
    • verschlechterte, langsamere Reaktionsfähigkeit
    • häufig Wortfindungsschwierigkeiten
    Diese Punkte sind dabei nur die großen und häufigen Punkte, die leider auftrehten. Hinzu kommen noch Sachen wie führen/bedienen von Maschienen, Auto fahren usw.

    Jede und Jeder von uns muss finden, was ihr oder ihm hilft. Bei manchen bleiben eben nur noch Schmerzmittel, wie es bei mir auch der Fall ist. Doch ich habe niemanden kennen gelernt, die/der das Schmerzmittel als "das beste" anpreist. Klar ist es gut, dass Schmerzen zurück gehen - doch es hat eben auch negative Seiten wie all die Medikamente.