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Dicker Finger aber immer noch keine Diagnose und Behandlung

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Solti123, 26. Dezember 2010.

  1. Solti123

    Solti123 Registrierter Benutzer

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    Hallo ich bin neu hier weil das Thema Rheuma neu in mein Leben getreten ist.
    Demzufolge quälen mich einige Fragen, auf die auch die inzwischen besuchten Rheumatologen mir nicht befriedigend Auskunft geben konnten.

    Zu meiner Situtuation:
    Vor rund 5 Wochen war plötzlich mein linker Zeigefinger dick. Nach einer Woche bin ich zum Arzt. Da ich (schon seit Jahren) Schuppenflechte habe, war seine Diagnose Psoriasis Arthritis. Die Blutwerte (Rfn 25 U/ml, CCP 31 bzw. 59 U/ml) deuten meinen Informationen nun eher auf ein RA hin.
    Da meine CRP-Werte bisher unter dem Normwert waren (1x < 0,1, 1x <3,4mg/l), Blutsenkung unauffälig und meine Schwellung weitgend abgeklungen ist, macht der Rheumatologe erst mal nichts weiter. Allerdings habe ich immer noch leichte Schmerzen in den Fingergelenken insbesondere bei den ersten Bewegungen in der 2ten Nachthälfte und am Morgen.
    Meine Sorge ist nun, dass das viel beschriebene "window of opportunity" verstreicht ohne eine richtige Diagnose und Behandlungbeginn.
    Zum einen wird immer propagiert, dass man früh zum Reumatolgen soll um eine frühzeitige Behandlung einleiten zu können - dann passiert (in meinem Fall) aber erst mal nichts.
    Wer kann mir hier Empfehlungen geben:
    - Fehlen noch wichtige Untersuchungen (z.B. MCV-Blutwert)?
    - Soll man jetzt schon in eine medikamentöse Behandlung einsteigen und wenn ja in welcher Form (Basistherapeutikum + Biologika)?

    Vielen Danke im Voraus - Solti!
     
  2. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Hallo Solti!

    Ja, es ist seltsam - wenn du die Diagnose PSA hast, warum dann keine Behandlung? Ich hatte einen dicken Finger - neben der Schuppenflechte - und der Rheumatologe hatte noch keinen einzigen Blutwert und ich hatte schon mein MTX-Rezept in der Tasche.

    Und das war gut so - es dauerte 4 Monate, bis das MTX nun langsam zu wirken anfängt. In diesen 4 Monaten sind die Finger anfangs noch schlimmer geworden und noch mehr Gelenke dazu gekommen.

    Ich sehe also keinen Grund fürs Warten!

    Kannst du dir eine Zweitmeinung einholen - ist noch ein Rheumatologe in deiner Nähe?

    Alles Gute! :top:
     
  3. Solti123

    Solti123 Registrierter Benutzer

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    Hallo Gertrud und Rest der Community,

    leider habe ich noch keine genaue Diagnose ob nun RA oder PSA.
    Aber was ich bisher weiß, ist die Behandlung eh relativ gleich.
    Mir geht es inzwischen auf schon auf den Keks, dass nun schon 5 Wochen vergangen sind und noch immer keine wirksame Behandlung stattfindet.
    Nach allem was ich im Internet so aufgelesen habe, scheint ja eine Kombibehandlung (z.B. MTX + TNF-alpha-Blocker) gleich zu Beginn die wirksamste und aussichtsreichste Behandlung zu sind.
    Von meinem Rheumatologen habe ich den Eindruck, er tendiert wenn dann zum schrittweisen Vorgehen (erst MTX und wenn nicht ausreichend wirksam dann Biologika). Ist wohl die Standard Behandlungsvorschrift.
    Bekommt mein eigentlich die Kombibehandlung wenn man es will oder geht das aktuell nur in Klinischen Studien ?
    Wo finde ich aktuell laufende Studien?

    Gruß
    Solti
     
  4. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Eben - RA und PSA werden gleich behandelt, deshalb ist es eigentlich auch vorerst wurscht, welchen Namen das Kind hat.

    Warum bist du so scharf auf die Kombi MTX + Biological? Sei doch froh, wenn du so wenig Medikamente wie möglich nehmen musst! Wenn nur MTX hilft, ist es doch um so besser - wenn die Wirkung nachlässt oder sich sonst was verändert, dann kann man immer noch zu einer Kombi greifen. Ist doch um so besser, wenn es dann noch eine Steigerung gibt.
     
  5. Solti123

    Solti123 Registrierter Benutzer

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    Gleich mit einer vollen Ladung Medizin einzusteigen macht mir schon auch Bauchschmerzen. Wenn man allerdings bei MTX einige Wochen bis Monate "zusehen" muss ob und wie es wirkt ist auch nicht so toll (die Biolokia sollen da schneller wirken). Und wenn man später feststellt, man braucht doch die Biologika, hat man Zeit verloren und womöglich eine schlechtere Langzeitprognose. Dann doch lieber gleich von Beginn an die Kombi-Behandlung.
    Gruß - Solti
     
  6. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Naja, versuche halt dein Glück. Ich bezweifele allerdings, dass du leicht einen Arzt findest - auch unabhängig von den Kosten sind die meisten ja zu Recht dafür, mit so wenig wie möglich zu beginnen. Wobei MTX schon Hammer genug ist.

    Ich bin froh, dass ich auf meinen Arzt gehört habe - musste MTX 4 Monate nehmen, bis es gewirkt hat - aber jetzt geht es mir ganz gut damit: muss weder Cortison noch schmerzmittel mehr dazu nehmen.
     
  7. Solti123

    Solti123 Registrierter Benutzer

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    Wie gesagt, ich habe den Eindruck die Ärzte (zumindest mit denen ich bisher Kontakt hatte) halten sich an die Regelversorgung. Und die heißt wohl schrittweiser Einstieg. Ein Einstieg gleich mit der Kombibehandlung ist wohl noch den Studien vorbehalten.(Vielleicht wird's ja mal der neue Standard).
    Ich bin mir auch nicht klar, was ich ansteben soll - will mir halt später nicht den Vorwurf machen, nicht das Optimum getan zu haben.
     
  8. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo Solti!
    Mir hat es der Rheumatologe so erklärt, daß es bestimmt Vorschriften gibt, die er einhalten muß und dazu gehört z.B., daß man mit MTX anfängt, wenn das nicht ausreicht, kommt nach ein paar Monaten Arava dazu und erst danach werden Biologika eingesetzt, da hast Du als Patient keinen Einfluß drauf.
     
  9. Solti123

    Solti123 Registrierter Benutzer

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    Hallo Josie,

    dann bliebe wie schon vermutet nur der Weg über eine Studie.
    Weist du wo ich einen Überblick über derzeit laufende Studien bekomme?
    Habe auf RO noch nichts gefunden.
    LG Solti
     
  10. Solti123

    Solti123 Registrierter Benutzer

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    Hallo Gertrud,
    würde mich interessieren was du mit "jetzt geht es mir ganz gut damit" genau meinst. Fühlst du dich nun absolut beschwerdefrei ober womit plagst du dich nach wie vor rum (Steifigkeit/Schwellung der Gelenke etc.)?
    Wie ist die Tendenz?
    Solti
     
  11. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Hallo Solti!

    Naja, so was ist ja immer schwer zu beschreiben. Bei mir sind im Grund nur 3 Gelenke betroffen - linker Mittelfinger/Mittelgelenk, linker Zeigfinger/Grundgelenk, rechter Mittelfinger/Grundgelenk. Aber das waren so fiese Schmerzen, dass ich - trotz Schmerz-Medikamenten - manchmal keinen Stift halten konnte und heulend bei der Arbeit saß. Gerade rechts war es schlimm - zog sich manchmal wie ein Krampf über den Handrücken den Arm hoch. Und immer das Gefühl, diesen Schmerzen ausgeliefert zu sein, weil kein Schmerzmittel zufriedenstellend half. Oft hatte ich Fahrradhandschuhe an, um die Finger etwas ruhig zu stellen und zu schützen. Die Schmerzen begleiteten und beherrschten mich den ganzen Tag - vom Aufstehen bis zum Einschlafen - ich dachte ständig dran, sie raubten mir die Konzentration und auch Lebensfreude. Bei jeder Bewegung waren sie da - und auch im Ruhezustand wurden sie zunehmend schlimmer.

    Auch jetzt bin ich immer noch nicht schmerzfrei. Die Finger sind auch noch geschwollen. Wenn ich eine Faust balle, dann merke ich es schon ... aber das quälende ist eben weg. Ich merke den Schmerz nur noch, wenn ich ihn provoziere - also die Finger verrenke oder dran rumdrücke. Ansonsten kann ich wieder flott tippen, schreiben, Hausarbeit verrichten usw. ... und vor allem: ich DENKE nicht mehr ständig daran - ich habe zu einem Großteil mein altes Leben wieder zurück.

    Das zeigt, dass es doch viel besser geworden ist - auch wenn man Schmerzen ja nie objektiv messen kann.
     
  12. Solti123

    Solti123 Registrierter Benutzer

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    Hallo Gertrud,
    ja das ist auch meine größte Sorge, dass ich das mit dem Dauerschmerz psychisch nicht geregelt bekomme...
    Was hilft da - Psychologe?

    Ich bin nun schon in der 6. Woche seit Symthombeginn und merke seit ein paar Tagen (nach zwischenzeitlicher Besserung) dass es nun in dem Zeigefinger langsam ernster wird (leichter Dauerschmerz) und mein Rheumatologe hat mir immer noch keine Medis verordnet (z.B. weil meine Entzündungswerte noch nicht auffällig sind). Allerdings sind RFn und CCP-Antikörper positiv!
    Ich glaub ich dreh bald am Rad - im Internet kann du an allen Ecken lesen, dass ein frühzeitiger medikamentöser Behandlungsbeginn entscheidend ist, und dann erfährt man selbst von Fachleuten das Gegenteil.
    Solti
     
  13. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Mache dich nicht verrückt! Das ist schon mal wichtig!

    Meine Vorgehensweise wäre, dass ich zum mal beim Rheumatolgen anrufen würde und ihm sage, dass ich MTX anfangen möchte. Ok - auch da brauchst du Geduld, aber du bist dann ja schon in deinem Zeitfenster. Und in den meisten Fällen wirkt es ja, evt. muss die Dosis noch angepasst werden. Wenn es dann doch nicht wirken sollte, bekommst du ein weiteres Medikament dazu.

    Wichtig ist meiner Meinung, dass überhaupt erst mal was geschieht. MTX ist immer das Mittel der 1. Wahl - lange und vielfach erprobt.

    Wie sieht es mit Schmerz-Medikamenten aus? Nimmst du welche? Auch da ist es wichtig, nicht den Helden zu spielen - sonst geht das zu sehr auf die Psyche. Schmerzmittel sind zwar keine Dauerlösung - aber so bis die Basismedikamente wirken, durchaus sinnvoll, ggf. auch Cortison gegen die Entzündung.
     
  14. Rückenweh

    Rückenweh Neues Mitglied

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    Hallo Solti,

    nicht gleich abheben:rolleyes:
    Das du mit einem "nur leichten Dauerschmerz" am Zeigefinger keine erwähnenswerten CRP-Werte hast, ist ja wohl logisch, das ist ja auch eher ein Gelenkchen gemessen an der Größe von Schulter, Knie oder Hüfte[​IMG]
    Schmerzen sind was relatives, ich hab eher den Eindruck, dass dich die Ungewissheit eher verrückt macht, als die Schmerzen - cool down, auch wenns schwer fällt. Du must immer die Alternativen bedenken - nimmst du was entzündungshemmendes, etwa NSAR (Diclo, Ibu), machst du dir auf Dauer den Magen kaputt, ggf. auch noch das Herz. Dann kannst du dir noch Omep und co. für den Magen verschreiben lassen - schädigt die Knochensubstanz auf Dauer. Gleiches gilt für Cortison, macht auch das Skelett marode...
    Also ich hab volles Verständnis für deinen Doc., dass er nicht gleich den Holzhammer rausholt. Wenn das Gelenk wirklich mal dick werden sollte, dann kann er immer noch Cortison direkt spritzen, wenn es mal mehrere Gelenke betrifft, fährt man gut mit Sulfasalazin. Wenn das nicht mehr hilft, dann ggf. MTX.
    Das Optimum hast du, wenn du was findest, das die Entzündung im Griff hat - und derzeit ist sie zumindest deinen Entzündungwerten nach im Griff (klar kannst du darauf bestehen, dass dich nur noch ein Maybach als Taxi abholt, jedoch kommst du auch mit nem Skoda vom Flughafen ins Hotel[​IMG])

    Gute Besserung
     
  15. Kleine Maus

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    Hallo...ich würde Mir vielleicht doch eine 2. Meinung einholen...bei mir war anfangs die Diagnose nicht ganz klar,entweder PsA Oder RA...mir erklärte die Rheumatologin,die Therapie sei gleich und sollte heutzutage früh beginnen,um Schäden und Funktionseinbußen an den Gelenken zu vermeiden.Bei mir wurde dann die Diagnose PsA gestellt.Ich bin fast von Anfang an 2-gleisig mit Sulfasalazin und Mtx gefahren.Ich brauche kein Cortison mehr und wenig Schmerzmedis.Bei mir ging es auch mit geschwollenen Fingergelenken los.Cortisoninjektionen in die Gelenke haben immer nur kurzfristig geholfen.Hatte dann 2 mal eine Radiosynoviorthese,seitdem keine Schwellung mehr....liebe Grüße,die Maus