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Depressionen als Nebenwirkung?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von katti, 1. März 2005.

  1. katti

    katti Guest

    hallo an alle

    seit ich ständig medikamente nehme habe ich festgestellt, dass ich unter extremen stimmungsschwankungen leide. oftmals bin ich grundlos agressiv oder extrem down. besonders schlimm ist es, wenn ich am cortison ausschleichen bin.
    vor der diagnose cp und vor der medikamenten einnahme hatte ich so etwas nie. war weder labil noch neigte ich zu depressionen.
    es fühlt sich an, als wenn mein körper macht was er will - quasi macht über mich ergreift. sehr seltsam.

    jedenfalls möchte ich das nicht weiter hinnehmen und mit meinem rheumatologen drüber sprechen. kennt ihr das auch oder bin ich ein einzelfall? baldrian oder johanniskraut will ich nicht nehmen, da ich eh immer sowas von müde bin.

    ich reagiere grundsätzlich auf medis sehr sensibel. nehme übrigends cortison plus pleon plus schmerzmittel.

    gruß katti
     
  2. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo katti,

    zu Beginn der Cortisoneinnahme vor gut 5 Jahren hatte ich das auch, allerdings litt ich eher unter extremen Hochs und Tiefs. Als ich ein Jahr später zusätzlich mit Mtx anfing, war ich in den ersten Wochen nur noch depressiv und antriebslos. Bis heute kann ich nicht wirklich sagen, was es wirklich war, denn schon allein die Diagnose hatte mich aus dem seelischen Gleichgewicht geworfen, gleichzeitig steckte ich auch in den Wechseljahren, hatte einige Unterleibsprobleme und OPs. Dann noch die Medis, ein eben abgeschlossener Hausbau mit allen Nacharbeiten ... Möglicherweise war es damals die Kombination aus allem. Fest steht jedenfalls, dass bei mir diese üblen Stimmungen bzw. Stimmungsschwankungen schon lange der Vergangenheit angehören (trotz der Medis).

    Vielleicht solltest Du mal für eine Weile aufschreiben, wann genau die Depressionen besonders heftig sind (dazu natürlich auch Veränderungen in der Medikation), Monatszyklus etc. Solche Notizen sind auch für den Rheumadoc hilfreich, wenn Du mit ihm über Dein Problem sprichst.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  3. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hallo katti,

    nein, ein einzelfall bist du bestimmt nicht:)
    kürzlich hatte ich selber so ein tief, und nicht wirklich eine ahnung
    woher. eine der möglichen ursachen könnte durchaus eine
    nebenwirkung des cortison-ausschleichens gewesen sein.
    vielleicht kann dir dein arzt dazu mehr sagen.
    ich hab mich inzwischen einigermaßen aufgerappelt,
    und ich hoffe, dass du selber diese phase auch bald überstehst.

    lg marie
     
  4. Robert

    Robert R-O-süchtiger Freßbär ...

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    Hallo Katti,

    damit bist Du kein Einzelfall, ich hatte 2002 das Problem als Nebenwirkung eines Schmerzmittels (NSAR) ... war auch nicht besonders prickelnd ...

    Vom Corti her habe ich keine Probleme in dieser Richtung, allerdings merke ich, daß meine psychische Belastbarkeit mit zunehmender Krankheitsaktivität nachläßt ...

    In diesem Sinne alles Liebe und Gute

    Robert
     
  5. Ruth

    Ruth Bekanntes Mitglied

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    Hallo, Katti!

    Stimmungsschwankungen habe ich bei mir auch festgestellt, auch, daß ich mal schneller niedergeschlagen bin. Als ich das einer befreundeten Psychologin erzählte, meinte sie:das kommt vom Cortison. Es gäbe ihrer Erfahrung nach Menschen, die während einer Cortisonbehandlung sogar aggressiv reagierten. Ich solle mir keine Gedanken machen wegen der Stimmungsschwankungen, sondern mir einfach klarmachen, daß es durch´s Cortison käme. Mein Rheumatologe sah da keinen Zusammenhang mit Medikamenten, aber ich denke doch, daß die Psychologin recht hat. Seit ich das so sehe, komme ich besser damit zurecht. Natürlich spielt auch die Erkrankung selber und die Krankheitsaktivität (wie Robert schon schreibt) eine Rolle. Viele Grüße von Ruth
     
  6. JMCL

    JMCL Neues Mitglied

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    Hallo, Stimmungsschwankungen habe ich mir weniger festgestellt, aber eine zunehmende seelische "Dünnhäutigkeit". Mein erster Hausarzt wies auch auf Cortison hin, später auch auf MTX. Mag sein, dass es mit zutrifft, aber ich glaube inzwischen, dass mich einfach die Tatsache, dass ich cP habe, dass ich Medikamente nehmen muss, dass ich in meinem Tun eingeschränkt bin manchmal, überwiegend so dünnhäutig gemacht hat, so ab und zu niedergedrückt und antriebsschwach. Von heute auf morgen mit einer Krankheit konfrontiert zu sein und deren Auswirkungen tagtäglich zu spüren, kann einen schon niederdrücken, denke ich jedenfalls und ich gestehe es mir auch zu. Gemäß meiner Rheumatologin braucht es eine Zeit, bis man die Krankheit akzeptiert hat, so dass ich deshalb jetzt denke, dass die Dünnhäutigkeit, die Antriebsschwäche der Weg zum Ziel der Akzeptanz ist.
    Soviel zu meinen Erfahrungen (zugegebenermaßen noch kurze ), auf jeden Fall aber sollte darüber immer mit den behandelnden ÄrztenInnen gesprochen werden. Einen nette Abend noch für Alle,
    JMCL
     
  7. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Katti,

    das, was JMCL geschrieben hat, sollte man nicht unterschätzen. Die Diagnose an sich haut einen schon mal mächtig in den Keller, auch wenn sie vielleicht - wie z.B. bei mir - lange ersehnt war. Nach der Diagnose war ich längere Zeit wirklich total durch den Wind. Ich selbst merkte das gar nicht soooo sehr, aber meine Cousine, die ich lange nicht mehr gesehen hatte, war gerade da und sagte es mir ganz direkt. Hörte ich natürlich nicht sehr gerne, aber sie hatte Recht. Lass mal ein halbes Jahr vergehen, gönne Dir die Zeit, Dich neu zu ordnen, sorge für Zeiten nur für Dich, egal, was Deine Umwelt meint. Wirst sehen, es tut Dir gut (mit oder ohne Medis).

    Tröstgrüßle von
    Monsti
     
  8. katti

    katti Guest

    guten morgen

    klar, hat mich das auch alles psychisch belastet. allerdings bin ich sehr optimistisch und denke immer positiv. so nach dem motto "klar schaff ich das und wenn nicht, probier ichs eben nochmal".

    ich merke aber, dass ich gerade wenn ich das cortison hoch oder runter dosiere extrem dünnhäutig bin. da könnt ich wutanfälle kriegen wie ein kleinkind. im ernst: mir fällt dann z.B. ein löffel runter und ich erschreck mich zu tode und könnt dann vor wut wie rumpelstielzchen in der küche rumhüpfen. der verstand sagt mir: mensch komm mal wieder runter. aber das geht nicht. wie ferngesteuert!

    mein rheumatologe sieht den zusammenhang, er sagt cortison kann sogar psychosen auslösen, vor allem bei einer dauertherapie und meiner konstitution.

    ich bin nur 1.56 cm groß und wiege 45 kilo. da ist 40 mg cortison (am anfang ca. 2 monate) extrem hoch. ich hatte auch sofort alle nebenwirkungen. mopsgesicht, akne, hyperhidrose etc.

    manchmal denke ich, mein körper ist süchtig nach dem zeug. wenn ich runter dosiere, habe ich richtige entzugserscheinungen. ich denke daher auch die stimmungsschwankungen und das wütend werden.
    die basismedis tun ihr übriges dazu. das pleon macht mich totmüde, ich hab magenweh und mir ist ständig übel. dachte schon ein paar mal ich wär schwanger. gott sei dank ist das auszuschließen.

    ich werde mich auch mal bei meinem homöopathen erkundigen. ob er rat weiß.

    vielleicht gewöhnt sich ja mein körper noch an die medis und irgendwann pendelt sich das ein. ist ja gerade mal ein jahr vergangen und die basismedis nehme ich erst drei monate. vorher dachte man ja ich hätte reaktive poly, keine chronische.

    gruß katti
     
  9. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo katti,

    vielleicht bekommst Du mit Pleon auch einfach das falsche Basismedikament. Was Du über die Nebenwirkungen schreibst, klingt jedenfalls so.

    Mit der Homöopathie wäre ich sehr, sehr vorsichtig, der Schuss könnte nach hinten losgehen. Wenn Du es versuchen möchtest, solltest Du unbedingt zu einem Arzt gehen, der zusätzlich homöopathisch behandelt.

    Viel Glück und liebe Grüße!
    Monsti
     
  10. katti

    katti Guest

    hallöle

    ja, mein homöopath (nicht der rheumadoc) ist auch schulmediziner. mit anderen worten, er kennt sich in den wechselwirkungen gut aus. man darf natürlich nix nehmen was das immunsystem anfeuert. grundsätzlich halte ich aber sehr viel von homöopathie, gerade als unterstützung der schulmedizin. es muss eben ein hand in hand arbeiten möglich sein.

    wegen dem basismedi werde ich nachfragen, das blöde ist, gegen die poly hilft es super. es hat in den wenigen monaten klasse angeschlagen. nur die nebenwirkungen...

    auch blöd ist, dass ich noch nie irgendein medikament genommen habe, was ich 100% vertragen habe.
    meine erste richtige drogenerfahrung habe ich in der klinik gemacht. da habe ich ziemlich viel novalgin bekommen und rosa farben an der wand gesehen. ;-)

    dabei ist novalgin (sagten die mir) gar kein so starkes schmerzmittel. mir hats gereicht, ich fand alles ganz wundersam unter novalgin ;-)
    unter tramal tropfen hab ich 12 std durchgeschlafen...

    ich glaube bei mir sind medis immer ne überraschung! wenn ich was neues einnehme, ist auch immer mein freund anwesend. man weiss ja bei mir nie.
    wir nennen das schon ganz liebevoll "überraschungsabende".

    also bis denne
    gruß katti