Cortison als Diagnoseinstrument

Dieses Thema im Forum "Cortison / Glukokortikoide" wurde erstellt von Lil-Eve, 25. März 2018.

  1. Lil-Eve

    Lil-Eve Neues Mitglied

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    Hallo

    Bei mir bestehen einige unspezifische Symptome, die auf Rheuma hindeuten. Blutete passen teils zb Blutsenkung, Rheumafaktor aber nicht.

    Meine Rheumatologin hatte die Idee mir Cortison zu geben, um das abzuklären. So nach dem Motto, wenn es wirkt ist es was entzündliches. Ist dieses Vorgehen typisch?

    Die Wirkung kann ich auch nicht einschätzen. Mit 25mg Pretnisolon hatte ich keine Schmerzen am Vormittag und es ging mir so gut wie seit Monaten nicht. Aber am Nachmittag kam die Watschn. Schmerzen, steif und leicht fiebrig. Kennt das wer? Sollte das Cortison nicht den ganzen Tag über wirken???

    LG Lil
     
  2. Rose72

    Rose72 Registrierter Benutzer

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    Hallo Lil,

    ob das so mit Ausprobieren ganz typisch ist, weiss ich nicht. Es stimmt aber schon, dass man bei Ansprechen auf Corti von Entzündungen ausgeht.

    Das mit der Nachmittagsklatsche kenne ich genau so. Ich bekomme abends Lodotra 5 mg, auch ein Cortison, was jedoch etwas anders, länger, wirkt und dazu noch früh 10 mg Prednisolon.
    Am Vormittag bis ziemlich genau 17:00 Uhr geht es mir etwas besser. Danach kommt wieder das grippige Gefühl und die Steife. Ich bin aber seit Januar in einem Schub und bekomme noch andere Medis, deren Wirkung anscheinend noch nicht voll vorhanden ist.
    Mir wurde gesagt, dass man dadurch sieht, das ich das hohe Cortison halt wirklich brauche und im Moment leider auch nicht davon weg komme.
    Zeitweise musste ich auch nachmittags noch eine kleine Dosis Cortison nehmen.

    Ich denke genau das solltest du deiner Ärztin schildern, daraus wird sie sich einiges ableiten können und kann die Behandlung darauf abstimmen.

    Ich wünsche Dir gute Besserung.

    LG Rose
     
  3. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hi,
    ähnlich habe ich es zu Anfang auch gehabt. Es wurde eine Weile Cortison gegeben in geringer Dosierung um zu sehen ob es damit besser wird. Dann weg gelassen um zu erkennen ob die Schmerzen weg bleiben oder wieder kommen.
    Bei mir war es dann so, daß ich stationär für 3 Wochen auf der Rheuma Station landete, am zweiten Tag stand die Diagnose und ich bekam mtx Cortison diclofenac ...

    Insofern denke ich das ein erster Test mit Cortison auch heute noch gemacht wird.
     
  4. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Ich hatte meinen Doc gebeten, einen Versuch mit Cortison zu machen. Er hatte mich nämlich nicht ernst genommen und immer nur gesagt, das läge alles an der Fibro, obwohl ich genau gespürt habe, dass da noch was anderes ist. Ohne den Cortisonversuch hätte er nie weitergesucht und ich würde wahrscheinlich immer noch mit einer unbehandelten Polyarthritis rumkrauchen.

    Ein fehlender Rheumafaktor hat übrigens nicht zu bedeuten, dass da KEIN Rheuma ist. Umgekehrt steht ein positiver RF auch nicht zwingend FÜR Rheuma.
    Ich weiß nicht, warum sich einige Ärzte immer noch so daran klammern...
     
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  5. Lil-Eve

    Lil-Eve Neues Mitglied

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    Hallo

    Danke für eure Antworten.

    Das mit dem Rheumafaktor habe ich auch schon gelesen. Die Ärztin sieht es zum Glück ähnlich. Also sie schließt Rheuma nicht aus da die Symptome passen.
    Habe ich das richtig verstanden, dass Cortison nicht zwingend hilft bei entzündlichen Formen?

    @Rose72
    Es beruhigt mich doch irgendwie, dass es dir ähnlich geht damit, dass die Wirkung nachlässt. Ich dachte nämlich schon, ich bin wieder extra exotisch und selten. Das nimmt dann wieder keiner ernst...

    Was mir der Versuch auf jeden Fall gezeigt hat, ist dass ich hol seit Jahren ein gewisses Schmerzgrundlevel hab, das war schon normal für mich. Schmerzfrei war ich wohl schon lange nicht mehr.
     
  6. kukana

    kukana Moderatorin

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    @Lil-Eve
    Normal reagiert dein Körper auf Entzündungen mit dem körpereigenen Cortisol.
    Bei Erkrankungen mit u a Rheuma reicht das nicht aus, da wird mehr benötigt. Das nimmt man dann zusätzlich in Form von Cortison Tabletten.
     
  7. Lil-Eve

    Lil-Eve Neues Mitglied

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    Hallo kukana

    Soweit ist mir die Theorie klar.
    Aber wirkt Cortison immer bei entzündlichen Formen? Oder ist es häufig zu wenig? Du schreibst ja "zusätzlich". So ganz verstehe ich es nämlich doch nicht. Die Ärztin meine nämlich bei entzündlichen Formen würde ich eine Besserung merken sonst nicht.

    Wie ist die Wirkung wenn neben einer entzündlichen Erkrankung eine Fibromyalgie besteht? Der wirkt ja Cortison nicht soweit ich gelesen habe. Mir kommt vor, dass sich mit einer Erkrankung nicht alle meine Beschwerden abdecken lassen. Immer wieder höre ich "Symptom x passt nicht zu Diagnose Y, der Rest würde aber passen" Es ist doch möglich, dass mehrere Erkrankungen parallel vorliegen!?

    LG Lil
     
  8. kukana

    kukana Moderatorin

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    Kurz und knapp:ja

    Viele Erkrankungen tauchen gemeinsam auf, einige auch nacheinander und bei anderen nicht.
    Cortison hilft dir bei Entzündungen aber nicht bei Fibro.
     
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  9. Lil-Eve

    Lil-Eve Neues Mitglied

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    Die Ärztin macht das echt an der Wirkung des Cortisons fest. Keine Wirkung folgt keine Entzündung. Dass es mir besser ging aber nicht dauerhaft ignoriert sie. Zudem hatte ich nur recht kurz Cortison genommen. Hoch war die Dosis auch nicht. Mir kommt das etwas so vor als würde sie es sich einfach machen....
     
  10. kukana

    kukana Moderatorin

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    Das denke ich nicht, möglicherweise hast du eine Entzündung gehabt, die weiteren Probleme aber sind dann nach der Behandlung in den Vordergrund gekommen.
     
  11. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Vielleicht ist es auch ein Mix von mehreren Ursachen. Das ist ja das, was die Rheumadiagnose so schwer macht, weil es oft so viele, auch unspezifische, Symptome macht. Oder das Cortison hat tatsächlich nicht gereicht.
    Man braucht vor allem Geduld und Durchhaltevermögen.
    Ich weiß es jetzt grad nicht, wie sind denn deine Blutwerte - gibts da Auffälligkeiten?
     
  12. Mara1963

    Mara1963 Guest

    Hat deine Rheumatologin schon eine Ahnung welche Art von Rheuma du hast? Da gibts ja massig Diagnosemöglichkeiten.
    Ich habe Sklerodermie, bei einem anderen Rheumatologen hieß das Mischkollagnose und wieder bei einem anderen Crest-Syndrom.
    Letztendlich ists egal, die Richtung ist dieselbe.

    Ich bekam anfangs auch Cortison, da es mir so richtig miserabel ging seit Wochen. Im Krankenhaus bekam ich dann Cortisoninfusionen, ich glaube 50 mg haben die enthalten und da gings mir tatsächlich nach bereits einer Stunde wesentlich besser, kaum zu glauben war das für mich. Nach einer Stoßtherapie war ich wieder fit. Das war anfangs der Diagnosefindung und anscheinend hat das der Arzt auch genutzt um sich klar zu werden.
     
  13. Lil-Eve

    Lil-Eve Neues Mitglied

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    Hallo

    Gut möglich, dass bei mir mehr als ein Problem vorliegt.
    Leider schließt sie sämtliche Entzündlichen Erkrankungen nun 100% aus.

    Würde sich nach 2Tagen 25mg, 2 Tagen 12.5mg und 4 Tagen 6.25mg überhaupt so viel an Besserung zeigen? Mir kommt das so kurz vor. Aber ich kenne mich halt nicht aus. Vielleicht gibt es ja von eurer Seite Erfahrung damit.

    @Maggy63
    Meine Blutwerte sind teils auffällig teils nicht.
    Die Werte hab ich gerade nicht zur Hand daher die Kurzzusammenfassung

    • Blutsenkung deutlich erniedrigt (laut Rheumatologin ist dieser Wert veraltet)
    • Leukos zu niedrig (laut Rheumatologin "passt das schon" die Hausärztin ist deshalb besorgt)
    • Eisen und Vitamin D grenzwertig -Beides trotz Substtution
    • Schilddrüsenhormone leicht erniedrigt - Sind noch beim einstellen
    • Rheumafaktor nein
    • Entzündunfszeichen (waren drei Abkürzungen bei Bedarf sehe ich nach) Alle erhöht
    • ANA erhöht
    • Weiter Antikörper niedrig aber zwei nahe dem Grenzwert
    • Creatinasewerte deutlich erhöht
    • Leber ok
    • Zucker ok
    Geduld werde ich wohl brauchen. Werde mich mit meiner Hausärztin beraten was die meint. Meiner Meinung nach wäre ein bildgebendes Verfahren bei den Gelenken angebracht gewesen. Habe mit dem Knie Probleme seit Jahren. Mit 18 wurde mir schon mal eine OP nahe gelegt. Auch vom Arm bzw Schulter gibt es keine Bilder. Wie man da etwas beurteilen kann weiß ich nicht.

    Zuerst war es eine Mischkollagenose. Momentan nichts. Ihre Aussage im Befund "durch eine Cortisonstoßtherapie (hier folgen die Werte) konnte keine Besserung erzielt werden, daher ist eine Kollagenose weitestgehend ausgeschlossen"
    Ich reagiere auf die Tenderpoints daher aktuell Fibromyalgie.

    Wenn es Fibromyalgie ist auch ok. Aber ich möchte einfach, dass ordentlich geprüfte wird, ob etwas anderes vorliegt. Behandlungsansatz hatte sie auch gar keinen.

    Mir ging es ähnlich. Das Cortison half nach etwa ein bis 2 Stunden. Allerdings nicht bleibend. Die Ärztin erklärte das durch eine aufputschende Wirkung des Cortisons.

    Danke für eure Hilfe

    LG Lil
     
  14. Milica

    Milica Bekanntes Mitglied

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    Hallo,
    Mich würde interessieren wie es bei dir weiter ging? Blieb es bei der Fibro? Oder wurde inzwischen doch noch eine andere Diagnose gestellt?
    Lg
     
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